18.11. Kati Schmitt-Stuhlträger: Gibt es DEN schönen Tod?

Ein schöner Tod?

„Er ist friedlich eingeschlafen. Was für ein schöner Tod.“
„Sie hatte keine Schmerzen. So einen schönen Tod wünsche ich mir auch.“

Gibt es einen „schönen“ Tod?

schoener-tod-scrabble-totenhemd-wortmarketing

Mein erster Gedanke ist: Dieser Mensch ist tot. Nimmt nicht mehr an unserem Leben teil. Sieht nicht sein Kind oder Enkelkind aufwachsen. Wird nicht mehr an einer Blume riechen und auch keinen Schnee mehr fallen sehen. Er ist fort – für immer. Das ist nicht SCHÖN! Das ist furchtbar! Jedenfalls für mich. Natürlich bin ich froh, dass er friedlich eingeschlafen ist oder sie keine Schmerzen hatte. Aber das Wort „schön“ würde ich dafür nicht verwenden.

Auch in meinem Synonymwörterbuch finde ich nichts, was ich in Verbindung mit dem Wort Tod verwenden würde: schoen-synonyme-totenhemd-wortmarketing

Eine Blume ist schön. Oder ein Gemälde. Ein Augenblick kann unheimlich schön sein. Oder eine Aussicht. Aber ein Tod oder die Umstände, die dazu geführt haben … wie „es“ passiert ist oder vonstattenging? Nein, ich kann mich nicht damit anfreunden, die beiden Wörter „schön“ und „Tod“ miteinander auszusprechen.

Ich lasse diesen Satz in meinem Sprachgebrauch lieber weg. Und wie ist es mit Ihnen?

Welche Gedanken haben Sie zu dieser Wortkombination?

Kati schreibt in ihrem Blog „Wortmarketing“.

Alle Informationen zu unserer interessanten Blogaktion lest Ihr hier.

7 Gedanken zu „18.11. Kati Schmitt-Stuhlträger: Gibt es DEN schönen Tod?

  1. Pingback: Der gute Tod?! | Totenhemd-Blog

  2. Hallo Kati,
    danke für deine (ja! vergnüglichen!) Gedanken! Im ersten Nachdenken dachte ich „Schön + Tod“ geht gar nicht! Dann fiel mir ein und auf, dass ich so langsam aufhöre, meine Finger rechts und links um Wörter herumzuwedeln, wie bei „Übers Sterben zu Reden macht mir (Fingerwedel) „Spaß“! (Fingerwedel)“. Das macht mir echt Spaß! Und wir hatten kürzlich eine so feine, lustige, tiefe, schöne Veranstaltung mit „Friedhofsgang und einem echten Totenhemd“. Das war so schön! Und dann fiel mir ein, dass ich ein Sterben begleiten durfte, was wirklich schön für uns war. Ganz ohne „Gewedel“. Im Sine von stimmig, anrührend, wahrhaftig. Ich weiß aber nicht, ob es dann schließlich auch für meinen Freund schön war. Und zugleich kann ich da so mit, mit dem was du schreibst. Wenn Leute so von außen drauf schaun „Hach, ein schöner Tod“. Und eigentlich ist es ja – wie du so schön hervorhebst – ein ästhetischer Begriff. Also sollte ich mich vielleicht doch mal nach alternativen Begriffen umschauen.

    Aber als Waage-Geborene bin ich ja sehr für Schön zu haben. Heute fiel mir auf, dass ich sogar einen Hammer nach seiner Ästhetik, nicht nach seiner Funktionalität aussuchen würde. Drum will ich, dass ich schön aussehe und mein Kleid ästhetisch ist, wenn ich dann mal im Sarg liege und hab meine Freundin Petra beim Fotoshooting „Im Letzten Hemd“ hier und dort gezuppelt bis sie am Schönsten war… Also mit den Gedanken bin ich jetzt noch lange nicht fertig 🙂
    Super Frage!
    Danke! Herzlich Annegret

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Annegret,
      du nimmst mir die Worte mit Deinem Kommentar aus dem Mund, vor allem in Deinem letzten Absatz.
      Ich möchte, oder Hoffe auch, das ich bei meinem letzten Auftritt schön aussehe.
      Vielleicht ist dann da auch ein gute Freund oder Freundin, die mein letztes Hemd „zurecht zuppelt“ , die Blumen im Sarg so arrangiert bis alles eben schön aussieht.
      Die Ästhetik des Todes.
      Und selbstverständlich mag ich darüber nachdenken oder diese Gedanken mit anderen hier teilen.

      Doch etwas „schön“ zu finden ist immer eine rein subjektive Wahrnehmung, sollte man dabei aber nicht vergessen.
      Dinge, Personen, die man selber schön findet, kann jemand anderes aus einer ganz anderen Perspektive sehn und urteilen:
      „was soll daran schön sein“ !

      Gefällt 2 Personen

      • und noch eine kleine Ergänzung dazu, mit einem kleinen Netzfund:

        Japanerin bei der Anprobe ihres Totengewandes (hier auf einer Messe)

        In Japan, wo der Abschied, die Trauerfeier ohnehin einen hohen Stellenwert genießen ist es längst üblich, das man(n) oder eben Frau sich bereits zu Lebzeiten sein gewünschtes Totenkleid/Gewand aussucht und selbstverständlich anprobiert. Um eben auch die Schönheit des selbst gewählten Gewandes mit eigenen Augen ansehen und auf sich wirken lassen zu können.

        Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Gibt es DEN schönen Tod?

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