Der Greif und ich, wir sehen uns immer wieder – Teil 1

Es war dieser Moment, in dem einer Horde Teenager die Gesichtszüge entglitten. So auch mir. Viele Jahre ist es her, genau genommen in den frühen 80ern des vorangegangenen Jahrhunderts, da offenbarte uns unser Deutsch-Leistungskurslehrer, dass er den Lektürekanon des vor uns liegenden Halbjahres einfach ignorieren würde und uns statt dessen die barocke Lyrik näherzubringen gedachte – so auch einige ausgewählte Sonette von Andreas Gryphius, Paul Fleming, Simon Dach und anderen.

Niemand – ausnahmslos niemand – hatte zuvor von Gryphius gehört, hatte Interesse an Barock oder an Lyrik. Wir alle hatten auf einen modernen Autor gehofft, zumindest einen Klassiker der Gegenwartsliteratur: Brecht, Dürrenmatt, Frisch, Böll.
Egal.
Hauptsache: Was Politisches, bitte möglichst gegen Krieg und Faschismus, für Frieden und Freiheit.
Statt dessen Gryphius. Und zack, da lagen sie: Die Kinnladen auf den Tischen ringsum. Wir alle hatten ja keine Ahnung…

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