Petra Wieschalla: Überlebenstipps für Elternkümmerer

Wenn unsere Eltern ins betreute Wohnen einziehen und dann irgendwann später in ein Pflegeheim wechseln, dann folgt irgendwann das Sterben. Deshalb empfehle ich dieses Buch auch hier im Totenhemd-Blog.

Wesentlich werden

Petra und ich kennen und begleiten uns schon eine ganze Weile. Ihr erstes und neues Buch liegt vor mir: Überlebenstipps für Elternkümmerer. Eltern begleiten. Fallen vermeiden. Ich gratuliere ihr sehr zu ihrem Erstlingswerk. Gut gemacht! Zuerst mal weg vom Klischee, dass nur Frauen sich um ihre Eltern kümmern. Das Cover zeigt einen jungen und einen alten Mann, Vater und Sohn sind abgebildet. Das gefällt mir zum Einstieg schon mal sehr gut.

Petra beginnt ihr Buch mit diesem entscheidenden Satz: „Sie müssen sich nicht um Ihre Eltern kümmern – doch Sie können sich dafür entscheiden“.

Wir sind drei Töchter und kümmern uns um unsere Mutter. Deshalb hat mich vor allem das Kapitel „Geschwisterstress: „Es ist auch DEINE Mutter““ interessiert. Während des Lesens fühle ich mich bestärkt, dass wir es ganz gut hinkriegen miteinander. Wir sind zu dritt sind und können uns die Verantwortung teilen. Wir tauschen uns regelmäßig aus und haben…

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Mit dem Totenhemd-Blog ins siebte Jahr

Auf ein Neues! Wir gehen in das siebte Jahr mit dem Totenhemd-Blog.
Wie machen wir weiter?
Was möchtet Ihr hier gern lesen? Was interessiert Dich?

Ich teile mal meine Gedanken, worauf ich mich in den nächsten Monaten konzentrieren möchte. Ich will diesen Blog auf jeden Fall weiter lebendig halten.

Hierauf kannst du dich freuen:

  • Ich werde mindestens 1 x monatlich ein Buch vorstellen, einen Buchtipp liefern.
  • Ich will Menschen und ihre Antworten suchen zu unseren Interviewfragen.
  • Ich organisiere wieder eine November-Blogaktion … ob es eine weitere Challenge gibt versprech‘ ich jetzt noch nicht
  • Außerdem: Wenn nicht jetzt wann die Endlichkeit unseres Lebens begreifen und … leben, Träume verwirklichen, Pläne schmieden und umsetzen.
  • Café Totenhemd mit Friedhofspaziergängen will ich realisieren in Zürich, Frankfurt und unterwegs
  • Interessantes sowieso immer spontan und zwischendurch.
  • Und last but not least: Ich werde mir wieder mal das Buch von Claudia Cardinal vorknöpfen: Wir sehen uns und mit Euch das Gespräch suchen von Kapitel zu Kapitel.

Alles bleibt im Fluss. Alles darf sich ändern. Neues darf hinzukommen.

Ich freue mich auf eure Ideen und Antworten. Überhaupt freue ich mich auf das neue Jahr 2021.

Annegrets Abschied vom Totenhemd-Bloggen

Zwischen den Jahren vor 6 Jahren kam der Totenhemd-Blog in unser Leben. Petra und ich gossen unsere Begeisterung daran, über das Sterben und den Tod zu sprechen, in ein Blog. Wir nahmen uns vor, es unprofessionell und nach Lust und Laune zu füllen. Natürlich hat Petra es dann doch sehr professionell gestaltet und in unserem großen Netzwerk findet der Totenhemd-Blog erstaunliche Resonanz.

Meine Lieblingsblogartikel:
Die 4 Phasen von „Ich regel jetzt mal alle letzten Dinge“
Ich hab keine Angst vorm Sterben, ich hab Angst vorm Tod
Zum Sterben hinlegen
Was sich ändert, seit ich über´s Sterben rede

Unser Ziel war es, selbst im Gespräch zu bleiben, über etwas, das man selten mit anderen so ganz einfach besprechen kann. Wir haben es für uns selbst eingeübt und es fällt uns inzwischen ziemlich leicht mit nahen und fernen Menschen über Themen wie Patientenverfügung, Grabgestaltung, wie stelle ich mir das Sterben vor, wovor habe ich Angst und vieles mehr zu sprechen. Wir reden nach wie vor regelmäßig. 

Mein bester Totenhemd – Selbstversuch:
„Die Decke nervt.“ Kleidung und Tod: Annegrets Antworten
Meine YouTube Empfehlung:
Die Sarggeschichten

Und während wir öffentlich übten, stiegen weitere mit ein, vernetzten sich mit uns, beteiligten sich an unseren Blog-Aktionen, schrieben ganz erstaunliche, ehrliche und berührende Kommentare.
Über die Jahre ist das Reden über das Sterben von manch anderen Menschen in Blogs aufgenommen worden. Das Themenfeld Sterben, Tod und Trauer ist vielfältig. Endlich ist das nicht nur im Netz sichtbar. 

Mein Kunstfavorit:
Der Trauerautomat auf dem Friedhof Sihlfeld
Mein Shopping-Tipp:
Shopping for Diá de los muertos – Teil 1: Sugarskulls

Bei mir hat das Leben schon seit einiger Zeit neue schöne Wendungen gebracht. Und damit auch weniger Zeit zum Schreiben, nicht annähernd genug Zeit, die Gastbeiträge, die ihr wunderbare Mitschreibenden hier mit uns geteilt habt, angemessen zu würdigen. 

Für mich beginnt im neuen Jahr eine Zeit, in der ich wieder mehr mit dem Tod zu tun haben werde. Beruflich. Ich werde als Gemeindepfarrerin arbeiten und darauf freue ich mich schon sehr. Wer mir hier gefolgt ist, versteht, warum ich sage „Ich freue mich besonders auf die Beerdigungen!“ Ich werde mit Menschen jeden Alters frei von der Leber weg übers Sterben reden, vielleicht sogar Death-Cafés anbieten, wer weiß.  

Meine Lieblings-Songs: 
Land in Sicht von Rio Reiser
Der letzte Koffer von Purple Schulz 

Ich mache also weiter mit dem Reden übers Sterben – auch mit Petra! Aber auf dieser Plattform verabschiede ich mich nun und werde nurmehr als Gast auftauchen. Ich danke allen sehr herzlich, die sich an diesem Projekt beteiligt und uns weiterempfohlen haben. Wir haben hier so viele gute Texte und Impulse, Musiken, Gedichte, Buchempfehlungen, kreative Ideen, Ausblicke in andere Kulturen und Dank Petra auch Einblicke in ein Krematorium gesammekt. Es gibt viel zu entdecken. 

Vor allem aber möchte ich dir, Petra, danken. Unfassbar, was du alles ausprobierst, liest, erforschst und erfühlst. Und dabei immer alles rund um die Blogaktionen organisiert und dann doch sehr professionell gehalten. Hach! Danke du Wunderbare! Und wie schön, dass du weitermachst!

Meine Lieblingsbegegnung:
Fräulein Bork

Es bringt uns einander näher, wenn wir über das sprechen, was wir uns wünschen und wovor wir uns fürchten. Das gilt für viele Bereiche unseres Lebens – und eben auch für das Sprechen übers Sterben. 

Bitte hört nicht auf damit, ich werde auch nicht aufhören.

Meine erste eigene Begegnung mit dem Tod: 
Mrs. B.: Mein erster toter Mensch

Adé und Danke!
Annegret

Totenhemd trifft Poetry: Zum Schluss

Blog-Aktion: Abschied nehmen – begleiten auf dem Weg ins Licht

Monika-Maria schenkt uns ein Gedicht und beschreibt das Brief-Ritual … „der Himmel ist nur einen Schritt entfernt“.

ZAUBEREI MIT BUCHSTABEN

Danke,
weil ich an dieser Blog-Aktion vom
Totenhemd-Blog mitschreiben darf.
***
Das Thema von Totenhemd-Blog für diese Aktion lautet:
Abschied nehmen zu Corona – Zeiten.

***
Heimkehr

Es ist die Zeit gekommen und deine
Seele ging heimwärts, zum Vater.
Es ist eine Zeit angebrochen
in der es für dich hier auf Erden,
nichts mehr zu tun gibt.

Die Zeit ist gekommen,
und das irdische Kleid abgelegt.
Jetzt ist dein Auftrag erfüllt.

Wenn die Zeit gekommen ist,
dein Herz nicht mehr schlägt und es
nur einen Menschen gibt, der dich liebte,
dann hast du nicht umsonst gelebt…

…wenn es nur einen Menschen gibt,
dem du Worte sagtest, die ihm Mut machten,
dann hatte dein Leben Sinn…

…wenn es nur einen Menschen gibt,
der sich durch dich verstanden fühlte,
dann hatte dein Leben Kraft…

…wenn es nur einen Menschen gibt,
auf dessen Gesicht du ein Lächeln zaubern konntest,
dann hatte dein …

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Das Bergsteiger-Grabkreuz, das auf den Berg umzog

In der Schweiz sitze ich bei meiner Freundin „oben auf’m Berg“ auf der Terrasse unterhalb vom Tanzboden – so heißt der Berg. Spüre die Sonne in meinem Gesicht. Höre in der Ferne das leise Bimmeln der Glöckchen, die an Schafhälsen hängen. Genieße „Kaffeestückscher“, die ich aus der Heimat mitbrachte und höre Renée zu. Ihr Hund zwischen uns. Er schaut frech.

„Wir haben das Grabkreuz unseres Vaters vom Friedhof nahe Hanau hierher umgezogen. Die Zeit des Grabes war abgelaufen und sollte aufgelöst werden. Mein Vater liebte das Bergsteigen. Er hat viele viele Viertausender bestiegen! Wenn er in der Schweiz war, gehörte es für ihn dazu, den Bergsteigerfriedhof in Zermatt zu besuchen. Wir wussten, er wünscht sich ein schmiedeeisernes Bergsteigerkreuz für sein Grab, so wie man es dort in Zermatt auf den Gräbern sieht. 

„Komm‘ ich zeig dir, wo es steht.“ Sprach’s und sprang auf und zeigte mir in der Höhe ganz oben auf dem Grundstück das Grabkreuz mit dem Eispickel ihres Vaters. Es wirkt wie ein Gipfelkreuz da oben. „Wie schön ist das denn“, sagte ich zu ihr. „Das muss in unseren Blog in die November-Blogaktion. So ein herrliches Ritual!!! Ihr habt das Grab nicht einfach wegräumen lassen sondern habt das Kreuz mitgenommen und hierher umgezogen in die Schweiz“. Und dann dieser phantastische Blick ins Tal hinunter auf den Zürichsee.

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Mein Trauermonat November

Etwas spät heut aber mit viel Freude und Dankbarkeit, dass uns Hiltrud darauf aufmerksam macht und einlädt: „Und doch möchte ich nur der Trauer, der Traurigkeit und den Tränen Raum geben“.

ilseluise

Beruflich (ich bin Pfarrerin) ist der November schon lange Trauermonat für mich. Mit dem Volkstrauertag und dem Totensonntag. Und dem Gedenken an die Reichsprogromnacht am 9. November.

Besonders die Ausgestaltung des Totengedenkens der Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres ist mir immer eine Herzenssache. Die Namen werden genannt, die Toten werden erinnert und Gott vorgehalten. Bei Gott sind sie unvergessen – und sie bleiben es. Die Trauernden entzünden Lichter. Texte, Gebete und Predigt wollen berühren und trösten.

In diesem Jahr bin ich am Totensonntag in meinem Krankenhaus mit einem Gottesdienst präsent. Heute, am 22.11.2020. Sehr wahrscheinlich sind auch Trauernde unter den Patienten und Patientinnen, die am Fernseher mit dabei sind. Anders geht es ja grad nicht. Auch wenn bis 10 Patient*innen in die Kapelle kommen dürfen, es kommen schon immer nur selten welche, da die meisten viel zu krank sind. Bis Mitte März kamen auch Menschen von „draußen“ in die Krankenhauskapelle zum…

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Im Rahmen

Dass auch Trauern in Coronazeiten ein Kraft- und Drahtseilakt ist macht uns Karolin klar. Ich bin zutiefst berührt von ihrem Blogartikel. Und wie schön, dass sie dabei ist … wir kennen uns ja nun auch schon eeeewig :-). Virtuell eben.

reingelesen

Ich weiß noch wie still es plötzlich war und wie gut das tat. Und das da dieses Gefühl war, das die Welt da draußen jetzt viel besser passte, etwas nachgab, ein Luftholen möglich war, für den Moment. Irgendwie.
Das was vorher nur in mir war und in meiner kleinen Welt, fand plötzlich Resonanz da draußen. Und auch wenn da etwas Angst war und es alles etwas grusliges hatte und mir der Vorrat fehlte und einkaufen so verdammt anstrengend war und die Angst in mir das irgendwann auch die Läden schlossen und mir vielleicht das Essen ausginge und ob denn auch alles andere vorhielte und ich mir Sorgen machte wegen des Wassers, und der Badeofen immer noch kaputt war und ich nun seit 3 Monaten wieder zurück war in meiner Wohnung, wo alles über ein Jahr vor allem still lag, auch wenn das alles war, war es schön, dass meine Welt…

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Ein Hundehimmel voll Bananen

Doro erinnert sich an Anni … eine Neufundländerhündin … und erzählt uns vom Erinnerungsritual zum 1. Todestag zu Coronazeiten im grünen Wohnzimmer. Da schlagen Hundeliebhaberherzen höher ;-).

Jippie! Au Ja!

Dieser Text ist im Rahmen der November-Blogaktion 2020
vonTotenhemd-Blog entstanden.
***

Anni ist tot.
Anni, die Neufundländerhündin unserer guten Freunde.
Letztes Jahr im Oktober ist sie gestorben,
nachdem sie große Schmerzen hatte.
Hat ihren Kopf am Abend zum Abschied noch jeweils in den Schoß
ihres Herrchen und ihres Frauchen gelegt
und ist dann gehn Hundehimmel
auf und davon.
Am nächsten Tag waren wir alle noch mal da mit den Kindern.
Bei der toten Anni.
Haben Abschied genommen, Bilder gemalt, Fotos gebracht,
eine Kerze entzündet, geweint und gespielt,
selbstgemachtes Bananenbrot gegessen
und Bananen als Proviant für die letzte Reise hingelegt.
Denn Anni liebte Bananen über alles.
Dann wurde sie fortgebracht zum Krematorium
und ihre Asche verstreut auf einer Blumenwiese daneben.

Ein Jahr später.
Herbst 2020.
Wir suchen für uns und für unsere Kinder
nach einem Ort zum „Anni erinnern“.
Die Blumenwiese ist zu weit weg
und wegen Corona ist eh…

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Digitale Gedenkfeier für einen Kollegen

Mein Kollege M. starb unerwartet. Wir hatten uns alsbald auf einen Kaffee verabreden wollen, nachdem er lange und schwer krank gewesen war. Die Fäden wieder aufnehmen wollen von freundschaftlicher Unterstützung und kollegialem Austausch.

Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern eines Netzwerks, das ich sehr schätze. Ich wurde gebeten, im Rahmen eines digitalen Netzwerktreffens eine kleine Gedenkfeier zu halten. Zum Glück bin ich im Gestalten von Zoom-Veranstaltungen inzwischen sehr geübt und hatte in den Wochen zuvor viel Online-Zeit in meiner Impro-Community von InterPlay.org verbracht.

Ich eröffnete das Gedenken mit diesem Text von Konstantin Wecker, weil unser Kollege selbst gern Wecker hörte und spielte. Bewusst nur den Ton. Schließlich war dies keine K.Wecker Gedenkveranstaltung. Irgendwann teilte ich auch noch eine Collage mit einem Bild von M. und einem Himmelsfoto, das ich diesen Sommer eingefangen hatte.

Ich zündete eine Kerze an und hob das Tässchen Kaffee in die Kamera, das er ganz grundsätzlich, gern und überall trank. Lud die anderen ein, den nächsten Kaffe auf unseren Kollegen zu trinken. Dann hielt ich noch ein Buch hoch, das er als wichtiges inhaltliches Vermächtnis hinterlässt.

In einer Improvisation, die zwischen Bewegung und Erzählen wechselte, erinnerte ich mich an M., beklagte all das unvollendete, sprach ihn auch direkt an. Das hat mich selbst überrascht.
Ich lud die anderen ein, in kleinen Gruppen für etwa 10 Minuten immer nacheinander im Wecshel in folgender Weise aufzuzählen: „Ich könnte erzählen wie M. …“ und dann gab ich Beispiele, wie dieser Satz in einem Satz ergänzt werden könnte. Wenn Zeit war, wurde sicher die ein oder andere Erinnerung mit mehr Sätzen aufgefüllt. Aber so kamen in kurzer Zeit viele zum Zuge und selbst das kurze Benennen der Erinnerungen ließ kleine Welten aufblitzen.
Wieder zurück in der Gruppe lud ich ein, noch einen Satz der Würdigung unseres Kollegen in den Chat zu schreiben. Ich gab wieder selbst ein Beispiel, sagte, dass diese ohne Namen zusammengestellt und evtl. auf der Webseite des Netzwerks veröffentlicht werden. Während wir schrieben, ließ ich (wieder nur den Ton) von YouTube ein abschließendes Lied von Konstatin Wecker spielen.

Ich schloss mit einem Segen.

Viele Kolleg*innen haben mir hinterher geschrieben, dass sie sehr berührt waren und froh, dass sie auf diese Weise einen Ort des gemeinsamen Gedenkens hatten.
Mich hat besonders gefreut – und es hat mir gutgetan, dass wir über diese kleine Form der geteilten Erinnerungen so viel von M. einfangen und teilen konnten, was ihn ausgemacht hat und dass wir es in unseren eigenen Worten tun konnten.

Ein Beitrag zu unserer Blogaktion im November 2020 zu Ritualen des Abschieds in der Corona-Zeit.

Ich erinnere mich

„Ich erinnere mich“ … eine wunderbare Einladung um ins Schreiben oder ins Gespräch zu kommen … wir freuen uns, dass Sebastian bei unserer Blogaktion mitschreibt. Lest selbst.

Streifzüge durch Anderland

Ich erinnere mich

Dieser Text entstand für den Totenhemdblog im November 2020.

Vor Jahren lernte ich die Schreibaufgabe:“ ich erinnere mich…“ kennen. Sie ist nicht unbedingt für die Trauer, den Tod entstanden. Aber sie passt gut dazu, finde ich. Bei Trauergesprächen stelle ich oft genau diese Frage: Welche Erinnerungen tauchen auf? Immer wieder wurde ich dann Zeuge, wie Ehepartner*innen und Kinder nach anfänglichem Zögern ins Erzählen kamen. Und im gemeinsamen erzählen setzen sie Puzzlestein an Puzzlestein. So entstand ein Bild. Nicht immer vollständig, nicht immer wohlgeformt passend, aber vielfältig, lebendig, in dem das Schöne und das Schwere, das Süße und das Bittere seinen Platz bekommen hat.

Wie wäre es, wenn alle eingeladen werden, eine solche Erinnerung aufzuschreiben? Die dabei sein können und die coronageschuldet fehlen müssen. Sie könnten Teil der Trauerkarten sein, die geschrieben und gesammelt werden. So legen alle ihre Erinnerungsstücke zusammen. Und am Ende entsteht ein Bild. Ein…

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