Urlaubsmitbringsel Teil II: Friedhofserlebnisse aus Albanien

Dieser Beitrag ist ein Lehrstück für mich, dass man im Internet doch nicht alles finden kann. Zumindest nicht ohne Bezahlschranke und mit einem Zeitaufwand, der nicht forschungsarbeitsmäßig ausufert.

Und zwar: Ich war in diesem Jahr im Strandurlaub in Albanien. Auf dem Weg dahin habe ich viele Friedhöfe besichtigt, in jeder Stadt, in der wir Station gemacht haben: Prag, Budapest, Belgrad und Skopje. Darüber habe ich im letzten Beitrag geschrieben. Und am Ende angekündigt, dass ich mir auch im Strandurlaub – klar – Friedhöfe angeschaut habe. Die ich dann beim nächsten Mal zeigen würde.
Also heute.

Das mache ich auch.

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Urlaubsmitbringsel Teil I: Friedhofserlebnisse aus Südosteuropa

Strandurlaub in Albanien stand dieses Jahr auf dem Programm und auf dem Weg dahin: Haupstadthopping. Prag, Budapest, Belgrad und Skopje. Jeden Tag eine andere Metropole als Zwischenstation auf der Autobahn, statt fliegen. Klar, dass ich mir in jeder Stadt einen Friedhof angeschaut habe, von Berufs wegen sozusagen. Aber: jeder Besuch war ein tolles Erlebnis, auch wenn es immer nur im Schnelldurchlauf war. Nach den Stunden auf der Autobahn war die Zeit auf dem Friedhof eine erholsame Dosis an Natur und Kultur, Bewegung und Ruhe – und gleichzeitig ein irgendwie persönlicher Eindruck jeder Stadt. Für Museen und anderes Sightseeing hatten wir nämlich keine Zeit, am nächsten Morgen ging es jeweils früh weiter.

Zwischenstation 1 war Prag.

Der Zentralfriedhof von Prag liegt unter vielen hohen alten Bäumen, viele Gräber sind mit Moos bewachsen und von Efeu umrankt – in der Sommerhitze eine echte Wohltat. Es gibt gemütliche Bänke, sogar an und auf den Gräbern, viel Grün, Geblümtes und Lebendiges.

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Buddhistisch bestattet

Jeder Friedhof, jedes Grab ist anders, aber: Friedhöfe und Gräber hierzulande sind auf ihre Art typisch. Christlich geprägt, abendländisch, mitteleuropäisch – wie auch immer man das nennen will. Wer viel auf Friedhöfen unterwegs ist kennt sicherlich auch orthodoxe Gräber oder muslimische. Auch jüdische Friedhöfe haben ihren eigenes wieder erkennbares Aussehen. Und buddhistische Grabstätten, woran erkennt man die? „Wahrscheinlich eher gar nicht“, sagt Chris Urban, Inhaber des Magdeburger Bestattungsunternehmens Samsara Bestattungen®. „In Deutschland gibt es zwar mittlerweile buddhistische Abteile auf Friedhöfen und sogar einige buddhistische Friedhöfe. Eigentlich unterscheiden sich diese aber nicht maßgeblich von unserer herkömmlichen Friedhofskultur. Man sieht natürlich ein paar mehr Buddha-Figuren und asiatische Dekoration. In den Ländern, in denen der Buddhismus die Hauptreligion ist, werden die Verstorbenen verbrannt und die Asche verstreut. Dort gibt es meist gar keine Friedhöfe, also auch keinen typischen Anblick.“

Chris Urban machte seine ersten Erfahrungen in der Bestattungsbranche mit 13 Jahren, in den Ferien mit kurzen Praktika. Anschließend hatte er dort einen Nebenjob und machte dann die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft. Dort erlebte er eine buddhistische Bestattung und war von der Ausrichtung und der Ausstrahlung der Mönche sehr angezogen. Nach der Ausbildung sammelte er in verschiedenen Bestattungsinstituten Erfahrung, beschäftigte sich intensiver mit der Lehre des Buddha und verbrachte längere Zeiten in Klöstern in Deutschland und Thailand. Im Jahr 2021 dann hat Chris Urban im Alter von 25 Jahren sein eigenes Bestattungsunternehmen gegründet. Als praktizierender Buddhist und dadurch, dass diese asiatische Weisheitslehre in seinem Unternehmen verankert ist, möchte er unsere Bestattungskultur moderner, offener und menschenfreundlicheren gestalten.

Sigrid hat mit Chris über Buddhistisches Bestatten gesprochen.

Sigrid: Du bist Bestatter und zwar ein besonderer: du bestattest deine Toten buddhistisch. Wie kann ich mir das vorstellen, woran merke ich das?

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Naturerlebnisse und schöne Fotos

Die Sonne scheint, auf den Steinen der alten Mauer sonnen sich Eidechsen.  Ein Stück weiter ziehen Ameisen, sie tragen geschäftig Samen in den Bau. Im Eufeudickicht raschelt es, eine Amsel fliegt heraus. Weiter unten im Laub raschelt ein Igelfamilie, am feuchten Fuß der Mauer verdösen Kröten den Tag. Eine Blattschneidebiene brumselt vorbei, etwas schwerfällig, denn das Stück Rosenblatt, das sie schleppt und mit dem sie die Niströhre für ihr Ei tapezieren wird, ist beinahe dreimal so groß wie sie selbst.

Ein Kuckuck ruft und überall pfeifen, flöten, piepsen und gurren Vögel. Die ganze altbekannte Artenschar von Amsel bis Zaunkönig lebt hier, aber auch seltene Arten wie Goldhähnchen oder Trauerschnäpper. Ein Specht klopft am Stamm einer Kiefer, auf dem moosweichen Weg hopst ein Rotkehlchen. Die Tiere sind an Menschen gewöhnt und vorsichtig, aber nicht scheu. Der Reiher am Teich hebt nur träge ab, geht man an ihm vorbei, ein Stück weiter landet er sofort wieder. Libellen schwirren hin und her, eine Entenfamilie watschelt quakend und schnatternd zum Wasser.  Eichhörnchen springen die Bäume hoch und springen von Ast zu Ast.

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Cementiri de Palma: Mallorcas Hauptstadtfriedhof

Dass Mallorca mehr ist als Partyinsel, hat sich herumgesprochen. Badeurlaub, Naturschönheiten, Wandern – und auch Mallorcas Friedhöfe sind sehenswert. Der größte ist der Zentralfriedhof der Hauptstadt Palma. Anders als die meisten anderen Friedhöfe der Insel liegt er nicht weit draußen vor der Stadt, sondern mittendrin. Vermutlich war das 1820, bei seiner Gründung, anders. Palma hat aktuell rund 500 000 Einwohner und ist wohl mit den Jahren einfach an den Friedhof und um ihn herum gewachsen.

180 000 Menschen sollen hier in den rund 200 Jahren seit der Einweihung bestattet worden sein; jedes Jahr kommen einige Hundert dazu.

Ich bin sehr oft auf Friedhöfen, meistens in Deutschland oder Mitteleuropa. Jeder Friedhof ist ganz anders, aber die meisten erinnern doch eher an Gärten, Parks und Wälder. Dieser Cementiri hier sieht dagegen aus wie eine Stadt. Überall Stein und Mauerwerk, Pflaster, Kies und Schotter, Grabplatten, Skulpturen.

Da gibt es große Mausoleen wie Villen für Wohlhabende; reihenhausartige Grabstätten und auch Stockwerksbauweise: Mauern und Wände, in denen die Nischen für die Verstorbenen klein und in mehreren Reihen über- und nebeneinander liegen. Alles ist geschmückt und verziert, mit Geschmiedetem und viel Stein: Kreuze, Engel, Vögel.

An den Grabplatten hängen Plaketten mit Fotos der Verstorbenen und in vielen Grabsteinen sind kleine Vitrinen eingearbeitet, in denen religiöse und vielleicht auch private Szenen nachgestellt sind mit Figuren. Wie in einer Puppenstube.

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