Über das Sterben sprechen: Death Café 1

deathcafe1Gestern in Richterswil um kurz vor 15 Uhr.
Caffetino Vino an der Dorfstraße.
Fünf Frauen sind gekommen. Mit Andrea und mir sind wir sieben.
Wir sitzen in einer großen Runde.

Ja, wie sind wir drauf gekommen?
Auf das Death Café 1 in Richterswil?
Andrea ist Pfarrerin. Ich schreibe im Totenhemd-Blog. Höre vom Death Café und wir wollen mit anderen über das Sterben sprechen.

Die Frauen erzählen eine nach der anderen:

Innerhalb von 10 Monaten sind meine Eltern und mein Mann gestorben. Das ist 7 Jahre her. Der Tod hat mich überrascht! Jetzt geht es mir wieder gut.

Früher hat man hier in Richterswil die Verstorbenen vor der Haustüre aufgebahrt. Es ist jemand von Haus zu Haus gegangen und hat erzählt, wer gestorben ist.

Glücklich sterben wäre schön.

Ich glaube, ich habe was verpasst: ich habe noch nie jemanden in den Tod begleitet.

Meine Eltern werden sterben. Wie spreche ich mit ihnen darüber?

Als das Gespräch abschweift und über schwierige Geburten geredet wird, frage ich:

Warum werden wir geboren?

Weil wir sterben werden.

Das ist das einzig Reale in unserem Leben.

Und dann wird erzählt, wie ein Sterbender sich seinen Lieblingskäsekuchen wünscht und friedlich einschläft: „Ah, war das köstlich“ waren seine letzten Worte.

Und so saßen wir im CaffétinoVino und erzählten und die Zeit verrann wie im Flug und wir haben ganz vergessen, den Kuchen zu bestellen.

Über das Death Café könnt Ihr hier lesen.

2 Gedanken zu „Über das Sterben sprechen: Death Café 1

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