Über Petra Schuseil

"Als alte Frankfurterin" liegt mein Lebensmittelpunkt jetzt am Zürichsee. Ich reise gern und schreibe gerne Morgenseiten. Manche Klient*innen reisen zu Ihrem Genius-Coachingtag zu mir an den See. Wesentlich werden hat viele Facetten. Seit Ende 2014 blogge ich regelmäßig mit Annegret im Totenhemd-Blog.

Friedhof in Novosibirsk – Fotoeindrücke von Sasha

Sasha war Gast während des letzten Death Café in Zürich und erzählte uns von Begräbnissen und Friedhöfen in Russland insbesondere ihrer Heimatstadt Novosibirsk.

Hier eine Auswahl ihrer Fotos mit ihren Erklärungen dazu in Englisch.

1. Typical present for those who attended the funerals: a handkerchief or a kitchen towel
2. Typical food to take away – chocolate candies wrapped in the paper. They are usual candies so people might eat them on any other day.

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In my native city of Novosibirsk the body stays in the coffin in the flat for three days

 

 

3. In my native city of Novosibirsk the body stays in the coffin in the flat for three days (the funerals normally take place on the third day after death). The cover of the coffin should stay outside. Here you can see that the cover in on the stair case.

 

4 – 8. The fragments of the textile the body is covered with. They should look pretty (even luxury may be) though the quality is bad – the textiles are produced for the funeral case. The plastic flowers can also go inside the coffin. Taking pictures of a dead body considered to be bad. So these are the pictures from my two grandmothers‘ funerals. When my parents saw me with the camera they got very nervous and would not allow me to take pictures of the dead.

9 – 10. It would be a typical set of objects next to the coffin: a photo of the dead (which is placed on the grave after the burial), a book with prays and a candle. The fires are very common because there are candles which burn all day long and at night as well when nobody is watching and there are a lot of plastic flowers which are flammable. The sign (picture 10) contains the name of the dead, years of life and R.I.P. (as the last line). This sign is temporary and placed on the grave for one year (as you can see in picture 11). Weiterlesen

8. August MementoTag end-lich leben

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Die Damen vom MementoTag haben sehr viele Interessierte auf Ihrer Website zusammengebracht. „Tod und Sterben“ soll heute am 8. August ein wiederkehrender Gedenktag werden. Dass wir sterben und end-lich sind soll uns immer wieder bewusst sein.

Gerade gestern hab ich meiner Friseurin vom MementoTag erzählt und dass ich dazu schreiben werde. Sie erzählte mir darauf von einem Bekannten, der sich kleine Sterne auf seinen Oberarm auf der Innenseite tätowieren ließ. Er sind schon 3 Sterne. Jeder Stern steht für einen geliebten Menschen, den er im Laufe seines Lebens verloren hat. Oma, Opa, ein Freund. So bleiben sie in seiner Erinnerung. Aber auch er selbst weiß um seine Endlichkeit. Täglich wird er daran erinnert.

***

Als ich meine Mutter vor etwa drei Wochen besuchte erzählte sie mir, dass ihr geliebter Hans (ihr zweiter Ehemann) dieses Jahr 80 würde. Er hätte am 14. Juli Geburtstag gehabt. Wir sind also gemeinsam auf den Friedhof marschiert an einem heißen Sommertag. Sie mit ihrem Rollator immer mit kleinen Pausen und roten Rosen dabei. Die haben wir auf sein Grab verteilt. Meine Mutter sagte mir am Telefon, dass sie sehr glücklich sei, dass ich sie begleitet habe. Denn es wäre ihr allein zu beschwerlich gewesen. Weiterlesen

Von Leben und Urlaub

Christiane hat – immer wieder montags – ein wunderschönes Gedicht „ausgegraben“ von Otto Reutter. Mit der Uhr in der Hand, heißt es und es entstand wohl im Juni 1928.

Schaut vor allem die beiden Links an: das vollständige Gedicht einerseits und das gesprochene andererseits! Man achte auf das rollende RRRRR. Ich schrieb im Kommentarfeld:

Ich habe es mir eben auch angehört … und das im Jahr 1928! Der damalige „Zeitstress“ erscheint uns heut wie Zeitlupe …..

„Du brauchst nicht auf die Uhr mehr zu sehn,
Denn meine geht weiter, und deine bleibt steh’n – –“

Da könnte man schon neidisch werden, dass „seine / ihre (der Tödin ) Uhr nicht stehen bleibt“.

Einen schönen Sonntag und weiterhin herrlichen Sommer wünsch ich Euch.

Mutter Goethes Grab auf einem Frankfurter Schulhof. Neben dem Peterskirchhof.


IMG_2060Auf dem Weg zum Sprachkurs staunte ich nicht schlecht als ich vor einer Kirche, der Peterskirche, einen kleinen Park entdeckte mit der Information „Gedenkstätte“. Ich stand vor dem Peterskirchhof. Nicht zu übersehen jedenfalls ein sehr aufdringliches Kreuzbildnis aus Stein mitten in der Stadt einen Steinwurf von der City entfernt. (Es ist eine Kopie der Kreuzigungsgruppe vom Mainzer Bildhauer Hans Backoffen. Das Original ist im Museum zu finden). Die Kirche und auch dieser Platz sind mir nicht fremd aber ich war sehr selten hier. Es hat mich nie interessiert näher hinzuschauen.
Was ein Kontrast für das Auge!

Ich bin jedenfalls gleich nach dem Sprachkurs los und habe mir alles genau angesehen.

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Mehr Überlegungen zum ungelebten Leben: sich vom Leben verabschieden (6)

IMG_1812In einem der Bücher, die ich hier im Blog schon vorstellte, habe ich gelesen: Es ist unsere wichtigste Lebensaufgabe, sich vom Leben verabschieden zu müssen.

Sich vom Leben zu verabschieden ist – egal in welchem Alter – schwer. Man hinterlässt vor allem seine Liebsten, seine Freunde, Dinge, die einem wichtig waren. Die Liebe am Leben.

Ich möchte mal kurz weg schwenken vom Sterben und vom Tod und ganz allgemein zu einem unserer Grundbedürfnisse kommen: etwas beenden. Die Maslowsche Bedürfnispyramide kennen wir alle. Die elementaren körperlichen Grundbedürfnisse kennen wir auch: essen, trinken, schlafen, Sex haben. Hier noch einmal zur Erinnerung bei Wikipedia nachzuschauen.

Irgendwann dann in meiner Coachingausbildung lernte ich, dass es zu unseren sozialen Bedürfnissen gehört Dinge oder Beziehungen zu beenden. Oder etwas zu Ende zu bringen. Warum? Weil wir Dinge beginnen. Wir lernen eine Sprache oder starten einen neuen Job. Wir sind neugierig und engagiert oder auch inspiriert und machen eine neue Erfahrung. Andersrum merken wir aber auch, wenn wir etwas beenden müssen. Die Sprache ist gelernt. Der Job macht keinen Spaß mehr. Die Liebe ist vorbei. Manchmal sind es äußere Umstände, die uns deutlich machen, „dies ist nun zu Ende“. Es ist wichtig, dass wir uns klar machen, dass dies zu unseren Grundbedürfnissen gehört. Es ist wichtig für uns „Schluss zu machen“. Das gibt uns Freiheit, macht uns autonom, zählt zu unserer Persönlichkeit. Es bedeutet, dass wir eine Wahl haben. Wir können uns für oder gegen etwas entscheiden. Wir können Schluss machen. Da denken wir doch gleich an Hermann Hesses Gedicht „Stufen“ oder?

Nun gibt es Menschen, Weiterlesen

Jüdischer Friedhof Berlin – ein sommerlicher Friedhofspaziergang

Jüdischer
Friedhof Berlin-Weißensee
so viele Lebensgeschichten
ich spaziere leise neugierig
lauschend

Es war eine interessante und halbstündige Fahrt mit der Straßenbahn quer durchs quirlige Berlin. Von der Straßenbahnhaltestelle spazierten wir durch ein stilles Wohnviertel und erreichten den Eingang zum Jüdischen Friedhof.

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Über hunderttausend Tote liegen auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee. Ich informierte mich kurz ob es einen Plan des Friedhofs gibt und entdeckte in einem ausliegenden Buchexemplar berühmte Persönlichkeiten. Es sind etwa siebzig gelistet. Ich suchte mir zwei Gräber heraus, die ich auf jeden Fall finden wollte. Ich hatte Glück, dass sie im Plan auf dem selben „Längengrad“ lagen. Ich wollte Samuel Fischer finden, der den Fischer-Verlag gegründet hatte und Albert Mendel. Ihm wurde vom Architekten Gropius ein Bauhaus-Grabmal geschaffen.

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Und dann waren wir umschlossen von Stille und Dunkelheit. Es war ein heißer sonniger Tag auf dem Jüdischen Friedhof. Hier herrschte angenehme Kühle. Unsere Sinne empfingen eine düstere und geheimnisvolle Stimmung. Weiterlesen

Gesprächssplitter Death Café Zürich: Lust auf den Tod?

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Zu unserem Zürcher Death Café kamen drei junge interessierte Menschen, die mit uns ins Gespräch kamen so dass die Zeit wie im Flug verging. Wir sind froh, dass Sarah dabei war, die die früheren Death Cafés in Zürich organisierte und so manchen Tipp für uns hatte.

Gesprächsplitter aus unserem Treffen

The order of the good death – gegründet von Caitlin Doughty.
Smoke Gets in Your Eyes PBK mech.inddCaitlin hat unter anderem das Buch geschrieben, das eine der Teilnehmerinnen in ihrer Tasche dabei hatte: „Smoke gets in your eyes – other lessons from the Crematory“. Wir haben sicher auch schon ein (ich glaube lustiges) Video von  Caitlin gesehen.

Eine Teilnehmerin informierte uns über die Bestattungskultur in Moskau. Wir hörten aufmerksam zu. Anders als bei uns: Essen wird auf die Gräber gestellt, das dann aber stehen bleibt und unappetitlich wird. Es sieht nicht so schön aus auf den Friedhöfen wie bei uns. Zum Leichenschmaus verschenkt man Bonbons.

Ich stellte das Buch „Das Geschenk der Sterblichkeit“ von Jan Kalbitzer vor und schnell waren wir mittendrin im Gedankenaustausch.

Rezept: Denk an Deinen Tod.

Die Angst vor dem Sterben und dem Tod zulassen und annehmen.

„Memento Moris“ in der eigenen Wohnung verstreut präsentieren. Sie erinnern an die Endlichkeit.

Dem Tod Platz und Raum geben im Leben, in der Wohnung.

Wenn jemand einen Totenkopf z.B. auf einem Shirt oder einer Kette trägt: Ist das eine Botschaft oder Mode? Message oder Fashion?

Die Frage nach dem ungelebten Leben: Bin ich schon ich? Oder verstell ich mich?

Der schönste Ausdruck meines ICH (wenn ich ganz präsent und authentisch bin).

Gegenfrage: Weiterlesen

Friedhofspaziergang Fluntern

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Noch ein Nachzüglerfoto vom Friedhof Fluntern … diese zwei Gräber mit den kleinen weißen Elefanten je auf einer Kreuzseite … aufeinander zugehend.

Ich hab gar nicht geschaut was auf den Kreuzen stand. Sie gehören ganz sicher zusammen … durch die Elefanten miteinander verbunden.

Schön und berührend.

Siehe meinen Friedhofspaziergang Fluntern.

Buchtipp: Das Geschenk der Sterblichkeit

9783896676009In den letzten Wochen habe ich mich mit diesem Buch beschäftigt und einige Blogartikel daraus geschrieben. Mich hat die Frage nach dem „ungelebten Leben“ beschäftigt. Der Autor ist auf der Suche nach einer Antwort. Nämlich so sagt es uns der Untertitel: Wie die Angst vor dem Tod zum Sinn des Lebens führen kann.

Mir hat das Buch gefallen, denn ich mag die analytische und erklärende Art des Autors. Sein Verleger ermahnte ihn, das Buch so zu verfassen, dass auch die Leserin oder der Leser etwas davon haben und es nicht nur eine persönliche Reise und Innenschau wird. Ich finde, es ist ihm gelungen. Nur manchmal dachte ich: Wow, was er alles von sich preis gibt. Aber er hat auch eine Menge nicht über sich erzählt. Das ist gut so. Denn in Berlin praktiziert er in eigener Praxis. Dennoch lernen wir von seinen Erfahrungen und Erlebnissen und Gesprächen, die er führte.

Brennend und neugierig habe ich mögliche Antworten gelesen, die er von den verschiedensten Menschen hörte. Er sprach Weiterlesen

Spaziergang über den Friedhof Fluntern

72D85657-68B1-45CD-BD95-DA5835DC40CCHeute zog es mich zum Friedhof Fluntern oben auf den Zürichberg. Ein herrlicher Morgen begann und ich erinnerte mich an mein Vorhaben allen 19 Friedhöfen Zürichs einen Besuch zu erweisen. Heute also Fluntern. Ich bin mal dran vorbei spaziert, das ist schon eine Weile her. Da wusste ich: Hier muss ich nochmal her. Er liegt nämlich sehr idyllisch nahe dem Zoo und dem FIFA-Sportgelände oben auf dem Berg. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick und kann schöne Spaziergänge unternehmen. Mit der Straßenbahn bin ich also heut „nach oben“ gefahren durch die Stadt.

2C080699-C4AA-475C-BBA1-B1B355A650E3Im Internet informierte ich mich vorab und sieh an: der Friedhof Fluntern wird sogar als Sightseeing-Punkt aufgezählt, weil bekannte Persönlichkeiten hier begraben sind. Beispielsweise Elias Canetti oder James Joyce.  Ihre Gräber liegen nah beieinander. Rechts seht Ihr Canettis Unterschrift als Grabinschrift.

Die sitzende Bronzefigur hinter James Joyce Grab zeigt den Schriftsteller mit einem Buch in der Hand.

Besonders populär sind die Grabstätten von Schriftsteller James Joyce (errichtet 1966) und Nobelpreisträger Elias Canetti (1994). Die Bronzestatue von Milton Hebald auf dem Grab von James Joyce ist inzwischen zum Wahrzeichen des Friedhofs geworden. Quelle: Stadt Zürich. Friedhof Fluntern.

Siehe auch die New York Times: ein Foto zeigt den Künstler neben der Bronzefigur

Ich habe den Spaziergang über den Friedhof sehr genossen. Eine junge Frau restaurierte einen alten Grabstein. Ich habe viele interessante und außergewöhnliche Figuren geknipst. Wirklich schön für die Ohren, Weiterlesen