Nicht ganz zwei Buchtipps

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Die Autorin geht die Spielarten des Todes durch, offenbar eine sehr unterhaltsame und liebevolle Sache.

 

 

 

 

 

 

Annegret schrieb: „So Leute, mal ne ganz spezielle Beerdigung“. Ich lerne also, es geht nicht um ein Buch sondern um …… seht selbst.

 

 

Schöne Sommerzeit wünschen wir und viel Freude beim Lesen und Gucken.

Interessantes zu lesen und zu sehen

Für alle unsere Leser*innen, die nicht bei Facebook mitlesen hier einige interessante Artikel, die wir in der letzten Zeit dort veröffentlich hatten:

In diesem Artikel wird Dorothea Baur vorgestellt, die uns die Angst vorm Sterben nimmt. Denn: „Wie für die Geburt, so gibt es auch für das Sterben ein biologisches Programm“.

Dann hat auch eine kleine Begegnung, die ich erzählte, hohe Resonanz erfahren:

Gestern im Zug bzw. der S-Bahn. Zwei Jugendliche kommen mit einer riesig-großen Tasche durch die Tür. Flucht der eine (auf schweizerdeutsch versteht sich):
Mann, ist das schwer. Komme gar nicht hier durch.
Ich: was habt Ihr denn da drin?
Der junge Mann: eine Leiche!
Ich: oh, das schreib ich in meinen Totenhemd-Blog.
Er: okay ….

(Es war kein Zelt, wie ich weiter fragte sondern ein Boot).
Das fand ich mal ne spontane Antwort

Dann hat Annegret dieses interessant-lustige Interview mit Schrippen-Mutti entdeckt:

 

Viel Spaß beim Lesen und Gucken wünschen wir Euch.

Schöne Sommerzeit weiterhin … morgen haben wir zwei Buchtipps für Euch, auch von Annegret entdeckt, die in den Ferien viel Zeit hat zu lesen. Wunderbar!

Wenn der Tod aus der Kiste springt

Gestern erlebte ich eine lustige unfreiwillige Geisterbahnfahrt. Auf dem Weg von Chur nach Arosa fährt die gemütliche Rhätische Bahn hoch in die Berge. Die Fahrt dauert eine Stunde und führt durch etliche Tunnel. Interessanterweise bildete gestern am Zugende ein offener Sitzwaggon das Schlusslicht. Einige rannten zu diesem Abteil und ich dachte mir, bevor ich mich in den klimatisierten Zug setze probiere ich das doch mal aus. Ich fürchtete ein wenig, dass es zu kalt werden könnte. Der Schaffner diesbezüglich gefragt, meinte, im Tunnel könnte es frisch werden.

IMG_6552Lustig. Da sass ich also in diesem offenen Wagen. Holzbänke, deren Lehne man entweder in die eine oder andere Richtung verändern konnte, je nach Fahrtrichtung. Das Dach über mir war aus Glas. Zu früheren Zeiten, erklärte mir ein älterer Einheimischer vor mir, tropfte das Wasser vom Tunnelfelsen auf die Köpfe der Reisenden. Ich war froh um dieses Dach über mir.

Wir zuckelten los, gemütlich durch Chur und schon bald tauchten wir ein in den ersten Tunnel. Logisch, dass es stockfinster war. In den Zugabteilen vor uns brennt das Standlicht und man realisiert dort nur nebenbei, dass man im Tunnel steckt. Ich aber saß in stockfinsterer und kühler Nacht. Die Zugräder quietschten und ächzten den Berg hoch.

Ein kleines mulmiges Gefühl stellte sich ein. Wenn man so gar nichts sehen kann. Nur vorne das Licht im vorderen Waggon gab ein wenig Orientierung. Gott sei Dank sind die Tunnel immer nur kurz. Schon in der nächsten Berggabelung fährt der Zug wieder in die Helligkeit hinein um dann bei nächster Gelegenheit wieder in die Dunkelheit einzutauchen. Ein herrliches Vergnügen.

Irgendwann musste ich dann an eine Geisterbahnfahrt denken. Früher auf dem Jahrmarkt gehörte die Geisterbahnfahrt immer dazu. Ich erinnerte mich an alle möglichen schrecklichen Geräusche und Schreie. Ich schreckte auf, weil irgendwelche Geister plötzlich auftauchten oder der Tod persönlich aus einer Kiste sprang. Ich musste ja ein bisschen über meine Gedanken schmunzeln. „Wenn der Tod aus der Kiste springt“. Diese blöde Mulmigkeit, die sich da im Kopf breit macht. Geisterbahnfahren ist doch doof oder? Aber mit der Rhätischen hoch nach Arosa fahren im hintersten offenen Abteil und die Dunkelheit im Tunnel erleben das ist cool.

Gott sei Dank, tauchte die Bahn immer wieder ins gleißende Sonnenlicht. Es sprang auch kein Tod aus der Kiste ;-). Aber der Gedanke hat mir gefallen 😉 und dass ich darüber heute schreiben werde auch.

Wann bist du das letzte Mal Geisterbahn gefahren? Oder in einem offenen Zugabteil?

Ein Vogel, eine Familie und die Liebe.

Ein Zufall hat mir das Buch „Penguin Bloom“ beschert, in dem ich dieses wunderschöne Gedicht finde:

Familie

Wie man im schwarzen Afrika und bei den Ureinwohnern Nordamerikas weiß, ist deine Familie das gesamte Dorf,

mit allen seinen Lebenden und seinen Toten.

Und deine Verwandtschaft endet nicht bei den Menschen.

Deine Familie spricht auch aus dem Knistern der Flammen zu dir,

im Rauschen des fließenden Wasser,

im Atmen des Waldes,

in den Stimmen des Windes,

im Zorn des Donners,

im Regen, der dich küsst,

und im Singsang der Vögel, die deine Schritte grüßen.

51KbYFaKmKL._AC_US218_Aus Penguin Bloom.
Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete.

mitgelesen: abc.etüden: Rausch

2017_27-17_3_dreiWeil es so viel Freude bereitet poetisch über den Tod und das Sterben zu schreiben, poste ich hier Christianes kleinen abenteuerlichen Text: Rausch.

Schon beim Lesen kribbelt es mir vor Angst im Bauch und jeder der Extremsport betreibt muss sich über das eigene Sterben Gedanken machen. Heißt: sie oder er muss mit jeder Aktion den Tod in Kauf nehmen.

Erst kürzlich starb Ueli Steck ein in der Schweiz bekannter Extremkletterer und Bergsteiger in Nepal. Sein Credo: „scheitern heißt sterben“. Auch wenn Extremsportler höchste Vorkehrungen und Sicherheitsmaßnahmen treffen, das Restrisiko bleibt.

Wie Christiane so schön in ihrem Text schreibt, nach der Aktion gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man lebt und betrinkt sich oder ist tot.

 

abc etüden. schreibwoche.

2017_27-17_1_einsChristiane hat ja in ihrem Blog diese schöne Aktion: Schreibwochen = Schreibeinladungen = abc etüden. Jede Woche werden drei Worte gespendet – eher geschenkt oder vorgegeben. Ich schleiche heute schon den ganzen Tag um diese 3 Worte und nun muss ich doch noch 10 Sätze formulieren, damit ich Ruhe finde in den Abend. Jaja. So ist das manchmal mit mir.

Also. Hier kann man nachlesen, wie die abc etüde funktioniert.

Sie hat es soooo geliebt. Achterbahn fahren. An ihrem Hochzeitstag – die standesamtliche Trauung war vorüber, das Essen mit Freunden und Eltern auch, zog sie mit ihm los. Mit ihrem frisch verheirateten Gatten. Damals … in legeren Klamotten und mit verliebten Augen, Hand in Hand.

In einer Straßenschlucht in den Schweizer Alpen passierte es in den Flitterwochen. Das Auto überschlug sich. Sie war sofort tot. Nun sitzt er mit ihrer einzigartigen Urne in der Achterbahn. Die Hände umklammern das schöne Gefäß und er freut sich auf diese letzte Fahrt mir ihr und den wilden Fahrtwind, in den er hineinschreien und hineinlachen wird.

Über das Sterben sprechen: Death Café 2

IMG_5384Vorgestern in Richterswil. 19 Uhr.
Im Gemeindehaus Rosengarten.
Die Technik steht, die Tische und Stühle sind arrangiert.
Eine Wiederholungs“täterin“ ist wiederkommen. Diesmal mit Mann. Mit Andrea und mir sind wir sechs.
Es gibt Wein und Mineral, Knabberzeug, Käse.

Ja, wie sind wir drauf gekommen?
Auf das Death Café 2 in Richterswil?
Andrea ist Pfarrerin. Ich schreibe im Totenhemd-Blog. Höre vom Death Café und wir wollen mit anderen über das Sterben sprechen. Death Café 1 fand vor 14 Tagen statt.

Wir kommen miteinander ins Gespräch. Zunächst zeigen wir kleine Video-Interviews aus dem Projekt 30 Gedanken zum Tod, mit der Frage verbunden: Was ist der Tod?

Ein junger Mensch sagte vor seinem Tod: „Gott sei Dank, ich werde vor dem Altern und dem Gebrechlich-sein bewahrt“.

Was meine tote Frau wohl „dazu“ sagen wird?

Die Verstorbenen wurden früher abgeholt und mit dem Pferdewagen durchs Dorf gezogen bevor es zum Friedhof ging.

Jemandem meinen alten Körper zumuten?

Eine Pflegefachkraft sagte: „Ein alter Körper ist so schön weich. Alte Menschen freuen sich über die Pflege und Berührung (Kranke eher nicht)“. Weiterlesen