Wenn ich schon sterben muss …

IMG_5714In der FAZ las ich diesen interessanten Aufsatz von Angelika Overath, die ich im Engadin bzw. in Frankfurt kennengelernt habe. Sie schreibt über Inge Müller und ihr Gedicht: Wenn ich schon sterben muss.

Irgendwie haben diese Verse etwas mit mir gemacht. Etwas Freudig-Freches zauberte sich in meine Gedanken und in mein Lächeln. Ja, wenn ich schon sterben muss, dann … Mit diesem unvollendeten Satz war ich eine Weile unterwegs.

Ja, wenn ich schon sterben muss … möchte ich hier im Blog schreiben und Dich fragen, was fällt DIR ein, wie der Satz weitergehen könnte?

… dann sollte ich jetzt gleich noch viel intensiver und bewusster „leben“ und nicht länger Angst haben vor dem Sterben. Denn ich weiß es ja: ich werde sterben.

Und dieses Sterben, das ist echt eine ganz große Ka…. ! Ich bin manchmal richtig sauer, dass ich mal den Löffel bzw. den Laptop abgeben muss. Das Leben ist so schön und ich genieße jeden Tag. Sterben ist doof.

Wenn ich schon sterben muss …

… dann kann mir doch einiges egaler sein, als es ist. Muss ich es mir immer so schwer machen? immer so ernst sein?

Ich gebe zu, der Gedanke „Wenn ich schon sterben muss“ lädt mich zu frechen und übermütigen Gedanken ein. Ok. Ein bisschen ;-). Ich traue mich ja nicht so wirklich, aber was fällt Dir ein? Wie würdest Du diesen Satz beenden?

Ich versuche es dennoch: Wenn ich schon sterben muss, dann …

… könnte ich wirklich noch mehr lachen und küssen
… könnte ich wirklich! einiges leichter nehmen
… könnte ich wirklich jeden Tag mit einer Freundin oder guten Bekannten telefonieren
… könnte ich noch viel öfters meine Meinung sagen
… könnte ich mich mal entscheiden, wo meine Asche hin soll
… könnte ich …

Und Du? Wenn Du schon sterben musst …

Das Gedicht von Inge Müller endet mit diesen zwei Zeilen:


Da werd ich viel zu glücklich sein
Zum Sterben.

6 Gedanken zu „Wenn ich schon sterben muss …

      • Schön, dass du dich erinnerst, liebe Petra! Ist ja schon ewig her, warst noch in Hongkong und ich hab gerne über deine Erfahrungen gelesen. 🙂
        Gut leben hat für mich mit Ausmisten zu tun gehabt. Ich entfernte mich von Menschen, löste mich von Dingen, und ich vermied Lebenszustände, die mir nicht gut taten. Die Folge sind häufige Wohnortwechsel, häufige Jobwechsel, keine Freundschaften fürs Leben. (Nur die Partnerschaft hält!)
        Das ist nicht jedermanns Sache, aber für mich ist es das Richtige. 🙂
        Lieber Gruß, Anhora

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  1. … dann würde ich mir wünschen, dass jemand anderes dafür länger leben kann.
    … dann würde ich aussortieren: Was ist mir jetzt noch wichtig? Was kann weg?
    … dann würde ich Fallschirmspringen, tanzen gehen, unterm Sternenhimmel schlafen, in den Sonnenuntergang hineinwandern, eine verrückte Party feiern, auf einen Berg steigen und den Sonnenaufgang genießen, laaaaaaaaaaaauuuuuuut Musik hören und singend durch die Wohnung „fegen“, lachen bis mir die Tränen kommen…
    … dann würde ich all meinen Besitz abgeben und mich freuen, wenn sich andere darüber freuen.
    … und wenn dann die Zeit wirklich gekommen ist, dann würde ich mir meine Lieblingsmenschen holen, einen Schnaps mit ihnen trinken, ein Gebet sprechen, gemeinsam ein Lied singen, mir mit ihnen in den Armen liegen und warten, dass der Himmel mich holt.

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    • Liebe Sarah, großartig. Toll, dass Du mitgemacht und mitgeschrieben hast. Bestimmt machen noch andere LeserInnen mit.

      Ich bin dabei beim Aussortieren, beim Hineinwandern in den Sonnenuntergang und gerne auch mal in den Sonnenaufgang …

      … der Schnaps zum Schluss, der ist gut! Prost.
      Herzlich. Petra

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