Totensonntag: Trauerarmbänder

Traueraltar.jpgHeute ist Totensonntag. In der Schweiz sagen sie Ewigkeitssonntag. Wenn Du vormittags hier liest bin ich grad mit dem Chor beim Singen im Gottesdienst. Die Namen der Verstorbenen werden aufgerufen und wir gedenken ihrer. Ein schöner Brauch. Ich bin immer wieder sehr erstaunt wie alt die Alten hier werden. Sicher werden wieder einige Hundertjährige dabei sein.

Ich gedenke schon den ganzen Monat meinen lieben Toten: meinem Vater, Bastian, Brigitta und Gabrielle. Heute werde ich für sie singen.

Meine Mutter lebt noch. Sie hatte einen schweren Schlaganfall. Sie hat sich wunderbar erholt mit einigen kleinen Maläsen. Ich habe einige ihrer Blusen mitgenommen, als ich die Wohnung auflöste. Sie sind ihr zwischenzeitlich zu groß geworden. Ich habe begonnen Trauerarmbänder daraus zu flechten. Zuerst schnitt ich lange Streifen und habe 5 Stränge geflochten, kleine farbige Holzkugeln, die ich in ihrer Schublade entdeckte. Ich habe sie dazu gesteckt und silberne Verschlüsse angebracht. Mir gefallen sie sehr mit den großen bunten Kugeln. Wie Farbtupfer.

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23.11. Irene mit einem Mandala und ihren Podcasts: Was bleibt ist deine Liebe

IMG_2068.jpgIrene schreibt uns:
Ich bin 37 und aus München. Ich habe meine Mutter an den Krebs vor über 20 Jahren verloren und habe mir das Thema sehr lange nicht angeschaut, bis ich dann krank wurde. Ein Burn-Out und eine depressive Episoden haben mich mit dem Tod meiner Mutter und der Trauer auseinander setzten lassen. Erst nachdem der Satz mich, dass
alles was von den Verstorbenen bleibt, die Liebe ist, konnte ich Stück für Stück heilen. Und die Trauer wird ein Stück leichter.
Ich habe einen Podcast Anfang dieses Jahres auf iTunes veröffentlicht, der da heißt „Was bleibt, ist deine Liebe – Podcast über Trauer und Tod„. Hier geht es mir darum mich mit spannenden Menschen zu unterhalten und ihre Geschichten zu erzählen. Denn nur weil in der Gesellschaft gefühlt keiner über die Themen Trauer und Tod redet, heißt das nicht, das uns diese nicht beschäftigen und uns früher oder später nicht begegnen. Und bei mir in der Familie wird das Thema ebenfalls tot geschwiegen.
Auf Eure Blog-Challenge bin ich über den Blog von Anja aufmerksam geworden und ich hoffe ich kann einen kleinen „kreativen“ Beitrag mit einem Mandala leisten. Diesen kleinen Gruß habe ich auf Bali kennen gelernt. Die Themen Trauer und Tod sind meine absoluten Herzensthemen.
Beim Legen eines Mandalas bin ich immer ganz bei mir und folge meinem Herzen beim Legen der Blüten und Blätter. Ich denke dabei natürlich auch an meine Mutter, die die Natur und besonders „ihren“ Garten sehr geliebt hat. Im Frühling, wenn die Krokusse raus kommen, denke ich mir immer „ach, da sind sie ja wieder – Mama’s Krokusse“.

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22.11. Nicole: Trauer braucht Zeit sprach die Zitronenpresse

DSC_0018.JPG… ich habe mir den 22. November ausgesucht, weil heute meine Mutter genau 1,5 Jahre tot ist. Denn Trauer ist eben nicht nur an den Jahrestagen, Geburtstagen, an öffentlichen Gedenktagen oder ähnlichem da, sondern wann immer sie es für richtig hält, sich ihren Platz im Leben zu nehmen.

Da meine ursprünglichen Kreativ Pläne dank meines umgeknickten Fußes nicht umgesetzt werden konnten (nun habe ich schon was für eine weitere Challenge!) führe ich heute mal ein Zwiegespräch mit meiner Mutter, wie ich es auch sonst immer wieder tue.

Hier entlang zu Nicoles Blog und Zwiegespräch.

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Danke Nicole für dein Zwiegespräch … wir sind schon sehr gespannt.

21.11. Ina: Brücke aus Papier

mein opa

Von Erinnerungen und einer Brücke aus Papier zwischen Diesseits und
Jenseits erzählt der Brief, den Papiertänzerin an ihren verstorbenen Opa
schrieb.

„Du warst ein Frühaufsteher, immer schon wach, wenn ich morgens an den gedeckten Tisch kam. Frisch rasiert, die weißen Haare“ … hier bei der Papiertänzerin weiterlesen

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Wir freuen uns, dass Ina dabei ist mit Ihrem Brief an ihren Opa. Ina, Dankeschön.

Gesprächssplitter Death Café Richterswil

fullsizeoutput_17cSechs Gäste hatten wir zu Besuch während unseres 6. Death Café in Richterswil. Wir stellten uns gegenseitig vor und waren in Kürze mitten im Gespräch. Vor allem die bunte Deko hatte es unseren TeilnehmerInnen angetan. Es kam sogar jemand vorbei, die von draußen angelockt wurde.

Gesprächssplitter des Nachmittags:

Das hier ist meine Überlebensgruppe, meine Lebensverlängerung.

Plötzlich sterben? Oder doch lieber Zeit haben um sich zu verabschieden?

Leben um zu sterben? Das ist bei katholisch Gläubigen das Ziel, das will ich so nicht.

Das Sterben hat bis jetzt Jede und Jeder geschafft.

Sich erlauben, „das letzte Lebensjahr“ ein Pflegefall zu werden (weil man immer Angst davor hat, zu leiden bzw. gepflegt zu werden). Weiterlesen

17.11. Anja: Ein Brief in den Himmel

7F630BD4-07F3-47C9-864C-9C11F64BEA91.jpegAlso eigentlich hatte ich was Kreativeres vor – aber da der Zustelldienst meine Lieferung sonstwem geliefert hat (jedenfalls nicht mir), musste ich umdisponieren…

Ich möchte euch gerne an meinen Erinnerungen teilhaben lassen: heute vor 4 Jahren ist mein Liebster gestorben: Ein Brief in den Himmel ♥

Hier bei Anja weiterlesen

16.11. Oma Schlafmütze: Ein Segelschiff setzt seine weißen Segel

Seit dem Tod meines Mannes vor fast 20 Jahren begleitet mich dieser Text von Peter Streiff. Es hängt auch jetzt noch an meiner Wand.

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Den Gedanken, mein Mann – der schon mit 18 Jahren Vollwaise wurde und bald danach auch zwei Geschwister verloren hatte – wird hinter dem Horizont freudig von seiner Familie empfangen, fand ich damals sehr tröstlich. So muss er nicht allein auf der anderen Seite sein …

Hier entlang zu Oma Schlafmützes Blog

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Das ist wirklich ein tröstliches Bild, liebe Oma Schlafmütze. Danke dafür.

Drunter&Drüber und Death Slam

8E0C6A25-1713-4555-924C-5863E45BA98FDie neue Ausgabe der Drunter&Drüber (DuD) liegt vor mir, die uns eine der Macherinnen zuschickte. Das interessante und bunte Heft mit den verschiedensten Aspekten zum Thema „Der Tod und die Frauen“ hat mir gut gefallen.

Ich las im hinteren Teil des Magazins über Death Slam  und staunte nicht schlecht. Ich bin ja schreibend derzeit dem Poetry Slam verfallen und war umso erfreuter dass es auch „Death Slam“ gibt. Einmal jährlich wohl während der Messe „Leben & Tod“ (findet im Mai 2019 wieder in Bremen statt) treten die PoetInnen auf und erzählen vom Sterben und dem Tod. Da hab ich doch gleich mal gesucht im Netz nach „Rainer Holl“ (den ich übrigens letzten Samstag in Zürich während des Finales der 22. deutschsprachigen Meisterschaften erlebte) und wurde fündig mit dem Text, der in der DuD abgedruckt ist.

Passt in unsere Totenhemd-Challenge weil er sich an seine tote Oma erinnert.

Ab Minute 4 wird es interessant.

Bei Interesse siehe auch www.rainerholl.de.

13.11. Gabriele: Oh mein Papa … !

Gabriele schreibt: …. dieses Video habe ich anlässlich des 117ten Geburtstages meines Vaters erstellt. Lasst Euch überraschen.

 

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Liebe Gabriele, ich bin sprachlos über diese schöne Idee …. großartig, dass Du die Liebe zu Deinem verstorbenen Vater und die Sehnsucht nach der Bühne hier mit uns teilst.

Chapeau Madame!

Hörstolpersteine. Wir erinnern uns.

Guten Morgen, liebe Leser und liebe Leserinnen,

ich stolperte eben bei Facebook über die Hörstolpersteine, eine Reportage des WDR.

Ihr kennt sie alle die Stolpersteine auf unsere Straßen. Die Stolpersteine werden ausschließlich in Handarbeit hergestellt. Sie sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Wer mehr lesen mag … siehe Wikipedia.

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, so zitiert Gunter Demnig sein Projekt. Sein Ziel: Die Erinnerung bewahren!

In unserer Totenhemd-Challenge wollen wir uns der Toten erinnern und uns das eigene Sterben deutlich machen. Diesmal hören wir eine interessante Reportage und lernen Menschen kennen, die grausam sterben mussten. Wir lernen Ernst und Elise und Reinhold und noch andere kennen.

Nehmt euch Zeit dafür. Hier klicken.