29.3. Michaela: Warum die Sache mit der Amöbe fallweise doch überlegenswert wäre

MichaelaScharaAvatarDiesmal geht es um die Auferstehung bzw. das Leben nach dem Tod. Also ob es das gibt und wie man sich das vorstellt und überhaupt.

Kaum hab ich von der Aktion erfahren, musste ich an eine alte Vision von mir denken: Die Sache mit der Amöbe.

Eins vorweg: Ich halte den Menschen ja nicht wirklich für die “Krone der Schöpfung”. Dazu benehmen wir uns einfach zu dumm – Stichwort Umweltzerstörung, sich gegenseitig das Leben mies machen, Schädel einschlagen, Überheblichkeit und Arroganz anderen planetaren Mitbewohner*innen gegenüber … die Liste ist endlos.

Ich halte beispielsweise Bäume für wesentlich klüger.

Zurück zur Sache mit dem Leben nach dem Tod: daran glaub ich. Manchmal mit Hoffnung, manchmal mit Sehnsucht, manchmal mit Beklemmung: Was, wenn die Sache mit der Erbschuld und der Höllenbrutzelei doch keine Erfindung war? Und einem dann ein Sündenregister vor die Nase gehalten wird? Und zwar quer durch alle Glaubensrichtungen, für alle Religionsverstöße zusammen? Leute, dann sind wir alle sehr heftig am A* … pardon: dann haben wir Probleme.

Weil ich aber auch glaube, dass der-die-das da oben (oder unten, je nach Weltanschauung) klüger als die Bäume ist (und somit um einiges intelligenter als wir), halte ich so eine hämische Abrechnerei für eher unwahrscheinlich.

Was kein Freibrief ist, sich in eine Krätze und mitmenschliche Heimsuchung zu verwandeln. Im Gegenteil.

Denn es könnte ja leicht sein, dass man dann zu einem weiteren Umlauf im Erdendasein motiviert wird, in einer anderen Lebensform. Zum Beispiel als Nilpferd (cool!), Mammutbaum (noch cooler!) oder als Amöbe. Und die Auswahl, was man da zugeteilt bekommt, eben doch davon abhängt, wie sehr und vor allem wie man sein Karma und das Dasein seiner Mitlebewesen beeinträchtigt hat.

  • Hat man sich artig und erdenwürdig verhalten: Baum!
  • Hat man ein paar Patzer im zwischenkreatürlichen Umfeld vorzuweisen: Nilpferd!
  • Hat man noch ein paar Rechnungen offen: Amöbe.

Gell, da dachtet ihr, dass hier nun ein “war man unartig und böse und kleinlich und garstig” kommt! Nix da: so eine Amöbe hat durchaus Vorteile. Wenn vielleicht nicht für Menschen oder an andere Lebewesen.

Amöben haben keine zwischenbeziehungstechnischen Mühsalen: Sie teilen sich und damit wäre die Fortpflanzung erledigt.

Der Arbeitstag wäre auch geklärt: Amöbensachenmachen. Die Ruhr verbreiten, zum Beispiel.

Was einer der Hauptgründe war, warum sie in den halblustigen Gesprächen rund um die Wiedergeburt, die ich mit anderen in früheren Jahren geführt habe, oft als Wunschdestination für die nächste Seelenwanderung gedient hat.

Denn kleinlich und nachtragend wie wir damals nun mal waren, gab es da einige Zeitgenossen, denen wir hin und wieder die Pest an den Hals gewünscht haben. Das war, bevor wir uns in abgeklärte Wesen verwandelt haben, die ihren Mitmensch*innen immer alles vergeben und ihnen auch dann nur das Beste wünschen, wenn die eher eine ordentliche Partie Po-Kirmes verdient hätten.

Diesbezüglich fiel dann oft der Satz: “Und wenn ich dann als Amöbe wiedergeboren werde, stehen die auf meiner Liste ganz oben, wenn ich mit Ruhr im Gepäck herumreise.”

Das ist pfui, garstig, schlimm, böse und absolut menschlich. Weil zutiefst nachtragend und ja, die Ruhr ist eine schreckliche Krankheit. Ebenso wie Pest, HIV und Grippe.

Es lässt leider auch tief blicken, in welch nachtragende Seelendispute man früher so verfiel.

Das ist heute natürlich ganz anders und auf der Liste meiner Seelenreiseziele ist der Mammutbaum ganz klar an erster Stelle – sofern ich nochmal zum Reinkarnieren motiviert werde. Könnte ja auch sein, dass ich alle meine Aufgaben. die ich lernen musste, geschafft habe und dann eine Runde Urlaub machen darf. Bevor es wieder von vorne losgeht. “Himmel” will ich das ganz bewusst nicht nennen, denn ich bin aus dem entsprechenden Klub, wo im After-Life-Clubbing nur in der oberen (Himmel) oder unteren (Hölle) Location abgehängt wird, schon vor Jahren bewusst ausgestiegen (die Sache mit der Erbschuld und dem Sündenregister muss ich innerlich noch abarbeiten, aber es wird).

Einen guten Punkt, den Himmel sein zu lassen, hat mir ein lieber Freund mal genannt: “Was willst denn da oben? Zum Essen gibts nix Gscheits. Weil für die paar Leut´ wird nicht extra gekocht.”

Also stehen als Next-Level-Destination entweder die oben genannten Viecher- und Pflanzereien an, oder eine Runde Powerchillen im Universum (mal sehen, was sich da sonst noch so tut).

Doch an Tagen, wo ich so richtig mies drauf bin, wo mir das Karma mal wieder die kalte Schulter gezeigt hat und ich ihm retour den Stinkefinger, wo ich mit Mitmenschen konfrontiert werde, die so in der göttlichen Vorsehung nur bei Dantes Inferno vorgekommen sind, spekuliere ich nach wie vor mit der Amöbe. Beispielsweise bei den Typen, die neulich bei uns in der Firma eingebrochen haben, zum dritten Mal in vier Monaten. Die stehen bei meiner Besuchsliste aktuell an erster Stelle.

Was bedeutet, dass ich bezüglich meiner Abgeklärtheit noch einiges zum Aufarbeiten habe.

Aber ich gebe nicht auf und versuche, an mir zu arbeiten. Mit dem Vergeben fange ich sicherheitshalber bei mir selbst an, denn: “Liebe deinen nächsten wie dich selbst” bedeutet ja, dass man sich zuerst mal gerne haben muss, bevor man dem anderen sagt, dass er einen gern haben kann. Oder so.

Die Sache mit den 10 Geboten habe ich ja, wie geschrieben, abgelegt. Stattdessen versuche ich es mit dem alten, sehr weisen Grundsatz: “Schadet es keinem, dann tu was du willst.” Womit man immer wieder daran erinnert wird, dass man zwar die Freiheit hat, alles zu tun, aber auch die Verantwortung, mit dieser Freiheit sorgsam umzugehen – anderen und sich selbst gegenüber.

TotenhemdAmoebeUnd darum nehme ich meine Amöben-Gedanken als reinigende Psychohygiene, wo ich meinen Frust und meinen Grant über andere in der Fantasie auslebe, damit ich mich dann mit einem Lächeln davon verabschieden kann, weil: erledigt und abgehakt.

Mein wahres Ziel in Sachen Auferstehung-Reinkarnation, wenn die Sache mit dem Powerchillen nicht klappen sollte, ist dann doch der Mammutbaum. Yes!

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Liebe Michaela, schön dass Du wieder dabei bist – ganz lebendig als Frau und Mitschreiberin.

Im November war dies dein Thema: Wie kann ich mein Schwert (und anderes) ins Jenseits mitnehmen?

8 Gedanken zu „29.3. Michaela: Warum die Sache mit der Amöbe fallweise doch überlegenswert wäre

  1. Liebe Michaela,

    was für ein schöner Artikel und so launig-flott geschrieben. Werde gleich mal in deinem neuen Blog weiterstöbern, jetzt bin ich neugierig!

    Herzliche Grüße
    Sabine

    PS.
    Und danke an Petra, die das hier alles möglich macht. Hach…

    Gefällt 1 Person

    • Huhu, liebe Sabine. Tja, ich denke mal DU bist schuld 😉 dass ich hier bin … Du erinnerst Dich an unsere „Trauergespräche“ … jetzt geht es mir „überm Berg“ und das fühlt sich sehr gut an.
      Ich freue mich, dass Du hier vorbei geschaut hast. Ja, die Michaela ist schon zum zweiten Mal hier bei uns zu Gast … die schreibt echt toll :-). Schönen Abend Euch beiden. Herzlich. Petra … vor allem zeichnet sie klasse so wie Du!

      Gefällt 1 Person

      • Ja, ich erinnere mich gut an unsere „Trauergespräche“ und finde es irre, was du mit diesem Blog auf die Beine gestellt hast. Das ist ja das Tolle an den doofen Dingen: Man findet doch immer wieder etwas Gutes und kann daraus etwas Heilsames generieren. Für sich und andere.

        PS.
        Danke für die „Zeichen-Blumen“ 🙂

        Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Blogaktion: Auferstehung? Was kommt nach dem Tod? | Totenhemd-Blog

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