Petra: Tot ist tot! Oder doch nicht? Nur ein kurzer Moment ….

img_0695.jpgWas kommt danach? Wie stelle ich mir mein Leben nach dem Tod vor?
Das sind die Fragen unserer spontanen Februar-Blogaktion.

Ich denke, wenn ich sterbe dann bin ich tot. Da ist nichts mehr. Wenn ich sterbe, dann stirbt mein Körper. Alles von und in ihm wird sterben und tot sein. Es wird kein Sehnen und keine Schmerzen mehr geben. Da ist nichts. Das denke ich so seitdem ich das Interview mit einem bekannten Chirurg und Neurologen gelesen habe. Ausgehend von unserem Körper so wie er angelegt ist, wird da Nichts mehr sein, behauptet er einleuchtend.

Tot ist tot!
Tot ist tot?

Ich habe aber ein Bild und eine Idee wie es sein könnte für eine kurze Weile nach dem Tod. Wenn die Trauerfeier für mich stattfinden wird, dann bin ich fest davon überzeugt, dass ich „irgendwie“ anwesend sein werde (sein will 😉 ). Ich werde als Hauch DA sein. Annegret habe ich gebeten, wenn sie die Totenfeier für mich halten wird (oder wenn sie als Trauergast anwesend sein wird diesen Wunsch dann entsprechend umsetzt), dass die anwesenden Trauergäste, die da sind mindestens zwei Minuten still sein sollen. Das kann in der Trauerkapelle sein oder auch draußen – dort wo meine Urne mit der Asche begraben wird.

Zwei Minuten für alle Anwesenden und für mich. Es wird Stille herrschen.

S t i l l e.

Ich werde als Tote für einen kurzen Moment die Möglichkeit haben mich von allen zu verabschieden durch diese Stille hindurch. Ich werde noch einmal alle anschauen können. Ich werde vielleicht als Hauch um die Anwesenden tanzen und sie streicheln. Ganz zart. Wie ein Windhauch.

Zwei Minuten Stille, in der nichts geredet oder gesungen wird. In der gespürt wird, wer ich war und dass ich da bin um mich GANZ zu verabschieden. Ich werde dabei nicht traurig sein sondern mich dankbar fühlen voll des Lebens, das ich mit allen hatte. Vielleicht wird ein frohes „Tschüss, Petra“ mir zugerufen. Vielleicht steigen bunte Luftballons in diesem Moment in den Himmel und ich setz mich auf einen drauf, der mich mitnimmt auf die Reise.

In diesem Moment erhoffe ich mir den berührendsten Trost für alle, die da sind. Und für mich.

Ich glaube es ist wichtig nicht nur als sterbender Mensch sich zu verabschieden sondern auch als Tote. Wenn es eine Seele gibt dann ist sie eine kurze Zeit präsent um sich zu verabschieden. Zumindest ist das mein Bild und meine Vorstellung, die mich tröstet.

9 Gedanken zu „Petra: Tot ist tot! Oder doch nicht? Nur ein kurzer Moment ….

  1. Pingback: Blogaktion Februar: Da kommt noch was. Wer macht mit? | Totenhemd-Blog

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