„Aufgesetzet is“ – Bayrischer Abend mit Bully, Bier und Boanlkramer

Oktoberfest speziell : Bin beim Bayrischen Abend mit Weißwurst, Brenzn, Weißbier und Film…

Der Brandner Kaspar lässt sich nicht vom Boanelkramer (Knochensammler) holen. Oh nein. Er wird 90 wie sein  Großvater. Dafür sorgt er vehement und mit allen Tricks. Der Tod hat das Nachsehen, übt sich an höchster Stelle in Notlügen- und passt sein Geschäft zwischenzeitlich den neuen Zeiten an. Bully Herbig hat in 2008 den wunderbaren Film „Brandner Kaspar“  rund um eine bayrische Geschichte gestrickt, wie einer dem Tod ein Schnippchen schlug. Er erzählt mit und über Lebenslust. Viel Bier, viel Gelächter. Ein Prosit auf den, der anrückt,  wenn für uns der Abgang aufgesetzet ist!

Ein neues Leben beginnen: Umziehen. Wegziehen.

IMG_0427„Wenn nicht jetzt, wann dann“ kann eine neue Blog-Themenreihe werden. Ihr wisst, dass es DAS zentrale Thema meines Lebens und Denkens ist, das zu tun, was ich für mein Leben richtig halte. „Ich will eine glückliche Sterbende sein“, die sich nicht quälen und grämen will mit den Gedanken „Hätt ich bloß … “

******

Ich saß heut morgen auf Balkonien mit meinem Schreibbuch und den Morgenseiten und sinnierte über meine Schreibblockade und was ich denn im Wesentlichwerden-Blog oder im Totenhemd-Blog in Zukunft schreiben will und in welchem Stil … ich denke mein Stil ist Realistisches – auf Balkonien sitzen mit den Morgenseiten – mit einer erfundenen Geschichte zu kombinieren, die inspiriert wird durch Gehörtes, Gesehenes, Gelesenes. Vorhin hab ich eine Kurzgeschichte veröffentlicht, die ich hier noch weiter vertiefen möchte.

Die Idee zur Kurzgeschichte lieferte mir dieser Film, den ich auf SRF schaute: Mutter geht nach Indien. Eine 60-jährige Frau verlässt ihre Familie und beginnt Weiterlesen

Mehr Überlegungen zum ungelebten Leben: sich vom Leben verabschieden (6)

IMG_1812In einem der Bücher, die ich hier im Blog schon vorstellte, habe ich gelesen: Es ist unsere wichtigste Lebensaufgabe, sich vom Leben verabschieden zu müssen.

Sich vom Leben zu verabschieden ist – egal in welchem Alter – schwer. Man hinterlässt vor allem seine Liebsten, seine Freunde, Dinge, die einem wichtig waren. Die Liebe am Leben.

Ich möchte mal kurz weg schwenken vom Sterben und vom Tod und ganz allgemein zu einem unserer Grundbedürfnisse kommen: etwas beenden. Die Maslowsche Bedürfnispyramide kennen wir alle. Die elementaren körperlichen Grundbedürfnisse kennen wir auch: essen, trinken, schlafen, Sex haben. Hier noch einmal zur Erinnerung bei Wikipedia nachzuschauen.

Irgendwann dann in meiner Coachingausbildung lernte ich, dass es zu unseren sozialen Bedürfnissen gehört Dinge oder Beziehungen zu beenden. Oder etwas zu Ende zu bringen. Warum? Weil wir Dinge beginnen. Wir lernen eine Sprache oder starten einen neuen Job. Wir sind neugierig und engagiert oder auch inspiriert und machen eine neue Erfahrung. Andersrum merken wir aber auch, wenn wir etwas beenden müssen. Die Sprache ist gelernt. Der Job macht keinen Spaß mehr. Die Liebe ist vorbei. Manchmal sind es äußere Umstände, die uns deutlich machen, „dies ist nun zu Ende“. Es ist wichtig, dass wir uns klar machen, dass dies zu unseren Grundbedürfnissen gehört. Es ist wichtig für uns „Schluss zu machen“. Das gibt uns Freiheit, macht uns autonom, zählt zu unserer Persönlichkeit. Es bedeutet, dass wir eine Wahl haben. Wir können uns für oder gegen etwas entscheiden. Wir können Schluss machen. Da denken wir doch gleich an Hermann Hesses Gedicht „Stufen“ oder?

Nun gibt es Menschen, Weiterlesen

Buchtipp: Das Geschenk der Sterblichkeit

9783896676009In den letzten Wochen habe ich mich mit diesem Buch beschäftigt und einige Blogartikel daraus geschrieben. Mich hat die Frage nach dem „ungelebten Leben“ beschäftigt. Der Autor ist auf der Suche nach einer Antwort. Nämlich so sagt es uns der Untertitel: Wie die Angst vor dem Tod zum Sinn des Lebens führen kann.

Mir hat das Buch gefallen, denn ich mag die analytische und erklärende Art des Autors. Sein Verleger ermahnte ihn, das Buch so zu verfassen, dass auch die Leserin oder der Leser etwas davon haben und es nicht nur eine persönliche Reise und Innenschau wird. Ich finde, es ist ihm gelungen. Nur manchmal dachte ich: Wow, was er alles von sich preis gibt. Aber er hat auch eine Menge nicht über sich erzählt. Das ist gut so. Denn in Berlin praktiziert er in eigener Praxis. Dennoch lernen wir von seinen Erfahrungen und Erlebnissen und Gesprächen, die er führte.

Brennend und neugierig habe ich mögliche Antworten gelesen, die er von den verschiedensten Menschen hörte. Er sprach Weiterlesen

Die Angst vorm Sterben erkennen. Sehnsucht spüren … (5)

9783896676009Im zweiten Artikel meiner Serie zum Buch habe ich diese Fragen gestellt:

Wo ist Unwucht in deinem Leben? Wie macht die sich bemerkbar?
Nach was sehnst du dich?
Was vermisst du?
Für was brennst du?
Wie lichterloh brennt deine Sehnsucht?
Wie / wo spürst du das in deinem Körper?
Was liegt brach?

Andere Fragen, die ich sammelte, beleuchten eine andere Lebensfacette nämlich die Zufriedenheit oder Selbstbestimmtheit des Lebens.

  • Bin ich in der Regel zufrieden oder eher unzufrieden?
  • Habe ich das Gefühl ich lebe mein Leben selbstbestimmt oder fühle ich mich fremdbestimmt? 
  • Agiere ich oder reagiere ich?
  • Was bereue ich getan oder nicht getan zu haben?
  • Was muss ich (unbedingt) noch erledigen (bevor ich sterbe)? Und wann?
  • Was will ich endlich beginnen und nicht mehr aufschieben?
  • Was hält mich (gefangen)?
  • Was will ich endlich beenden? Und wann?

Aus meinen früheren Coachings und Workshops weiß ich, dass man sich manchmal sperrt gegen den Gedanken, etwas verändern zu können, wenn man sich im Hamsterrad wähnt. Das Hamsterrad dreht sich, man findet keine Stopptaste, man fühlt sich ausgeliefert. Ja, das ist so und das verstehe ich. Weiterlesen

Anzeichen, dass man Angst vorm Sterben haben könnte (4)

9783896676009…. oder dem ungelebten Leben auf der Spur sein.

Im vorherigen Artikel ging es um die Unwucht im Leben. Woran erkennt man, dass es nicht rund läuft?

Jetzt im vierten Artikel überlege ich weiter:

Was könnten Anzeichen sein, dass man Angst vorm Sterben /vorm Tod hat:

Man vermeidet das Thema Sterben und Tod gänzlich. Man will nicht über den eigenen Tod nachdenken oder mit seinen Liebsten über deren Tod sprechen. Man vermeidet Überlegungen dazu und vermeidet auch Plan B für den Sterbensfall, egal ob es das eigene Sterben oder das eines lieben Menschen ist.

Man denkt vielleicht „nach mir die Sintflut“.

Man ist vielleicht der Meinung, dass man noch unendlich viel Zeit hat bevor man sich dem Thema stellt. 

Man lebt vielleicht so als wäre man unsterblich: möchte ewig jung bleiben, wirkt ein bisschen „lebensmüde = riskant“, übernimmt keine Verantwortung, lebt ohne Ziele und Vorhaben. Weiterlesen

Die Unwucht im Leben (3)

IMG_1754

Sonntagmorgens in Frankfurt

… oder das ungelebte Leben erkennen.

Nachdem Wildgans mich im Kommentarfeld auf das Wort UNWUCHT in meinem Artikel zurücklenkte und drauf stupste habe ich mich gefragt, ob es Sinn macht noch einmal tiefer zu denken.

Gehen wir davon aus, dass die Angst vorm Sterben uns auf „ungelebtes Leben“ zurückwirft, dann spüren wir eine Unwucht. Sie macht sich vielleicht bemerkbar durch Sehnsucht. So wie mir gar nicht klar war, dass ich mich nach Stille sehne. Sie fehlt mir, tief in mir und hat gar nix mit dem ruhigen Ort zu tun, in dem ich lebe. Durch einen Zufall wurde mir bewusst, dass die Stille in mir fehlt. Ist das nicht interessant, dass wir manchmal nicht bewusst wissen, was uns fehlt?

Deshalb möchte ich nochmal auf die Unwucht im Leben eingehen. Sie macht sich bemerkbar wie bei einem Autoreifen, der nicht richtig ausgewuchtet wurde. Er läuft unrund. So ist das vielleicht auch manchmal im eigenen Leben, dass es nicht rund läuft. Wenn wir den Reifen nicht noch einmal in der Werkstatt neu auswuchten lassen laufen wir Gefahr, dass uns der Reifen platzt und wir einen schweren Unfall haben.

Wie kann sich die Unwucht in mir bemerkbar machen? Durch ein Ziehen im Herzen, durch ein Sehnen im Bauch. Es läuft nicht rund im Leben oder im Beruf oder in der Beziehung. Wir sind körperlich oder seelisch umfit und haben vielleicht Schlafstörungen, Migräne oder fühlen uns sehr erschöpft. Wenn wir nicht aufpassen werden erste Symptome chronisch. Weiterlesen

Viel viel Stille im Leben

fullsizeoutput_4ad.jpeg

… so schreibt uns „Wildgans“ in ihrem Kommentar an mich im letzten Artikel. Ich hatte mir Gedanken gemacht zum ungelebten Leben und meiner Sehnsucht nach Stille, von der ich gar nicht wusste dass sie da ist.

Bei meiner Frisörin in Ravensburg sah ich vorgestern dieses schöne Zitat, das genau zum letzten Artikel passt – durch einen Diamant-Magneten aufgestellt.

Auf einem anderen Kärtchen stand so in etwa erinnert: „Schalte dein Handy ab, genieße die Zeit … danach bist du wieder erreichbar“.

Im Netz habe ich den „Presence Shop“ gefunden. Karten die zum Totenhemd-Blog passen Weiterlesen

Die Angst vorm Sterben erkennen. Sehnsucht spüren… (2)

fullsizeoutput_49e… oder „ungelebtes Leben“ transformieren in gelebtes Leben.

Nach dem Lesen des Interviews in der DIE ZEIT (siehe vorherigen Artikel) frage ich mich: Was ist mit meiner Angst vorm Sterben? Lebe ich mein Leben vielleicht nicht? Gibt es da ein Stück (m)ein „ungelebtes Leben?“ Wenn ja, wo steckt das? Wie finde ich es? Wenn nein, dann ist doch alles gut?!

Ich habe die Fragen und Antworten im Interview mehrfach durchgelesen, habe sie sacken lassen und wieder gelesen, habe mehr Fragen als Antworten in mir. Wie gehe ich ran und drösel das Gelesene in Häppchen für den Blog auf? 

Ich habe mir überlegt, woran man die Angst vor dem Tod oder dem Sterben erkennen könnte. Diese Angst kennen wir alle. Und diese Angst ist normal. Wir können sie uns bewusst machen und gegebenenfalls Dinge in unserem Leben verändern. Das ist nicht einfach wie wir alle wissen. Der Autor meint: wir können die Angst nutzen und uns ihr stellen und was draus machen.

Wie klingt das?

Ich finde das sehr ermutigend und erfrischend! Dazu sind mir dann viele Fragen eingefallen. Unter anderem diese:

Gibt es eine Unwucht in meinem Leben? Wie macht die sich bemerkbar? Weiterlesen

Todesangst: Ich hatte ständig Angst, morgens nicht wieder aufzuwachen (1)

Guten Morgen,

zunächst möchte ich euch auf einen Artikel aufmerksam machen, der mir bei Facebook „über den Weg“ gelaufen ist. Geschrieben von Jakob Simmank in der DIE ZEIT, der den Autor und Psychiater Jan Kalbitzer interviewte.

9783896676009Dr. Jan Kalbitzer hat das Buch geschrieben: Das Geschenk der Sterblichkeit.

Einige wenige Sequenzen aus dem Interview, die für mich eindrücklich und interessant sind:

Psychotherapeut Irvin Yalom hat den Begriff des „ungelebten Lebens“ geprägt. Die Angst vor dem Tod kann eine Angst davor sein, an seinem Leben vorbeizuleben. Eine Angst davor, nicht mehr zu existieren, obwohl man sein eigenes Leben noch nicht gelebt hat.

Die Angst nutzen, um sich klarzumachen, wie man leben will: Vielleicht erkennt man, dass man sich an falschen Werten orientiert.

Ich fände es wunderbar, wenn diejenigen, die ohne einen offensichtlichen Grund Angst vor dem Sterben haben, diese auf eine ähnliche Art und Weise nutzen: nämlich sich klar werden, wie sie eigentlich leben wollen.

Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir uns der Angst stellen. Weil wir nur so der Flucht entkommen und ein vernünftiges Leben leben können. Wenn viele Menschen die Angst nicht weiter verdrängen würden, sondern sie annehmen und danach fragen, woher sie kommt, vielleicht wären wir dann eine reifere Gesellschaft.

Ich habe mir jede Risikobereitschaft verboten. Und das hat letztlich nur die Angst in mir gesteigert.

Aber lest erstmal das ganze Interview. Hier entlang.

Weiterlesen