Buchtipp: Gegen alle Regeln: Ein Memoir …

51r38O58oRL._SX304_BO1,204,203,200_Letzten Sonntag habe ich ein Interview mit der Autorin Ariel Levy gelesen. Sie schreibt über ihre Erfahrung einer Fehlgeburt, die nur sie alleine erlebt hat. Sie gibt ihrem toten Kind „eine Identität“. Sie will, dass anerkannt wird, was passiert ist“. Die Überschrift des Artikels: Er hat gelebt.

Mich hat das Interview sehr berührt, weil die Autorin mit diesem Buch versucht uns ihre Trauer und ihren Schmerz nahe zu bringen. Sie sagt aber auch: „Ich glaube, hier in Amerika leben wir unser Leben, als würden wir nicht sterben“. Oder: „Ja, und ich glaube, einer der Gründe dafür, dass Fehlgeburten und Totgeburten so die Hölle sind, sind die fehlenden Rituale. … Aber ich glaube, weil nicht darüber geredet wird, denkt man: Bin ich verrückt, dass ich das Gefühl habe, mein Kind ist tot? … Aber eine Fehlgeburt zu haben, wo man die Person, die man gemacht hat, sieht, und dann stirbt sie, das ist schrecklich. Rituale könnten diesen Schmerz vielleicht ein bisschen lindern.“

Ich finde, ihre Worte machen neugierig auf ihr Buch.

Hier kann man reinlesen.

 

4 Gedanken zu „Buchtipp: Gegen alle Regeln: Ein Memoir …

  1. Ich hatte auch ein Interview von Ariel Levy gelesen & mir daraufhin voller Neugier das Buch gekauft. Ehrlich gesagt: das Interview hat mir besser gefallen. Das Buch ist gut geschrieben, aber es geht aus meiner Sicht sehr viel um die Vor- und Beziehungsgeschichte der Autorin, weniger darum wie sie mit ihrem Verlust und ihrer Trauer lebt. Vielleicht im Folgebuch…

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  2. Schade, dass immer noch das Wort >>FEHLGEBURT<< verwendet wird. Das Wort STILLGEBURT trifft es viel besser, finde ich, eine GEBURT und ein GEBORENES, ein STILLGEBORENES leider … aber ohne den Fehl bzw. Fehler im Wort.
    Ich erlebe so häufig, dass die betroffenen Frauen nach dem plötzlichen Ende einer Schwangeschaft, zu welchem Zeitpunkt auch immer, bei sich auf Fehlersuche sind … und dieses Wort Fehlgeburt, das leider immer noch in vieler Munde ist, trägt so viel dazu bei.

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    • Hallo Hiltrud, hmmm … musste erstmal ein bisschen „schwanger“ gehen mit dem was Du schreibst, weil es mich nachdenklich gemacht hat. Hab ich noch nie drüber nachgedacht über das Wort. Mit meiner Schwester, die auf einer Neugeborenenstation arbeitet, hab ich kurz gesprochen. Sie bestätigt den Begriff „Stille Geburt“. Der Säugling ist im Mutterleib gestorben und die Geburt wird eingeleitet. Dieser Vorgang wird eng begleitet mit Expertinnen, die diese Geburt mit ihren Wehen schon als Trauerprozess verstehen, der tote Säugling kann danach im Arm gehalten werden und betrauert werden mit ganz viel Zeit.

      Bei Wikipedia gibt es Erklärungen zu „Fehlgeburt“: https://de.wikipedia.org/wiki/Fehlgeburt …. das Wort „Abort“ ist ja noch grässlicher. Aber es geht wohl auch um eine zeitliche Dimension, wann der Fötus stirbt.

      Mir ist jetzt gerade nicht präsent in welcher Schwangerschaftswoche die Autorin ihr Baby „verloren“ hat … im fünften Monat auf einer Reise … eine kurze Weile hat das Frühchen noch gelebt.

      Dass Frauen den Fehler bei sich suchen, wie Du schreibst, stimmt mich nachdenklich.

      Tschüss. Petra

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