Trauerfeiern ganz öffentlich #Taiwan

 

„Was sind das denn für große runde Tafeln, die am Wegesrand stehen?“, frage ich Simon, unseren Guide in Taiwan. Das sind Trauertafeln. In diesem Ort wird entweder getrauert oder es wird eine Trauerfeier zelebriert. Ich muss sagen, dass mich das sehr anrührt: Man fährt durch einen Ort und weiß: Hier ist jemand gestorben um den getrauert wird. Auf den Tafeln stehen gute Wünsche und Beileidsbekundungen.

Mitten auf dem Land an der Straße sahen wir das Zelt oben, in dem alles hergerichet war für eine Trauerfeier. Genauso unten mit den pinken Tischdecken an einem anderen Ort mitten in Taiwan. Es wird wie bei uns gegessen und getrunken und man bringt den Hinterbliebenen Geldgeschenke mit. Oben das Foto zeigt die eher „einfach schlichte“ Trauerfeier im Gegensatz zu dem Foto unten.

Trauerzug mit Musik #Taiwan

Gleich während unserer ersten Fahrradtour von Taipeh in den Norden ist mir dieser Musikzug aufgefallen. Ich fragte gleich: „Was ist das für Musik da am Wagen? Wofür?“ Den Grund sah man schnell: an der Limousine war vorne am Schutzblech das Foto der Verstorbenen angebracht. Ob jetzt der Leichnam oder die Urne im Auto war weiß ich nicht sicher. Auf jeden Fall wurde für unsere Ohren lustige Zirkusmusik gespielt vom blauen Auto vorne, das eine Art Baldachin zierte. Auch hier könnte der Leichnam oder die Urne darunter gewesen sein. Wir hatten so etwas schon mal in Buthan gesehen. Vielleicht war der Leichnam auf dem Weg zur Verbrennung oder zu einem Tempel.

Zwischenzeitlich haben wir solch einen Trauerzug auch in größerer Variante gesichtet: es fuhren mehrere Busse mit Trauergästen vollgepackt hintereinander mit der entsprechenden Musik im vordersten Wagen.

Interessante Sitte, finde ich. Man wird als Passant zum Zuschauer und beobachtet, dass ein Toter auf seinem letzten Weg ist und Trauernde unterwegs sind.

Grabstätten“dörfer“

Unser Weg führte mitten durch ein Grabstättendorf. Die Gräber blicken meist Richtung Meer und werden so angesiedelt dass sie auch gut besucht werden können. In HongKong waren die Gräber meist mitten „in der Pampa“ zu sehen.

Ich hab so ein Grabstättenhaus aus nächster Nähe fotografieren können. Den Eingang zieren zwei Löwen rechts und links. Auf einen Altar und/oder Tisch werden Opfergaben gelegt.

Gestern sind wir an einer Beerdigung vorbeigeradelt. Ich habe fotografiert und werde ein andermal berichten.

Wunderschön anders oder?

Besondere Friedhöfe #Taiwan

Seit einigen Tagen bin ich in Taiwan unterwegs. An den Hängen habe ich diese hübschen kleinen Häuschen entdeckt, die zunächst an hübsche Gartenhäuschen erinnern.

Beim näheren Hinsehen entdeckt man dass es Grabstätten sind. Die Toten bzw. deren Asche wird hier mit Blickrichtung zum Meer bestattet. Ganze Hänge sind so „besiedelt“. Wenn ich es richtig gesehen habe ohne Begrenzung oder einem offiziellen „Friedhofs“-Eingang.

Friedhofspaziergang auf Gozo

Ich fragte mich irgendwann, während wir auf Malta und in Gozo im Bus unterwegs waren (und heftigst hin- und hergeschaukelt wurden wegen der löchrigen Straßen) wo denn die Toten begraben sind. Und hie und da sahen wir dann die Mauern, die einen Friedhof begrenzten.

Während einer unserer Wanderungen auf Gozo kamen wir an diesem kleinen Friedhof vorbei über den wir geschlendert sind. Ich nehme an, dass am ersten Sonntag im November die Angehörigen die Gräber geschmückt hatten mit schönen Blumengebinden in Herzform. Es sah alles so schön bunt und aufgeräumt aus.

LEBENsraum Friedhof

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Seht Ihr das Eichhörnchen?

Auf dem Friedhof Sihlfeld war ich heute. Es war Tag des Friedhofs mit Programm zwischen 10 und 14 Uhr. Um 12.00 Uhr war ich bei der Führung dabei: „Lebensraum Friedhof“. Die Sonne schien, es war angenehm kühl und warm gleichzeitig, eine lockere Stimmung. Wir waren etwa 12 Menschen, die über den Friedhof spazierten und Ausschau hielten nach Bienen, Vögeln (Raben, Eichelhäher, Enten), Eichhörnchen. Interessant fand ich die Namen der verschiedenen Bäume, die wir unterwegs rechts oder links von uns entdeckten. Sie passen im wahrsten Sinne des Wortes auf einen Friedhof:

Blutbuche (oben rechts etwa 150 Jahre alt)
Götterbaum
Judasbaum
Christusdorn

Aber auch Neophyten sind da, die nicht ganz so beliebt sind. Buchsbäume wachsen zuhauf und Efeuranken bieten vor allem den Bienen Schutz. Auf dem Friedhof wird ein Honig geimkert in verschiedenen Bienenkörben. Die Wildbienen dagegen dürfen sich zur Paarung im Bienenhotel tummeln. Es gibt Schlafplätze für Fledermäuse, Glühwürmchen tanzen an warmen Sommerabenden, Fuchs und Dachs sagen sich hier auf dem Friedhof auch Gut Nacht.

Gräber mit Bergsicht und Totenbeinli aus Seewis

In Seewis war ich heute. Seewis liegt in Graubünden auf über 900 Höhenmetern und ist eine Stunde mit dem Auto entfernt von Richterswil. Es ist ein kleiner Ort und mittendrin liegt eine REHA-Klinik, wo ich einen Freund besuchte. Auf meinem Spaziergang nach dem Essen kam ich am Friedhof vorbei und dachte: Schön hier zu liegen, mit Blick in die verschneiten Berge.

TotenbeinliAls ich dann noch eine Nusstorte beim Spar kaufte, die vom dortigen Bäcker gebacken wird, lachten mich die Seewiser Totenbeinli an. Wenn Ihr die Zutaten genau anschaut, liegt Ihr ganz richtig: ein typisches Weihnachtsgebäck, das aber gern über das ganze Jahr gegessen wird. Die Totenbeinli sollen früher zum Leichenschmaus gereicht worden sein. Quelle und Foto von hier.

Auf der gemähten Friedhofwiese picknicken

Für alle, die uns nicht bei Facebook folgen: Auf dem stattlichen und wunderschönen Zürcher Friedhof Sihlfeld darf man auf Feld C seine Picknickdecke ausbreiten und einen Roten oder Weißen zischen, wenn man will. Im Bikini sollte man dort nicht liegen und auch keine laute Musik hören. Versteht sich von selbst oder?

Wenn ich das in diesem schönen Artikel so lese, habe ich große Lust mal wieder einen Friedhofspaziergang zu organisieren, nämlich genau dorthin, zu diesem besagten Plätzchen. Muss ich mal reifen lassen.

Hier entlang zum Artikel „Der Friedhof lebt“ in der NZZ

Schon Claudia Cardinal hat in ihrem Buch „Wir sehen uns“ Mut gemacht neben dem Grab der/s Liebsten ein Picknick zu gestalten und die Zeit dort zu verbringen. Ob man jemanden fragen muss in der Friedhofsverwaltung? Wenn ich mir vorstelle, ich würde mich am Grab meines Vaters niederlassen, genauso mit Decke und Picknick und einem Glässchen Wein, dann wird mir schon etwas mulmig, von wegen „was denken die anderen?“. Werden sie mich auffordern zu gehen? Oder werde ich sie einladen sich dazu zu setzen?

Was denkst Du?

Besonderer Friedhof im Kleinwalsertal

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Auf diesem Friedhof sind mir die schwarzen Schleier aufgefallen die über den Holzkreuzen hängen. Vielleicht sind es erst kürzlich Verstorbene? Die Schleier wirken zart und elegant gleichzeitig.

Auf der Suche nach der Bedeutung der Schleier habe ich diesen Link gefunden, der über das Brauchtum rund um den Tod im Wallis aufklärt. Da die Vorfahren  des Kleinwalsertal die Walliser sind, also Schweizer aus dem Wallis könnte dieser Brauchtum mit dem verschleierten Kreuz dort seinen Ursprung haben. Die Kreuze werden verschleiert während man den Verstorbenen zu Grabe trägt.