Und so geht die Zeit dahin …

Pause nachmittags.
Vom Packen und Organisieren …
Wir ziehen innerhalb von Richterswil um in eine kleinere Wohnung.
Mitte September.

die Musiker hab ich eben eingepackt

Ich dachte:
und so geht die Zeit immer in Etappen dahin und vorbei.
Und das ziemlich schnell.

Ich bereitete mich auf einen kleinen OP-Eingriff vor im Juli.
Dann gab es ein NACH DER OP.
6 Wochen Heilungszeit ohne Schwimmen und Radfahren.
Nun ist auch diese Zeit bald vorbei.

Wir unterschrieben einen Mietvertrag.
Nun können wir die Wohnung morgen übernehmen.
Wir werden unser Haus aufgeben … umziehen …
uns neu einrichten.

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ARTE TV-Serie: Wenn die Stille einkehrt

Darf ich über eine TV-Serie schreiben, die mich emotional zutiefst mitgenommen hat? Lutz hab ich gefragt und er meinte: „Hau raus!“

Brutal gemordet. Überlebt und gestorben. In Liebe erinnert …
NIX FÜR ZARTE SEELEN!!!!!
Ab hier kannst du weiterlesen oder es bitte lassen.

Also. Ich bin ja keine Serien-Guckerin. Wir haben kein Netflix. Ich hab kein Apple-TV oder Premium-Abo bei Ihr wisst schon. Ich gucke gerne gute Filme, sonntags Tatort und täglich Nachrichten. Eine Serie, die muss mich sofort antriggern, dass ich dran bleibe. Und die ARTE-Serie: „Wenn die Stille einkehrt“ hat das bei mir ausgelöst. Es wird gewarnt vor Bildern und Szenen, die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Meistens beziehe ich mich da mit ein. Ich kann mir vieles, was gezeigt wird nicht anschauen.

„Wenn die Stille einkehrt“ also. Eine Produktion aus Dänemark erzählt aus dem Leben von acht Menschen vor und nach einem Attentat. Ich bin eingetaucht in diesen Film wie in einen Roman. Habe acht verschiedene Leben in den Filmabschnitten kennengelernt … es gab einen Terroranschlag. Es wurde psychologisch sehr spannend erzählt und dargestellt.
5 Serien lang etwa in dem Zeitmodus: 6 Tage vorher, 3 Tage vorher, einen halben Tag vor dem Attentat … immer mit kurzen Flashes zum Attentat … und dann die Zeit, die nach dem Morden und Überleben folgt.

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Welttag der Fotografie – Eine kleine Bildmeditation zum Thema „Tod und Vergänglichkeit“

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…

Mein ursprünglicher Plan war es, jeweils zum ersten und zum 15. eines Monats einen Beitrag als Autor dieser Seite zu veröffentlichen. Er wackelt schon im ersten Monat. Denn dieser Beitrag erscheint unplanmäßig völlig außer der Reihe.

Heute ist nunmal der 19. August. Aber es ist der Welttag der Fotografie, ein guter Aufhänger für einen Beitrag, den ich in ungefähr dieser Form ohnehin hätte irgendwann veröffentlichen wollen. Warum also nicht heute?

Der Weltfototag ist ein Tag, an dem auf zahlreichen Internetseiten Galerien mit atemberaubenden Bildern erscheinen.
Ehrfürchtig schaut man sie sich als Amateur an, vielleicht ein wenig neidisch, weil einem das Equipment, der besondere Blick und vor allem die Geduld fehlen, solche grandioseen Bilder anzufertigen. Und auch die jahrelange Erfahrung. Es wäre vermessen, sich nur annähernd in dieser Liga zu wähnen.

Warum erwähne ich das überhaupt? Weiterlesen

Wieder wurd‘ wer eingegraben…

Unsere Nachbarin ist die Mesnerin der katholischen Kirchengemeinde St. Martin in unserem kleinen Dorf. Als solche verrichtet sie nicht nur zahlreiche liturgische Dienste, sie ist auch für das Glockengeläut zuständig, allerlei weitere Aufgaben am und im Gebäude und weiß bestens Bescheid über alles, was sich innerhalb des Gemeindelebens abspielt. So auch ihr Mann, der an den Gottesdiensten gelegentlich als Eucharistiehelfer beteiligt und in der Katholischen Marianischen Männerkongregation aktiv ist. So kommen auch wir gelegentlich in den Genuss, Neues zu erfahren, was das (kirchen)-gemeindliche Leben betrifft.

Die Kirche im Dorf - gelber Saharasandhimmel

Als „Zugroaste“ in Bayern, noch dazu als Protestant, gehöre ich nun mal nicht dazu. Und manches in dem sehr katholischen und traditionsverankerten Leben ist mir eher fremd, was nicht heißt, dass ich mir darüber ein Urteil anmaßen möchte. Ich betrachte das Ganze eher phänomenologisch: Ich sehe die Phänomene religiösen Handelns, nehme sie wahr und ernst und versuche, sie verstehen und einzuordnen. Aber darum geht es hier nicht. Weiterlesen

Mein neues Totenkleid

So ein Zu-Fall! Ich hab mein Totenhemd entdeckt, das ich im Falle meines Todes tragen möchte. Es ist ein Kleid. Ab heute gilt: Nicht mehr das Hochzeitskleid gilt als mein Toten-Outfit sondern dieses Kleid mit den mexikanischen Schädeln drauf.

Ich hatte die letzte Zeit so das Gefühl, dass ich morgens gern in eines dieser luftigen langen Kleider schlüpfen mag. Die Sommerkleider, die jetzt gerade so modern sind. Und fast jede Frau besitzt zur Zeit mindestens eines. Ich stellte mir vor: morgens wach werden, raus aus dem Nachthemd, rein ins luftig-leichte Kleid. Gesagt. Getan. In der Boutique, an der ich fast täglich entlang laufe hatte ich mich in eines, das im Schaufenster hing, verguckt. Ich nahm mir Zeit und wählte einige zum Anprobieren aus und entschied mich für zwei. Eines davon seht Ihr nun hier.

Erst auf den zweiten Blick fiel mir das Muster mit dem mexikanischen Totenschädeln auf. Ich freue mich drüber. Wie gefällt Dir meine Wahl?

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Lutz und Petra chatten für den MementoTag

Durch den Tod bleiben wir im Gespräch mit dem Leben. (Patrick Woodford)

Hallo Lutz,
hast Du in den letzten Jahren schon vom MementoTag gehört? Er wird dieses Jahr zum dritten Mal stattfinden. „End-lich leben“ so heißt es in der Subline und wird auf der Website so erklärt: 

Der MementoTag soll die Themen Sterben, Tod und Vergänglichkeit wieder mehr ins gesellschaftliche Bewusstsein holen und Menschen ermutigen, mit ihnen in Kontakt zu treten.

Und ich frage gleich weiter: Seit wann ist Dir bewusst, dass das Leben endlich ist? Dass es endlich ist, wissen wir ja. Aber so richtig bewusst hast Du es Dir wann gemacht. Oder wie war das bei Dir?

Hallo Petra,
schon Deine erste Frage bringt mich sehr ins Grübeln. Wann war das eigentlich, dass mir die Endlichkeit des Sterbens bewusst wurde?
Zunächst: Du hast vollkommen recht, das theoretische Wissen um die Endlichkeit des Lebens, das war eigentlich immer schon da. Schon in meiner Kindheit, Erfahrung mit der Endlichkeit des Lebens habe ich eigentlich das erste Mal gemacht, als mein Großvater, den ich sehr geliebt habe, starb. Da war ich 18, stand kurz vor dem Abitur, war ein furchtbarer Mensch, will ich den Erzählungen anderer glauben, einer, der sich mehr für sich selbst, als für irgendetwas anderes interessiert. Nichts und niemand ging mich was an. Wir kamen von einer Schulfahrt nach Frankfurt am Abend zurück, gedrückte Stimmung im Haus. Der Opa ist tot. Ich begriff das gar nicht. Und ich lernte einfach nichts daraus.

Es wurde relativ viel um mich gestorben. Das klingt merkwürdig, aber so war es: Nicht nur die Oma, auch während des Studiums und der ersten Berufsjahre Bekannte und einige Kollegen. Es schockierte mich einen Moment, aber rührte mich nicht wirklich und es lehrte mich auch nichts.
Die Endlichkeit des Lebens lernte ich erst mit der Krebserkrankung meiner Mutter kennen, sie war gerade 60, als sie starb. Und ihr größter Kummer war, dass sie den beiden kleinen Enkelkindern, meinen Töchtern, keine Oma mehr sein konnte, sie nicht begleiten und aufwachsen sehen konnte. Sie verzweifelte schier daran. Als sie davon sprach, brach es mir das Herz. Ihr viel zu früher Tod hatte es mir endgültig klar gemacht, was Endlichkeit bedeutet. In all seiner Unausweichlichkeit, seiner Konsequenz und auch seiner Brutalität.

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St. Clemens – ein Relikt im Wald

Wanderer, steh still
und bete für die
in diesem Friedhof
ruhenden Toten.

Es hätte eine gute Idee sein sollen. Auf Betreiben der königlichen-bayerischen Regierung wurden im ausgehenden 19. Jahrhundert bei Kranzberg westlich von Freising großflächig Weidenkulturen angelegt. Mit diesem nachwachsendem Rohstoff sollten neue Erwerbsmöglicheiten in der an sich armen Region zwischen Freising und Pfaffenhofen geschaffen werden. Und schon damals mussten zugunsten wirtschaftlicher Interessen die angestammten Bewohner weichen – Kleinbauern im Weiler Oberberghausen. Wer nicht an die Forstverwaltung verkaufen wollte, wurde unter Druck gesetzt. Schließlich zog 1884 der letzte Bauer fort. Das Dorf wurde dem Erdboden gleich gemacht.
Das ganze Dorf?

Nein.

Wie bei der Wüstung des Dorfes Fröttmaning, das in den 1950ern schrittweise zugunsten der Autobahn und des ständig wachsenden Münchner Klärschlammbergs abgerissen wurde (dazu folgt später noch ein eigener Beitrag), blieben auch in Oberberghausen Kirche und Friedhof vor der Zerstörung verschont.
Offenbar reichte in beiden Fällen die Traute nicht, Gotteshaus und Gottesacker dem Erdboden gleichzumachen. Beide blieben mitten im Wald stehen und wurden – da nutzlos geworden – dem Verfall preisgegeben.

Im Weltwald: St. Clemens

Aus der Weidenkultur allerdings wurde nichts – heute befindet sich St. Clemens inmitten des Freisinger Weltwaldes, einem höchst sehenswertem Arboretums, eines Lehrwaldes und einem biologischen Waldforschungsgelände in Hand des Freistaates Bayern.

Verfallen sieht die alte romanische und später barock ausgebaute Kirche allerdings nicht aus. Im Netz lese ich, dass sich ein Verein zur Erhaltung der Waldkirche Oberberghausen um die Pflege des Bauwerks kümmert.

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