Buchtipp: Das Geschenk der Sterblichkeit

9783896676009In den letzten Wochen habe ich mich mit diesem Buch beschäftigt und einige Blogartikel daraus geschrieben. Mich hat die Frage nach dem „ungelebten Leben“ beschäftigt. Der Autor ist auf der Suche nach einer Antwort. Nämlich so sagt es uns der Untertitel: Wie die Angst vor dem Tod zum Sinn des Lebens führen kann.

Mir hat das Buch gefallen, denn ich mag die analytische und erklärende Art des Autors. Sein Verleger ermahnte ihn, das Buch so zu verfassen, dass auch die Leserin oder der Leser etwas davon haben und es nicht nur eine persönliche Reise und Innenschau wird. Ich finde, es ist ihm gelungen. Nur manchmal dachte ich: Wow, was er alles von sich preis gibt. Aber er hat auch eine Menge nicht über sich erzählt. Das ist gut so. Denn in Berlin praktiziert er in eigener Praxis. Dennoch lernen wir von seinen Erfahrungen und Erlebnissen und Gesprächen, die er führte.

Brennend und neugierig habe ich mögliche Antworten gelesen, die er von den verschiedensten Menschen hörte. Er sprach Weiterlesen

Spaziergang über den Friedhof Fluntern

72D85657-68B1-45CD-BD95-DA5835DC40CCHeute zog es mich zum Friedhof Fluntern oben auf den Zürichberg. Ein herrlicher Morgen begann und ich erinnerte mich an mein Vorhaben allen 19 Friedhöfen Zürichs einen Besuch zu erweisen. Heute also Fluntern. Ich bin mal dran vorbei spaziert, das ist schon eine Weile her. Da wusste ich: Hier muss ich nochmal her. Er liegt nämlich sehr idyllisch nahe dem Zoo und dem FIFA-Sportgelände oben auf dem Berg. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick und kann schöne Spaziergänge unternehmen. Mit der Straßenbahn bin ich also heut „nach oben“ gefahren durch die Stadt.

2C080699-C4AA-475C-BBA1-B1B355A650E3Im Internet informierte ich mich vorab und sieh an: der Friedhof Fluntern wird sogar als Sightseeing-Punkt aufgezählt, weil bekannte Persönlichkeiten hier begraben sind. Beispielsweise Elias Canetti oder James Joyce.  Ihre Gräber liegen nah beieinander. Rechts seht Ihr Canettis Unterschrift als Grabinschrift.

Die sitzende Bronzefigur hinter James Joyce Grab zeigt den Schriftsteller mit einem Buch in der Hand.

Besonders populär sind die Grabstätten von Schriftsteller James Joyce (errichtet 1966) und Nobelpreisträger Elias Canetti (1994). Die Bronzestatue von Milton Hebald auf dem Grab von James Joyce ist inzwischen zum Wahrzeichen des Friedhofs geworden. Quelle: Stadt Zürich. Friedhof Fluntern.

Siehe auch die New York Times: ein Foto zeigt den Künstler neben der Bronzefigur

Ich habe den Spaziergang über den Friedhof sehr genossen. Eine junge Frau restaurierte einen alten Grabstein. Ich habe viele interessante und außergewöhnliche Figuren geknipst. Wirklich schön für die Ohren, Weiterlesen

Die Angst vorm Sterben erkennen. Sehnsucht spüren … (5)

9783896676009Im zweiten Artikel meiner Serie zum Buch habe ich diese Fragen gestellt:

Wo ist Unwucht in deinem Leben? Wie macht die sich bemerkbar?
Nach was sehnst du dich?
Was vermisst du?
Für was brennst du?
Wie lichterloh brennt deine Sehnsucht?
Wie / wo spürst du das in deinem Körper?
Was liegt brach?

Andere Fragen, die ich sammelte, beleuchten eine andere Lebensfacette nämlich die Zufriedenheit oder Selbstbestimmtheit des Lebens.

  • Bin ich in der Regel zufrieden oder eher unzufrieden?
  • Habe ich das Gefühl ich lebe mein Leben selbstbestimmt oder fühle ich mich fremdbestimmt? 
  • Agiere ich oder reagiere ich?
  • Was bereue ich getan oder nicht getan zu haben?
  • Was muss ich (unbedingt) noch erledigen (bevor ich sterbe)? Und wann?
  • Was will ich endlich beginnen und nicht mehr aufschieben?
  • Was hält mich (gefangen)?
  • Was will ich endlich beenden? Und wann?

Aus meinen früheren Coachings und Workshops weiß ich, dass man sich manchmal sperrt gegen den Gedanken, etwas verändern zu können, wenn man sich im Hamsterrad wähnt. Das Hamsterrad dreht sich, man findet keine Stopptaste, man fühlt sich ausgeliefert. Ja, das ist so und das verstehe ich. Weiterlesen

Anzeichen, dass man Angst vorm Sterben haben könnte (4)

9783896676009…. oder dem ungelebten Leben auf der Spur sein.

Im vorherigen Artikel ging es um die Unwucht im Leben. Woran erkennt man, dass es nicht rund läuft?

Jetzt im vierten Artikel überlege ich weiter:

Was könnten Anzeichen sein, dass man Angst vorm Sterben /vorm Tod hat:

Man vermeidet das Thema Sterben und Tod gänzlich. Man will nicht über den eigenen Tod nachdenken oder mit seinen Liebsten über deren Tod sprechen. Man vermeidet Überlegungen dazu und vermeidet auch Plan B für den Sterbensfall, egal ob es das eigene Sterben oder das eines lieben Menschen ist.

Man denkt vielleicht „nach mir die Sintflut“.

Man ist vielleicht der Meinung, dass man noch unendlich viel Zeit hat bevor man sich dem Thema stellt. 

Man lebt vielleicht so als wäre man unsterblich: möchte ewig jung bleiben, wirkt ein bisschen „lebensmüde = riskant“, übernimmt keine Verantwortung, lebt ohne Ziele und Vorhaben. Weiterlesen

Zitronenkerne ins Herz gesät

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Womöglich hatte er (Jesus) den Toten Zitronenkerne ins Herz gesät und Jasmin. Womöglich rochen seine Hände danach. Nach dem, was kommt, wenn alles zu Ende ist.

Den ganzen Text von der wunderbaren Birgit Mattausch lest Ihr hier.

Es geht im Text um die Ausstellung „Peace is Power“ von Yoko Ono in Leipzig im Museum der bildenden Künste. Noch bis 7. Juli zu sehen.

Die Angst vorm Sterben erkennen. Sehnsucht spüren… (2)

fullsizeoutput_49e… oder „ungelebtes Leben“ transformieren in gelebtes Leben.

Nach dem Lesen des Interviews in der DIE ZEIT (siehe vorherigen Artikel) frage ich mich: Was ist mit meiner Angst vorm Sterben? Lebe ich mein Leben vielleicht nicht? Gibt es da ein Stück (m)ein „ungelebtes Leben?“ Wenn ja, wo steckt das? Wie finde ich es? Wenn nein, dann ist doch alles gut?!

Ich habe die Fragen und Antworten im Interview mehrfach durchgelesen, habe sie sacken lassen und wieder gelesen, habe mehr Fragen als Antworten in mir. Wie gehe ich ran und drösel das Gelesene in Häppchen für den Blog auf? 

Ich habe mir überlegt, woran man die Angst vor dem Tod oder dem Sterben erkennen könnte. Diese Angst kennen wir alle. Und diese Angst ist normal. Wir können sie uns bewusst machen und gegebenenfalls Dinge in unserem Leben verändern. Das ist nicht einfach wie wir alle wissen. Der Autor meint: wir können die Angst nutzen und uns ihr stellen und was draus machen.

Wie klingt das?

Ich finde das sehr ermutigend und erfrischend! Dazu sind mir dann viele Fragen eingefallen. Unter anderem diese:

Gibt es eine Unwucht in meinem Leben? Wie macht die sich bemerkbar? Weiterlesen

Nick Cave hat „Dem Tod ein Lied abgetrotzt“

In der aktuellen Zeitung „reformiert Nr. 6“ wurde im Kulturteil über Nick Cave geschrieben. Wir lesen über den Tod seines Sohnes, die Liebe, die Trauer und seinen Glauben an Gott. „Er wisse nicht, ob der Sohn noch irgendwo sei. Denn die Trauer lasse „Phantome“ entstehen. „Ich bin dafür, mit diesen Geistern zu reden, denn sie stehen für Möglichkeiten.“ Trauer beschreibt der Musiker als Kehrseite der Liebe. „Sie erinnert uns furchtbar an die Tiefe unserer Liebe“. Trauer und Liebe seien auf ewig verflochten. „Lieben wir, dann trauern wir. Das ist der Deal.“

Die Lieder auf dem Album „Skeleton Tree“ von 2016 wurde kein Traueralbum, vielmehr entstanden die Lieder trotz Trauer, „sie wurden dem Tod abgetrotzt“.

Hier der Songtext von Jesus Alone.

Ich war neugierig wann Nick Caves Sohn (Arthur) gestorben ist und habe ein Video gefunden, das in SRF Kultur im September 2016 ausgestrahlt wurde. Hier wird über das Album „Skeleton Tree“ berichtet, das während der Trauerzeit entstanden ist also nach Arthurs Tod. Wir hören noch zwei andere Songs aus dem Album.

https://www.youtube-nocookie.com/embed/USI2CCSB6zM

Es gibt auch einen Film – ein Making of zum Album – der in den Kinos lief: One more time with feeling.

Ich bin sehr berührt über Nick Caves Trauer und seine tiefen Gefühle und Gedanken zum Tod seines Sohnes, der 15-jährig in England ums Leben kam: er stürzte von den Klippen, weil er LSD konsumierte.

Nick Cave schreibt in seinem Blog „The Red Hand Files“: eine Fundgrube persönlicher Antworten und mehr. Ich hab mal reingeklickt und diesen wunderschönen Text von ihm entdeckt auf die Frage:

I would love to know how you feel about your writing now …. 

37Grad: Der Geschmack von Leben. Die Köchin, das Hospiz und ein gutes Ende.

IMG_0838„Ich hatte ein schönes Leben. Genauso möchte ich sterben“, sagt Eduard Nöther in dieser sehenswerten und berührenden 37-Grad-Sendung. Für alle, die nicht bei Facebook sind, hier hatten wir nämlich schon über diese Sendung informiert.

 

Drei starke Frauen werden in dieser Doku vorgestellt, die im Schwarzwald im Hospiz Kafarnaum tätig sind. Sie wurden ein halbes Jahr begleitet. Genauso auch die Gäste. Diejenigen, die sich auf die letzten Tage und Wochen ihres Lebens vorbereiten. Zwei von ihnen hatten zugestimmt dass sie gefilmt werden. Auch als tote Menschen haben wir sie sehen können – einen kleinen Ausschnitt nur, dennoch waren diese Momente sehr bewegend. Auch ich musste schluchzen.

Wie geht man mit dem Tod und dem Schmerz um, Weiterlesen

Eine Frage an uns. Meine Antwort.

IMG_0841Dorothea Hillingshäuser fragte mich letzte Woche:

„Ihr schreibt jetzt seit Anfang 2015. Also seit 4 Jahren. Was bedeutet euch der Blog? Hat es etwas verändert in deinem Leben? Was bewirkt was Du hier machst?“

Wir gehen jetzt ins fünfte! Jahr mit unserem Blog, was mich sehr freut.

Ich fühle mich vor allem durch unsere Blogaktionen, die wir seit Anfang an regelmäßig organisieren inspiriert. Ich lerne von unseren Leser*innen und Schreiber*innen. Jede und jeder hat andere Gedanken, Gefühle, Vorstellungen. Das ist spannend!

Gerade eben habe ich die Rezension von Anjas Blog hier veröffentlicht und bin in das Buch von Nina eingestiegen: Emails vom Tod. Das tut was mit mir: ich denke nach, bin verbunden mit Anja, die das Buch gelesen hat und vorstellt aber auch mit der Autorin Nina: ich schaue in die jeweiligen Blogs und Websites, lese und lerne einen anderen Menschen kennen. Lerne andere Leben und Schicksale kennen. Das ist intensiv und bereichernd!

Ich versuche immer wieder neu im HIER UND JETZT zu leben und nicht allzu langfristig zu planen. Natürlich taucht am Horizont immer mal wieder eine Vision auf. So könnte es vielleicht ausgehen. Aber je mehr ich kurzfristig gestalte und den heutigen Tag vor mir habe, im HIER UND JETZT bin, schreibe und lebe, umso leichter geht es mir. Das JETZT ist machbar. Ich weiß nicht was mir die Zukunft schenkt. Es könnte vielleicht so kommen wie ich es mir ausdenke, aber ich bin zunehmend bei dem was ich jetzt erledigen will. Eigentlich wollte ich eine Liste schreiben, was ich heut erledigen will. Bin aber jetzt als erstes im Totenhemd-Blog hängen geblieben. Die Februar-Aktion inspiriert mich und macht was mit mir. Es ist gut so wie ich es heut morgen gestalte. Nebenbei läuft Musik: ich höre Mantras.

Wenn nicht jetzt wann dann? – ist ein Leitspruch für mein Leben geworden. Ausgelöst durch meine Weiterbildung zur Sterbe- und Trauerbegleiterin bei Jemanja. Ich hatte dazu ausführlich geschrieben. Wenn ich einen Gedanken oder Wunsch spüre … dann frage ich mich immer: Wenn nicht jetzt wann will ich es dann machen? Da geht es hauptsächlich um Hobbys, Vorhaben oder Reisen. Weiterlesen

Blogaktion im Februar: Was kommt nach dem Tod?

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Dorothea und ich gestern beim Ideen sammeln

Im vorherigen Blogpost konntet Ihr Dorothea im Interview schon kennenlernen. Wir saßen gestern zusammen. In der neuen Ausgabe der „Impuls Gemeinde„, die im Juni herauskommen wird geht es um unsere Endlichkeit, den Tod und das Sterben. Dem vorausgegangen ist ein Impulstag im letzten November zum Thema: Da kommt noch was.

Dorothea fragt uns, „an was glaubt Ihr, was da kommt nach dem Tod“? Ich habe Dorothea vorgeschlagen, dass wir nicht nur unseren Senf dazugeben sondern unsere geschätzten und kreativen Leser*innen miteinbeziehen und fragen. Wir hatten da auch schon mal eine kleine Blogaktion zu Ostern 2016** mit sehr interessanten Texten und kreativen Beiträgen.

Mich macht der Gedanke ganz froh, eine neue Blogaktion zu „diesem Mysterium“ Weiterlesen