Ein Coachingtag in Sachen „Tod und Sterben“

Britta Buttkewitz hab ich eben bei Facebook mit ihrem YouTube-Video entdeckt. Sie ist Sterbeamme und bietet einen Coachingtag für Chefs und Kollegen an. Wie geht man um mit dem Tod eines Kollegen? Wie kümmert man sich um eine Kollegin deren Ehemann bald sterben wird? Sehr authentisch und gut erklärt hier im Video.

Von Sarggeschichten: Wie man eine tolle Trauerfeier macht

Habt Ihr Sarahs Videos schon gesehen? Es sind nicht Sarahs sondern die von Sarggeschichten und dahinter verbergen sich Sarah und Jan.

Ich finde Sarah macht das großartig vor der Kamera. Hier ein Video „wie man eine tolle Trauerfeier macht“.

Oder Link zur Website: Sarggeschichten/Die Filme

Wir sehen ja hier nur kleine Ausschnitte und hören, Weiterlesen

Heute über das Sterben gesprochen

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unser Logo fürs Death Café von frauines.de

Heute hab ich mit unserer Pfarrerin Andrea, mit der ich das Death Café in Richterswil auf den Weg gebracht habe, über unsere kommende Veranstaltung gesprochen. Das nächste Death Café soll am Donnerstag, dem 5. Juli nachmittags stattfinden. Ich habe Andrea erzählt wie es mich grad wieder sehr beschäftigt: der Tod, das Sterben und dabei fühle ich mich quicklebendig.

Die Sätze, die ich heute gelesen habe und mich berühren:

„Der Zeitpunkt, wann ein Leben endet, ist jedem vorberstimmt. Wir müssen nicht hadern.“ Stammt von Corina Dietsch, die in einem Artikel in der reformiert vorgestellt wird. Sie ist Tatortreinigerin. Ausgleich findet sie bei ihrem Pferd Geruna.

Pferde, Hunde und Hasen leben auf dem Hof „Schöne“ in Berlin Rixdorf. Hier kann man sich vom geliebten toten Menschen verabschieden. Der Bestatter Eric Wrede wurde im Sonntagsartikel genannt; ich schrieb dazu im letzten Post. Weiterlesen

„Der Tod steht uns gut“: vom Zeitungsartikel zum Telefonat mit Sarah Benz von Sarggeschichten

Das war ja eine Überraschung letzten Sonntag in der Rubrik „Leben“ in der Frankfurter Sonntagszeitung: Ich entdeckte den Artikel: Der Tod steht uns gut.

Der Untertitel des Artikels:
Das ganze Leben lang macht sich der eine mehr Gedanken darüber, was er anzieht, als der andere. Ein Thema ist es trotzdem für alle. Nur das letzte Hemd blieb bislang von dieser Frage oft ausgeschlossen. Warum eigentlich? – fragt die Journalistin Barbara Russ.

Zuerstmal ist die Überschrift ja ein bisschen verwirrend. Das Thema klärt sich erst, wenn wir vom letzten Hemd im Untertitel lesen. Ich suchte beim Lesen sofort, ob die Autorin unseren Blog erwähnt. Denn es liegt doch nahe unseren Totenhemd-Blog zu nennen, in dem wir uns sehr ausführlich über unser „letztes Hemd“ ausgemährt haben.

Sie fragt gleich zu Anfang: „Welche Kleidung würden Sie Ihrer Mutter für die letzte Ruhe aussuchen?“ Auch wenn man sich heute eher in Jogginghose oder Jeans verabschiedet, existiert das Leichen- bzw. Totenhemd noch. Dennoch kleidet man den Verstorbenen  tendenziell so wie man ihn im Alltag erlebte, es wird der Persönlichkeit entsprechende individuelle Kleidung getragen.

Beim weiteren Lesen freute ich mich Sarah Benz Namen zu entdecken. Sie wurde mit ihren Sarggeschichten vorgestellt und hat erlebt, dass Angehörige ein hässliches Totenhemd gekauft haben, Weiterlesen

Heiner von Gastautor Rüdiger Rodewald

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Rüdiger Rodewald

Tag Heiner, sag ich. Ich bin gekommen um mich vorzustellen. Ab nächsten ersten bin ich euer neuer Chef. Tag Rudi, sagt er. Hat sich schon bis zu mir rumgesprochen. Er lacht. Ein leises Lachen, nie laut und expulsiv, immer leise, fast wie ein Lächeln in dem etwas Zögerndes mitschwingt. Eigentlich wärst du mal dran gewesen, oder?, sage ich. Es tut mir leid für dich dass ich das nun geworden bin. Hätte schlimmer kommen können, sagt er und lacht wieder dieses leise fast stolpernde Lachen. Mich befördern sie nicht mehr. Aber komm, ich stell dir mal die Leute vor.

Das Büro umfasst zwei Großräume. In jedem sitzen so acht bis zehn Personen. Es ist saukalt auf der einen Seite, auf der der Wind steht und fast tropisch warm im Büro mit der Südausrichtung.

Er führt mich herum und stellt mir alle vor. Zu jedem hat er ein paar Sätze gesagt was er oder sie macht und zu jedem hat er eine freundliche kleine Anekdote parat. Später sitzen wir zu zweit in dem Raum der dann mein Büro werden soll. Wie geht es dir damit, Heiner, frage ich, dass du das wieder nicht geworden bist? Das ist nicht mehr so wichtig, sagt er. Meine Frau ist krank. Biggi. Manchmal kriegt sie keine Luft mehr und ihr Herz schlägt unregelmäßig. Mensch Biggi, sagt er und es steigen ihm Tränen in die Augen. Wir wollten doch nach Bolivien im Sommer, unsere alten Freunde besuchen.

Und dann erzählt er. Wie er mit zweiundzwanzig Jahren in Bremen seine Lehre als Schifffahrtskaufmann zu Ende gemacht hatte und immer gedacht hat, draußen in der weiten Welt wartet das Abenteuer und ich sitz hier in diesem Büro. Dann stand das Abenteuer plötzlich eines Abends auf der Schwelle. Wir suchen Mitarbeiter für die Agentur in Bolivien, sagt sein Chef. Haben Sie Lust? Weiterlesen

Ostersonntag. Gedanken gekritzelt.

IMG_9326Fassungslosigkeit.
Staunen.
Den Raum im Herzen weiten.
Ostern und die Auferstehung.
Schoko-Hasen und Tulpen.
Die unerwartete Nachricht von deinem Tod.
Gestorben bist du an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
In Taiwan habe ich Weiterlesen

Trauerfeiern ganz öffentlich #Taiwan

 

„Was sind das denn für große runde Tafeln, die am Wegesrand stehen?“, frage ich Simon, unseren Guide in Taiwan. Das sind Trauertafeln. In diesem Ort wird entweder getrauert oder es wird eine Trauerfeier zelebriert. Ich muss sagen, dass mich das sehr anrührt: Man fährt durch einen Ort und weiß: Hier ist jemand gestorben um den getrauert wird. Auf den Tafeln stehen gute Wünsche und Beileidsbekundungen.

Mitten auf dem Land an der Straße sahen wir das Zelt oben, in dem alles hergerichet war für eine Trauerfeier. Genauso unten mit den pinken Tischdecken an einem anderen Ort mitten in Taiwan. Es wird wie bei uns gegessen und getrunken und man bringt den Hinterbliebenen Geldgeschenke mit. Oben das Foto zeigt die eher „einfach schlichte“ Trauerfeier im Gegensatz zu dem Foto unten.

Trauerzug mit Musik #Taiwan

Gleich während unserer ersten Fahrradtour von Taipeh in den Norden ist mir dieser Musikzug aufgefallen. Ich fragte gleich: „Was ist das für Musik da am Wagen? Wofür?“ Den Grund sah man schnell: an der Limousine war vorne am Schutzblech das Foto der Verstorbenen angebracht. Ob jetzt der Leichnam oder die Urne im Auto war weiß ich nicht sicher. Auf jeden Fall wurde für unsere Ohren lustige Zirkusmusik gespielt vom blauen Auto vorne, das eine Art Baldachin zierte. Auch hier könnte der Leichnam oder die Urne darunter gewesen sein. Wir hatten so etwas schon mal in Buthan gesehen. Vielleicht war der Leichnam auf dem Weg zur Verbrennung oder zu einem Tempel.

Zwischenzeitlich haben wir solch einen Trauerzug auch in größerer Variante gesichtet: es fuhren mehrere Busse mit Trauergästen vollgepackt hintereinander mit der entsprechenden Musik im vordersten Wagen.

Interessante Sitte, finde ich. Man wird als Passant zum Zuschauer und beobachtet, dass ein Toter auf seinem letzten Weg ist und Trauernde unterwegs sind.

Kinofilm: Das Erste und das Letzte

Ich war im Kino und habe den Film über Jacqueline von Kaenel gesehen, die noch einmal ihre Kindheit und ihr Leben Revue passieren lässt bevor sie stirbt. Sie ist an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben.

Der Film hatte es in sich. Ich habe ihn deshalb in meinem anderen Blog vorgestellt, weil es sehr um das „Wesentlich werden“ geht in dieser Phase des bevorstehenden Todes. Sie konnte in Frieden gehen, sie hat in ihrem Sterben etwas ganz Lebendiges entgegegengesetzt: Ihr Leben im Hier und Jetzt, Ihre Kraft, Ihr „sich annehmen und sich selbst lieben“. Das hat mich zutiefst berührt und beeindruckt.

Hier der Link zu meinem Blogpost: Das Erste und das Letzte.

Sabine Dinkel spricht übers Leben und ein bisschen übers Sterben

Wegen Sabine Dinkel gibt es diesen Blog! Das ist toll. Ich kenne sie vor ihrer Krebserkrankung … wir haben uns übers Bloggen und bei Facebook kennengelernt.

Heute hören und sehen wir sie hier im Interview bei Andrea Heckmann – im LebensMutivation Flashmob Video.

Sie schaut schon mal rüber auf „die andere Seite “ ist aber vor allem hier im Leben mit ihrem Mann und ihren Hunden und ihren lieben Freund*innen. Und zum Schluss gibt es von ihr den ultimativen Tipp für andere Leidensgenoss*innen!! Also reinhören … und sich Zeit nehmen für 55 Minuten ehrliche und spannende Antworten.

 

Sabine Dinkels Buch „Krebs ist wenn man trotzdem lacht“ habe ich vor wenigen Wochen vorgestellt.