Stillstehen

Noch nie habe ich den Karfreitag für so notwendig gehalten, wie in diesem Jahr. Nach all den sinnlosen Toden in dieser Woche, die gerade auch junge Menschen getroffen haben, beim Flugzeugabsturz der German Wings. Nach dem Massaker an Student_innen in Kenia.
In dieser Woche habe ich verstanden, dass der Karfreitag der einzige Tag im (Kirchen-)Jahr ist, an dem gesagt wird: sieh hin. Auf diese sinnlose brutale Gewalt. Sie geschieht. Jeden Tag aufs Neue. Dies ist, was Menschen anderen Menschen antun können und antun. Und einmal im Jahr, darf das stehen bleiben. Es wird nicht gleich wieder aufgelöst, in Hoffnung verwandelt. Denn hier gibt es heute nichts zu hoffen oder zu trösten. „Untröstlich“ zu sein darf sein.

Einmal im Jahr stillstehen und nicht gleich noch bei Facebook schauen oder einen Witz machen oder sich ein Gläschen gönnen. Ein brutaler Tag, des Stillstands, weil die Welt so ist.

Aber im Unterschied zu früher habe ich auch verstanden, dass man diesen Tag nicht alleine aushalten muss. Wir stehen gemeinsam still. Auch hier, wenn ihr das lest, oder in einer Kirche seid oder irgendwo unterwegs seid. Hier und dort sind Menschen, die mit-fühlen, das Entsetzen mit aushalten. Und darin liegt eine enorme Kraft. Sie hilft denen, die erstarrt sind vor Trauer. Heute stehen wir still und halten es aus – gemeinsam.

 

2 Gedanken zu „Stillstehen

  1. in diesem Sinne wünsche ich euch allen hier ein frohes, friedliches und gesundes Osterfest.
    das es es für uns noch viele davon geben wird, die wir gemeinsam feiern

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