Im Gespräch mit Dorothea Hillingshäuser

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Dorothea besucht mich in Frankfurt im Hotel

Mit Dorothea Hillingshäuser, Pfarrerin, zuständig für Spiritualität in der südlicheren hessischen evangelischen Landeskirche (EKHN), unterwegs mit „Spirituellem Körperlernen“ anderen leiblichen Formen des christlichen Glaubens saß ich zusammen in Frankfurt. Dazu mehr im nächsten Blogpost. Wir machen eine spontane Blogaktion im Februar zum Thema „Auferstehung: Was kommt da noch?“.

Hier nun also Dorotheas Antworten:

  1. Du beschäftigst dich mit (deiner) Endlichkeit (Beschreibe kurz). Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben?

Als Jugendliche habe ich „Uns allen blüht der Tod“, ein Musical von Peter Janssens, mitgesungen. Seitdem ist mir meine Endlichkeit und wie schön, kostbar und verletzlich das Leben ist, bewusst. Manches betrachte ich vom „Hauch der Ewigkeit“ aus und stelle fest, dass Vieles nicht doch so wichtig ist, wie es momentan scheint. Das entlastet. Seit der Lektüre von Simone de Beauvoir „Alle Menschen sind sterblich“ bin ich froh, dass ich nicht ewig lebe.

2. Viele haben Hemmungen oder auch Angst, mit anderen über das Sterben zu reden. Wie ist das bei dir? Was hat sich verändert?

Durch meinen Beruf bin ich schon oft mit Menschen in Kontakt gekommen, die mit dem Tod zu tun haben, mit ihrem eigenen oder mit dem anderer, die ihnen nahe sind. Ich empfinde diese Kontakte oft sehr intensiv und sinnstiftend. Ich bin nicht geschützt vor den Gefühlen, die das mit sich bringt, Trauer, Verzweiflung, Unverständnis. Ich habe schon oft erlebt, dass der Tod trennt und zugleich neu verbindet.

3. Dein Vorschlag für einen guten Satzanfang, wenn du mit jemand über solche Dinge wie Sterben, Vorsorge u.ä. reden willst:

Das hängt für mich so stark von der Situation, der Beziehung und dem Kontext ab, dass sich kein guter Satzanfang einfindet.

4. Wie ergänzt Du diesen Satz der Künstlerin Candy Chang:
Bevor ich sterbe, möchte ich …

…. Wellenreiten lernen, in Santa Cruz, Kalifornien.

5. Was glaubst Du, kommt nach dem Tod?

Viel Licht und eine ganz andere Form von Zeitgefühl, nicht mehr linear. Keine Schmerzen mehr, kein Geschrei, kein Grund zur Klage. Ich fühle mich einfach geborgen und warm. Aufgehoben.

6. Wenn du in der Sterbe- und Bestattungskultur in Deutschland/ der Schweiz etwas ändern könntest, was wäre das?

Mehr bunte Farben, mehr Picknick an Gräbern, schönere Friedhöfe. Es gibt ja schon Ansätze.

7. Dein Beitrag zu unserer Sammlung „100 Songs übers Sterben“.

Alles ist eins“ von den Toten Hosen.

 

8. Und sonst noch?

„Da kommt noch was“ – da bin ich sicher, auch wenn ich überhaupt nicht weiß, was kommt.

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Vielen lieben Dank, Dorothea. Und spätestens morgen früh geht es weiter mit unserer spontanen Blogaktion.

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