In diesen Zeiten übers Sterben sprechen und wie ich einen klaren Kopf behalte

auf der Suche nach einer Friedens-Demo in Zürich letzten Samstag

Letzten Samstag habe ich in Zürich eine Friedens-Demo gesucht … und ein kleines Grüppchen gefunden, das für die Menschen in der Ukraine Frieden gefordert hat. Eine große Kundgebung fand in Bern statt und in vielen deutschen Großstädten. Ich wäre gerne mitgezogen …

… also hab ich meinen eigenen kleinen Spaziergang durch die Stadt unternommen an diesem schönen Tag und an die Menschen in der Ukraine gedacht.

Wie mit der jetzigen Situation umgehen hier im Blog? Wir schreiben über das Sterben und den Tod frei von der Leber … mal frech mal sonnig mal betrübt. Ich mag jetzt nicht schweigen trotz aller Sprachlosigkeit. Ein paar wenige Gedanken mag ich mit euch teilen und euch erzählen, wie ich grad klar komme.

KRIEG also. Und diesmal ganz nah. Es wird taktiert und geschossen und gestorben. Dass ich wie die meisten ohnmächtig und fassungslos bin muss ich sicher hier nicht beteuern. Ich bin auch traurig, dünnhäutig, ruhelos.

Schreiben und reden sind wichtig. Gedanken und Gefühle teilen sind wichtig. Ich habe eben den Newsletter einer Freundin gelesen, den von Susanne alias Texterella und sie hat mir aus der Seele gesprochen. Sie erklärt, wie sie bei Sinnen bleibt. Sehr schön formuliert. Sie verlinkt sehr lesenswerte Blogartikel aus anderen Blogs, wie die Schreiberinnen mit ihrem Alltag jetzt umgehen … es gibt auch Hinweise zu Hilfsorganisationen und Spendenkonten und „wie man richtig spendet“.

Die Kriegsnachrichten. Wir sind fast live dabei. Rund um die Uhr. Ja, ich informiere mich täglich. Ich schaue aber weg von Bildern und Videos. Die graben sich leider in mein Gedächtnis ein und dann werde ich sie nicht wieder los. Ich lerne Interessantes dazu in den Talk-Shows: Geopolitisches und Geografisches, Militärisches.

Im Live-Call von Ingrid Meyer-Legrand, der Kriegsenkelin-Expertin lerne ich, dass die einen Klarheit brauchen und Aktionen organisieren, andere schotten sich ab. Was alle empfehlen: Keine Bilder und Videos anschauen! Besser Podcasts hören. Aufgepasst: Es wächst eine neue Generation Kriegskinder auf und damit die nächste Generation Kriegsenkel. Wir erleben die Trauma hautnah mit.

Ich telefoniere mit meiner 84-jährigen Mutter und versichere ihr:
„die Russen kommen jetzt nicht!“

Ein Freund und Sportcoach rät: Nichts tun. Boxenstopp unterm Schreibtisch.

Eine sehr interessante Dokumentation auf ARTE empfehle ich euch über den russischen Präsidenten. Sehr interessant. Sehr erschreckend! „Putin. Die Rückkehr des russischen Bären“. Aus 2021 – also vor dem Beginn des Krieges.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann hätten wir keinen Krieg auf der Welt und auch nicht in der Ukraine. Illusorisch?! ich weiß. Jeder Tote und jede Tote ist zu viel. Und darüber weine ich. Ich weine über jedes einzelne gelebte Leben, das jetzt zu Ende geht – im Krieg gefallen. Unsere Kirchen in Richterswil laden zum Friedensgebet für die Ukraine am Sonntagnachmittag.

Eine Traueranzeige fiel mir ins Auge diese Tage und damit schließe ich und wünsche euch gute Gedanken, Hoffnung, Liebe, Langmut. Einen schönen Tag.

sie können wohl alle blumen abschneiden,
aber sie können den frühling nicht verhindern.

pablo neruda

Ein Gedanke zu „In diesen Zeiten übers Sterben sprechen und wie ich einen klaren Kopf behalte

  1. Vielen Dank Petra, Du hast wunderbar formuliert, was mir auch durch den Kopf geht und ich überlegt hatte, wie ich das hier in diesem Blog zur Sprache bringe. In meinem eigenen hatte ich bereits Zeilen der Rat- und Hilflosigkeit veröffentlicht, die ich aber nicht einfach hierher kopieren wollte.
    Es tut gut zu wissen, dass man nicht allein damit ist.

    Gefällt 1 Person

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