#hanaumanifestoflove und unsere Blogaktion

87458619_2763001970479781_3307274703688695808_nIhr Lieben, als wir unsere BlogAktion planten und den Text dazu schrieben, war in Hanau noch alles friedlich und bunt wie immer. Ich, Annegret arbeite in Hanau. Die Gewalt, mit der hier junge Menschen aus dem Leben gerissen wurden hat die Menschen dieser Stadt tief traurig gemacht. Ich habe heute eine schweigende Kunstaktion gemacht, #hanaumanifestoflove.

Schaut mal bei Facebook rein. @totenhemdblog

Schweigend, weil die Worte fehlen. Und schon zu viel geredet wurde. Dennoch und immer wieder ist es uns wichtig, mit unserer Blogaktion einzuüben, übers Sterben zu reden. Es bereitet uns vermutlich nicht auf den Tod vor, aber es hilft uns, im Kontakt mit den Menschen zu bleiben und reden zu können, wenn es dran ist. Nicht nur mit unseren Lieben, auch mit den Menschen, die plötzlich vor uns stehen. Die Gleichzeitigkeit von Trauma und Leichtigkeit, von Gewalt in der Nacht und Frühlingsvogelgezwitscher am Morgen irritiert uns zutiefst. Und so ist das im Leben.

Und hier steht er nun also, der Text, den wir schrieben, als alles noch friedlich war. Und wir hoffen, ihr macht mit. 

März-Blogaktion: Wo spaziert der Tod durch euer Bild?

image

im Kloster Kappel fotografiert

„Klapper, klapper“, habt ihr’s mitgekriegt? Eben huschte er wieder durch’s Bild. Der Typ mit dem Kapuzenmantel und der Sense, das Klappergestell, an dem man die Knochen zählen kann. Die alte Dame meint, er sieht aus wie Johnny Cash, eine andere glaubt, es sei der Gärtner.

Manchmal nimmt er jemand mit. Meistens aber zieht er nur eben schnell am Rande unserer Augenwinkel vorbei. Gevatter Tod. Wir schlagen euch vor: 

Schnappt euch das Bild – und redet drüber. 

Wir laden euch ein bei unserer diesjährigen Blogaktion in der Passionszeit mitzumachen und uns zu erzählen: „Wo spaziert der Tod durch euer Bild?“

Annegret wird über den Organspendeausweis schreiben, den die Krankenkasse beim letzten Brief beigelegt hat. Petra nimmt sich eine besondere Todesanzeige vor, eine Kollegin schreibt vielleicht über die Erhöhung der Friedhofsgebühren oder du über den Tatort am Sonntag. Vielleicht gibt es österreichische Karfreitagsrituale, von denen wir noch nichts wussten, oder du räumst gerade mit Hilfe von Frau Magnusson im Sinne des Schwedischen „Todaufräumen“ deine Bude leer (siehe dazu unseren Blogartikel).

Wir sind gespannt und freuen uns, wenn Weiterlesen

Danke für Eure Friedhofsspaziergänge!

IMG_4485Ein grauer Samstagmorgen. Gestern habe ich meinen Hausaltar entstaubt, poliert und ein paar Tannenzweige darauf gelegt.  Zwei einfache Sterne aus Palmblättern dürfen sich schon zeigen. Die ganze Woche über hatte ich – nach und nach – das kleine Tod, meine Sugarskull-Köpfe und den großen Löffel aus den Blättern, Kastanien und Kürbissen heraus gepflückt, die meinen Hausaltar so bunt gemacht hatten. Die Kerze, die für meine Toten brannte, ist ausgebrannt.
Gestern bin ich in den ersten Weihnachtsmarkt geraten. Laut, voll, alkoholisiert (nicht ich ;-)). Wie ruhig waren doch die Spaziergänge, die ich über den Friedhof gemacht hatte. Und wie besonders und anrührend waren die Gänge,  die wir mit Euch machen durften!

Petra und ich waren wieder ganz beeindruckt und selig, was wir von euch bei unserer 5. November-Blogaktion „Friedhofsspaziergänge“ lesen und weitergeben durften. (Hier noch mal alle im Überblick) Das waren ganze Bildungsreisen, Forschungsprojekte, ein Sich-Einlassen auf einen Ort, der mal ganz still und überraschend leer, mal mit Generationen-Leben gefüllt war.  Sie führten uns nach Weiterlesen

von Christiane: Hanne

27884B57-4268-411B-A717-B3F517AD4EA2_1_201_a.jpeg

geknipst von Petra © in Bad Kreuznach

Christiane macht spontan mit. Am 10. Oktober wurde Hanne, ihre Cousine mit knapp 85 Jahren beerdigt. Zum Gedicht schreibt sie: „Es sind wörtlich ihre Formulierungen, die dem Text zugrunde liegen. Ich habe sie bei einem längeren Telefonat schon vor Jahren mitgeschrieben, weil ich sie äußerst bemerkenswert fand. Und dann, am Tag ihrer Urnenbeisetzung auf dem Friedhof in Bad Rothenfelde , da war es genau so wie sie es liebte: ein Herbsttag unter milder Sonne und fallende Blätter ringsum …. „Einer muss letzter sein, warum nicht ich …“ Mich bewegt dieser Text immer noch. Vielleicht bewegt er auch andere?“ Vielen Dank, Christiane!

****

Hanne                                                                                        

Mögen die anderen
ihr Herz im Frühling finden.

Mögen sie schlürfen vom Sommer,
als gäb es nur ihn.

Meine Zeit ist der Herbst.
Und der Winter.

Vergehen.
Und Tod.

Weiterlesen

17.11. Daniel: Einsamster Friedhof auf Fuerteventura

0F60E046-5DFB-41B9-A208-8FF906D4FEE1

©️von Daniel fotografiert

Mein Neffe Daniel war vor wenigen Wochen auf Fuerteventura. Mit dem eBike ist er an die südwestlichste Spitze der Insel gefahren und traf auf ein einsames Dorf namens Cofete und einen verlassenen alten Friedhof. Ich fragte ihn, ob er mit seinen Fotos und einem kleinen Text bei unserer Blogaktion mitmachen mag. Er schreibt dazu:

Der Friedhof lag total idyllisch am Sandstrand des Atlantiks.
Im Hintergrund die Lavaberge Fuerteventuras.
Vorne die rauschenden wilden Wellen.
Die Gräber waren total verweht.
Hier und da ragte mal ein altes Holzkreuz aus dem Sand.
Trockene heiße Luft und windig dort.

Friedvolle Atmosphäre herrschte.
Schön warm war es. Weiterlesen

16.11. Ich habe ihr Grab gefunden

Ich war letzte Woche in Frankfurt Bergen-Enkheim. Dem Stadtteil von Frankfurt, in dem ich viele Jahre wohnte, in dem ein großer Teil meiner Freunde lebt und in dem ich jahrelang in der Kantorei mitgesungen habe. Ich besuchte das Konzert ELIAS in der Enkheimer Kirche (von „meiner“ Kantorei gesungen … bin soooo stolz … ein gewaltiges Oratorium!) .

Die Kirche liegt östlich im Enkheimer Friedhof. Ich hatte noch ein wenig Zeit und spazierte durch die Grabreihen ohne Ziel und Plan. Das letzte Mal suchte ich das Grab von Brigitte. Einer Chorfreundin von mir. Sie starb 52-jährig an Krebs. Ich war bei der Beerdigung nicht dabei. Deshalb wusste ich nicht wo sie begraben liegt.

BFACBE37-C7D7-4193-89C2-36AC916658DB

Ich knipste einfach in den Friedhof hinein. Es war gegen 17 Uhr. Sonnenuntergangsstimmung im November. Was fällt auf, wenn Ihr auf dieses Foto schaut? Die gelben Zweige eines niedrigen Baumes, die rechts hinten leuchten, als wäre eine Lampe an. Weiterlesen

10.11. Mein Lieblingsgrabstein leuchtet

Von weitem sehe ich Dich
du leuchtest
Du fällst auf
ich suche den Weg zu dir
will dich besuchen
dich kennenlernen
Du zeigst Dich
bekennst Farbe
ich mache mir ein Bild von Dir

Selbst im Tod Weiterlesen

9.11. Stefanie Gänßlen: an einem Sonntagnachmittag …

4F0C31C1-F442-4EB2-A59C-F093831BDB25.jpegAn einem Sonntagnachmittag auf dem Heidelberger Bergfriedhof 20.10.19

Faszinierend,
was mich bewegt,
wenn ich mit Stift und Kamera
an einem sonnigen Sonntag Nachmittag
auf dem Heidelberger Bergfriedhof
unterwegs bin

Achtsamkeit
Denken
Fühlen
Danken
Gestalten Weiterlesen