Einmal im Leben …

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Die Akropolis am frühen Morgen

… sollte man …

Oder wie es in meinem Athen-Führer heißt: „Einmal im Leben darf man auf der Akropolis gewesen sein“.

Ich wusste nicht wie sehr es mich berühren würde: es ist ein erhabener Moment auf diesem besonderen Hügel mit den über 2000 Jahre alten Tempeln zu verweilen, mit all den anderen Touristen aus aller Welt.

Es wird empfohlen gleich morgens da zu sein, damit man mehr Säulen als Menschen sieht. Dieser Empfehlung sind wir gefolgt.

Dieses Weltkulturerbe steht für Großmacht und Demokratie. Ich war in Athen zur Documenta14. Beides zum ersten Mal. Ich habe dazu ausführlich in meinem Blog geschrieben.

Reden wir übers Sterben

IMG_3496„Reden wir übers Sterben“ heißt der Titel im info3-Heft aus dem März 2015. Aus aktuellem Anlass hab ich mir mal wieder ein bisschen Literatur vorgeknöpft und bin an dieser Ausgabe hängengeblieben.

Übers Sterben reden meint hier: wir trauen unsinfo3-magazin-3-2105 mit dem Sterbenden über sein Sterben zu reden. Wir lassen ihm das Sterben und sagen nicht mit froher Miene: „Das wird schon wieder“. Zum Sterben in Würde gehört, darüber reden zu können. Denn sonst fühlt sich ein Mensch in seinen letzten Tagen nicht ernst genommen und sagt vielleicht: „Die verstehen mich nicht!“ und will dann vielleicht gar keine Angehörigen oder Freunde mehr sehen und lieber alleine sterben mit den Menschen, dem Pflegepersonal, das eingeweiht ist und versteht.

Die Autorin des Artikels, Barbara Chaloupek, rechechiert und stellt fest: „Tatsächlich ist es das, was sich viele Sterbende wünschen und was ihnen von den Angehörigen verwehrt wird: über das zu sprechen, was sie am meisten beschäftigt. „Der Mann will es nicht wahrhaben“.

Sehr schön finde ich die Sätze von Christof Schligensief, der 49-jährig an Lungenkrebs starb. In einem Fernsehinterview sagte er:

„Ich wär sautraurig, wenn ich gehen müsste. Also, das wäre das Allerallerletzte. Ich hab da a) keinen Bock drauf und b) ich find‘ das so sensationell hier!“

So wie es ihm erging, so wird es wohl allen gehen, die dem eigenen Tod gegenüberstehen. Man kämpft und ringt und rüstet sich für den letzten Marsch. Es ist eine Schwelle wie die Geburt, schreibt die Autorin. An dieser Schwelle warten vielleicht schon Menschen (die Toten), die wir gemocht haben.

„Es ist an der Zeit, die Sterbeperiode als Geschenk zu nehmen.“ Die Autorin ermutigt uns, dass wir uns nichts vorspielen müssen. „Vor allem ist das Sterben auch ein Moment der Wahrheit und Wahrhaftigkeit“ liest man auf der Website von www.palliativ-portal.de.

info3-Heft März 2015.

Über das Sterben sprechen: Death Café 1

deathcafe1Gestern in Richterswil um kurz vor 15 Uhr.
Caffetino Vino an der Dorfstraße.
Fünf Frauen sind gekommen. Mit Andrea und mir sind wir sieben.
Wir sitzen in einer großen Runde.

Ja, wie sind wir drauf gekommen?
Auf das Death Café 1 in Richterswil?
Andrea ist Pfarrerin. Ich schreibe im Totenhemd-Blog. Höre vom Death Café und wir wollen mit anderen über das Sterben sprechen.

Die Frauen erzählen eine nach der anderen:

Innerhalb von 10 Monaten sind meine Eltern und mein Mann gestorben. Das ist 7 Jahre her. Der Tod hat mich überrascht! Jetzt geht es mir wieder gut.

Früher hat man hier in Richterswil die Verstorbenen vor der Haustüre aufgebahrt. Es ist jemand von Haus zu Haus gegangen und hat erzählt, wer gestorben ist.

Glücklich sterben wäre schön.

Ich glaube, ich habe was verpasst: ich habe noch nie jemanden in den Tod begleitet.

Meine Eltern werden sterben. Wie spreche ich mit ihnen darüber?

Als das Gespräch abschweift und über schwierige Geburten geredet wird, frage ich: Weiterlesen

Ein Gedicht über die Junitage: Leichenzüge.

Meine sehr geschätzte Blog-Kollegin Christiane in Hamburg hat heute ein schönes Gedicht veröffentlicht: Schöne Junitage“ von Detlev von Liliencron„. Ein Vers geht so:

….

Straßentreiben, fern, verworren,
Reicher Mann und Bettelkind,
Myrtenkränze, Leichenzüge,
Tausendfältig Leben rinnt –
Flußüberwärts singt eine Nachtigall.

Auch mitten im Juni wird gestorben und man wird auf den Friedhöfen erleben, dass Särge zu den Gräbern gezogen werden … ein Trauerzug folgt dem Gefährt mit dem Sarg. „Leichenzüge“, das Wort kennen wir gar nicht mehr. Ich finde es ist ein Wort aus dem Mittelalter und assoziere schwarz gekleidetete Menschen, die Männer mit Zylinder, die einem schwarzen Gefährt mit Sarg folgen. Dieses letzte Geleit zum Grab ist doch immer wieder sehr schön und tröstlich. Man schweigt und an einem Junitag blitzt die Sonne und die Vögel zwitschern in den Bäumen.

Hier kann man Interessantes bei Wikipedia mit dem Stichwort „Trauerzug“ nachlesen. Es wird hier abschließend der Trauermarsch von Mahler, 1. Satz seiner 5. Symphonie, erwähnt, den Ihr hier hören könnt:

14. Juni Death Café Richterswil

Andrea Spörri, hiesige Pfarrerin in Richterswil hab ich angepiekst, mit mir ein Death Café zu organisieren. Ich wurde angeregt von Ina Hattebier aus Hamburg, die mit ihren Freunden und Kollegen schon zum dritten Mal ein Death Café auf die Beine gestellt hat.

Haben wir nicht ein schönes Foto-Layout gestaltet? Frau Ines aus Hamburg haben wir gefragt, ob wir eines ihrer hübschen Tellerchen als Motiv nehmen können.

Hier entlang zum Flyer mit den Details.

Hier geht es zu Frau Ines in Hamburg mit dem schönen Porzellan.

Hier entlang zu den Hamburger Death Cafés

Unser Eintrag bei deathcafe.com .

Bevor ich sterbe, will ich … eine Kuh melken

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muh … und wer bist du?

Was willst Du unbedingt gemacht haben, bevor du stirbst?

Ich habe mir einen Herzenswunsch erfüllt und habe es getan. Schon eine ganze Weile geplant. Und dann spielte das Wetter mit: ein schöner und warmer Maitag letzten Freitag. Ich weiß gar nicht mehr wie ich darauf kam. Auf jeden Fall erzählte mir mein Vater oft, dass er als Bub auf dem Bauernhof seines Onkels die Milch direkt vom Euter getrunken hat. Der Strahl wurde angeblich zielgenau zu seinem Mund gehalten.

Kühe finde ich schön und ich dachte mir: ein Kaffeetrinken auf dem Bio-Bauernhof und dann eine Kuh melken, das sollte doch möglich sein. Ihr wisst ja: in der Weiterbildung zur Trauer- und Sterbebegleitung wurden wir immer wieder mit dieser Frage konfrontiert: Was willst Du unbedingt noch machen / erleben, bevor du stirbst? Für mich hat sich das in den letzten Monaten so entwickelt, dass ich unbedingt mal eine Kuh melken wollte.

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so schön hergerichtet

Der Bauer Martin Blum vom Bio-Hof Blum in Samstagern hat es möglich gemacht. Es war alles so schön vorbereitet. Unter einem Baum im Schatten war Kuchen und Kaffee hergerichtet. Aber nicht nur das: Es stand auch ein Holundersirup für das Wasser bereit, eine Flasche Weißwein für den Apéro, frische Erdbeeren aus dem Garten … ich war so glücklich!

Und dann die Kuh. Mit Waldi hatte ich das Vergnügen. Zuerst wies mich Martin an: Kontakt aufnehmen. Mit 2 Bürsten in der Hand striegelte ich erstmal das fast 600 kg schwere Tier. Man muss auf seine Füsse aufpassen. Ein Schritt vorwärts und das Kuhbein macht aus meinem zarten Füsschen Matsch. Deshalb drückt man beim Melken den Kopf an den Kuhbauch um auf Bewegungen reagieren zu können. Weiterlesen

nur noch

IMG_1306.JPGnur noch eine Seite  schreiben
nur noch eine Blume riechen
nur noch eine handvoll Erde berühren
nur noch einen See durchschwimmen
die
Kleider abstreifen ins Wasser steigen
die grauen Wellen tragen
unter mir die Tiefe
über mir der Himmel
neben mir
die Freundin
Schwan
Trauerweide

in den kleinen Kräuseln liegen
Totermann spielen
ohne Angst

***

Manchmal will ich noch das letzte Tröpfen  aus einem  Tag herauspressen.   Heute feiere ich mit Petra an einem wunderschönen Platz mit Musik und Sonne und Freundin … Und wir waren im Zürisee 🙂

Bist du bei mir

41k2PZ4jqnLIn ihrem neuen Buch schreibt Cornelia Coenen-Marx​ auf Seite 88 über die Interviews im Totenhemd-Blog. Deshalb aus aktuellem Anlass hier noch einmal das Interview mit der inspirierenden Autorin.

Ihr Song: „Bist du bei mir“:

„Bist du mei mir, geh ich mit Freuden
zum Sterben und zu meiner Ruh‘.
Ach, wie vergnügt wär‘ so mein Ende,
es drückten deine lieben schönen Hände
mir die getreuen Augen zu!“ (aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach).