Manchmal gibt es so Momente

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Es gibt so Tage, wenn ich walke und im Wald entlangstreife, dass ich manchmal mit Gott spreche oder an meinen verstorbenen Vater denke. Dann frage ich: Na, wo bist Du? Wie geht es Dir? Gibt es Dich. Bist Du da?

Und insgeheim hoffe ich auf ein Zeichen in der Natur.

Einige Schritte weiter. Der Waldweg braun-matschig-grün. Also eher trist. Aber an dieser Stelle meines Weges leuchtete es GELB. Wie ein Licht. Ein gelbes Blatt in Herzform. Nirgendwo sonst lagen andere gelbe Blätter.

Es gibt manchmal so Zeichen und dann bin ich froh und dankbar.

Kennst Du das auch? Solche magischen Momente?

Wenn wir beide gleichzeitig sterben sollten …

IMG_7788… wegen eines Unfalls beispielsweise … was dann?

Wie bin ich zu dieser Überlegung gekommen? Als wir unser Testament mit einer Fachanwältin besprochen haben, musste auch diese Überlegung mit einbezogen werden. Hat mit dem Punkt zu tun: Was passiert mit dem Hab und Gut, dem Erbe, wenn der Zuletztlebende stirbt.

Sind diejenigen, die im Testament genannt sind informiert?
Haben Sie einen Schlüssel für die Wohnung/das Haus, die Passwörter, eine Liste mit allen wichtigen Informationen?
Wissen sie, wo das Testament hinterlegt ist?

Werden sie sich die Haare raufen, einen Haushalt aufzulösen? Was werden sie tun?

Werden sie Rot sehen, wenn sie unsere Konten und Accounts im Netz finden und löschen sollen?

***

… und überhaupt … mir wird selbst ganz schwindelig.

Kann passieren …

…. ich bete zu unserem Schutzengel ;-).

Wenn ich zuerst sterbe …

Weißt Du dann wohin mit mir?

Wirst Du mein blaues Buch finden mit all den Informationen für Dich?

Dann wirst Du eine Menge zu tun haben mit all meinen Daten und Konten im Sozialen Netzwerk. Ich sehe Dich schon wie Du die Stirn runzelst vor lauter lauter.

Was wirst Du  mit meinen Sachen tun, die ich nicht aufgelistet habe?

Wirst Du Dir Unterstützung suchen bei meinen Freundinnen, Deinen Freunden?

Wirst Du in ein Loch fallen?

Haben wir alles gesagt? Alles besprochen?

Mit 66 Jahren …

Christianes Liebster wäre heut 66 geworden …

Ich habe sie gefragt, ob ich ihren sehr schönen und berührenden Text hier bei uns rebloggen darf … passt genau hier rein und in Gedanken bin ich bei ihr und ihm.

Dieses Ritual, das sie in ihrem Text beschreibt ist so schön und wichtig, die Trauer darf immer wieder sein und die Erinnerung an den Liebsten wird wach gehalten, damit es von Jahr zu Jahr weniger weh tut – vielleicht.

Lasst Euch einfach in diesen schönen Text. Danke Christiane!

Wenn Du zuerst stirbst …

Werde ich stundenlang mit Dir allein sein wollen …

…. Dich aufbahren lassen, damit sich alle von Dir verabschieden können.

Und dann erst mich fragen: Um was muss ich mich zuerst kümmern? Wen anrufen?

Werde ich meine Liste finden, in der ich mir die wichtigsten Dinge notiert habe, die ich dann machen will: zum Beispiel eine „Locke“ Deines Haares abschneiden?

Was wird sein ohne Dich?

Wo bleibe ich ohne Dich? Wo wohne ich? Bleibe ich wo ich bin?

Wir haben keine Kinder, sind meine Freund*innen in der Nähe?

Wo werde ich dich beerdigen? Weiterlesen

Rüdigers Gastgeschichte: Zwei Enden

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Rüdiger aus Bremen

Rüdiger war wie ich Teilnehmer der kreativen Schreibreise auf Zypern. Er hat uns eine Geschichte für den Totenhemd-Blog geschenkt … und wenn ich es mir recht überlege:

Ich begleite ihn in die Anden. Auf geht’s.

***

Rüdiger, merci für deine Geschichte! Du hast uns die Augen geöffnet …

Darauf ein Elfchen:

Rüdiger
aus Bremen
schreibt eine Geschichte
zwei Enden sind möglich
Anden!

Die Löffellisten-Challenge: heieieieieiei!

Kleine Damen mit Löffel c Annegret ZanderSo, liebe Mit.Schreiberinnen unserer November Blog Challenge – und liebe Leser*innen,

das hatten wir uns so einfach gedacht: Schreibste ne Löffelliste, machste was davon, schreibste drüber. Und dann ratterten, schlichen, klapperten, eierten, trödelten, sprangen, rasten und reisten unsere Mit.Schreiberinnen durch das Löffellisten – Land. So manches Mal wollte ich rufen: He! Thema verfehlt! Ihr sollt doch nicht ÜBER Löffellisten schreiben, sondern eine solche Tu-Fertig erstellen. Erstaunlich: Nicht der Tod war die Hürde, sondern Die-Liste-an-sich! Und nach allem Ringen stehen sie nun doch in Raum und Universum, als Herzenslisten, voller Überraschungen. Ansteckend. Ich vermute mal, liebe Mit.Leser*innen, dass so manche*r von euch ein Listchen begonnen oder ergänzt hat.

Aber mal ehrlich. Es gibt nichts Gutes außer man TUT es. So richtig handfest: Joggen lernen,  dennoch Geburtstag feiern, mit einer Ukulele eine Liebesbeziehung Weiterlesen

muuuh … und ein Alphorn blasen

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Wünsche erfüllen
einmal im Leben
das will ich machen
Glückseligkeit

Es war einer meiner glücklichsten Tage in diesem Jahr. Denn ich hatte mir einen langgehegten Wunsch erfüllt: Bevor ich einmal sterbe, will ich eine Kuh melken. Hierüber habe ich ausführlich geschrieben. Wer mein Erlebnis noch nicht gelesen hat klickt hier.

Wie eine Königin freute ich mich über den vollen Becher mit der „geschäumten Milch“, die ich gemolken hatte. Es geht wirklich ganz leicht! Die Milch probiert hab ich natürlich auch, fehlte nur noch der Kaffee dazu ;-).

In diesem Jahr habe ich ganz viel realisiert und das stimmt mich froh und heiter. (Ich würde gelassen und heiter sterben, falls ich jetzt mit 59 dran wäre; würde es aber sehr bedauern, dass ich schon gehen müsste aus dieser schönen Welt). Es gibt also eine Liste mit einigen Häkchen dran, „erledigt“.

* Ich habe die Dokumenta in Athen besucht.
* Ich bin das erste Mal TGV gefahren: von Zürich nach Paris und zurück.
* Ich wollte mir unbedingt die Ausstellung von David Hockney anschauen und habe dies getan: im Centre Pompidou in Paris habe ich Schlange gestanden um reinzukommen und habe eine großartige Führung durch die Ausstellung erlebt.
* Ich bin die 700 Stufen des Eifelturms in Paris mit meinem Mann hoch geklettert an meinem Geburtstag.
* Ziemlich spontan Weiterlesen

21.11. Silke: Ich könnte meinen Löffel jetzt abgeben

Sie könnte ihren Löffel jetzt abgeben, meint Silke. Sie war etwas spät dran, dennoch haben wir ihren sehr lesenswerten Artikel auf den 21. datiert … den Ihr nun bei uns bzw. in Silkes Blog „in-lauter-trauer“ lesen könnt.

Totenhemd-Blog

spoon-2918612_1920.jpg Bildquelle: pixabay

Silke wäre bereit, ihren Löffel jetzt abzugeben, weil da nichts offen ist, das sie bereuen würde. Trotzdem und gerade deshalb möchte sie gerne noch eine Weile bleiben.

Jetzt sind wir aber neugierig und lesen hierbei Silke weiter.

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