November – Blog-Challenge 2018: Memento mori – Werdet kreativ!

C69C501A-2FBC-44A1-B835-CB8CFB7FCD70Die ersten Spekulatius wurden gesichtet. Es ist also keinen Moment zu früh, um unsere November-Blog-Aktion zu starten. Diesmal fordern wir euch heraus, visuell und kreativ zu werden. Oh ja!

Memento mori – lebendig die Toten und an den Tod erinnern

Schon ziemlich zu Beginn unserer Totenhemd-Aktivitäten hat uns immer wieder beschäftigt, wie das „Über das Sterben und den Tod reden“ auch in Formen gegossen werden kann. In Bilder, Dinge und somit Anlässe, die zum Reden mit anderen einladen. Wir hatten zum Beispiel die Möglichkeit bei der Fotoaktion von Bestatter Pütz-Roth mitzumachen, für die Annegret sich eine Sterbedecke nähen ließ, die man auch als Tages- oder Picknickdecke verwenden kann. Besonders befeuert wurde der Wunsch nach kreativer Gestaltung durch die bunten Bilder, die uns Katja Glöckler aus Mexiko zusandte: Der „Dia de los Muertos“  macht das ganze Land bunt: Zuckerschädel in den Supermärkten, Klappergerippe in Kneipen und Kinderzimmern und vor allem die prächtigen Altäre, die die Weiterlesen

Hallo Pa, zum vierten Todestag

Gestern war der 4. Todestag meines Vaters. Nach seinem Tod war alles anders für mich: ich habe eine Weiterbildung zur Sterbe- und Trauerbegleiterin absolviert. Ich habe mit Annegret diesen Blog ins Leben gerufen. Vier Jahre nach seinem Tod geht es mir anders = besser. Schon ziemlich entfernt von ihm und meiner Trauer. Dennoch tut es mir gut mich zu erinnern und mich einzulassen auf diese Zeilen, die ich gerne mit Euch teilen möchte, auch im Hinblick auf die kommende Blogaktion. Einen Brief an einen Toten schreiben?

Mein Pa. Gestern während der Chorprobe dachte ich oft an Dich, mein Lieber. Wir haben schöne Lieder gesungen und mir ging mein Herz auf, als wir ein Kirchenlied sangen, das im Gottesdienst bei uns in Frankfurt zur Liturgie gehörte. Ich hatte es ewig nicht gesungen und bekam Heimweh. Es hat nichts mit Dir zu tun, denn Kirche war für Dich ein rotes Tuch. Ich hab gestern auch ein bisschen für Dich gesungen.

Im letzten Jahr hab ich dich in meinem Blogartikel gefragt, ob du da oben im Himmel den anderen deine Arien vorsingst so wie uns. Und vielleicht organisierst Du Tanzveranstaltungen so wie früher in unserem Hotel-Restaurant? Es war immer Leben in der Bude bei uns.

Zur Zeit läuft eine Fernsehserie über die Zeit zwischen dem 1. Weltkrieg und 1939. In dieser Zeit bist Du aufgewachsen. 1939 warst du schon 12 und mit 16 hast Du „an der Flak“ gestanden. Das Thema „Kriegsenkel“ hat mich letztes Jahr eine Weile sehr beschäftigt. Von wegen transgenerationale Weitergabe von Traumata. Was habt Ihr für eine schreckliche Zeit gehabt. In welch einem Wirrwarr musstet Ihr überleben.

Ich habe deine Geschichte aufgeschrieben für deine Enkel. Ich werde es ihnen zu meinem 60. Geburtstag schenken. Stell Dir vor: ich werde 60. Was eine Zahl! Und ich lebe im Frieden in der Schweiz, ein sehr priveligiertes Leben.

Ja, mein Pa, ich stelle mir vor, wie Du das alles liest und hörst und beobachtest. Und ich sehe Dich nicken, mir zuzwinkern. Du bist einverstanden und hast auch deinen Frieden gefunden. Dabei rauchst du deine Reval.

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Unsere diesjährige November-Blog-Aktion … am 28.10. geht*s los

Hallo liebe Leserinnen und Leser. Noch ist es wunderschön spätsommerlich und der goldene Oktober nah und die grauen Novembertage ganz weit weg.

Aber. Die ersten Gedanken zur Blogaktion werfen ihre Schatten voraus und die Trommeln wirbeln schon.

Unsere 4. November-Blogaktion geht in nur 6 Wochen an den Start. Wir sind selbst schon ganz aufgeregt und neugierig wie jedes Jahr auf Eure Ideen und Beiträge. Annegret schreibt noch wie und was genau. Auf jeden Fall verrate ich schon mal so viel:

Diesmal fordern wir euch heraus, visuell und kreativ zu werden. Oh ja!

Memento mori –

die Toten erinnern, an den Tod erinnern.

Von Sonntag 28. Oktober – den Auftakt macht Annegret,
Katja (jetzt nicht mehr in Mexiko) mag evtl. wieder den 1.11.,

bis Sonntag, 25. November, den Schluss übernehme ich.

Wie jedes Jahr seid Ihr eingeladen mitzumachen, mitzuschreiben, zu malen, zu fotografieren und so weiter … schaut in Euren Kalender und seid gewappnet. Unser Einladungstext folgt mit der Kalenderübersicht in den nächsten Tagen, damit Ihr Euch ein Datum auswählen könnt.

Kompost oder Sondermüll ?

6A6C7C0C-F568-488D-BA57-B2CE11BAEBF7Mit einem Freund war ich heut Mittagessen, der gerne auch darüber spricht, sich das Leben zu nehmen. Er kokettiert einerseits. Andererseits weiß ich um seine düstere Seele. Ich denke aber immer wieder und sagte ihm: „Du liebst doch das Leben“.

Das kommende Wochenende wird er bei einem Almabtrieb dabei sein … das finde ich höchst lebendig und naturnah.

Und während wir so sprachen über die Ausstellung im Friedhof Forum, über die ich in den letzten Artikeln geschrieben habe, fragte er zum Thema „Das was bleibt“:

Will ich als Toter Kompost oder Sondermüll sein?

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Der Trauerautomat auf dem Friedhof Sihlfeld

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Gestern hab ich beim Friedhof Forum den Trauerautomat entdeckt. Na, was hättest Du gezogen? Ich fand das Päckchen zum „Zeichnen gegen die Leere“ ganz schön. Es wird auch ein Papierschiffchen oder Pustefix angeboten. Weiterlesen

Einfach so ein Leben wegwerfen

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Literatur zum Thema

Ich war heut zum zweiten Mal im Zürcher Friedhof Forum um mir die Ausstellung „Die letzten Dinge“ näher anzuschauen bzw. anzuhören. 7 Audiodateien kann man anklicken. Sie dauern zwischen drei und sieben Minuten.

Es wurden Interviews geführt mit Menschen, die entweder eine Wohnung oder ein Haus leer geräumt haben – privat oder professionell. Von einer Dame hörte ich, die über 50 Jahre mit einem Papagei gelebt hat. Was hat sie wohl aufgehoben zur Erinnerung?

Nicole habe ich eben in einem Kommentar geantwortet:

War heute wieder dort um mir die Audio-Interviews anzuhören. Wirklich sehr eindrücklich und berührend … eine sagte zum Schluss: „einfach so ein Leben wegwerfen“. In kürzester Zeit sind oft die Sachen eines Verstorbenen „entsorgt“. Einfach weg.

Oder eine Frau erzählte, wie es drei Jahre dauerte bis das Zimmer ihres verstorbenen Sohnes, der 20-jährig gestorben ist, leer geräumt wurde. Ein paar lustige Hauspuschen und T-Shirts wurden aufgehoben.

Ich blogge ggfs. ergänzend über meine Gedanken zu den Männern, die innert 4 Tagen die Wohnung meiner Mutter leer räumten … ich habe mich so manches gefragt zu ihrem Tun. Denn die Aussagen eines Geschäftsführers, der Wohnungen und Häuser professionell leer räumt und „entsorgt“ hat mich sehr berührt mit wieviel Würde und Bedachtsamkeit er an seine Arbeit herangeht.

Ich hatte plötzlich eine große Hochachtung vor der Arbeit der Männer, die die Wohnung meiner Mutter professionell auflösten. Das heißt, sie haben die Küche mit allen Lebensmitteln, den voll gestellten Balkon, das überfüllte Schlafzimmer und die Wohnzimmerschränke ausgeräumt und weg geschafft. Ich muss aber auch mit Stolz sagen, dass meine Schwestern und ich eine sehr gute Vorarbeit geleistet haben. Wir haben auch ne Menge gesehen und emotional viel geleistet. Den Männern haben wir überlassen, was wir nicht schaffen konnten und wollten.

Wie sie wohl vorgegangen sind?
Was sie alles gesehen haben!
Ob sie vorsichtig vorgingen, wenn sie eine neue Schublade öffneten?
Sie haben viel gesehen und gesichtet, wie es ihnen wohl erging dabei?

Auf jeden Fall hab ich eine große Achtung vor ihnen, dass sie diesen Job geleistet haben. Weiterlesen

Wie gefällt Euch die App?

Wir hoffen, Euch hat das Interview mit Benjamin gefallen. Und nicht nur das sondern auch seine entwickelte App. Die kostenlos ist.

Hattet Ihr Zeit in die App reinzuschauen? Annegret hatte angeregt, dass wir Euch fragen als Anregung für Benjamin:

Was findet Ihr gut?
Was fehlt Euch und sollte noch ergänzt werden?
Sonst?

Danke für Euer Mitlesen und Eure Resonanz.

Totenhemd-Blog

image1 Der App-Erfinder Benjamin Waack

Benjamin Waack hat die APP-Hilfe: „Beistand im Todesfall“ erfunden und auf den Weg gebracht. (Unten findest Du den Link zum Testen).

Nach dem Tod eines Familienmitgliedes hat Benjamin sich zur Aufgabe gemacht, einige Aufgaben für Hinterbliebene zu vereinfachen.

  1. Du beschäftigst dich mit (deiner) Endlichkeit. Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben?

Seitdem ich regelmäßig über das Thema „Tod“ nachdenke, weiß ich mein Leben mehr zu schätzen. Auch die Verantwortung gegenüber meinen Angehörigen im Bereich der Vorsorge ist mir bewusster geworden.

  1. Viele haben Hemmungen oder auch Angst, mit anderen über das Sterben zu reden. Wie ist das bei dir? Was hat sich verändert?

Ich empfinde den Tod nicht als Tabuthema. Er gehört zum Leben dazu. Daher nehme ich auch kein Blatt vor den Mund. Ich denke, man sollte dieses Thema einfach als Tatsache annehmen.

  1. Dein Vorschlag für einen guten Satzanfang, wenn du mit jemand über solche Dinge wie…

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