Ich möchte eine möglichst glückliche Leiche werden

Es geht schon wieder um die Löffelliste, aus meiner Sicht, weil sie nun mehr Zeit hat und weniger arbeitet. Sie tut Dinge, die ihr große Freude machen. Ich habe Meike Winnemuth, die Bestsellerautorin und Journalistin, beim NDR-Talk erlebt. Und sie wiederholte, sie will eine möglichst glückliche Leiche sein: Sie probiert aus, sie reduziert sich … sie hat auf einer Weltreise nichts vermisst und wohnt jetzt in einer 1-Zimmer-Wohnung.

Bei Interesse hier ins Youtube-Video schauen und den Ausschnitt aus dem NDR-Talk anschauen:

 

Oder hier in die ARD Mediathek klicken. Dieser Beitrag passt natürlich auch wunderbar in den Wesentlichwerden-Blog … aber da Meike Winnemuth wiederholt meinte, eine möglichst glückliche Leiche zu sein, hab ich mich für den Totenhemd-Blog entschieden.

Die zentrale Frage, die hier gefragt wird: WAS WILL ICH? Die Antwort: WENIGER.

Trifft genau meinen Nerv … was ist mit Dir?

Warum soll ich eine Löffelliste schreiben?

IMG_7330.JPGDie eine oder andere hat es schon gelesen: zur Zeit bin ich auf Schreibworkshop in Zypern. Gestern haben wir lauter Fragen gestellt. Mit einer Frage begonnen und immer wieder eine neue Frage zur letzten ergänzt.

Daraus habe ich dies gestrickt:

Warum soll ich eine Löffelliste schreiben?
Wieso eigentlich Löffel?
Und wieviele Löffel?
Kommt doch bestimmt von „Löffel abgeben“ oder?
Ich schreibe eine Löffelliste und gebe meine Löffel ab?
Silberlöffel oder Holzlöffel?
Welchen Löffel kannst Du Dir leisten?
Was steht eigentlich auf einer Löffelliste?
Und wieviele?
Und woher kommt das Wort: Löffelliste?

Und jetzt Du: Gerne ergänzen mit der nächsten Frage die sich auf die letzte Frage bezieht.

Buchtipp: Für immer anders

indexDieses Buch habe ich gerade bei Facebook entdeckt. Rezensent schreibt im Frühjahr 2016:

Durch dieses Buch wird sogar die Trauer „für immer anders“. Für immer verständlicher und für immer ein wenig einfacher, wenn man sich in seiner Trauer verliert.
Ich habe mir dieses Buch aufgrund eines Todesfalles gekauft, weiterempfohlen und tatsächlich sogar verschenkt.

Hier kannst Du Dich über das Buch informieren und ein Interview mit der Autorin anhören: Patmos-Verlag 

Buchtipp: Krebs ist, wenn man trotzdem lacht

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Sabine Dinkel und ich kennen uns übers Internet. Schon bevor Sie von heute auf morgen Krebs hatte.

Sie ist mit daran „schuld“, dass es den Totenhemd-Blog gibt. Über die Trauer meines Vaters sind wir in Kontakt gekommen. Sie empfahl mir die Bücher von Claudia Cardinal zu lesen. Was ich auch getan habe. Stell Dir vor, dein Totenhemd hängt im Kleiderschrank … so fing alles an :-).

Und nun Sabine mit ihrer Krebs-Erkrankung. Ich bekomme sehr viel mit über ihre Facebook-Einträge. Sie hat ein sensationell gutes Buch geschrieben, das ich noch gar nicht gelesen habe. Die bisherigen Rezensionen sind aber alle voll des Lobes.

Krebs und Tod hängen nah beieinander. Ich selbst habe 3 Freunde verloren, die innerhalb von zwei Jahren an ihren Erkrankungen gestorben sind. Man denkt sofort „hoffentlich schafft sie/er es“. Deshalb habe ich Sabine gefragt, ob es OK ist, dass ich ihr Buch hier im Totenhemd-Blog vorstelle. Denn wir wollen ja übers Sterben sprechen. Ihr Buch sagt jedenfalls deutlich: Lebe! Hab Spaß! Mach es Dir schön! Genau! Bis zur letzten Minute und wer weiß wann das ist, ob mit oder ohne Schnieptröte.

Hier schmökern.

Buchtipp: Gegen alle Regeln: Ein Memoir …

51r38O58oRL._SX304_BO1,204,203,200_Letzten Sonntag habe ich ein Interview mit der Autorin Ariel Levy gelesen. Sie schreibt über ihre Erfahrung einer Fehlgeburt, die nur sie alleine erlebt hat. Sie gibt ihrem toten Kind „eine Identität“. Sie will, dass anerkannt wird, was passiert ist“. Die Überschrift des Artikels: Er hat gelebt.

Mich hat das Interview sehr berührt, weil die Autorin mit diesem Buch versucht uns ihre Trauer und ihren Schmerz nahe zu bringen. Sie sagt aber auch: „Ich glaube, hier in Amerika leben wir unser Leben, als würden wir nicht sterben“. Oder: „Ja, und ich glaube, einer der Gründe dafür, dass Fehlgeburten und Totgeburten so die Hölle sind, sind die fehlenden Rituale. … Aber ich glaube, weil nicht darüber geredet wird, denkt man: Bin ich verrückt, dass ich das Gefühl habe, mein Kind ist tot? … Aber eine Fehlgeburt zu haben, wo man die Person, die man gemacht hat, sieht, und dann stirbt sie, das ist schrecklich. Rituale könnten diesen Schmerz vielleicht ein bisschen lindern.“

Ich finde, ihre Worte machen neugierig auf ihr Buch.

Hier kann man reinlesen.