Bist du bei mir

41k2PZ4jqnLIn ihrem neuen Buch schreibt Cornelia Coenen-Marx​ auf Seite 88 über die Interviews im Totenhemd-Blog. Deshalb aus aktuellem Anlass hier noch einmal das Interview mit der inspirierenden Autorin.

Ihr Song: „Bist du bei mir“:

„Bist du mei mir, geh ich mit Freuden
zum Sterben und zu meiner Ruh‘.
Ach, wie vergnügt wär‘ so mein Ende,
es drückten deine lieben schönen Hände
mir die getreuen Augen zu!“ (aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach).

Mein Vater wäre heut 90 geworden

Herzlichen Glückwunsch, mein lieber Pa … da wollen wir dir mal Schillers Glocke aufsagen.

Jetzo mit der Kraft des Stranges
Wiegt die Glock’ mir aus der Gruft,
Daß sie in das Reich des Klanges
Steige, in die Himmelsluft!
Ziehet, ziehet, hebt!
Sie bewegt sich, schwebt.
Freude dieser Stadt bedeute,
Friede sey ihr erst Geläute.

Warum und wieso Schillers Glocke? Hier habe ich drüber nachgedacht.

Was passiert nach dem Tod mit meinen Daten?

IMG_5849Bei Facebook hatten wir es schon online. Vor einigen Tagen las ich diesen interessanten Artikel bei heute.de, den ich so wichtig finde, dass er hier noch einmal prominent eingestellt werden muss, für alle, die nicht bei Facebook unterwegs sind.

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis sind dies 50 Prozent, die sich nicht in den Sozialen Netzwerken tummeln. Dennoch: Du hast wahrscheinlich das eine oder andere Konto im Internet: ein Bankkonto oder die Plattform fürs Erstellen eines Fotobuchs oder fürs Online-Shopping bei amazon.

Was passiert nach dem Tod mit Deinen Daten? Diesen Artikel empfehle ich sehr zu lesen: ich werde in mein Testament schreiben wer meine Online-Konten nach meinem Tod verwalten/erben soll. Das ist nämlich nicht so simpel wie wir denken, von wegen: „das wird dann schon meine Frau/mein Mann erledigen“.

No way! so funkioniert es leider nicht.

Es ist ein sehr wichtiger und guter Artikel!! Druckt euch den aus und legt los.

Schritt für Schritt.

Wenn ich schon sterben muss …

IMG_5714In der FAZ las ich diesen interessanten Aufsatz von Angelika Overath, die ich im Engadin bzw. in Frankfurt kennengelernt habe. Sie schreibt über Inge Müller und ihr Gedicht: Wenn ich schon sterben muss.

Irgendwie haben diese Verse etwas mit mir gemacht. Etwas Freudig-Freches zauberte sich in meine Gedanken und in mein Lächeln. Ja, wenn ich schon sterben muss, dann … Mit diesem unvollendeten Satz war ich eine Weile unterwegs.

Ja, wenn ich schon sterben muss … möchte ich hier im Blog schreiben und Dich fragen, was fällt DIR ein, wie der Satz weitergehen könnte?

… dann sollte ich jetzt gleich noch viel intensiver und bewusster „leben“ und nicht länger Angst haben vor dem Sterben. Denn ich weiß es ja: ich werde sterben.

Und dieses Sterben, das ist echt eine ganz große Ka…. ! Ich bin manchmal richtig sauer, dass ich mal den Löffel bzw. den Laptop abgeben muss. Das Leben ist so schön und ich genieße jeden Tag. Sterben ist doof.

Wenn ich schon sterben muss …

… dann Weiterlesen

„Die Decke nervt.“ Kleidung und Tod: Annegrets Antworten

IMG_1639Melina Grundmann hat uns geschrieben. Sie recherchiert zum Thema: Totenhemd im Kleiderschrank bzw. „Kleidung und Tod“. Für ein Uni-Seminar. Hier jetzt meine Antworten:

Was verbinden Sie persönlich mit dem Thema Kleidung und Tod? In welche Beziehung setzen Sie die beiden Bereiche zueinander?
Ich habe mir da früher überhaupt keine Gedanken gemacht. Schlicht weil ich es nie musste. So ganz akut wurde die Frage, als Petra und ich bei dem Fotoprojekt „Im letzten Hemd“ der Bestatter Pütz-Roth mitmachten. Aufgabe war: Wie wollen Sie sich bestatten lassen? Da habe ich es zum ersten Mal ganz konkret durchgespielt, bin durch meinen Kleiderschrank durch und es wurde klar: Es geht hier um Würde.  Ich möchte meine Würde auch im Tod gewahrt wissen. Also bitte kein Hemdchen. Schon gar keines, das man hinten nur zuschnürt, Hintern blank, die Länge mit der Schere gekürzt. Ziemlich schnell war mein bestes Kleid gewählt, eines von meiner Lieblingsschneiderin Katja Gastell, Hamburg (Alpenglühen in der Marktstraße ;-)) Es ist aus braunem Nadelstreifenanzugstoff, mit einem Grünbraun gemusterten Rand und Kapuze. Fast alle meine Klamotten haben eine Kapuze, aber dieses ist mein „feines“ Kleid. Bitte die braun-schwarzen Stiefel dazu (siehe Bild). Das Kleid trage ich zu besonderen Anlässen. Es zeigt denen, die mich kennen, meine Verbundenheit mit der Kunst. Es ist so – auch Weiterlesen

Kleidung und Tod: Mein Totenhemd

mein totenkleid

mein Totenkleid

Wir haben schon ganz wunderbare Antworten auf Melinas Fragen erhalten. Ich habe dazu im Artikel vorher aufmerksam gemacht. Ihr seid eingeladen Eure Gedanken im Kommentarfeld mitzuschreiben oder Ihr schreibt in Eurem Blog einen Artikel dazu. Wir freuen uns schon!

Für Melina hab ich gleich mal nach den früheren schon geschriebenen Artikeln gesucht. Einmal zu meinem Totenkleid, das ich zu meiner Hochzeit trug. Es hängt in meinem Kleiderschrank. Mal sehe ich es bewusst, mal nicht.

Melinas Fragen:

  • Was verbindest Du persönlich mit dem Thema Kleidung und Tod?
  • In welche Beziehung setzt Du die beiden Bereiche zueinander?
  • Was hat Euch zu der Idee gebracht, Euch gegenseitig Totenhemden anzufertigen?
  • Wofür könnte das Totenhemd ein Symbol sein?
  • Was ändert es, vor dem Tod schon zu wissen, was genau man tragen wird?
  • Wie reagieren darauf Eure Freunde/Familie?
  • Wenn Du morgens Deinen Kleiderschrank öffnest, sticht Dir da Dein Totenhemd ins Gesicht oder hast Du es in einer „unsichtbaren“ Ecke verstaut?
  • Was denkst Du, wenn Du es betrachtest?

    image

    Petras Sterbedecke mit Figuren aus getragener Kleidung

Und dann gibt es noch meine Sterbedecke, die ich habe anfertigen lassen. Annegret hatte zu ihrer Sterbedecke geschrieben. Dafür habe ich Annegrets Schneiderin in Hamburg Kleidung geschickt, die ich nicht mehr tragen werde und daraus hat sie diese Totendecke genäht. Sie liegt ebenfalls in meinem Kleiderschrank.

Ich werde also mal mein Brautkleid tragen, Weiterlesen

Eure Gedanken zu „Kleidung und Tod“

Melina Grundmann hat uns geschrieben und recherchiert zum Thema: Totenhemd im Kleiderschrank bzw. „Kleidung und Tod“. Für ein Uni-Seminar.

Ihr könnt im Kommentarfeld mitschreiben oder einen eigenen Blogpost in Eurem Blog schreiben und posten und mit uns verlinken. Schön wäre, Melina erhält ganz viele verschiedene Antworten. Hier sind die Fragen, die sie uns gestellt hat:

  • Was verbinden Sie persönlich mit dem Thema Kleidung und Tod?
  • In welche Beziehung setzen Sie die beiden Bereiche zueinander?
  • Wie sind Sie auf die Idee des „Totenhemd-Blogs“ gekommen?
  • Was hat Sie zu der Idee gebracht, sich gegenseitig Totenhemden anzufertigen?
  • Wofür könnte das Totenhemd ein Symbol sein?
  • Was ändert es, vor dem Tod schon zu wissen, was genau man tragen wird?
  • Wie reagieren darauf Ihre Freunde/Familie?
  • Wenn Sie morgens Ihren Kleiderschrank öffnen, sticht Ihnen da Ihr Totenhemd ins Gesicht oder haben Sie es in einer „unsichtbaren“ Ecke verstaut?
  • Was denken Sie, wenn Sie es betrachten?

Wir, Annegret und ich werden die Fragen hier im Blog in einem eigenen Artikel beantworten. Es darf auch ein Foto vom Totenhemd gemacht werden und im Artikel vorgestellt werden. Ganz wie Ihr mögt.

Die Gedanken zum Totenhemd passen doch jetzt ganz gut zum Ende der Fastenzeit und zur kommenden Osterzeit. In diesem Sinne: Schreibt schön. Wir freuen uns auf Eure Gedanken. Melina ganz besonders. Eine kleine spontane Blogaktion.

Totenhemd trifft Poetry: Zum Schluss

IMG_4116Einen Monat lang gab es Poesie im Totenhemd-Blog. Im Vorfeld und mittendrin wurde gereimt und gerungen, manches flog zu, manches musste erarbeitet werden. So ist das, wenn man versucht, übers Sterben zu reden, versucht, das Schweigen zu brechen, Worte zu finden, die Waage zu finden zwischen Leicht und Tief.

Danke Euch allen, die Ihr mitgemacht habt. Eure Texte haben uns und viele Leser*innen berührt und inspiriert.

Das Totenhemd im Schrank erinnert uns immer mal wieder an unsere Endlichkeit. Kommen wir also damit ins Spiel – und lassen uns ab und zu darauf ein. So wie am Tag der Poesie, an dem ein paar Leser*innen auf Facebook einen Haiku geschrieben haben. Die haben jetzt das letzte Wort in unserer Blogaktion:

Schon sind sie verwelkt
aber draußen die Knospen Weiterlesen

Wir reden übers Sterben … heute mit: Dr. Fabienne Mathier

FabienneMathier_600px_webDR. PHIL. FABIENNE MATHIER ist Regisseurin, Produzentin und Psychotherapeutin.

Fabienne ist ursprünglich Psychologin und Psychotherapeutin mit 10 Jahren Berufserfahrung. Nach verschiedenen Fortbildungen (Theaterpädagogik, Filmregie, Drehbuch, Schnitt, Regieassistenz), ist sie nun seit 2011 in Zürich als Regisseurin tätig sowie seit 2013 auch als Filmproduzentin für ihren ersten Kinofilm „Winna – Weg der Seelen“.

Du beschäftigst dich mit (deiner) Endlichkeit. Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben?

Von 2007 – April 2009 habe ich als Leiterin Psychosozialer Bereich Palliative Care in der Psychoonkologie am UniversitätsSpital Zürich gearbeitet und Sterbende begleitet. Diese sehr intensive Auseinandersetzung mit Sterben und Tod hat mein Leben sehr geprägt. Seitdem kann ich jeden Tag, an dem ich lebe, noch viel dankbarer schätzen und beim Auftauchen von Herausforderungen in meinem Leben sage ich mir oft: „Fabienne, es sind alle noch am Leben, also hast du gar kein Problem.“ Und wenn es doch um Abschiede von geliebten Menschen geht, dann weiss ich für mich, dass sie einfach in einer anderen Form weiterleben und weiter Erfahrungen machen.

Viele haben Hemmungen oder auch Angst, mit anderen über das Sterben zu reden. Wie ist das bei dir? Was hat sich verändert?

Ich möchte die Menschen dazu ermutigen, über das Sterben zu reden. Es gibt viele unnötige Ängste vor dem Tod und das Sprechen über den Tod mit anderen könnte hier eine Hilfe bieten. Dies war auch einer meiner Beweggründe für meinen Kinofim „Winna – Weg der Seelen“, dass die Menschen sich darüber austauschen, welche Vorstellungen sie über den Tod und das Leben nach dem Tod haben. Weiterlesen