KonfirmandInnen auf Spurensuche: Annäherungen an das Thema Tod

BestatterMeine Kollegin Pfarrerin Sabine Koch hat ihre neuen KonfirmandInnen gefragt, was sie thematisch interessieren würde.

Hier unser kleiner Gedankenwechsel. Liebe Konfis, wenn ihr das hier lest: schreibt uns doch, was euch so durch den Kopf ging auf dem Friedhof und beim Bestatter! Wir freuen uns über Gedankenaustausch!

Sabine Koch: „Ich habe die KonfirmandInnen eine Wunschliste aufschreiben lassen, welche Themen sie behandeln möchten. An erster Stelle stand: Tod. An erster! Das hat mich überascht. Wir haben nun doch zuerst mit Gemeinde- und Kirchenerkundung begonnen. Aber dann kam wieder die Frage: Wann beginnen wir mit dem Thema Tod? Zuerst sagte ich: das ist im November dran. Aber dann dachte ich: warum eigentlich nicht jetzt im Sommer? Vielleicht passt es sogar gut!

Vorgestern habe ich sie dann einfach mit ihren Smartphones in den Ort geschickt: Macht Fotos zum Thema Sterben und Tod. Und natürlich sind sie auf dem Friedhof gelandet, haben aber auch den Himmel oder welke Blumen fotografiert. Ja, sie lassen sich sehr stark auf das Thema ein. Vielleicht wissen sie von anderen Konfi-Gruppen, dass ich dafür viel Zeit verwende. Sie sind extrem neugierig. (Leider haben wir es technisch nicht hingekriegt, die Aufnahmen zu zeigen.)
Für die nächste Stunde habe ich einen jungen Bestatter eingeladen, der mit seinem Leichenwagen kommt. Ein Konfi fragte: kann er auch einen Sarg mitbringen? Ich möchte den mal von innen sehen. Und: ja, er macht es. Die Konfis haben keinerlei Berührungsängste. Das erlebe ich eigentlich sehr oft.“

Bestatter 2

Annegret: „Ich hatte eben ein Treffen mit Hanna Bork, die „Fräulein Bork denkt über´s Sterben nach“ gedreht hat. Und Isabell Gathof, die einen Film über das Hanauer Hospiz gedreht hat. Sie haben berichtet, dass Jugendliche sich sehr intensiv mit dem Thema auseinander setzen und je älter die Zielgruppe wird, desto dünner werden die Besucherzahlen, z.B. bei Veranstaltungen über das Hospiz. Dort, wo sonst 30-40 Leute zum Seniorenkreis zusammenkommen, sitzt nur noch eine handvoll, wenn die Leiterin des Hospizes kommt.
Wir haben uns gefragt, warum das so ist. Ich glaube, es hängt mit dem Schmerz zusammen, den man fühlt, wenn man daran denkt, dass man selbst oder jemand Nahestehendes sterben wird – irgendwann. Die Angst und der Schmerz stellen sich sogleich ein.  Je älter man wird, desto näher rückt die Wahrscheinlichkeit, dass es wirklich passieren wird.
Die Jugendlichen haben vielleicht den Vorteil, dass sie da noch weiter weg sind und sich der Schmerz nicht so schnell einstellt. Und außerdem: man will doch wissen, was es mit dem Leben und dem Tod auf sich hat! Ich hätte als Jugendliche gerne Menschen gehabt, die sich neugierig, informierend und ehrlich in ihren Gefühlen mit mir und meinen Fragen auseinander setzen. Toll, das du die Konfis die Route bestimmen lässt!“

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