Einladung zum Spaziergang. Das Konkursbuch 56 Tod. #buchtipp

Seit November liegt es hier. Das 606 Gramm schwere bunt gecoverte „Konkursbuch 56 Tod“.

Ich war sofort begeistert von der Haptik, der Schwere, der Fülle von Fotos, Kunst und Texten, die ich überflog. Ein Sammelsurium. Eine Vielfalt, die uns da entgegenkommt. Herrlich. Wir können wunderbar aus der Fülle schöpfen zu unserem Lieblingsthema Tod und Sterben. Uns werden die Themen nicht ausgehen. Im Gegenteil. Ich fühle mich inspiriert und reich beschenkt.

Gestern blätterte ich zufällig und entdeckte … na was wohl ? 🙂 … Friedhofsspaziergänge. Axel Schock, einer der fast 70 Autor*innen, schreibt ab Seite 89 mit schönen Fotos von seinem „Besuch bei den Toten“. Beispielsweise war er in Harlem/New York, Amsterdam oder Warschau um nur einige wenige zu nennen. Ich entdeckte nicht nur Beschreibungen von den letzten Ruhestätten auf denen ich auch schon lustwandelte z.B. dem Jüdischen Friedhof in Berlin oder dem Cemiterio dos Prazeres in Lissabon. Sondern wurde neugierig auf den Selbstmörderfriedhof am Berliner Grunewaldsee und auf den Friedhof der Namenlosen auf Amrum.

Danach las ich endlich das Vorwort der Herausgeberinnen. Stephanie Sellier erinnert uns, dass wir „mitten im Leben im Tod sind: Media vita in morte sumus“. Und Claudia Gehrke schreibt einen Aufsatz. Jeder Satz lädt ein zu einem Gedanken oder der Überlegung, dazu wieder einen Aufsatz zu schreiben. Mein Anspruch alles verstehen zu wollen, lässt meinen Kopf schwirren :-). Zuerst ihre Notizdatei, die sie „Apokalyptisches Jahr“ nennt. Die Bücher, die sie während der Buchentwicklung liest und ihre Gedanken, die sich dadurch zum Tod und zum Sterben entwickeln. Da waren die Einladungen an die AutorInnen schon raus für das Konkursbuch. Und dann Wuhan und Corona: „Und dann ging es los mit der Pandemie. Das Thema dieses Konkursbuches war schon seit Längerem geplant …“ Sie schreibt von den Reaktionen der eingeladenen AutorInnen, von intensiven Todesszenen und ihrer eigenen Familiengeschichte, die spannende Tode entlang des Jahrhunderts bietet“.

Zu aller letzt lädt uns die Herausgeberin zu einem Spaziergang ein, dass wir in der Lektüre versinken mögen. „Aufgebaut ist dieses Buch wie ein Spaziergang, dem Sie von Anfang bis Ende folgen könnten (…). Doch Sie werden vermutlich springen und sich Ihren eigenen Spaziergang zusammenbauen.“

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