Wir reden übers Sterben … heute mit Theresa Donath

DonathTheresa ist Palliative Care Krankenschwester, Notfallseelsorgerin und Schreiberling.

Erzähl uns bitte von Dir …

Seit jüngster Kindheit schleicht das Thema Tod und die Angst vor diesem Mysterium wie eine schwarze Katze um meine Beine, versucht auf Abstand gehalten, so weit wie möglich. Durch meine direkte Konfrontation und Auseinandersetzung mit meinen Ängsten vor dem Sterben durch meine Arbeit auf einer Palliativstation und einem Ehrenamt als Notfallseelsorgerin wurde sie mit den Jahren und dem Erwachsen werden zutraulicher. Aber mir wurde auch bewusst wie stark die Macht eines Tabus ist, wie stark die Verdrängung rund um die Themen Vergänglichkeit und Trauer in dieser Gesellschaft nahezu praktiziert wird, und nichts liegt mir näher am Herzen, als mit meinen Texten über die Palliativmedizin, Notfallseelsorge und den privaten Verlusten dem entgegenzuwirken. Menschen die Angst zu nehmen indem man drüber redet, Fragen stellt, sich austauscht. Dafür schreibe ich, mit meiner schwarzen Katze auf der Schulter.

Du beschäftigst dich mit (deiner) Endlichkeit (Beschreibe kurz). Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben? Viele haben Hemmungen oder auch Angst, mit anderen über das Sterben zu reden. Wie ist das bei dir? Was hat sich verändert? Weiterlesen

Ich lese neuerdings Todesanzeigen

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Sommerabend am Hüttnersee

Ich habe immer einen weiten Bogen gemacht um die Todesanzeigen in der Zeitung. Ich wollte sie nicht lesen. Jetzt ertappe ich mich dabei, dass mich berührende Verse interessieren oder schön gestaltete Anzeigen. Wenn sie also „anders“ sind.

Was sagt Ihr denn zu diesem Gedicht von Mary Elizabeth Frye? Gestern entdeckt … da hieß es weiter: der Vorname – geliebter Mann, Vater, Opa, Schwiegervater und bester Freund … hat uns verlassen. Er ruht bei seinen Bäumen.

Steh‘ nicht an meinem Grab und weine …
Ich bin nicht dort.
Ich schlafe nicht.
Ich bin in den tausend wehenden Winden.
Ich bin der Diamant, der im Schnee glitzert.
Ich bin das Sonnenlicht über dem reifenden Korn.
Ich bin  der sanfte Herbstregen.
Weiterlesen

Todesanzeige: Ein Kreis.

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Solch eine Todesanzeige (hab ich grad umständlich in Word fabriziert) habe ich diese Tage in der Zeitung entdeckt. So ein Kreis fällt auf. Klar. Knapp. Einfach. Der Name sowie Geburtstag und Todesdatum drin. Basta. Nicht mehr und nicht weniger.

Daneben las ich in einer Anzeige diesen schönen Vers.

I’m trying to get people to see that we are our brother’s keeper.

Red, white, black, brown or yellow, rich or poor,

we all have the blues. (von B. B. King)

Der Enkel | abc.etüden

„Pfiffiküsschen, gib Oma ein Küsschen“, ist das nicht herrlich? Christiane hat es mit ihrer Etüde auf den Punkt gebracht bzw. ins Gefühl. Es blitzte sofort etwas in mir auf … ein Gedanke, eine Geste, ein Lächeln, Omas Hände.

Meine Oma hat zwar nicht Pfiffiküsschen zu mir gesagt dennoch fehlt etwas seit ihrem Tod, der schon lange her ist.

Nach dem Tod eines lieben und nahen Menschen fehlt immer etwas was diesen und die Beziehung miteinander ausgemacht hat. Diese Lücke ist nie zu füllen. Deshalb wollte ich Christianes schöne Etüde rebloggen und Euch zum Lesen schenken.

Habt Ihr auch so einen Erinnerungsblitz, wenn Ihr die Geschichte lest? Ihr dürft auch ruhig ein wenig traurig werden …

Hier geht es zu Christianes Blog

Buchtipp: Frau Magnussons Kunst, die letzten Dinge des Lebens zu ordnen

41c+1vrQ5lLMargareta Magnusson ist zwischen achtzig und hundert Jahre alt, sagt sie. Sie ist Expertin für döstädning – dö = Tod, städning = aufräumen/reinemachen. So, das übersetze mal: Todreinigung? Endreinigung? Todaufräumen?  Oha. Die Schwed*innen sind im Vorteil, bei diesem Teil des „Über-das-Sterben-reden“. Death Cleaning geht auch. Also dann:

Und Frau Magnusson erzählt in ihrem Büchlein aus ihren Erfahrungen. Den nicht so schönen, wenn man sich durch unaufgeräumte Hinterlassenschaften wühlen muss. Den beglückenden, wenn man sich die Dinge, die eine*n umgeben, noch einmal anschaut und hineinfühlt, was sie bedeutet haben. Und es dann fortgibt. Den manchmal traurigen. Und wie das doch alles zum Altwerden dazu gehört. Eine liebevolle Anleitung, die eigene Endlichkeit ganz handfest in sein Leben zu integrieren.

Das kleine Buch mit dem langen Titel „Frau Magnussons Kunst, die letzten Dinge des Lebens zu ordnen“ könnte Weiterlesen

Theresa Donath und Max Frisch

Screenshot-2018-6-20 Max Frisch‘ Fragebogen zur Thematik Tod oder „25 death facts about me“

Schnappschuss aus Theresas Blog.

Theresa hat unseren Blog gefunden. Da hab ich doch gleich mal in ihren geklickt. Et voilà: Max Frisch` 25 Fragen zum Tod und zum Sterben könnt Ihr hier lesen und auch Theresas Antworten dazu.

Leider hat das mit dem Rebloggen nicht funktioniert:

Die ersten Sätze aus dem Blog kopiert:

Max Frisch, ein Schweizer Schriftsteller und Architekt, entwickelte elf Fragebögen zu den großen Lebensthemen, und so auch zum letzten Mysterium, dem Tod.

Fragen können eine Waffe sein, mehr in unseren Köpfen anstoßen, in Bewegung bringen als Aussagen, und deshalb stelle und beantworte ich sie gern. Weil sie mich fördern, ergründen wo meine Lücken im Denken sind. Eigentlich sind Fragen ein Art Brückenschlag. Denn wann hat man das letzte Mal nach einer vermutlich kränkenden Aussage genau beim „Sender“ nachgefragt?

Nun also die „25 death facts about me“, und wer weiß, vielleicht wird mal eine kleine Interview-Reihe daraus 🙂

1. Haben sie Angst vor dem Tod und seit welchem Lebensjahr?

Hier gerne weiterlesen.

Bald lesen wir mehr von Theresa, die gerade unsere Interviewfragen beantwortet.

Todes-Erfahrung von Rilke

Heute in einer Traueranzeige in der Zeitung gelesen:

Die ersten Sätze aus Rainer Maria Rilkes Todes-Erfahrung:

Wir wissen nichts von diesem Hingehen,

das nicht mit uns teilt.

Wir haben keinen Grund, Bewunderung und Liebe oder Hass

dem Tod zu zeigen, den ein Maskenmund tragischer Klage wunderlich entstellt.

Ein Coachingtag in Sachen „Tod und Sterben“

Britta Buttkewitz hab ich eben bei Facebook mit ihrem YouTube-Video entdeckt. Sie ist Sterbeamme und bietet einen Coachingtag für Chefs und Kollegen an. Wie geht man um mit dem Tod eines Kollegen? Wie kümmert man sich um eine Kollegin deren Ehemann bald sterben wird? Sehr authentisch und gut erklärt hier im Video.

Von Sarggeschichten: Wie man eine tolle Trauerfeier macht

Habt Ihr Sarahs Videos schon gesehen? Es sind nicht Sarahs sondern die von Sarggeschichten und dahinter verbergen sich Sarah und Jan.

Ich finde Sarah macht das großartig vor der Kamera. Hier ein Video „wie man eine tolle Trauerfeier macht“.

Oder Link zur Website: Sarggeschichten/Die Filme

Wir sehen ja hier nur kleine Ausschnitte und hören, Weiterlesen

Letzte-Hilfe-Kurse

Letzte-Hilfe-1-600x981Gestern habe ich in der Zeitung „reformiert“ gelesen: „Besonders ist, dass der in Deutschland oder Österreich bereits etablierte Kurs in der Schweiz ausschliesslich von der reformierten Kirche angeboten wird.“

„Entwickelt wurde der Letzte-Hilfe-Kurs vom deutschen Palliativmediziner Georg Bollig in  Zusammenarbeit mit Andreas Heller, dem Lehrstuhlinhaber für Palliative Care in Wien“.

Ich hab heut morgen gleich mal im Internet gesucht und diese Website gefunden. Falls Du Interesse an einer Weiterbildung hast oder an diesem Buch interessiert bist: hier wirst Du fündig.

Auf der Internetseite ist zu lesen: Der Abschied vom Leben ist der schwerste, den die Lebensreise für einen Menschen bereithält …

Dieser Satz war mir noch nie so deutlich und drückt genau meine Sorge aus: der Abschied vom Leben!!! Deshalb Weiterlesen