Ein Buch und Antworten von Sven Stillich

978-3-498-09396-9Während unserer Blog-Challenge kam ein neues Buch auf den Markt. Der Autor Sven Stillich informierte uns darüber. Wir haben ihn gleich mal zu unseren Fragen über das Sterben und den Tod eingeladen. Hier sind seine Antworten:

1. Du beschäftigst dich mit (deiner) Endlichkeit. Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben?

Dass ich das, was ist, stets als vergänglich wahrnehme. Dass ich weiß oder ahne: Auf dieser Straße hier sind vor 100 Jahren schon Menschen gelaufen. Diese Sorgen, die ich jetzt habe, werde ich nicht ewig haben. Alles geht vorbei, alles hat seine Zeit. Auch ich. Deswegen versuche ich, so oft es geht, die Augen aufzuhaben und mich in alldem zu erkennen und die anderen Menschen im Lauf der Zeit zu sehen und die Welt um mich herum im Blick zu behalten, wie sie sich wandelt. Auch deswegen habe ich vor Jahren angefangen zu fotografieren. Zur Dokumentation. Weil ja morgen alles weg sein könnte. Und auch deswegen mag ich es, Gegenstände mit Geschichte um mich herum zu haben. Das Schränkchen meiner Oma. Die Lampen meiner Eltern. Die begleiten Weiterlesen

Das Memory Book

Auf der Facebook Seite „Das Prinzip Apfelbaum“ habe ich gerade diesen schönen uns lesenswerten Artikel „In Verbindung bleiben“ entdeckt, der zu unserer Challenge passt.

Die Erinnerungen kann uns keiner nehmen. Es lohnt sich, den Spuren nachzugehen, die ein Mensch in uns hinterlassen hat. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, unsere ganz besonderen Erinnerungen festzuhalten – etwa in Erinnerungsbüchern oder in Gegenständen, die uns mit verstorbenen Menschen verbinden.

Hier weiterlesen und auch den Buchtipp und die Adresse der Erinnerungswerkstatt „Vergiss mein nie“ entdecken.

Siehe auch den vorherigen Artikel hier im Blog.

 

Neue Ausgabe von Prinzip Apfelbaum

Prinzip-Apfelbaum-Ausgabe-6-Cover-Trauer_Web[8104].jpgWir erhielten von der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ diese Mail:

Soeben ist die sechste Ausgabe unseres kostenfreien Online-Magazins „Prinzip Apfelbaum“ erschienen.

Thema der aktuellen Ausgabe: Trauer. Wie trauern wir? Welche Rolle spielen Trauerrituale? Und wie Weiterlesen

Totensonntag: Trauerarmbänder

Traueraltar.jpgHeute ist Totensonntag. In der Schweiz sagen sie Ewigkeitssonntag. Wenn Du vormittags hier liest bin ich grad mit dem Chor beim Singen im Gottesdienst. Die Namen der Verstorbenen werden aufgerufen und wir gedenken ihrer. Ein schöner Brauch. Ich bin immer wieder sehr erstaunt wie alt die Alten hier werden. Sicher werden wieder einige Hundertjährige dabei sein.

Ich gedenke schon den ganzen Monat meinen lieben Toten: meinem Vater, Bastian, Brigitta und Gabrielle. Heute werde ich für sie singen.

Meine Mutter lebt noch. Sie hatte einen schweren Schlaganfall. Sie hat sich wunderbar erholt mit einigen kleinen Maläsen. Ich habe einige ihrer Blusen mitgenommen, als ich die Wohnung auflöste. Sie sind ihr zwischenzeitlich zu groß geworden. Ich habe begonnen Trauerarmbänder daraus zu flechten. Zuerst schnitt ich lange Streifen und habe 5 Stränge geflochten, kleine farbige Holzkugeln, die ich in ihrer Schublade entdeckte. Ich habe sie dazu gesteckt und silberne Verschlüsse angebracht. Mir gefallen sie sehr mit den großen bunten Kugeln. Wie Farbtupfer.

Armbänder2.JPG

Armbänder Weiterlesen

24.11. Christine schreibt an ihre Mutter

img_2945.jpgHallo Mama,

vor mehr als zehn Jahren bist du gestorben, wohin bist du gegangen?
Bist du noch?

…Er hat sich aus dem Leben gequält, schrieb mir die Frau eines Freundes. Aus dem Leben in den Tod…
Wie ist es nun mit dem Tod, Mama? Du bist nun lange genug dort, warum schickst du keine Antwort?

Durch eine interessante Konstruktion konnte ich mein Spiegelbild auf einem Grabstein sehen: „Der Tod ist sehr lebendig“, dachte ich und betrachtete faszieniert eine Weile mich selbst .

Mama, heute kann ich deine Ängste anders verstehen, Weiterlesen

23.11. Irene mit einem Mandala und ihren Podcasts: Was bleibt ist deine Liebe

IMG_2068.jpgIrene schreibt uns:
Ich bin 37 und aus München. Ich habe meine Mutter an den Krebs vor über 20 Jahren verloren und habe mir das Thema sehr lange nicht angeschaut, bis ich dann krank wurde. Ein Burn-Out und eine depressive Episoden haben mich mit dem Tod meiner Mutter und der Trauer auseinander setzten lassen. Erst nachdem der Satz mich, dass
alles was von den Verstorbenen bleibt, die Liebe ist, konnte ich Stück für Stück heilen. Und die Trauer wird ein Stück leichter.
Ich habe einen Podcast Anfang dieses Jahres auf iTunes veröffentlicht, der da heißt „Was bleibt, ist deine Liebe – Podcast über Trauer und Tod„. Hier geht es mir darum mich mit spannenden Menschen zu unterhalten und ihre Geschichten zu erzählen. Denn nur weil in der Gesellschaft gefühlt keiner über die Themen Trauer und Tod redet, heißt das nicht, das uns diese nicht beschäftigen und uns früher oder später nicht begegnen. Und bei mir in der Familie wird das Thema ebenfalls tot geschwiegen.
Auf Eure Blog-Challenge bin ich über den Blog von Anja aufmerksam geworden und ich hoffe ich kann einen kleinen „kreativen“ Beitrag mit einem Mandala leisten. Diesen kleinen Gruß habe ich auf Bali kennen gelernt. Die Themen Trauer und Tod sind meine absoluten Herzensthemen.
Beim Legen eines Mandalas bin ich immer ganz bei mir und folge meinem Herzen beim Legen der Blüten und Blätter. Ich denke dabei natürlich auch an meine Mutter, die die Natur und besonders „ihren“ Garten sehr geliebt hat. Im Frühling, wenn die Krokusse raus kommen, denke ich mir immer „ach, da sind sie ja wieder – Mama’s Krokusse“.

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22.11. Nicole: Trauer braucht Zeit sprach die Zitronenpresse

DSC_0018.JPG… ich habe mir den 22. November ausgesucht, weil heute meine Mutter genau 1,5 Jahre tot ist. Denn Trauer ist eben nicht nur an den Jahrestagen, Geburtstagen, an öffentlichen Gedenktagen oder ähnlichem da, sondern wann immer sie es für richtig hält, sich ihren Platz im Leben zu nehmen.

Da meine ursprünglichen Kreativ Pläne dank meines umgeknickten Fußes nicht umgesetzt werden konnten (nun habe ich schon was für eine weitere Challenge!) führe ich heute mal ein Zwiegespräch mit meiner Mutter, wie ich es auch sonst immer wieder tue.

Hier entlang zu Nicoles Blog und Zwiegespräch.

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Danke Nicole für dein Zwiegespräch … wir sind schon sehr gespannt.

21.11. Ina: Brücke aus Papier

mein opa

Von Erinnerungen und einer Brücke aus Papier zwischen Diesseits und
Jenseits erzählt der Brief, den Papiertänzerin an ihren verstorbenen Opa
schrieb.

„Du warst ein Frühaufsteher, immer schon wach, wenn ich morgens an den gedeckten Tisch kam. Frisch rasiert, die weißen Haare“ … hier bei der Papiertänzerin weiterlesen

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Wir freuen uns, dass Ina dabei ist mit Ihrem Brief an ihren Opa. Ina, Dankeschön.

Gesprächssplitter Death Café Richterswil

fullsizeoutput_17cSechs Gäste hatten wir zu Besuch während unseres 6. Death Café in Richterswil. Wir stellten uns gegenseitig vor und waren in Kürze mitten im Gespräch. Vor allem die bunte Deko hatte es unseren TeilnehmerInnen angetan. Es kam sogar jemand vorbei, die von draußen angelockt wurde.

Gesprächssplitter des Nachmittags:

Das hier ist meine Überlebensgruppe, meine Lebensverlängerung.

Plötzlich sterben? Oder doch lieber Zeit haben um sich zu verabschieden?

Leben um zu sterben? Das ist bei katholisch Gläubigen das Ziel, das will ich so nicht.

Das Sterben hat bis jetzt Jede und Jeder geschafft.

Sich erlauben, „das letzte Lebensjahr“ ein Pflegefall zu werden (weil man immer Angst davor hat, zu leiden bzw. gepflegt zu werden). Weiterlesen