Mit Sicherheitsabstand bei Kaffee und Kuchen über den Tod geprochen

mein totenkleid

mein Totenkleid

Jürg war bei uns auf der Terrasse bei schönstem Wetter. Unser Freund hier vom Ort. Fragte mich nach unserem Totenhemd-Blog und ob wir nicht über den Tod sprechen wollten.

„Ja klar“. Ich zeigte ihm dann noch mein Brautkleid, das mein Totenhemd sein soll und die rote Jacke aus Hongkong dazu.

„Du kannst aber auch was schreiben für unseren Blog, das würde mich freuen. Jetzt wo du das Land verlässt.“

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von Jürg 

Sprechen wir vom Tod

Das Totenhemd steht zur Diskussion. Das wird gewungenermaßen etwas virtuell und das mögen nicht alle. Wir haben ja meist – Gott sei Dank – Besseres zu tun, oder Vergnüglicheres – Handfestes. Doch das ist Ansichtssache. Ich zum Beispiel rauche ja gerne eine Zigarette und probiere, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Eine meiner Meinung nach unterschätzte Kunst.

Hier entlang zu Jürgs Blog um den vollständigen Text zu lesen.

Jürg, merci vielmals und alles Gute für die nächste Reise und den Lebensumbruch. Ich schenke dir einen Satz von Rainer Maria Rilke:

Wer weiß, wer ich bin? Ich wandle und wandle mich.

Ach, wenn ich doch unsterblich wäre ….

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Let the soul be your pilot
Let your soul guide you
He’ll guide you well
(von Sting auf Seite 90)

Das neue Buch von der Sterbeamme und Heilpraktikerin Claudia Cardinal wollte ich eigentlich schon während unserer letzten Blogaktion vorstellen. Ich bin spät dran.

Der Verlag informiert über das Buch:

»Austherapiert«: Eine Diagnose wie ein Urteil – ein Todesurteil! Betroffene Patientinnen und Patienten stehen mit einem Male vor den Trümmern ihrer Existenz und müssen sich mit dem Sterben und dem Tod auseinandersetzen, Themen, die in unserer schnelllebigen westlichen Gesellschaft….hier bitte weiterlesen.

In diesem Buch geht es also um Menschen, die an einer Krebskrankheit leiden. Sie müssen sich mit dem Sterben und dem Tod auseinandersetzen. Aber das müssen wir ja jetzt auch alle, weil sich der Corona-Virus weltweit ausbreitet. Das Tabuthema Sterben und Tod ist in unseren Wohnzimmern gelandet. Tagtäglich werden wir mit den Sterbenden konfrontiert, die an COVID-19 sterben oder mit dem Tod ringen auf den Intensivstationen.

Der Untertitel des Buches: Beruhigung in unruhigen Zeiten durch Sterbeammen und Palliative Begleitung. Wir finden in Claudia Cardinals Buch einen Wegweiser was im Angesicht des Sterbens möglich ist – und vielleicht auch in diesen schweren Zeiten ein wenig Beruhigung. Sie erklärt uns, was wir vielleicht nur oberflächlich wissen. Jetzt haben wir eine Art Lexikon vor uns, Weiterlesen

5 Vollmachten, die wir brauchen

Hast Du schon einen Notfallkoffer in deiner Wohnung? In dem befinden sich alle Vollmachten, Kontoverbindungen und Online-Aktivitäten.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Wir brauchen im Notfall Hilfe oder wenn wir gebrechlich geworden sind Unterstützung. Am Besten von einer Person unseres Vertrauens. Sonst wird uns vom Gericht ein „Betreuer“ bestellt. Mir ist es da wohler eine Person meines Vertrauens einzuweihen und mit allen wichtigen Informationen auszustatten.

In der SonntagsFAZ wurde am 8. März mal wieder in einem Artikel darauf hingewiesen welche Dokumente im Ernstfall wichtig sind. Der Artikel ist online nur käuflich zu lesen mit der Überschrift: Diese fünf Vollmachten braucht jeder.

  1. Vorsorgevollmacht
  2. Betreuungsverfügung
  3. Patientenverfügung
  4. Sorgerechtsverfügung
  5. Digitale Nachlassregelung

Wir sind noch lange nicht fertig. Wir haben aber schon viele Dinge erledigt oder angefangen. Der Weg ist das Ziel. Je früher man anfängt umso besser. Ich zumindest weiß, dass „alles“ geregelt ist und ich mir keine Gedanken mehr machen muss, falls mal eine Notsituation eintritt.

Wirr haben hier im Blog immer wieder mal über diese Themen geschrieben.

Annegret über Weiterlesen

Schöne und besondere Urnen

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Mohnblumenurne von Ina

Drei verschiedene Websites möchte ich Euch vorstellen mit schönen bzw. besonderen Urnen. Vielleicht ist eine dabei, die du für dich selbst magst. Irgendwann. Oder für eine/n deiner Liebsten.

Schaut mal. Schon länger kenne ich Ina Hattebier aus Hamburg mit Andere Urnen. Die mit den roten Mohnblumen gefällt mir besonders. Ich will sie für meine Mutter haben, die viele schöne Blumen und auch Mohnblumen gemalt hat. Ina verwendet besonderes Papier aus Nepal. Auf ihrer Website fühlt man sich so richtig wohl beim Stöbern – finde ich.

Dann entdeckte ich diese Website Wunsch-Urne. Die Modelle heißen „Last home“ mit dem Untertitel. Buy now die later. Zu Lebzeiten kann man sie als Leuchten verwenden.

In Christine Nebosis Werkstatt 1000blum kann man Keramikurnen Weiterlesen

Buchtipp: Ausleben – Gedanken an den Tod verschiebt man gerne auf später

AuslebenIch lese über das Buch „Ausleben“. Hier erzählen fünfzehn Frauen und Männer über achtzig von ihren Gedanken, Ängsten und Hoffnungen in Bezug auf Ihren eigenen Tod.

In der letzten Wochenendausgabe „Das Magazin“ wurden zwei Porträtierte vorgestellt. Sofie Pfister-Odermatt (sieht man auf dem Buchcover) redet mit anderen über den Tod. „Das muss schon sein, das muss man irgendwo abladen“. Sie meint, dass es hilft über den Tod zu reden, wenn man davor Angst hat.

Bruno Spoerri gibt sich dagegen möglichst wenig mit dem Tod ab.

Die Autorin Mena Kost und die Fotografin Annette Boutellier haben das Buch herausgebracht im Merian Verlag. Weiterlesen

Gedanken zum Testament für kinderlose Paare

Habt Ihr als Paar Euer Testament klar?

Habt Ihr das gesamte Vermögen/Immobilien/Euer Hab und Gut auf einer Liste übersichtlich notiert? Wer erbt was? Du als Ehepartner alles als Alleinerbe?
Sind alle Bankkonten und Depots mit Zugangsdaten und Passwörtern erreichbar? Seid Ihr gegenseitig über alles im Bilde? Handlungsvollmachten und Bankvollmachten über den Tod hinaus ausgefüllt und unterschrieben?

Auch als Ehepaar macht es Sinn ein Testament zu schreiben, damit für den oder die Zurückbleibenden alles geklärt ist. Wenn man sich als Ehepaar im Testament gegenseitig als Haupterben einsetzt denkt man zunächst: ist alles klar. Ist auch oft so.

Eines sollte man beachten: Gemäß der gesetzlichen Erbfolge erben Eltern in der „geraden Erblinie“, falls sie ihre Tochter oder ihren Sohn überleben. Man kann in das Testament eine vorsorgliche Erwähnung einfügen, dass die Eltern darauf verzichten mögen gegenüber dem Alleinerben. Hat man kein Testament gemacht, erben die Eltern wegen der gesetzlichen Erbfolge mehr. Für die Berechnung werden verschiedene Fakten zugrunde gelegt: Gibt es einen Ehevertrag ? Ist eine Zugewinngemeinschaft vereinbart? usw.

Ggfs. macht dann eine Verzichtserklärung Sinn, die notariell beurkundet wird.

Es macht weiter Sinn, Weiterlesen

Hören oder Lesen. Rechtsmedizin oder Mörder.

cover_konversMir wurde ein Podcast empfohlen auf der Plattform „reflab“. Hier werden verschiedene Formate angeboten u.a. Podcasts während denen wir Interviews hören.

In einem davon, entstanden im Februar, spricht Dr. Thali, über seine Erfahrungen mit dem Tod und seinem Beruf. Er sagte: „Ich sehe dem Tod in die Augen“. Von der Seele wird öfters gesprochen, sie heißt hier „Software“. Das Spezialgebiet von Professor Michael Thali, Leiter des Instituts für Rechtsmedizin in Zürich, ist die Forensische Bildgebung. In dem Gespräch wurde immer wieder von „Wörtopsie“ gesprochen. Ich hab das erstmal googeln müssen und entdeckte: „Virtopsy“. Das ist die Forensische Bildgebung. Hierüber erfahren wir einiges Interessantes und dass die Seele (Software) über dem toten Körper „schwebt“.

Achtung: ist in Schweizerdeutsch.

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Dann doch lieber lesen?

Zum Thema Rechtsmedizin passend habe ich bei „deinadieu“ Weiterlesen

Buchtipp: Superhero von Anthony McCarten

superhero-9783257237337Gestern Abend hab ich das Buch zu Ende gelesen und bin glücklich und selig eingeschlafen. Ich frage mich, was ich über das Buch erzählen darf, ohne euch zu viel zu verraten und die Spannung wegzunehmen.

Ich versuche es mal.

Der Autor macht etwas, was ich bisher in keinem Buch gelesen habe. Es ist eigentlich eine Vorlage für ein Drehbuch. Es startet mit „Aufblende“ … und endet mit „Abblende. Ende. Wer hätte das gedacht“ (letzteres ist wohl selbstironisch gemeint). Jede Örtlichkeit / Szene wird beschrieben und vorgestellt: Beispiele:

  • Außen. Eine Straße in der Stadt. Tag.
  • Innen. Kino. Abend.
  • Innen. Auto. Abend.

Mal sind wir im Haus des Protagonisten, mal in der Onkologie, mal in seinem Zimmer daheim, mal in seinem Krankenhauszimmer undsofort. Mal morgens, mittags, abends.

Also. Donald, 14 Jahre jung, um den es hier geht ist schwerkrank und hat Krebs. Und bevor er stirbt will er unbedingt wissen wie das mit der Liebe geht. Wenigstens einmal Sex haben, bevor es zu Ende geht, das wünscht er sich sehr. Bloß nicht als „Jungfrau“ sterben. Weiterlesen

„Aufgesetzet is“ – Bayrischer Abend mit Bully, Bier und Boanlkramer

Oktoberfest speziell : Bin beim Bayrischen Abend mit Weißwurst, Brenzn, Weißbier und Film…

Der Brandner Kaspar lässt sich nicht vom Boanelkramer (Knochensammler) holen. Oh nein. Er wird 90 wie sein  Großvater. Dafür sorgt er vehement und mit allen Tricks. Der Tod hat das Nachsehen, übt sich an höchster Stelle in Notlügen- und passt sein Geschäft zwischenzeitlich den neuen Zeiten an. Bully Herbig hat in 2008 den wunderbaren Film „Brandner Kaspar“  rund um eine bayrische Geschichte gestrickt, wie einer dem Tod ein Schnippchen schlug. Er erzählt mit und über Lebenslust. Viel Bier und Genuss. Ein Prosit auf den, der anrückt,  wenn für uns der Abgang aufgesetzet ist!

 

Ein neues Leben beginnen: Umziehen. Wegziehen.

IMG_0427„Wenn nicht jetzt, wann dann“ kann eine neue Blog-Themenreihe werden. Ihr wisst, dass es DAS zentrale Thema meines Lebens und Denkens ist, das zu tun, was ich für mein Leben richtig halte. „Ich will eine glückliche Sterbende sein“, die sich nicht quälen und grämen will mit den Gedanken „Hätt ich bloß … “

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Ich saß heut morgen auf Balkonien mit meinem Schreibbuch und den Morgenseiten und sinnierte über meine Schreibblockade und was ich denn im Wesentlichwerden-Blog oder im Totenhemd-Blog in Zukunft schreiben will und in welchem Stil … ich denke mein Stil ist Realistisches – auf Balkonien sitzen mit den Morgenseiten – mit einer erfundenen Geschichte zu kombinieren, die inspiriert wird durch Gehörtes, Gesehenes, Gelesenes. Vorhin hab ich eine Kurzgeschichte veröffentlicht, die ich hier noch weiter vertiefen möchte.

Die Idee zur Kurzgeschichte lieferte mir dieser Film, den ich auf SRF schaute: Mutter geht nach Indien. Eine 60-jährige Frau verlässt ihre Familie und beginnt Weiterlesen