Memento Mori – Die vierte Runde


Zur guten Tradition des Totenhemdblogs gehört es, dass das Team der Autorinnen miteinander redet: Übers Sterben, über den Tod, Bestattungsformen und -riten. Was uns eben gerade einfällt und bewegt.
Das Team hat sich in diesem Jahr erweitert, Sigrid und Juliane sind neu dazu gekommen. Es wird Zeit, diese Tradition wieder aufleben zu lassen, nicht an den alten Gesprächsfaden anzuknüpfen, sondern einen neuen zu spinnen.

Lutz: Ich wage mal einen Einstieg. Was mich im Moment sehr beschäftigt und was ich  in einem eigenen Beitrag hier im Blog zum Thema gemacht habe, ist ein aufgelassener Friedhof. Entdeckt habe ich ihn im Urlaub, ganz profan, indem ich auf Google Maps die als Sehenswürdigkeiten und Foto Hot Spots markierten Orte in erreichbarer Nähe unseres Ferienziels durchgestöbert habe. Old Cemetary stand dort. Das hat mich neugierig gemacht: Ein Friedhof, der keiner mehr ist, auf dem aber noch immer ein paar Grabsteine herumliegen, auch Reste steinerner, geöffneter Gruften, alles dem Verfall preis gegeben. Auch die Orte der Toten können also sterben, vor allem, wenn die Lebenden von dort vertrieben werden. Und 50 Jahre später kommen wir Touristen und fotografieren diesen Ein Lost Place der Lost Souls wie ein Schiffswrack, eine leere Fabrik oder eine Ruine eines Hauses. Eine sehr eigenartige Erfahrung.


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