Cemetery t/walk mit Andrea Mohr in Frankfurt

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Andrea überreicht ihre Blume …

Vorgestern war ich mit Andrea Mohr auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. Die Blogaktion lädt Frauen ein zum Spaziergang und Gespräch auf einem Friedhof ihrer Wahl. Wir sprechen über das Leben und das Sterben.

Andrea stellt sich kurz vor:
Als Naturheilkundlerin lebe und arbeite ich nach dem Motto „Leben und sterben soll menschlich sein“. Wer sich für das Leben interessiert, muss den Tod akzeptieren. Eine Frage stellt sich jedoch für jeden: Wie gut gelingt mir das? Coaching und Naturheilkunde kann dabei helfen. Ein Zitat von Charles Péguy gefällt mir sehr gut: „Man stirbt nicht an einer bestimmten Krankheit, man stirbt an einem ganzen Leben.“

Wo willst du beerdigt werden? Anfangs wollte ich im FriedWald beerdigt werden. Heute würde ich gerne im Familiengrab meiner Vorfahren liegen. Denn mittlerweile habe ich meine Vergangenheit aufgearbeitet, bin stolz auf meine Wurzeln und habe zu mir selbst gefunden. Die Idee, aus meiner Asche einen Diamanten fertigen zu lassen, finde ich schön. Wenn meine Tochter und mein Lebenspartner es möchten, würde ich mich freuen. Es ist etwas Angreifbares.

Gibt es einen Lieblingsfriedhof? Eigentlich nicht, ich finde, jeder Friedhof hat etwas besonders, weil die Seelen der Menschen, die dort begraben wurden, etwas „übersinnliches“ ausstrahlen. So friedvoll liegen Menschen, die sich vielleicht zu Lebzeiten bekämpft, gehasst aber auch geliebt haben, in Eintracht zusammen. Ich mag allerdings die Friedhöfe in Italien, dort sind mehr Menschen zu sehen, die Blumen sind bunter, es wird gequatscht auf den Bänken und die Wärme ist mir sympathisch.

Thema „Sterbekultur“
Ich finde es wichtig, dass Menschen beerdigt werden – für die Angehörigen. Meinem Vater ist es wichtig, täglich das Grab seiner Frau zu besuchen und ihr von seinem Tag zu erzählen. Ich brauche das nicht. Viel mehr Beachtung sollte dem Abschied und der Trauerbegleitung gewidmet werden. Hier ist noch viel Arbeit zu leisten. Danke Petra!

Meine Beerdigung
Ich wünsche mir eine Beerdigung mit Luftballons, Musik und bunten Kleidern. Kennst du das Lied von Sarah Connor „Das Leben ist schön“? Das passt gut. „Mit nem Lächeln im Blick, und nem Drink in der Hand. Einem Heißluftballon, auf dem steht – das Leben ist schön, auch wenn es vergeht. Und wenn ihr weint, dann bitte vor Glück. Dann bin ich da oben, und singe mit euch…“

Sterben heißt für mich …. ein Übergang, eine Tür schließt sich, eine Neue geht auf.

Gibt es ein Symbol? Ja, ein Segelschiff auf dem Meer. Dazu ein Lieblingsgedicht von Charles Henry Brent – Was ist sterben?

„Ein Schiff segelt hinaus und ich beobachte wie es am Horizont verschwindet. Jemand an meiner Seite sagt: „Es ist verschwunden.“ Verschwunden wohin? Verschwunden aus meinem Blickfeld – das ist alles. Das Schiff ist nach wie vor so groß wie es war als ich es gesehen habe. Dass es immer kleiner wird und es dann völlig aus meinen Augen verschwindet ist in mir, es hat mit dem Schiff nichts zu tun. Und gerade in dem Moment, wenn jemand neben mir sagt, es ist verschwunden, gibt es Andere, die es kommen sehen, und andere Stimmen, die freudig Aufschreien: „Da kommt es!“

Das ist sterben.

An was erinnerst du dich bei dem Friedhofsbesuch? Als ich ein kleines Kind war, ging ich immer mit meiner Oma, die Gräber gießen, es waren bis zu 4 oder 5. Das gab mir eine Verbundenheit mit meinen Vorfahren, auch wenn ich sie nicht kannte. Ich betrachtete die Grabsteine, die Orte an denen sie lagen und stellte mir vor, welche Kleider sie im Sarg trugen. Als meine Tochter klein war, nahm ich sie auch mit. Sie faszinierte ein Grab mit einem großen Engel darauf. Dort lag ein kleines Kind. Sie sagt: Mama, wenn ich sterbe, möchte ich auch einen Engel haben, dann brauche ich keine Angst zu haben.“ Daran denke ich immer und habe auch bei unserem Besuch auf dem Hauptfriedhof Frankfurt die Blume zu einem Grab gelegt, indem ein kleines Mädchen mit einer Engelstatue begraben liegt. Und am Ende zog ich noch die Postkarte mit einer Engelstatue. Das bleibt in meinem Herzen.

Was wird auf deinem Grabstein stehen? Nur mein Vorname, in schönen Buchstaben, vielleicht ein Stern dabei. Mehr braucht es nicht.

Wer mehr über Andrea erfahren möchte, hier ist der Link zu ihrer Website: Praxis Frauengesundheit. 

Liebe Andrea, danke für den schönen Spaziergang und das Gespräch mit Dir.

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