31.3. Tagebucheintrag „verbunden sein“

Ihr ward sooooo toll. Du und … Du und … Du und …. Du.

hatte ich mal „en France“ geknipst:
Le Rouge c’est le couleur d’amour

Kreativ. Poetisch. Beobachtend. Tiefsinnig. Berührend. Nachdenklich. Trotzig. Vorsichtig.

Danke, dass Ihr mitgeschrieben habt zur diesjährigen Fastenzeit-Blog-Challenge: Carpe Diem. Sei Dir deiner Endlichkeit bewusst. Dein kreatives Tagebuch.

Ich habe aus allen Texten Sätze aneinandergereiht zu einem Artikel … in der genauen Datumsreihenfolge … ein neuer Text ist entstanden. Unsere Sätze sind verbunden in einem „Tagebucheintrag“.

Ich finde, so können wir getrost und gestärkt in die Osterzeit gehen. DANKE!

Ich will auf das HEUTE mich einlassen, will mein Leben gestalten im Rahmen der jetzigen Möglichkeiten … jeder Tag lädt ein genau zu schauen. Tschüss. Wir lesen uns! 🙂
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Bedenke, dass Du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“

Hängt bei Euch auch das Totenhemd im Schrank?
Wie sieht euer letztes Kleidungsstück aus?
Doch ich verdränge ihn nicht, den Tod. Es würde mir auch nichts nützen. Und um so mehr ich mir ihn bewusst mache, schreckt er mich nicht nur, sondern er nutzt mir, um mit der Zeit umsichtiger umzugehen. 

Ich weiß nicht, ob die Suche nach dem Speziellen im Alltäglichen wirklich ein Carpe Diem bedeutet. Für mich jedenfalls ist es so. Denn es ist der besondere Moment des Innehaltens, des genauen Hinschauens und nicht selten des Erstaunens. … Eine Blüte, ein Regentropfen, eine Meise, ein Ast, eine Erdkröte (ja, die sind auch wunderschön!), Sonnenstrahlen im Wald, eine Spiegelung im Wasser… Und dann geht’s wieder weiter.

An manchen Tagen, da möchte ich allerdings einfach nichts davon. Ich möchte einfach nichts tun und nicht nützlich sein. Für niemanden. Nicht einmal für mich selbst. Auf der Couch liegen. Die Wand anstarren. Rumhängen.

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Gesprächsplitter vom Zoom-Austausch zur Blog-Challenge

Gesprächssplitter vom Mittwoch, 17. März um 17 Uhr.
Vivianne. Ulla. Ich.
Wieder drei Frauen. Wie das letzte Mal. (wo sind die Männer?)
Andere Konstellation und Komposition.

Es war anders. Es war inspirierend. Es war lebendig und berührend.

Wir haben an W. gedacht, der ganz plötzlich starb.
Vor zwei Jahren.
Wie und wann seinen Nachlass ordnen?
Überhaupt wie beginnen?

Nun kommt Vivianne ins Spiel, deren Buch ich auf jeden Fall hier vorstellen wollte. Nun kam es direkt mit Ideen und Tipps zum Einsatz. Beispielsweise: Sachen, die noch bleiben sollen, die man noch nicht wegwerfen kann, in eine Kiste packen und sich irgendwann später damit beschäftigen.

Ich schlage vor: Beginne ein Buch. Schreibe auf, wer was bekommen soll. Katalogisiere. Schreib auch Erinnerungen oder Geschichten zu den Gegenständen. Lege fest, wem du was vererben willst.

Kunst will am Ende des Lebens – so sie nicht wirklich wertvoll ist – niemand … ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Künstler, einerseits wegen seiner Gemälde, andererseits wegen der Hobbykunst meiner Mutter. Meine Idee ist: eine Party oder Auktion oder Ausstellung organisieren zur Totenfeier und die Kunst verschenken, bevor man sie dann vernichtet. Über Viviannes Buch vermerkt der Verlag: „Zahlreiche Publikationen behandeln administrative, religiöse oder rechtliche Fragen zum Umgang mit einem Nachlass, insbesondere betreffend Vermögenswerten“. Im Buch findet man Hinweise, Tipps und Links.

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11.3. Geertje: Leben Lieben Lassen

Tod, mein Name.

Da bist du wieder. Ab und zu reiche ich dir die Hand. Aber nicht so oft und auch nicht immer. Also heute: Verdrück dich! Drück dich selbst. Und lass auch die anderen in Ruhe. Und bau auch nicht auf deinen neuen Verbündeten. Sie ist nicht die Krone des Lebens. Und deine auch nicht.

von Geertje geknipst

Hier entlang zu Geertjes Blogartikel.

Spaziergang und Sonntagsgedanken.

die Richterswiler Fontäne sprüht einen Vorhang. Gestern geknipst.

Sonntags drehen mein Mann und ich immer eine große Runde. Von „oben“ gehts runter durch den Ort zum See und dann wieder hoch auf den „Berg“. Wenn wir lange Spaziergänge machen sag‘ ich oft: „Jeden Tag, den wir so verbringen, leben wir einen Tag länger in unserem Leben, weil wir uns an der frischen Luft bewegen und etwas für unsere Gesundheit tun“.

Mein Mann nimmt gestern eine ganz andere Perspektive ein und meint: „Wieder ein Tag näher an unserem Tod dran“.

Tja. Wie siehst Du das?

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Einladung zum Spaziergang. Das Konkursbuch 56 Tod. #buchtipp

Seit November liegt es hier. Das 606 Gramm schwere bunt gecoverte „Konkursbuch 56 Tod“.

Ich war sofort begeistert von der Haptik, der Schwere, der Fülle von Fotos, Kunst und Texten, die ich überflog. Ein Sammelsurium. Eine Vielfalt, die uns da entgegenkommt. Herrlich. Wir können wunderbar aus der Fülle schöpfen zu unserem Lieblingsthema Tod und Sterben. Uns werden die Themen nicht ausgehen. Im Gegenteil. Ich fühle mich inspiriert und reich beschenkt.

Gestern blätterte ich zufällig und entdeckte … na was wohl ? 🙂 … Friedhofsspaziergänge. Axel Schock, einer der fast 70 Autor*innen, schreibt ab Seite 89 mit schönen Fotos von seinem „Besuch bei den Toten“. Beispielsweise war er in Harlem/New York, Amsterdam oder Warschau um nur einige wenige zu nennen. Ich entdeckte nicht nur Beschreibungen von den letzten Ruhestätten auf denen ich auch schon lustwandelte z.B. dem Jüdischen Friedhof in Berlin oder dem Cemiterio dos Prazeres in Lissabon. Sondern wurde neugierig auf den Selbstmörderfriedhof am Berliner Grunewaldsee und auf den Friedhof der Namenlosen auf Amrum.

Danach las ich endlich das Vorwort der Herausgeberinnen. Stephanie Sellier erinnert uns, dass wir „mitten im Leben im Tod sind: Media vita in morte sumus“. Und Claudia Gehrke schreibt einen Aufsatz. Jeder Satz lädt ein zu einem Gedanken oder der Überlegung, dazu wieder einen Aufsatz zu schreiben. Mein Anspruch alles verstehen zu wollen, lässt meinen Kopf schwirren :-). Zuerst ihre Notizdatei, die sie „Apokalyptisches Jahr“ nennt. Die Bücher, die sie während der Buchentwicklung liest und ihre Gedanken, die sich dadurch zum Tod und zum Sterben entwickeln. Da waren die Einladungen an die AutorInnen schon raus für das Konkursbuch. Und dann Wuhan und Corona: „Und dann ging es los mit der Pandemie. Das Thema dieses Konkursbuches war schon seit Längerem geplant …“ Sie schreibt von den Reaktionen der eingeladenen AutorInnen, von intensiven Todesszenen und ihrer eigenen Familiengeschichte, die spannende Tode entlang des Jahrhunderts bietet“.

Zu aller letzt lädt uns die Herausgeberin zu einem Spaziergang ein, dass wir in der Lektüre versinken mögen. „Aufgebaut ist dieses Buch wie ein Spaziergang, dem Sie von Anfang bis Ende folgen könnten (…). Doch Sie werden vermutlich springen und sich Ihren eigenen Spaziergang zusammenbauen.“

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Entdeckt: Der Youtuber, der Tod und die Hoffnung

Philipp ist 23 Jahre alt und erhielt die dritte Krebsdiagnose. Nach zwei Krebsdiagnosen lehnt er eine erneute Chemo ab. Die Filmemacherinnen zeigen wie Philipp und seine Freunde mit dem Thema Sterben umgehen, das Leben gemeinsam genießen und an dieser Erfahrung wachsen. Der Glaube spielt auch eine wichtige Rolle. 

Am 14. Januar wird diese Doku auf NDR gezeigt, die auch schon in der ARD-Mediathek verfügbar ist: Der Youtuber, der Tod und die Hoffnung. Dauert ca. 45 Minuten.

Ich hab gleich weiter gesucht im Youtube-Kanal und die Real Life Guys gefunden.

am 11.11.2020 entstanden

Und wenn nicht jetzt wann dann das Leben leben? Es gibt noch einen anderen Kanal – Life Lion. Dieses Video entstand am 26.11.2020.

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In Memoriam: Sabine Dinkel und der Totenhemd-Blog

Sabine Dinkel ist letztes Jahr im Juli gestorben. Wir haben alle gewusst, dass sie sich auf ihre letzte Reise vorbereitet. Ich saß kurz drauf im September auf einer Bank auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich und hielt Zwiesprache mit ihr.

Liebe Sabine, erinnerst Du dich? 2014 unterhielten wir uns über den Tod unserer Eltern. Weißt Du noch? Mein Vater ist plötzlich gestorben im September. Da war ich grad beim Jodeln im Toggenburg. Du erzähltest mir, dass deine Eltern kurz hintereinander gestorben sind. Wir waren beide sehr traurig. Du erzähltest mir von Claudia Cardinal und der Ausbildung zur „Sterbeamme“. Außerdem hast Du das Buch erwähnt: Wir sehen uns, geschrieben von Claudia Cardinal. In diesem Buch empfiehlt uns die Heilpraktikerin und Sterbeamme ein Totenhemd im Schrank aufzuhängen, damit wir an unsere Endlichkeit erinnert werden.

So entstand im Gespräch mit Annegret unser Totenhemd-Blog.

Liebe Sabine, ich bin dir unendlich dankbar für dieses Gespräch. Ich habe dich dann eng in den sozialen Medien begleitet und den Verlauf deiner Krankheit und Dein Sterben mitverfolgt. Dein Mann und Du Ihr habt Großartiges geleistet: Ihr habt das Leben ausgekostet und du hast mich und deine LeserInnen inspiriert mit deinem Mut und Dran-bleiben und Weiter-machen. Durch dich ist klar geworden: Jede und Jeder lebt bis zur letzten Minute. Jede Minute ist kostbar. So hast du in den letzten Monaten deines Lebens zurückgezogen in Norddeutschland dein letztes Buch geschrieben. Gute Tage trotz Krebs!

Liebe Sabine, Du hast uns unendlich viel geschenkt.

Danke dafür ❤️.

Hier veröffentlichte Texte über/von Sabine:

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Stolze Witwe Steffi mit der Urne im Arm

Steffi ist einverstanden, dass ich über Joschis Trauerfeier schreibe. „Ich wollte das steife übliche Rituell nicht. Ich wollte es anders. Und ja wir müssen drüber sprechen, damit es anders wird“, antwortete sie mir. Ich freue mich über eine Trauerfeier schreiben zu können, die im September auf dem Münchner Waldfriedhof stattfand.

Steffi mit der Urne und die Kids

Allein wie Steffi mit der selbstbemalten Urne souverän und stolz am „Meeting-Point“ stand und auf ihre Gäste wartete, berührte mich sehr. Ich verstand es als ein Signal. Es geht anders: Die Urne von den Kindern und ihr selbst bemalt, sie im luftigen Sommerkleid und Highheels, die Urne mit Joschis Asche im Arm, die sie zum Grab trug.

Das war schön! Berührend! Anders!

„Please come colourful“, stand auf der Einladung. Eine bunte Gästeschar war angereist. Wir spazierten einen langen Weg über den Friedhof. Das Grab war wunderschön hergerichtet mit vielen bunten Blumen. Ein Mikrofon war installiert für die Trauerrednerin und die Musikerinnen. Es regnete nicht. Wir hatten wunderschönes Wetter. Wir weinten, wir lachten, wir hörten zu, wir lauschten den Geräuschen aus dem Wald.

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In Erinnerung an Brigitte Becker: Augapfelmassage

Brigitte ist gestorben.
Die Nachricht erreicht mich heute.
Wie schön, dass wir diese Zeilen von ihr hier haben.
Ich bin sehr berührt, wenn ich sie lese.

Mit Brigitte habe ich das Death Café Zürich in der lebendigen Langstrasse gestartet. Das war letztes Jahr im März 2019.
Ich bin sehr froh und sehr dankbar über diese gemeinsame Zeit.

Ach, liebe Brigitte … danke für deinen schönen Text hier bei uns.
Mach’s gut.

Totenhemd-Blog

IMG_1765-1Was nach dem Tod kommt? Ich bin nicht sicher. Aber ich weiss, was ich mir wünsche:

Ein Raum, gefüllt mit Lichterketten. Sie verändern langsam ihre Farbe. Eine Höhle tut sich auf. An zwei Seiten kann ich mich niederlassen, liegen und schauen. Videobilder ziehen an mir vorbei, bunt, farbig, fremd, schön, bilden Erzählungen, lösen sich auf, ein bisschen wie Gedichte. Anderswo, in Venedig, hat dieselbe Künstlerin, deren Werk ich hier besuche, hat Pipilotti Rist solche Projektionen schon an die Decke einer grossen Kirche geworfen. Dort lag man auf dem Rücken ausgestreckt, um zuzuschauen. Der eigene Zustand wird seltsam schwerelos. Augapfelmassage nennt die Künstlerin ihre Kunst. Nicht alles ist verstehbar. Macht nichts.

Denk ich an das Ende und das Danach, dann stelle ich mir einen solchen Zustand vor wie am Sonntag im Kunsthaus in Zürich.

Als würden wir, nachdem wir am Anfang brutal aus dem Fruchtwasser, aus der warmen Höhle heraus geworfen…

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Mit Sicherheitsabstand bei Kaffee und Kuchen über den Tod geprochen

mein totenkleid

mein Totenkleid

Jürg war bei uns auf der Terrasse bei schönstem Wetter. Unser Freund hier vom Ort. Fragte mich nach unserem Totenhemd-Blog und ob wir nicht über den Tod sprechen wollten.

„Ja klar“. Ich zeigte ihm dann noch mein Brautkleid, das mein Totenhemd sein soll und die rote Jacke aus Hongkong dazu.

„Du kannst aber auch was schreiben für unseren Blog, das würde mich freuen. Jetzt wo du das Land verlässt.“

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von Jürg 

Sprechen wir vom Tod

Das Totenhemd steht zur Diskussion. Das wird gewungenermaßen etwas virtuell und das mögen nicht alle. Wir haben ja meist – Gott sei Dank – Besseres zu tun, oder Vergnüglicheres – Handfestes. Doch das ist Ansichtssache. Ich zum Beispiel rauche ja gerne eine Zigarette und probiere, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Eine meiner Meinung nach unterschätzte Kunst.

Hier entlang zu Jürgs Blog um den vollständigen Text zu lesen.

Jürg, merci vielmals und alles Gute für die nächste Reise und den Lebensumbruch. Ich schenke dir einen Satz von Rainer Maria Rilke:

Wer weiß, wer ich bin? Ich wandle und wandle mich.