7.3. in Frankfurt aufgewacht

„Jeden Morgen beim Aufwachen bin ich dankbar dafür, dass ich lebe“. Susan Sontag sagte diesen Satz. Sie hat sich jeden Morgen gefreut zu leben, lese ich in einer Frauenzeitschrift. Ich denke auch oft: „Wie schön, dass ich noch lebe und gesund bin“. Gott meinte es bisher gut mit mir. Das freut mich und ich sage DANKE mit frohem Herzen.

Ich sollte immer gleich schreiben und in die Tasten hauen, wenn ich unterwegs bin. Da fällt mir immer einiges ein. Manchmal kritzel ich Elfchen in mein Buch. Geertje sei Dank, dass ich mich mit „meiner“ Tödin immerhin schon kurz treffen kann. Mein Tod ist jedenfalls weiblich. Darauf hat mich Karolin gestupst und ich bin froh und ihr sehr dankbar. Mit einem schwarzen hässlichen Tod konnte ich nichts anfangen. Aber mit „meiner“ Tödin, die ich mir noch nicht wirklich leibhaftig vorstellen kann, bin ich zumindest immer mal wieder ganz kurz im Kontakt, eher ein geistiger Austausch.

Über was regt man sich auf oder nicht auf, wenn man weiß, dass man eines Tages sterben wird. Macht es Sinn – das Aufregen? Über die gurrenden Tauben beispielsweise, die mich früh morgens in Frankfurt aus dem Schlaf reißen? Es gibt Schlimmeres oder?

In meinen Elfchen ging es jedenfalls ganz allgemein um Vögel, die jetzt an Februarabenden zwitschernd den Tag beenden. Dieses Gezwitschere höre ich gern. Es ist nah und fern gleichzeitig. Und es weckt Sehnsucht in mir und ich spüre ein Bauchkribbeln. Ich frag mich nur wonach ich mich sehne bei diesen zwitschernden Gute-Nacht-Rufen.

Abenddämmerung
mit Vogelgeplapper
Sehnsucht fliegt unsichtbar
ich spitze meine Ohren
Frühlingsouvertüre

Und wenn ich mal gestorben bin dann werde ich genau das sehnlichst vermissen: diese zwitschernde sehnsüchtige Abendmelodie, die den Frühling ankündigt.

Im Rahmen der 10. BlogChallenge veröffentliche ich diesen Post.

8 Gedanken zu „7.3. in Frankfurt aufgewacht

  1. Eines Tages bin ich tot, dann wird mich wohl nichts mehr aufregen… 🙂 Bis dahin will ich leben, leidenschaftlich, emotional und ja: immer wieder auch einmal aufgeregt.
    Mir ist die andere Seite vertraut: in depressiven Episoden wache ich morgens auf, denke „Warum noch ein Tag?“ und nichts regt sich… nicht zur Nachahmung empfohlen! 🙂
    LG Michael

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  2. Pingback: Termine zur Blog Challenge ab Aschermittwoch „Carpe diem“ | Totenhemd-Blog

    • Hallo liebe Geertje, wenn ich deinen Avatar anklicke ist der verbunden mit dem, was dort eingetragen ist… ich kann hier gar nix ändern zumindest weiß ich nicht wie das gehen sollte :-). LG Petra

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  3. Liebe Petra, liebe Martina,
    ich bin so bei euch, bis bald hoffentlich bei einer Zoom Begegnung, ich versuche den 17.3. möglich zu machen. Ein weiteres Blog zur Challenge ist fast fertig und möchte am 11.3. dabei sein. O.k.?
    Herzliche Grüße in die Runde, Tödin eingeschlossen. 😉
    Geertje

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  4. Liebe Petra,
    ich habe mich beim Lesen deiner Zeilen an den schönen Bildern erfreut, deine Gedanken über das Zwitschern geteilt und mich von deinem Elfchen zart berühren lassen. Wie schön! Wie so oft frage ich mich, warum die Tauben eigentlich so unbeliebt sind. Bei uns nisten auch zwei, im großen Baum vorm Haus. Niemanden habe ich je ein freundliches Wort über sie sprechen gehört.Und ich frage mich, wieso du denkst, dass du das Gezwitscher vermissen wirst? Wohnen die Vögel nicht im Himmel? Einen schönen Sonntag wünscht dir Martina

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