Die besten Beerdigungen

Die besten Beerdigungen der WeltIm Garten meiner Mutter gibt es ein Gräberfeld. Es wurde letztes Jahr neu belebt: die Enkelkinder waren fleißig: tote Vögelchen, Bienen, Hummeln – alle wurden fein säuberlich bestattet, das Gräblein mit Steinchen umrandet und mit Holzkreuzchen markiert. Über die Zeremonie an sich kann ich nichts sagen, aber jedes Mal, wenn die Kinder da sind, wird nachgeschaut, ob noch alles recht ist.

So entwickeln sich die Kinder ganz selbstverständlich zu echten ExpertInnen in Sachen Beerdigung. Besonders schön hat das Ulf Nilsson in seinem Buch „Die besten Beerdigungen der Welt“ beschrieben. Drei Geschwister kreieren aus einem langweiligen Tag heraus eine ganze Geschäftsidee: einen ganzen Tag lang beerdigen sie alles, was sich nicht mehr bewegt. Notfalls muss auch der Inhalt des Kühlschranks und die Landstraße herhalten. Tote Tiere findet man schließlich überall, wenn man erst mal in Schwung gekommen ist. Die große Schwester Ester, ganz Unternehmerin, packt an, organisiert und schippt. Dem Ich-Erzähler ist die Sache nicht ganz geheuer, aber er entwickelt sich zu einem einfühlsamen Dichter und Trauerredner. Und der kleine Putte ist zuständig fürs Weinen.

Dieses Buch muss man immer wieder (vor)lesen, so schön ist es, so selbstverständlich, poetisch, gefühlvoll und schließlich auch nüchtern. Denn der nächste Tag bring ein anderes Spiel. So sind Kinder. Ganz da in ihren Gefühlen, ihrer Kreativität im Umgang mit dem Tod und dann ist wieder etwas anderes dran. Davon können wir Erwachsenen viel lernen.

Ein Gedanke zu „Die besten Beerdigungen

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