„Sag mir wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben …“

Es nähert sich der November und mit ihm die Totentage, Allerheiligen zum Beispiel. Oder der Volkstrauertag; ein staatlicher Gedenktag für die Opfer von Gewalt und Krieg aller Nationen. Auf viele Friedhöfen gibt es eigene Gedenkstätten und Gräberfelder für die toten Soldaten und Soldatinnen, für zivile Personen, in KZs Ermordete oder Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen.

Oft sind es reihenweise die gleichen Steinkreuze, eins neben dem anderen im Gras. Auch das eingemeißelte Todesdatum ist oft gleich, nur die Namen unterscheiden sich. Solche Ehrengräbern haben laut Gesetz ein ewiges Ruherecht. Oft ist die Schrift so verwittert, dass man sie nicht mehr lesen kann. In manchen Ziffern und Buchstaben wachsen Moos und Flechten.

Für uns Menschen ein Anblick, bei dem man sich wie im Liedtext „Sag mir wo die Blumen sind“ fragt: Wann wird man je verstehen?

Für viele Tiere dagegen ist ein solche Kriegsgräberstätte ein lichtes Gräsermeer voller Futter mit warmen Steininseln dazwischen. 

Zum Beispiel Heuschrecken, Grashüpfer und Grillen fühlen sich hier oft wie im Paradies. Oder: Spinnen. In alten Geschichten sind Spinnen wie weise Frauen, die Weberinnen der Zeit, der Schicksalsfäden.

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