Todesangst: Ich hatte ständig Angst, morgens nicht wieder aufzuwachen

Guten Morgen,

zunächst möchte ich euch auf einen Artikel aufmerksam machen, der mir bei Facebook „über den Weg“ gelaufen ist. Geschrieben von Jakob Simmank in der DIE ZEIT, der den Autor und Psychiater Jan Kalbitzer interviewte.

9783896676009Dr. Jan Kalbitzer hat das Buch geschrieben: Das Geschenk der Sterblichkeit.

Einige wenige Sequenzen aus dem Interview, die für mich eindrücklich und interessant sind:

Psychotherapeut Irvin Yalom hat den Begriff des „ungelebten Lebens“ geprägt. Die Angst vor dem Tod kann eine Angst davor sein, an seinem Leben vorbeizuleben. Eine Angst davor, nicht mehr zu existieren, obwohl man sein eigenes Leben noch nicht gelebt hat.

Die Angst nutzen, um sich klarzumachen, wie man leben will: Vielleicht erkennt man, dass man sich an falschen Werten orientiert.

Ich fände es wunderbar, wenn diejenigen, die ohne einen offensichtlichen Grund Angst vor dem Sterben haben, diese auf eine ähnliche Art und Weise nutzen: nämlich sich klar werden, wie sie eigentlich leben wollen.

Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir uns der Angst stellen. Weil wir nur so der Flucht entkommen und ein vernünftiges Leben leben können. Wenn viele Menschen die Angst nicht weiter verdrängen würden, sondern sie annehmen und danach fragen, woher sie kommt, vielleicht wären wir dann eine reifere Gesellschaft.

Ich habe mir jede Risikobereitschaft verboten. Und das hat letztlich nur die Angst in mir gesteigert.

Aber lest erstmal das ganze Interview. Hier entlang.

Weiterlesen

Buchtipp: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke. Joachim Meyerhoff

9783462048285.jpgDer Buchtitel überraschte mich in meinem Lieblings-Buchladen-Café. Joachim Meyerhoff du  vielleicht: er ein bekannter Schauspieler. Und seine Großmutter war es auch. Inge Birkmann.

Sein Buch gehört zu einer Reihe von insgesamt
6 Büchern, die Meyerhoff geschrieben hat. Nämlich „Alle Toten fliegen hoch, Teil 3“.

In diesem dritten Band beschreibt wie er an die Schauspielschule kommt, sein Desaster mit seiner Rolle als Schauspieler „funktionieren“ zu müssen und das Zusammenleben mit seinen Großeltern in München.

Meyerhoff hat das Sterben seiner Großeltern nah miterlebt. Deshalb stelle ich das Buch hier im Blog vor, weil es sehr eindrücklich von ihm beschrieben wird. Der Großvater wird immer weniger und die Großmutter folgt ihm einige Monate nach auf ihre Weise.

Dieses Buch ist wunderbar geschrieben. Ich habe so oft laut los gelacht weil es teilweise Weiterlesen

Ein Visionsboard erstellen

Bildschirmfoto 2019-05-05 um 20.40.26Vor ein paar Wochen hatte ich die große Freude, mit Studierenden der Medizin ´, Theologie und anderen Fächern über den Totenhemd-Blog zu sprechen. Die Diskussionen gingen offenbar über den Abend noch weit hinaus. Ziel erreicht!!!

Lara Hitzemann erzählte mir an jenem Abend vom Visionsboard und hat uns den folgenden Text dazu geschrieben, den ich hier gerne veröffentliche:

„Ein Visions Board erstellenBildschirmfoto 2019-05-05 um 20.39.34

Weshalb bringe ich ein Visionsboard mit dem Thema Tod in Verbindung? Ganz einfach, es ist eine visuelle Erinnerung an die Dinge im Leben die uns Freude und Motivation bereiten. Weiterlesen

Buchtipp: So sterben wir

produkt-10003961Das Bestattungshaus Pütz-Roth hat uns mit einem Brief über die Preisverleihung der Fritz-Roth-Stiftung informiert. Der Preis geht dieses Mal an den Journalisten und Autor Roland Schulz, der den Bestseller geschrieben hat: So sterben wir. Er beschreibt eindrucksvoll und berührend, was passiert, wenn wir vom Leben Abschied nehmen.

Hier ist die Website des Verlags mit Lese- und Hörprobe

Hier stelle ich den Autor vor – seine Worte gefallen mit sehr:

 

Mit ihrem Geist tanzen, bis mir die Luft ausgeht

In der aktuellen Ausgabe des „Das Magazin“ erzählt die letzte Seite diesmal über Hafis Bertschinger. Die letzte Seite im „Das Magazin“ heißt immer:  „Ein Tag im Leben“. Diesmal wurde der 85jährige Künstler und Lebenskünstler vorgestellt, der Tausende von Kilometern auf Pferd, Esel und Velo zurücklegte. Er war unterwegs auf dem Oregon Trail in den USA, dem Dragon Trail in Japan und im Atlasgebirge. Vor zwei Jahren starb seine Frau Mara, was ihn in eine bodenlose Tiefe stürzte.

In einer Pariser Ausstellung erfuhr er vom Totenkult der Madegassen. Sie holen ihre Verstorbenen aus der Erde, wickeln die Überreste in ein Tuch und feiern ein Fest mit ihnen. Die Verstorbenen bleiben so unvergesslich. Nun will Herr Bertschinger Weiterlesen

Friedhofspaziergang auf Sylt

Auf Sylt waren wir in der alten Kirche St. Severin in dem hübschen Ort Keitum. Unser Ziel war das abendliche Orgelkonzert – das jeden Mittwoch in der Saison stattfindet. Wir waren also zum Saisonauftakt da.

Gleich nebenan – rund um die Kirche – werden die Toten begraben auf einem hübschen Friedhof. Er zeichnet sich aus durch kleine Buchsbaumhecken um das Grab. Das hat mir sehr gut gefallen.

Kirche und Friedhof St. Severin – mit weiteren Fotos zum Anklicken

Buchtipp: Pedro Páramo

17594936-00-00Eine Schreiberin aus dem Kreativ-Schreibworkshop in Zürich hat mich gefragt, ob ich dieses Buch kenne.

Juan Rulfo veröffentlichte Pedro Páramo anscheinend so um 1960. Es wurde jedenfalls 1974 ausgezeichnet mit dem „Premio Alfaguara de Novela“.

Meine Bekannte hat es mir für den Totenhemd-Blog empfohlen und schreibt: „Es ist ein sehr spezielles Buch. Tod und Leben gehen ineinander über, reichen sich die Hand und sind nicht immer zu unterscheiden“.

Ich werde reinlesen … es hat mich neugierig gemacht.

Kennst du es?

Gesprächssplitter aus Death Cafés

death cafe zuerich
Death Café Richterswil und Death Café Zürich fand vor einigen Tagen statt. In Richterswil, das ich mit Andrea organisiere, jährt sich unser Treffen im dritten Jahr. Hier kommen meistens Frauen, sehr selten ein Ehegatte mit, zusammen im Rahmen der reformierten Kirche. Unsere Gäste sind meistens 70plus, fullsizeoutput_17cmanchmal jünger.

Das Death Café Zürich, das ich mit Brigitte durchführe, ist neu an den Start gekommen. Frühere InitiatorInnen haben wieder aufgehört oder machen eine Pause – haben wir von den teilnehmenden Frauen gehört.  Unsere Gäste in Zürich waren jung. Unter 60. Also 29, 35, 45 und Ende 50. Wir haben uns für unser Treffen im quirligen Kreis 5 in einem Ladenlokal eingemietet: Langstrasse 200.

Splitter und Diamanten aus Richterswil: Die Urne selbst anmalen; ich will eine Bio-Urne, die dem Boden nicht schadet.
Meine Urne stelle ich schon zu Lebzeiten auf. Alles Wichtige kommt da hinein, was meine Angehörigen und Freunde wissen müssen.

Aufräumen und Ausmisten; das Buch Death Cleaning kam ins Gespräch.
Sachen schon zu Lebzeiten herschenken: „mit warmen Händen geben“.

Die Alten-/Pflegeheime in Richterswil sind nicht zeitgemäß. Sie sind die letzte Station im Leben vor dem Tod. Der letzte Wohnort.

Weiterlesen

Billie Eilishs Album heißt: When we all fall asleep …

ma1912_fro.inddMit großem Interesse habe ich im Das Magazin über die junge Künstlerin Billie Eilish gelesen. Eine 17-jährige erfolgreiche Musikerin und Künstlerin, die von den Teenies geliebt und heiß verehrt wird. Sie können während ihrer Konzerte alle Songs mitsingen.

Ihr neues Album heißt: When we all fall asleep where do we go? Auch schon eine bemerkenswerte Frage! Darin gibt es einen Song der heißt: Bury a friend. Ich hab mir den Songtext angeschaut und finde er passt hierher.

What do you want from me?
Why don’t you run from me?
What are you wondering?
What do you know?
Why aren’t you scared of me?
Why do you care for me?
When we all fall asleep, where do we go?

…..

Hier auf Deutsch: Begrabe einen Freund.

Mein Lieblingssong mit dem Titel: When the Party is over – passt eigentlich auch gut her.

Ich habe ganz bewusst die YouTube-Videos zu den Songs hier nicht hoch geladen. Sie sollen sehr verstörend sein und gar nicht „so richtig passen“. Wer also neugierig ist, klickt und sucht auf eigene Verantwortung die Videos und die Musik dazu. Die junge Künstlerin erzählt uns mit ihren Songtexten Geschichten. Einige will man immer wieder hören hören hören …

Die Künstlerin sagt über sich selbst, sie sehe sich als Visual Artist.

Hier ist der Text im „Das Magazin No 12“ über Billie Eilish zu lesen: Ich will mein Publikum allem aussetzen, was es in den Wahnsinn treibt. 

Heute Premiere: Death Café Zürich

Annegret und Brigitte kennen sich. Letztes Jahr hab ich Brigitte gefragt, wie sie zu einem Death Café im urbanen Zürich steht. Et voilà. Heute ist Premiere. Ich bin gespannt wer kommt. Wir haben bei Facebook und im Bekannten- und Freundeskreis Werbung gemacht. Die Location ist cool und simpel: L200 – ein Stadtraum mitten an der quirligen Langstrasse.

death cafe zuerich

Kommuniziert haben wir auch auf der deathcafe.com-Seite.