Friedhofspaziergang auf Gozo

Ich fragte mich irgendwann, während wir auf Malta und in Gozo im Bus unterwegs waren (und heftigst hin- und hergeschaukelt wurden wegen der löchrigen Straßen) wo denn die Toten begraben sind. Und hie und da sahen wir dann die Mauern, die einen Friedhof begrenzten.

Während einer unserer Wanderungen auf Gozo kamen wir an diesem kleinen Friedhof vorbei über den wir geschlendert sind. Ich nehme an, dass am ersten Sonntag im November die Angehörigen die Gräber geschmückt hatten mit schönen Blumengebinden in Herzform. Es sah alles so schön bunt und aufgeräumt aus.

LEBENsraum Friedhof

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Seht Ihr das Eichhörnchen?

Auf dem Friedhof Sihlfeld war ich heute. Es war Tag des Friedhofs mit Programm zwischen 10 und 14 Uhr. Um 12.00 Uhr war ich bei der Führung dabei: „Lebensraum Friedhof“. Die Sonne schien, es war angenehm kühl und warm gleichzeitig, eine lockere Stimmung. Wir waren etwa 12 Menschen, die über den Friedhof spazierten und Ausschau hielten nach Bienen, Vögeln (Raben, Eichelhäher, Enten), Eichhörnchen. Interessant fand ich die Namen der verschiedenen Bäume, die wir unterwegs rechts oder links von uns entdeckten. Sie passen im wahrsten Sinne des Wortes auf einen Friedhof:

Blutbuche (oben rechts etwa 150 Jahre alt)
Götterbaum
Judasbaum
Christusdorn

Aber auch Neophyten sind da, die nicht ganz so beliebt sind. Buchsbäume wachsen zuhauf und Efeuranken bieten vor allem den Bienen Schutz. Auf dem Friedhof wird ein Honig geimkert in verschiedenen Bienenkörben. Die Wildbienen dagegen dürfen sich zur Paarung im Bienenhotel tummeln. Es gibt Schlafplätze für Fledermäuse, Glühwürmchen tanzen an warmen Sommerabenden, Fuchs und Dachs sagen sich hier auf dem Friedhof auch Gut Nacht.

Gräber mit Bergsicht und Totenbeinli aus Seewis

In Seewis war ich heute. Seewis liegt in Graubünden auf über 900 Höhenmetern und ist eine Stunde mit dem Auto entfernt von Richterswil. Es ist ein kleiner Ort und mittendrin liegt eine REHA-Klinik, wo ich einen Freund besuchte. Auf meinem Spaziergang nach dem Essen kam ich am Friedhof vorbei und dachte: Schön hier zu liegen, mit Blick in die verschneiten Berge.

TotenbeinliAls ich dann noch eine Nusstorte beim Spar kaufte, die vom dortigen Bäcker gebacken wird, lachten mich die Seewiser Totenbeinli an. Wenn Ihr die Zutaten genau anschaut, liegt Ihr ganz richtig: ein typisches Weihnachtsgebäck, das aber gern über das ganze Jahr gegessen wird. Die Totenbeinli sollen früher zum Leichenschmaus gereicht worden sein. Quelle und Foto von hier.

Auf der gemähten Friedhofwiese picknicken

Für alle, die uns nicht bei Facebook folgen: Auf dem stattlichen und wunderschönen Zürcher Friedhof Sihlfeld darf man auf Feld C seine Picknickdecke ausbreiten und einen Roten oder Weißen zischen, wenn man will. Im Bikini sollte man dort nicht liegen und auch keine laute Musik hören. Versteht sich von selbst oder?

Wenn ich das in diesem schönen Artikel so lese, habe ich große Lust mal wieder einen Friedhofspaziergang zu organisieren, nämlich genau dorthin, zu diesem besagten Plätzchen. Muss ich mal reifen lassen.

Hier entlang zum Artikel „Der Friedhof lebt“ in der NZZ

Schon Claudia Cardinal hat in ihrem Buch „Wir sehen uns“ Mut gemacht neben dem Grab der/s Liebsten ein Picknick zu gestalten und die Zeit dort zu verbringen. Ob man jemanden fragen muss in der Friedhofsverwaltung? Wenn ich mir vorstelle, ich würde mich am Grab meines Vaters niederlassen, genauso mit Decke und Picknick und einem Glässchen Wein, dann wird mir schon etwas mulmig, von wegen „was denken die anderen?“. Werden sie mich auffordern zu gehen? Oder werde ich sie einladen sich dazu zu setzen?

Was denkst Du?

Besonderer Friedhof im Kleinwalsertal

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Auf diesem Friedhof sind mir die schwarzen Schleier aufgefallen die über den Holzkreuzen hängen. Vielleicht sind es erst kürzlich Verstorbene? Die Schleier wirken zart und elegant gleichzeitig.

Auf der Suche nach der Bedeutung der Schleier habe ich diesen Link gefunden, der über das Brauchtum rund um den Tod im Wallis aufklärt. Da die Vorfahren  des Kleinwalsertal die Walliser sind, also Schweizer aus dem Wallis könnte dieser Brauchtum mit dem verschleierten Kreuz dort seinen Ursprung haben. Die Kreuze werden verschleiert während man den Verstorbenen zu Grabe trägt.

Ein Gedicht über die Junitage: Leichenzüge.

Meine sehr geschätzte Blog-Kollegin Christiane in Hamburg hat heute ein schönes Gedicht veröffentlicht: Schöne Junitage“ von Detlev von Liliencron„. Ein Vers geht so:

….

Straßentreiben, fern, verworren,
Reicher Mann und Bettelkind,
Myrtenkränze, Leichenzüge,
Tausendfältig Leben rinnt –
Flußüberwärts singt eine Nachtigall.

Auch mitten im Juni wird gestorben und man wird auf den Friedhöfen erleben, dass Särge zu den Gräbern gezogen werden … ein Trauerzug folgt dem Gefährt mit dem Sarg. „Leichenzüge“, das Wort kennen wir gar nicht mehr. Ich finde es ist ein Wort aus dem Mittelalter und assoziere schwarz gekleidetete Menschen, die Männer mit Zylinder, die einem schwarzen Gefährt mit Sarg folgen. Dieses letzte Geleit zum Grab ist doch immer wieder sehr schön und tröstlich. Man schweigt und an einem Junitag blitzt die Sonne und die Vögel zwitschern in den Bäumen.

Hier kann man Interessantes bei Wikipedia mit dem Stichwort „Trauerzug“ nachlesen. Es wird hier abschließend der Trauermarsch von Mahler, 1. Satz seiner 5. Symphonie, erwähnt, den Ihr hier hören könnt:

Cementerio in Tao

Heute hat mich mein Mann auf diesen Friedhof auf Lanzarote aufmerksam gemacht. An der Hauptstraße gelegen fällt die weiße rechteckige Mauer auf … das Eingangstor war durch einen Riegel verschlossen, den wir aufschieben konnten um hinein zu kommen.

Ein idyllischer kleiner Platz abgeschirmt von der Außenwelt.

Friedhofspaziergang in Teguise, Lanzarote

Galerie

Diese Galerie enthält 5 Fotos.

Gestern in Teguise auf Lanzarote dachte ich: wo werden hier eigentlich die Toten begraben? Während all unserer Ausflüge habe ich keinen Friedhof gesehen. Ich fragte im Café nach dem „cimetario“. Der Gastwirt erklärte mir auf Spanisch wo es lang geht. … Weiterlesen