Friedhofshochhaus in Santos: Pelés letzte Ruhestätte

Pelé fand seine letzte Ruhe im sogenannten „vertikalen Friedhof“ in Santos. Da spitzte ich meine Ohren. Vertikaler Friedhof?! Was ist das? Habe ich noch nie gehört.

Es wurde Zeit mal zu recherchieren was es damit auf sich hat. Ich wusste nicht, dass es Friedhofshochhäuser dieser Art gibt. Und dann auch noch so chic. Das was ich sehe gleicht einem 5-Stern-Hotel.

Es gibt wohl keinen besseren Platz und Blick für Pelé mit Blick auf das Fußballstadion seines Vereins in Santos! Es ist das Friedhofshochhaus Memorial Necrópole Ecumênica, in dem er in der neunten Etage in einer Grabkammer seine letzte Ruhe fand. Ich wusste bisher nichts von diesem meist besuchten “Spot” auf der Welt. Er wurde nämlich auf dem 2015 stattfindenden Weltfriedhofstreffen als “international meistbesuchter Friedhof” ausgezeichnet. Das Haus sieht aus wie ein normales Wohngebäude: 14 Stockwerke, helle Fassade, durch Balkone locker gegliedert.

“Das 1983 erbaute Haus hat 18’000 Grabkammern. Jede einzelne bietet Platz für maximal sechs Tote. Die Preise sind nach Etagen gestaffelt. Unten finden sich die günstigeren Kammern, nach oben wird’s teurer. Wegen der schönen Aussicht”.

Das Entrée gleicht einer Hotelhalle. Man kann sogar übernachten oder flaniert über die Gänge. Leise Musik ist zu hören. In einem Restaurant wird man verwöhnt. “Auf dem Dach des Friedhofsgebäudes befindet sich ein tropischer Garten – mit Wasserfall, Café und Panorama-Blick auf die Stadt und den nahen Regenwald … Der Hochhaus-Friedhof verfügt über die Infrastruktur eines normalen Friedhofs – Kapellen, Krematorium, Mausoleum –, bietet darüber hinaus aber auch einige Extras“.

In Brasilien müssen Verstorbene nicht zuletzt wegen des heißen Klimas innerhalb von 24 Stunden bestattet werden. Außerdem liegt im Süden Brasiliens der Grundwasserspiegel wegen der subtropischen Temperaturen sehr hoch. Deshalb kommt es oft zu Überschwemmungen. «Normale» Friedhöfe geraten immer wieder unter Wasser. Deshalb macht so ein Friedhofshaus sehr viel Sinn und ist eine pragmatische Lösung.

Es ist übrigens ein Anbau geplant: noch höher und wahrscheinlich schöner.

Warst Du schon mal dort? Oder in einem anderen Friedhofshochhaus in Brasilien?

(Quellen: SRF Schweiz: „Ein Hochhaus zum Anhimmeln“ und
evangelisch.de „14 Stockwerke näher am Himmel“).

Website des Friedhofs: www.memorialcemiterio.lwsite.com.br

6 Gedanken zu „Friedhofshochhaus in Santos: Pelés letzte Ruhestätte

    • In manchen Nachbarländern darf man die Urnen sogar zu Hause behalten.

      Ich finde so ein Hochhaus für mich auch nicht akzeptabel, denn ich würde ein Boot einem Kreuzfahrtschiff jederzeit vorziehen, aber in anderen Ländern mögen unterschiedliche Beweggründe für solch eine Bestattungskultur vorliegen.

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      • Hallo Anna-Lena, ja genau, zum Beispiel in der Schweiz ist das möglich.
        Ich finde es für die Situation und das Land sehr interessant gelöst und es fasziniert mich. Ich verstehe, dass Du ein Boot vorziehen würdest … Schönen Abend.

        Gefällt 2 Personen

    • Huhu und guten Abend, ja in der Schweiz wäre das möglich: die Urne auf dem Kaminsims oder die Asche verstreut im Garten (pssst, es gibt Tricks wie man an die Urne kommt, hab ich gehört).

      Das mit dem Hochhaus find ich praktisch und für die Situation passend.
      Ganz liebe Grüße. Petra

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