Auf der gemähten Friedhofwiese picknicken

Für alle, die uns nicht bei Facebook folgen: Auf dem stattlichen und wunderschönen Zürcher Friedhof Sihlfeld darf man auf Feld C seine Picknickdecke ausbreiten und einen Roten oder Weißen zischen, wenn man will. Im Bikini sollte man dort nicht liegen und auch keine laute Musik hören. Versteht sich von selbst oder?

Wenn ich das in diesem schönen Artikel so lese, habe ich große Lust mal wieder einen Friedhofspaziergang zu organisieren, nämlich genau dorthin, zu diesem besagten Plätzchen. Muss ich mal reifen lassen.

Hier entlang zum Artikel „Der Friedhof lebt“ in der NZZ

Schon Claudia Cardinal hat in ihrem Buch „Wir sehen uns“ Mut gemacht neben dem Grab der/s Liebsten ein Picknick zu gestalten und die Zeit dort zu verbringen. Ob man jemanden fragen muss in der Friedhofsverwaltung? Wenn ich mir vorstelle, ich würde mich am Grab meines Vaters niederlassen, genauso mit Decke und Picknick und einem Glässchen Wein, dann wird mir schon etwas mulmig, von wegen „was denken die anderen?“. Werden sie mich auffordern zu gehen? Oder werde ich sie einladen sich dazu zu setzen?

Was denkst Du?

Cementerio in Tao

Heute hat mich mein Mann auf diesen Friedhof auf Lanzarote aufmerksam gemacht. An der Hauptstraße gelegen fällt die weiße rechteckige Mauer auf … das Eingangstor war durch einen Riegel verschlossen, den wir aufschieben konnten um hinein zu kommen.

Ein idyllischer kleiner Platz abgeschirmt von der Außenwelt.

Friedhofspaziergang in Teguise, Lanzarote

Galerie

Diese Galerie enthält 5 Fotos.

Gestern in Teguise auf Lanzarote dachte ich: wo werden hier eigentlich die Toten begraben? Während all unserer Ausflüge habe ich keinen Friedhof gesehen. Ich fragte im Café nach dem „cimetario“. Der Gastwirt erklärte mir auf Spanisch wo es lang geht. … Weiterlesen

Cemetery Walk and Talk in Hong Kong with women. Fürchte Dich nicht.

fotografiert von Nicolette

fotografiert von Nicolette

Da hätte uns der Wettergott doch beinahe einen Strich durch unseren Spaziergang über den Happy Valley Cemetery gemacht. Um 9 Uhr war es auf Discovery Bay, wo ich zur Zeit wohne, dunkelschwarz und die Welt ging unter. Es blitzte und donnerte angsteinflössend. Mutig machte ich mich auf den Weg, denn es lichtete sich schon wieder am Horizont. In Hongkong mit der Fähre angekommen war alles vorbei. Es regnete nicht mehr, nur die Luft dampfte ordentlich.

„Fürchte Dich nicht“ – kann ich da nur sagen. Drei interessierte und mutige Frauen sind trotz heftigem Regen unterwegs gekommen. Wir haben alle den richtigen Eingang zum ehemals „Colonial Cemetery“ gefunden. Vergnügt haben wir unseren Spaziergang über den Friedhof begonnen. Eine morbide Stimmung hieß uns willkommen. Die Wolken hingen noch tief, die schwüle Luft dampfte schwer über den Gräbern und in den Bäumen. Gegen Mittag blitzte sogar die Sonne.

So viel zum Hongkong-Wetter, das seit Wochen seine eigenen Kapriolen ausheckt.

Warum heißt ein Friedhof „Happy Valley“?

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fotografiert von Karin

IMG_2801„Like many people in Hong Kong I assumed Happy Valley was so named because of the horse racing, and associated gambling, that took place there. But the area has a much more morbid genesis. Back in the early days of British colonial rule in the 1840s, there was a high death rate from malaria and other diseases in Hong Kong. The area became a burial ground for victims of disease and was named „Happy Valley,“ a common reference to cemeteries in Victorian times“. (Derrick Chang, CNN Travel)

Ein Happy Valley also für Verstorbene, die an Malaria oder Pest starben. Das ist doch schön. 1845 wurden die ersten Toten auf diesem Friedhof begraben.

IMG_2790Die Toten liegen hier seit über 150 Jahren. Wir haben die Gräber von britischen und jungen Soldaten besucht, die im Opiumkrieg gefallen sind oder im Pazifikkrieg bzw. Japankrieg.
Hongkonger Polizeibeamte liegen hier begraben, gut betuchte Chinesen und Unternehmer aus aller Welt, die Hongkong zu wirtschaftlichem Erfolg brachten. Vor allem Briten. Neben dem Happy Valley Cemetery schließen sich die Gräber der indischen Bevölkerung (Parsee) und der Juden an. Auch auf dem katholischen Friedhof St. Michael haben wir eine kurze Runde gedreht.

IMG_2806Auf dem Happy Valley Cemetery haben wir den Sarkophag von Karl Gützlaff gesucht. Eine Übersicht am Friedhofseingang zeigte die verschiedenen Sektionen. Ich wusste, dass wir das Grab des deutschen Missionars in der Sektion 13 finden würden. Genau gegenüber der kleinen Kirche. Gützlaff wird als erster deutscher Missionar für China bzw. Hongkong genannt. Auf seinem Sarkophag steht: Apostel Chinas. Er war ein Sprachgenie für asiatische Sprachen und unternahm gefährliche Reisen nach China. Er ist leider jung gestorben. Mit 48 Jahren am 9. August 1851. Hier öffneten wir die Flasche Prosecco und erwiesen ihm unseren Respekt und Ehre. Prost, auf den kühnen und mutigen Karl Gützlaff. Weiterlesen

Gräber mitten in der Natur – in Hong Kong

imageHeute waren wir auf der Insel Peng Chau wandernd unterwegs. Man folgt den schönen Wanderwegen und plötzlich steht man vor einer Grabfläche wie dieser. Das gibt es in der freien Natur sehr oft. Ich habe nur dieses eine fotografiert. Die anderen lagen weiter oberhalb von diesem. Eines nach dem anderen. Es ist kein offizieller Friedhof. Sondern diese Gräber sind mitten in der Natur platziert. Das ist schon sehr seltsam für unsere Augen.

Ich habe nach Informationen zu diesen Gräbern gesucht und nur entdeckt, dass es wohl sehr viele „inoffizielle Grabstellen“ in Hongkong gibt. Wohl auch in Naturreservaten oder mitten in den Wäldern, was anscheinend für Unmut sorgt. Erzählt z.B. dieser Artikel in der South China Morning Post.

Wenn ich es richtig weiß, liegen in diesem Grab nur die Gebeine, sprich die Knochen. Ich habe gelesen, dass nach einer gewissen Zeit der „Beerdigung“ die Knochen eines Toten gesäubert werden und dann beerdigt in einem Grab wie diesem. Häufig sieht man auch nur braun lackierte Tontöpfe mitten in der Natur – mit Blick zum Meer. Diese Tontöpfe erinnern an unsere Brot- oder Rumtöpfe. Es sind aber auch Gebeine drin. Wenn die Hongkong-Chinesen an diesen Gräbern oder Töpfen vorbei wandern verbeugen sie sich kurz davor.

 

Der 2. Morgen im zweiten Blogjahr

fotografiert von Anna Kirsch

fotografiert in Irland von Anna Kirsch

Bricht der erste Morgen des neuen Jahres an, so erscheint der Himmel nicht anders als am Tage zuvor, aber doch ist einem seltsam frisch zumute, als habe sich vieles verändert.

(Yoshida Kenko)

Am 11.11. Führung durch die Ausstellung …

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Das Foto zeigt: Margaret Atwood auf dem Mount Pleasant Cemetery in Toronto – © Tobias Wenzel und Knesebeck Verlag

… Solange ich lebe kriegt mich der Tod nicht“. Diesen Satz hat übrigens die betagte Benoite Grout gesagt während Sie an der Atlantikküste von Tobias Wenzel interviewt wurde.

Tobias war von Neuseeland bis Argentinien unterwegs: Der Journalist hat Schriftstellerinnen und Schriftsteller auf Friedhöfen getroffen. Entstanden sind grossformatige Fotografien und Gedanken über Tod und Leben, Lachen und Zweifeln, Lieben und Loslassen. Das Friedhof Forum zeigt 34 dieser Porträts in einer zweiteiligen Ausstellung.

Dauer Teil 2: 17. September – April 2016.

Ich führe durch diese interessante Ausstellung am 11. November um 18.30 Uhr.

Cemetery w/talk with women in Frankfurt

Samstag, 14. November
10.00 Uhr bis 12.00 Uhr
 
Bornheimer Friedhof, FrankfurtIMG_0923
 
Hast Du Zeit und Lust, Dich mit mir und anderen gleichgesinnten Frauen zu einem Friedhofsspaziergang auf dem Bornheimer Friedhof zu treffen? Ich kenne ihn selbst nicht und wollte ihn mir irgendwann einmal ansehen und hier spazieren gehen. Hier ist das PDF zum Herunterladen.
 
Treffpunkt bei jedem Wetter: Mit dem Bus 30 oder 34 zur Haltestelle Bornheimer Friedhof. Wir treffen uns hier am Haupteingang.
 
Wir trinken Sekt mit den Toten, verschenken eine Blume … Ich gebe gern Input … erzähle von den Friedhofsgängen, die Tobias Wenzel mit Autoren unternommen hat und von der Ausbildung bei Jemanja, Schule zur Sterbe- und Trauerbegleitung.
 
Die Fragen zum Friedhofsspaziergang:
1. Stell Dir vor, Du wirst sterben, wo willst Du beerdigt werden? Willst Du überhaupt beerdigt werden? Wenn nein, was dann?
2. Welche Grabsteine gefallen uns, an denen wir vorbei kommen?
3. Was denkst Du zum Sterben? Sterben heißt für mich …
4. Was steht mal auf Deinem Grabstein? 😉