Poetry Slam: Danke an Euch

C69C501A-2FBC-44A1-B835-CB8CFB7FCD70Unsere November-Blogchallenge Memento Mori ist zu Ende
wir sagen DANKE behende
all unseren
Bloggerinnen und Dichterinnen
Poetinnen und Podcasterinnen
Schreiberinnen und … Rüdiger.
Fast waren es nur Frauen.
Wo sind noch mehr Männer
die sich erinnern
an ihre toten und verstorbenen Männer und Frauen
Mutter, Vater, Tante, Kind.

So schnell wie der Wind
sind die vier November-Wochen verflogen
und es ist nicht gelogen Weiterlesen

19.11. Martina: Spuren der Liebe

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von Martina

Ich wohnte schon einige Jahre in dieser Stadt, bis ich das Tuchlager zum ersten Mal betrat. Vorbeigegangen war ich schon oft, doch das Schaufenster war dermaßen altmodisch und die dort ausgestellten Herrenhosen (Ü-siebzig Herrenmode in unzähligen Grau-und Beigetönen) fand ich wirklich abscheulich. Was mich genau bewogen hat, den Laden doch einmal zu betreten, weiß ich nicht mehr genau. Das Schaufenster zog mich ja zunächst nur wegen seiner Hässlichkeit an, doch irgendetwas muss ich wohl darin entdeckt haben und so trat ich ein.

Hier in Martinas Blog weiterlesen, die uns ihren Artikel zur Challenge geschenkt hat.

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Wir freuen uns, dass Du dabei bist Martina. Danke für die schöne Geschichte.

12.11. Magdalene: Zusammensein im Andenken an Verstorbene

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von Magdalene sind alle Fotos uns frei gegeben

Über das Trauern und dendia de los muertos“ in Frankfurt.

Jede und jeder trauert anders, die einen mit viel Tränen, die fließen und die anderen können nicht weinen, schon seit Jahren nicht. Truschka, seit dem Tod ihrer Mutter, als sie selbst erst ein Jahr alt war. Und jetzt ist vor drei Jahren ihr Sohn gestorben. Aber sie hat uns alle eingeladen zu ihren Patenschaftsgräbern auf dem Hauptfriedhof, nachdem ich ihr von meiner Idee erzählt habe.

Ich leite seit neun Jahren Trauergruppen und hatte schon immer die Vorstellung, auch auf dem Friedhof zu sein mit Trauernden und die Gräber ihrer Lieben zu besuchen.

Und dann immer dieses Lamento, „…der Tod wird tot geschwiegen in unsrer Gesellschaft und so weiter,und in anderen Ländern ist es ganz anders, die gehen viel offener damit um.  

Zum Beispiel in Mexiko, am dia de los muertos, dem 2. November. Da wird gefeiert am Grab und zusammen gegessen mit der Familie und Freunden, mit viel Musik, Kerzen und die Verstorbenen sind im Geiste natürlich auch dabei. Natürlich ist dort Sommer, mit viel Blumen und bunt und bei uns ist halt November und eher kalt.

Ich hatte mal eine Nachbarin, die kam aus Polen, da ist es auch Brauch zu Allerheiligen/Allerseelen auf dem Friedhof zu sein mit Vielen. Mit Kerzen und mit Gebeten und an die Verstorbenen zu denken und auch gemeinsam etwas zu essen. Sie war ganz entsetzt, dass im November der Friedhof hier um 17.00 schließt. Sie ist dann über die Mauer geklettert um da zu sein, wo sie nach ihrer Tradition hingehört. Weiterlesen

8.11. Anna-Lena: Liebe Freundin …

zwei stühle.jpgKaum sind wir im November angekommen, gedenken wir in vielfältiger Form all derer, die uns vorausgegangen sind und die auf immer in unserer Erinnerung lebendig bleiben.

Liebe Freundin,


bald ist es ein Jahr her, dass mich die Diagnose wie ein Hammerschlag traf und danach dauerte es nicht allzu lange, bis ich zu deiner Trauerfeier kam, eine Feier, die mir noch heute lebendig in Erinnerung ist, weil sie unter die Haut ging.

 

Hier in Anna-Lenas Lesestübchen weiterlesen.

7.11. Bianca: Die Ukulelespielerin

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Ringelnatz. Kunst und Komik. Günter Grass-Haus, Lübeck

Zuerst nahm ich nur ein paar Töne wahr. Kurze, abgehackte Laute, die mich an eine singende Säge erinnerten. Es war sehr stürmisch an diesem Tag. Ich musste mich immer wieder gegen die Böen und Windsalven stemmen, die an den Gräsern und Flechten zerrten, Palmwedel fast synchron zu den an- und abflutenden Wellen hin und her schwingen ließen und die ersten frühreifen Oliven von den Zweigen rissen. Und zwischen drin Klangfetzen, die sich hartnäckig gegen die Brandung durchsetzten. Mindestens Windstärke 6 oder 7 dachte ich. Ich wollte am Nachmittag gerne noch ein letztes Mal eintauchen, mich schaukeln lassen, mich schwerelos fühlen und versuchen, einen Blick auf kleine blauschimmernde Fische zu erhaschen, aber

hier weiterlesen bei der Silbensammlerin.

 

Nach unserer Wanderung auf dem Adonis Trail in Zypern vor zwei Wochen las uns Bianca ihre Geschichte vor. Wir hatten die Kunstkarte von Ringelnatz dabei zur Inspiration unserer Schreibaufgabe. Ich fragte Bianca, ob sie ihre Geschichte in unserer Blog-Challenge veröffentlichen mag. Ich fand sie so schön, weil mit so leichter und unbeirrbarer Phantasie aufgeschrieben ohne zu wissen, dass sie hier passen würde.

31.10. Zürichs gruseligste Geschichten zu Halloween

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Felix und Regula. Quelle

Täglich bekomme ich die News von Ron Orp und lasse mich immer wieder inspirieren. Was ist los in Zürich? Was gibt es Neues? Wohin führt mich mein Weg heute?

Ron hat heut Zürichs gruseligste Geschichten anlässlich Halloween gesammelt … ich finde es passt zu unserer Challenge, weil wir der Toten aus damaliger Zeit gedenken. Wer alte Geschichten mag kommt hier heut auf seine Lesekosten.

Habt es schön heut! Welche Gruselgeschichten kennt Ihr aus Eurer Stadt? Was habt Ihr vor heut? Die Wohnung geschmückt? Die Kinder verkleidet?

 

30.10. Sandra Euringer: Halloween- oder die lebensspendende Verbindung mit dem Tod

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Unser eigenes Leben und unser Tod sind das Persönlichste, das wir erleben können – und deshalb möchte ich mit Euch im Folgenden kein Halloween-Stereotype sondern meine ganz persönliche Geschichte teilen – und warum die Verbindung mit dem Tod für mich das wichtigste Geschenk an das Leben ist.

Meine erste bewusste Konfrontation mit Sterbegedanken hatte ich an Halloween vor
18 Jahren … hier weiterlesen bitte.

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Wir freuen uns, dass Dich Katja auf unsere Blog-Aktion hingewiesen hat. Danke, dass Du dabei bist.

Fürchte mich nicht

Fürchte mich nicht!

Heute beginnen wir mit unserer Blogchallenge 2018: Mento Mori – Lebendig die Toten und an den Tod erinnernbei der Ihr auch noch spontan einsteigen dürft! Das Gespräch über den Tod in die Normalität zu bringen, ist schon lange unser Ansinnen. Mit unserer Challenge möchten wir uns und Euch herausfordern, dies bunt und kreativ zu tun!

Ich wollte eigentlich groß rauskommen mit der Patientenverfügungsparty. Ich hab auch schon ne kleine Gästeliste, aber mein Arbeitsalltag lässt gerade wenig Lücken. Also brüte ich weiter über der Idee und verteile derweil flugs diese selbst hergestellte DinA6 Karte im öffentlichen Raum und unter Leuten. Und schau mal was passiert. Es wird noch Dokufotos hier in meinem Post geben.

Hallo Pa, zum vierten Todestag

Gestern war der 4. Todestag meines Vaters. Nach seinem Tod war alles anders für mich: ich habe eine Weiterbildung zur Sterbe- und Trauerbegleiterin absolviert. Ich habe mit Annegret diesen Blog ins Leben gerufen. Vier Jahre nach seinem Tod geht es mir anders = besser. Schon ziemlich entfernt von ihm und meiner Trauer. Dennoch tut es mir gut mich zu erinnern und mich einzulassen auf diese Zeilen, die ich gerne mit Euch teilen möchte, auch im Hinblick auf die kommende Blogaktion. Einen Brief an einen Toten schreiben?

Mein Pa. Gestern während der Chorprobe dachte ich oft an Dich, mein Lieber. Wir haben schöne Lieder gesungen und mir ging mein Herz auf, als wir ein Kirchenlied sangen, das im Gottesdienst bei uns in Frankfurt zur Liturgie gehörte. Ich hatte es ewig nicht gesungen und bekam Heimweh. Es hat nichts mit Dir zu tun, denn Kirche war für Dich ein rotes Tuch. Ich hab gestern auch ein bisschen für Dich gesungen.

Im letzten Jahr hab ich dich in meinem Blogartikel gefragt, ob du da oben im Himmel den anderen deine Arien vorsingst so wie uns. Und vielleicht organisierst Du Tanzveranstaltungen so wie früher in unserem Hotel-Restaurant? Es war immer Leben in der Bude bei uns.

Zur Zeit läuft eine Fernsehserie über die Zeit zwischen dem 1. Weltkrieg und 1939. In dieser Zeit bist Du aufgewachsen. 1939 warst du schon 12 und mit 16 hast Du „an der Flak“ gestanden. Das Thema „Kriegsenkel“ hat mich letztes Jahr eine Weile sehr beschäftigt. Von wegen transgenerationale Weitergabe von Traumata. Was habt Ihr für eine schreckliche Zeit gehabt. In welch einem Wirrwarr musstet Ihr überleben.

Ich habe deine Geschichte aufgeschrieben für deine Enkel. Ich werde es ihnen zu meinem 60. Geburtstag schenken. Stell Dir vor: ich werde 60. Was eine Zahl! Und ich lebe im Frieden in der Schweiz, ein sehr priveligiertes Leben.

Ja, mein Pa, ich stelle mir vor, wie Du das alles liest und hörst und beobachtest. Und ich sehe Dich nicken, mir zuzwinkern. Du bist einverstanden und hast auch deinen Frieden gefunden. Dabei rauchst du deine Reval.

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