Bist du bei mir

41k2PZ4jqnLIn ihrem neuen Buch schreibt Cornelia Coenen-Marx​ auf Seite 88 über die Interviews im Totenhemd-Blog. Deshalb aus aktuellem Anlass hier noch einmal das Interview mit der inspirierenden Autorin.

Ihr Song: „Bist du bei mir“:

„Bist du mei mir, geh ich mit Freuden
zum Sterben und zu meiner Ruh‘.
Ach, wie vergnügt wär‘ so mein Ende,
es drückten deine lieben schönen Hände
mir die getreuen Augen zu!“ (aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach).

Wir reden übers Sterben … heute mit: Dr. Fabienne Mathier

FabienneMathier_600px_webDR. PHIL. FABIENNE MATHIER ist Regisseurin, Produzentin und Psychotherapeutin.

Fabienne ist ursprünglich Psychologin und Psychotherapeutin mit 10 Jahren Berufserfahrung. Nach verschiedenen Fortbildungen (Theaterpädagogik, Filmregie, Drehbuch, Schnitt, Regieassistenz), ist sie nun seit 2011 in Zürich als Regisseurin tätig sowie seit 2013 auch als Filmproduzentin für ihren ersten Kinofilm „Winna – Weg der Seelen“.

Du beschäftigst dich mit (deiner) Endlichkeit. Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben?

Von 2007 – April 2009 habe ich als Leiterin Psychosozialer Bereich Palliative Care in der Psychoonkologie am UniversitätsSpital Zürich gearbeitet und Sterbende begleitet. Diese sehr intensive Auseinandersetzung mit Sterben und Tod hat mein Leben sehr geprägt. Seitdem kann ich jeden Tag, an dem ich lebe, noch viel dankbarer schätzen und beim Auftauchen von Herausforderungen in meinem Leben sage ich mir oft: „Fabienne, es sind alle noch am Leben, also hast du gar kein Problem.“ Und wenn es doch um Abschiede von geliebten Menschen geht, dann weiss ich für mich, dass sie einfach in einer anderen Form weiterleben und weiter Erfahrungen machen.

Viele haben Hemmungen oder auch Angst, mit anderen über das Sterben zu reden. Wie ist das bei dir? Was hat sich verändert?

Ich möchte die Menschen dazu ermutigen, über das Sterben zu reden. Es gibt viele unnötige Ängste vor dem Tod und das Sprechen über den Tod mit anderen könnte hier eine Hilfe bieten. Dies war auch einer meiner Beweggründe für meinen Kinofim „Winna – Weg der Seelen“, dass die Menschen sich darüber austauschen, welche Vorstellungen sie über den Tod und das Leben nach dem Tod haben. Weiterlesen

Zum Jahresende. Der letzte Satz …

csm_kopie_von_titel_daa_2016_cabe4e5f78Mich begleitet seit dem Vorabend des ersten Advent der etwas Andere Adventskalender aus dem Hause „Andere Zeiten in Hamburg„. Jeden Tag freue ich mich über eine andere Geschichte, ein Gedicht, ein schönes Foto, einen Bibelvers.

Heute am 30.12. entdecken wir verschiedene letzte Sätze aus den verschiedensten Romanen. Sie haben ein Echo. Sie begleiten uns, wenn wir mitgefiebert, mitgelitten und mitgeliebt haben. Der letzte Satz eines Romans bedeutet Abschied zu nehmen.

Wie wahr!

Du kennst das sicher auch: Manchmal ist man verdutzt, dann wieder ist der letzte Satz ganz logisch, manchmal wundert man sich und versteht ihn nicht. Auf jeden Fall hat der Roman den man fertig gelesen hat eine Wirkung. Manchmal ist der letzte Satz ein indexrichtiger Treffer und man denkt noch tagelang nach. Wir nehmen ungelesene und fertig gelesene Romane mit hinüber in das neue Jahr …

Der Roman „Bewohnte Frau“ von Giaconda Belli, den ich vor vielen vielen Jahren gelesen habe, endet so:

Niemand, der liebt, stirbt jemals.

Über diesen Satz kann man nun lebhaft diskutieren. Welchen letzten Satz findest Du in dem Buch, das Du gerade liest und magst ihn mit uns teilen? Er sollte zu unseren Themen im Totenhemd-Blog passen.

Buchtipp: Für Dich soll’s tausend Tode regnen

511uzwmb-zl-_sx311_bo1204203200_In welchem Buchladen mir dieses großartig gestaltete Buchcover begegnet ist, weiß ich nicht mehr. Ich poste es nämlich vor allem wegen diesem gelungenen Buchumschlag.

Es ist ein Jugendroman. Und gemäß den Rezensionen sehr witzig, sehr lesenswert, sehr skurril.

Da wünscht die Protagonistin anderen Menschen alle möglichen Todesursachen und ist da wohl sehr erfinderisch vor allem wenn es um Erik geht.

Lest selbst rein.

Claudia Cardinals neues Buch: Gutes Leben …

51vkl3e-wvl-_sx303_bo1204203200_Auf meinem Lesestapel liegt das neue Buch von Claudia Cardinal das im Herder Verlag erschienen ist: Gutes Leben – trotz schwerer Krankheit und Krebs.

Die Autorin stellt 4 Betroffene vor und begleitet sie während ihrer „Cafezeit-Treffen“. „Alle vier haben ihre eigene Diagnose „Krebs“ zum annäherend gleichen Zeitpunkt bekommen. Sie befinden sich in unterschiedlichen Behandlungsschemata und in unterschiedlichen Lebenssituationen“.

Das Buch ist in vier große Kapitel gegliedert. Was mir besonders gefällt und ich gerne lese: Claudia Cardinals IDEEN. Diese Ideen hat sie in viele Kapitel eingestreut. Zum Beispiel eine Idee, um zur Ruhe zu kommen oder oder oder.

„Hör zu und stell dir einmal vor“ … so beginnt jeweils die Idee. Claudia Cardinal erzählt dann eine Geschichte, die einer kleinen Reise oder Meditation gleicht. Diese Ideen regen die Phantasie und Motivation an. Aber auch die Neugier und Selbstliebe.

So viel für heute. Bisher habe ich nur reingeschnuppert. Ich melde mich ausführlicher.

Es ist auf jeden Fall sehr lesenswert und unterstützt Betroffene auf ihrem Weg.

Maas No. 3: Leben und Sterben

leben-sterben-no-3Das wichtigste Ereignis des Lebens ist der Tod – von Harald Koisser.

So heißt es auf eine der letzten Seiten im neuen Maas-Magazin.

Hier dreht sich alles um das Leben und den Tod. Klick‘ hier zur Leseprobe.

 

Buchtipp: Einer von uns von Asne Seierstad

51MoaEF-GPL._SX335_BO1,204,203,200_Im „Das Magazin“ habe ich neugierig die Reportage über die Schriftstellerin und Journalistin Asne Seierstad gelesen. In diesem Artikel wurde ihr Buch vorgestellt. „Einer von uns“ – Anders Behring Breivik tötete am 22. Juli 2011 77 Menschen in Oslo bzw. auf der Insel Utoya.

Es ist das grausamste Buch, das ich je gelesen habe. Mit Interesse und Herzklopfen gleichermaßen. Es hat mich fasziniert und geschockt. Fasziniert bin ich von der Autorin Asne Seierstad. Akribisch und detailtreu hat sie recherchiert und die gesammelten Fakten dann in einen Tatsachenroman gegossen.

Der Massenmörder wird in diesem Buch genau vorgestellt, man hält es kaum aus wie paranoid er ist: Monatelang stellt er die verschiedensten Stoffe her, um die Bombe herzustellen (eine Anleitung dafür kann man im Internet finden!). Sie wird später vor dem Osloer Regierungsgebäude 9 Menschen in den Tod reißen und viele viele Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzen.

Die Autorin beschreibt minutiös das Massaker auf der Insel als wäre sie dabei gewesen. Sie stützt sich dabei auf Zeugenaussagen der Überlebenden und auf das Manifest des Attentäters. Sie beschreibt Weiterlesen

Wir reden übers Sterben … heute mit: Claudia Cardinal

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Claudia Cardinal

Claudia Cardinal ist Leiterin und Initiatorin der Sterbeammenakademie, Vorsitzende des Vereins Sterbeheilkunde e.V., Sterbeamme und Buchautorin. Link zur Webseite von: www.sterbeamme

CC hat nach dem einschneidenden Tod ihrer Tochter im Laufe von vielen Jahren in den Begleitungen von Menschen in existentiellen Lebenskrisen ihre Ausbildung konzipiert. Sie weiß, wie gefährlich es sein kann, wenn ein Mensch den Sinn des Lebens verliert. Ihre Arbeit hat diesen Aspekt immer im Blick und arbeitet mit den Betroffenen daran.

Unsere Gesprächspartnerin lebt in Hamburg, ist Mutter und Großmutter und ist engagierte Brotbäckerin :-).

1.   Sie beschäftigen sich mit (Ihrer) Endlichkeit. Welche Auswirkungen hat das auf Ihr Leben?

a.   Ich bin mir täglich meiner Endlichkeit bewusst. Das hat sowohl mit meiner Arbeit als auch mit dem Älterwerden zu tun. Die Auswirkung ist einfach: ich weiß, dass mein Leben eines Tages zu Ende ist. Deshalb nutze ich jeden Tag. Ich weiß, dass ich eines Tages auf meinem Totenbett sagen möchte: „Das war so gut hier, das sollte man/frau glatt noch einmal von vorn anfangen!“

2.   Viele haben Hemmungen oder auch Angst, mit anderen über das Sterben zu reden. Wie ist das bei Ihnen? Was hat sich verändert?

a.   Ich habe keinerlei Hemmungen mit Menschen über den Tod zu sprechen. Das kann ich beim Aufstehen, beim Abendessen oder sonst wann am Tage.

3.   Ihr Vorschlag für einen guten Satzanfang, wenn SIe mit jemandem über solche Dinge wie Sterben, Vorsorge u.ä. reden wollen:

Ich würde das Gespräch mit meiner Enkelin an den Anfang setzen. Sie fragte mich, Weiterlesen