Buchtipp: Einer von uns von Asne Seierstad

51MoaEF-GPL._SX335_BO1,204,203,200_Im „Das Magazin“ habe ich neugierig die Reportage über die Schriftstellerin und Journalistin Asne Seierstad gelesen. In diesem Artikel wurde ihr Buch vorgestellt. „Einer von uns“ – Anders Behring Breivik tötete am 22. Juli 2011 77 Menschen in Oslo bzw. auf der Insel Utoya.

Es ist das grausamste Buch, das ich je gelesen habe. Mit Interesse und Herzklopfen gleichermaßen. Es hat mich fasziniert und geschockt. Fasziniert bin ich von der Autorin Asne Seierstad. Akribisch und detailtreu hat sie recherchiert und die gesammelten Fakten dann in einen Tatsachenroman gegossen.

Der Massenmörder wird in diesem Buch genau vorgestellt, man hält es kaum aus wie paranoid er ist: Monatelang stellt er die verschiedensten Stoffe her, um die Bombe herzustellen (eine Anleitung dafür kann man im Internet finden!). Sie wird später vor dem Osloer Regierungsgebäude 9 Menschen in den Tod reißen und viele viele Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzen.

Die Autorin beschreibt minutiös das Massaker auf der Insel als wäre sie dabei gewesen. Sie stützt sich dabei auf Zeugenaussagen der Überlebenden und auf das Manifest des Attentäters. Sie beschreibt Weiterlesen

Christines Gastartikel: Wie wir unserer Trauer Ausdruck verleihen und die Erinnerung wach halten können

„Die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude.“

Dietrich Bonhoeffer bringt wunderbar auf den Punkt, welche vielfältigen Facetten in unserer Trauer stecken. Sie kann qualvoll sein, denn es schmerzt, sich in dem Wissen zu erinnern, dass nichts mehr so sein wird wie vorher. Und sie kann, wenn wir dankbar zurückschauen, eine stille Freude über all‘ das Schöne auslösen, was wir gemeinsam mit dem verstorbenen Menschen erlebt haben und an das wir uns erinnern dürfen.

Vielleicht haben Sie sich auch schon einmal nach einem Trauerfall gefragt, in welcher Form Sie Ihrer Trauer und Ihrer Erinnerung Ausdruck verleihen möchten. Seit ich mich näher mit dem Thema befasse, nehme ich glücklicherweise einen immer offeneren Umgang mit Trauer wahr. Menschen werden kreativer, um ihre Erinnerung in eine Form zu gießen und ihr einen Platz zu geben. Um den Schmerz umzulenken in einen gestaltenden Prozess und ein Symbol der Erinnerung zu schaffen. Währenddessen können die Gedanken auf Reisen gehen, zurück zum gemeinsam Erlebten und so kann Schritt für Schritt Dankbarkeit wachsen.

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Fotocollage von Christine

Dieser Prozess wirkt heilsam, das durfte ich persönlich erfahren. Aus Hemden meines im letzten Jahr verstorbenen Vaters habe ich anlässlich seines 1. Todestages Kissen für alle Kinder und Enkelkinder genäht. Es war zunächst ein seltsames Gefühl, seine Hemden auseinanderzuschneiden, in denen ich ihn am Klavier sitzen sah oder „ausgehfein“ im schicken Anzug. Ich spürte eine Welle der Traurigkeit durch mich hindurchziehen. Ja, autsch! Aber dann: daraus etwas Neues entstehen zu lassen, das weiter bestehen wird und damit die Erinnerung an einen ganz besonderen Menschen wach hält, das war ein ganz besonders schönes Gefühl. Und noch besser: die leuchtenden Augen der Beschenkten!

Im Netz habe ich noch Weiterlesen

Das Weizenkorn

IMG_4003aus 1. Korinther, Kapitel 15.

… Möchte aber jemand sagen: Wie werden die Toten auferstehen, und mit welchem Leibe werden sie kommen? Du Narr: was du säst, wird nicht lebendig, es sterbe denn.

Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, etwa Weizen oder der andern eines …

In Gedanken bei S.

Wir reden übers Sterben … heute mit: Angelika Bening

13941019_1062091363867805_1193972174_nAngelika Bening ist Trauerbegleiterin für Erwachsene, Kinder, Jugendliche und Familien sowie Entspannungspädagogin.

Seit 5 Jahren in eigener Praxis im Westerwald tätig. Neben der Arbeit mit Trauernden, ist auch die Fort- und Weiterbildung von Mitarbeitern psychosozialer Berufe einer ihrer Arbeitsschwerpunkte.

1. Du beschäftigst dich mit (deiner) Endlichkeit. Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben?

Ich betrachte meine Arbeit und die Beschäftigung mit der Endlichkeit als eine sehr lebendige und lebensbejahende Aufgabe. Diese Lebendigkeit auch selbst immer wieder zu spüren und auch mit Dankbarkeit auf die kleinen Dinge des Lebens zu schauen, das ist mir sehr wichtig und das erlebe ich für mich in den letzten Jahren deutlich bewusster.

2. Viele haben Hemmungen oder auch Angst, mit anderen über das Sterben zu reden. Wie ist das bei dir? Was hat sich verändert?

Hemmungen oder Ängste über das Thema Sterben oder Tod zu reden, kenne ich persönlich nicht bzw. nicht mehr. Bevor ich vor 5 Jahren meine Arbeit als Trauerbegleiterin begonnen habe, war ich über 20 Jahre lang als Krankenschwester tätig und habe sehr viele Menschen in schwerer Krankheit aber auch im Sterben begleiten können. In dieser Zeit habe ich gelernt offen über diese Themen zu sprechen und ich habe viele intensive Gespräche mit Sterbenden führen dürfen, die mir persönlich sehr viel Mut zum Leben gemacht haben. Diese Erfahrungen haben Weiterlesen

100 Songs: Komm großer schwarzer Vogel

Claudia Cardinal hat in ihrem Interview mit uns 3 Liedbeiträge erwähnt für unsere Liste „100 Songs“. Hier heute von Ludwig Hirsch: Komm großer schwarzer Vogel.

Seifenblasen am Grab. Ein sehr lesenswertes Interview.

seifenblasenDieses Interview muss eigentlich JEDE und JEDER lesen, der etwas anders machen will … am Grab, während der Beerdigung.

Diese Bestatterin ist mit Konfetti, Seifenblasen und Schokomuffins unterwegs … Aber lest selbst. In der Zeit Online erschienen:

Die Bestatterin Lea Gscheidel hat stets Seifenblasen dabei. Die Journalistin Mareice Kaiser hat ihr Kind verloren, aber nicht die Lebensfreude. Ein Gespräch über den Tod.

Interview: Mareice Kaiser.

Bestatterin: „Wow, was für eine Scheiße!“

Reise in die Wüste. Eine Reise in die äußere und innere Stille. Eine Reise zu Dir selbst.

Kamele in der WüsteDie Veranstaltungsleiterin ist Maja Signer von jemanja.ch

Warum Marokko?

Marokko ist zweifellos eines der faszinierendsten Länder im Mittelmeerraum. Es ist ein Land mit einer beeindruckenden kulturellen und landschaftlichen Vielfalt.

Folge uns in ein Land voller Träume, in dem die Fantasie Flügel bekommt. Wo die Auseinandersetzung mit fremden Sitten und Gebräuchen, die Begegnung mit Einheimischen überraschende und unterhaltende Abwechslung bringt. Tauche ein in ein Land der immensen Farbenpracht, in das bunte Treiben der Souks und in eine Welt aus fremden Gerüchen und Speisen.

Herrliche, sehr unterschiedliche Berglandschaften des Hohen Atlas werden dich begeistern. Reiche Felder und Oasen, bizarre Felsformationen, wunderschöne Sonnenauf-und untergänge werden dich erfreuen. Du entdeckst das Leben der Nomaden, die Stille und Weite der Wüste, bevor du Tage später wieder in das quirlige Leben von Marrakech eintauchst.

Was hat das Land Marokko mit dem Sterben und dem Tod zu tun? Marokko verkörpert für mich das pure, sprudelnde Leben. Mit seiner enormen Farbenpracht, seinen feinen Düften, Gewürzen, süssen Datteln und sonstigem köstlichem Naschwerk. Mit Märchen aus 1001 Nacht, mit seinen glitzernden Kleidern und Gewändern und dem Lachen in den Souks. Daneben die unendliche Stille und erhabene Wüste. Zeit, um sich zurück-zuziehen, über Leben und Sterben nachzudenken.

Reiseprogramm (Änderungen vorbehalten)

1. Tag
Individueller Flug und Ankunft in Marrakech. Individueller Transfer per Taxi zum Riad oder Hotel. Begrüssung, danach freies Nachmittags- und Abendprogramm,

2. Tag
Eintauchen in die Medina und die Souks von Marrakech. Weiterlesen

In der Sommerpause: Ludmilla und andere Mördergeschichten

Es scheint ein bisschen so, als hätte der Tod und das Sterben schon länger eine Sommerpause. Sendepause.

Deshalb nehme ich heute mal die Stopptaste raus und poste ein schaurig-makrabes Schmankerl.

Ein Sommerauftakt mit Musik. Ich habe einen der Musiker kennengelernt: Tobias Gros. Er sagte die Textlieder als Gedicht auf. Und hat sich nicht verhaspelt!

.Zum Beispiel dieses (mit Genehmigung des Künstlers).

Ludmilla

Ludmilla war ein gutes Ding, ging jeden Sonntag beichten
und wenn sie nicht zur Kirche ging, dann ging sie über Leichen.
Denn jedem Mann, der sie beegehrt, der ihr den Hof gemacht,
hat sie statt Lust und Leidenschaft den schnellen Tod gebracht.

Der erste war Klaus Tepperwein, Student aus gutem Haus,
der kam nachts durch ihr Fenster rein und kam nie wieder raus.
Der zweite kam aus Dänemark und war von hohem Adel
Ludmilla war zu seinem Sarg der allerletzte Nagel.

… der dritte, vierte, fünfte, sechste, siebente und letzte …

Ludmilla war ein gutes Ding, hat immer brav gebeichtet
trug nur noch Schwarz beim Kirchengang, das stand ihr ausgezeichnet.

Die Facebookseite von Nimmersatt hier.

Na, wie gefällt Euch das?? Genießt den Sommer weiter.

Sarggeschichten: Was ist eine Hausaufbahrung?

Ganz frisch ist das Projekt Sarggeschichten. Sarah Benz und Team beantworten per Film Fragen rund um Tod und Trauer. Sie tun das ruhig, klar und ermutigend. Besonders gelungen fand ich den Film über die Hausaufbahrung:

Die weitern Filme und weitere Infos findet ihr hier: http://www.sarggeschichten.de