Ende unserer Blogaktion: Den Toten und der Trauer einen Platz im Leben geben

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wir stehen hier im „Leichhof“

Wir sagen Danke! Vom 31.10. bis zum 30.11. haben wir hier 18 wunderbare absolut unterschiedliche Antworten zu unserer  diesjährigen Blogaktion teilen dürfen. Die Aufgabe:
„Ich hab mit den Toten getanzt.“ Wenn du könntest wie du wolltest: Wie würdest du dann an deine Toten denken? Dich auf welche Weise erinnern?
Stell dir vor, alle, die du dabei haben möchtest, machen mit, ohne Wenn und Aber. Und alles ist möglich…“
Im Grunde hat uns Katja, die derzeit in Mexiko lebt, schon letztes Jahr  in diese Richtung total angestoßen! Dort wird mit Zuckerzeug in allen Supermärkten und riesigen, liebevoll und bunt gestalteten Altären und Umzügen des Todes und der Toten gedacht. Sie haben dort einen ganz und gar „lauten“ Platz im Leben. Nicht so still und isoliert wie in unserer Trauerkultur. Uns war schon damals klar, dass wir dieser Spur folgen möchten.

Wir danken allen Bloggerinnen, die mitgemacht haben, es wurde philosophiert und Suppe gekocht, es wurde sich herumgeplagt und die Sitzordnung für den Toten-Trasch diskutiert, ein alter Grabstein wurde zerschnitten und in alle Lande verteilt, es wurde sich an den Strand gebeamt, ein Haus geräumt und der Zahnputzbecher gerettet, es wurden Gedenkräume im Netz gestaltet und eine Reval angezündet.  Besonders aber wurde appelliert: Lasst uns weiter reden, auch wenn es „schon“ 2,3,4,…20 Jahre her ist.

Denn das ist in unserer Trauerkultur wirklich ätzend:

  • Irgendwann soll man mit der Trauer mal fertig sein. Sogar Menschen, die sehr reflektiert mit ihrer Trauer umgehen und ihr Leben gut leben, werden von ihrem Umfeld irritiert dabei betrachtet, aber nicht begleitet. Sondern mit Sätzen bedacht wie „Du musst jetzt mal wieder ans Leben denken.“ (Alle löblichen Ausnahmen: wie toll, dass ihr es anders macht! Aber ich mag hier mal plakativ werden.)
  • Trauernde werden zum Schweigen verdammt. Nach Jahresfrist musst du halt alleine weiter trauern. An Totensonntag hoffen, dass auch für all die anderen, die wir vermissen, eine Kerze angezündet wird. Dann darfst du auch offiziell ans Grab gehen und eins von diesen traurigen Gestecken aufstellen.
  • Im Advent muss dann Schluss sein. Ich war selbst zwischendurch unsicher: Nun ist schon der erste Advent durch und wir reden immer noch übers Sterben. Echt. So tief sitzt das. Dabei geht´s doch im Advent und an Weihnachten erst recht ans Eingemachte, wenn die Toten vermisst und die Tränen darüber heimlich geweint werden.

Wie wäre also diese Welt, wenn wir den Spuren, die ihr, liebe Bloggerinnen hier gelegt habt, weiter folgen. Stell dir vor, die Leute um dich rum gehen mit deiner Idee mit und fragen:

  • Wieviele Teller wollen wir denn diesmal zusätzlich eindecken?
  • Wann fahren wir an den Strand, wo ihr euch kennengelernt habt? Lass uns ´nen Termin machen.
  • Lass uns mal Lieblingsmusik von… auflegen!
  • Wir halten uns den Termin frei, wenn ihr eure Silberhochzeit gehabt hättet.
  • Ich geh mit dir auf den Friedhof und dann machen wir die Flasche Rotwein  zusammen auf.

Es gibt das schon. Schaut euch die Kommentare unter Silkes Blogbeitrag in ihrem Blog „In lauter Trauer“ an. Das fühlt sich so gut und richtig und tröstlich an.

Es wird also Zeit, dass die Toten auch in den anderen Monaten ihren Platz an unserer Tafel und in unserem Alltag haben dürfen. Danke euch allen, die ihr daran mitarbeitet, dass das möglich wird!

 

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