Christine im Interview: „Den Tod zu sehen, … Lust auf Eigensinn“

FriedhofForumChristine Süssmann hab ich 2014/2015 kennengelernt. Ich las von ihr in der Zeitung. Das Foto zeigte sie in einem ausgehobenen Grab stehend. Mit dem Kopf über der Erde guckend. Das hat mir gefallen. Ich schaue gleich, ob ich dazu gebloggt hatte. Et voilà.

Nun wird Christine das Friedhof Forum verlassen. Ihre Aussagen in ihrem Interview finde ich klasse. Diese haben mir besonders gefallen.

„Den Tod zu sehen, macht Lust auf Eigensinn“. Weiterlesen

Ich bin die Königin meines Lebens

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Vor einiger Zeit hatte ich das Interview mit Martin Schuppli bereits angedeutet. Es ist seit wenigen Tagen online. Es war ein wunderbarer, interessanter und auch lustiger Tag. Unser  Gespräch und Austausch war intensiv und berührend.

Hier entlang zum Interview.

Wir reden übers Sterben … mit Martin Schuppli

Martin Schuppli ist Journalist und Blogger. Er interessiert sich für Menschen und deren Geschichten. Eine Freundin meinte zu einem Zeitungsartikel, den sie mir schickte: Das dürfte dich interessieren. In dem Bericht wird Martin in seinem Schreib- und Schwatzgeschäft vorgestellt. Mitten in Walenstadt. Einer Kleinstadt am Walensee. Von Zürich aus eine Stunde Zugfahrt Richtung Süden. Meine Neugier war geweckt.

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©️Ueli Hiltpold

Da musste ich ihm natürlich sofort schreiben. Ich machte ihn neugierig auf den Totenhemd-Blog und ebenso ein wenig auf mich. Prompt lud er mich ein zum Gespräch und Interview. Gestern war also unser Schwatztag in Walenstadt. Martin holte mich am Bahnhof ab und begleitete mich zu seinem Laden. Der gefiel mir auf Anhieb gut. Die Wände sind ringsherum mit Kunst und Fotos dekoriert.  Weiterlesen

Todesangst: Ich hatte ständig Angst, morgens nicht wieder aufzuwachen (1)

Guten Morgen,

zunächst möchte ich euch auf einen Artikel aufmerksam machen, der mir bei Facebook „über den Weg“ gelaufen ist. Geschrieben von Jakob Simmank in der DIE ZEIT, der den Autor und Psychiater Jan Kalbitzer interviewte.

9783896676009Dr. Jan Kalbitzer hat das Buch geschrieben: Das Geschenk der Sterblichkeit.

Einige wenige Sequenzen aus dem Interview, die für mich eindrücklich und interessant sind:

Psychotherapeut Irvin Yalom hat den Begriff des „ungelebten Lebens“ geprägt. Die Angst vor dem Tod kann eine Angst davor sein, an seinem Leben vorbeizuleben. Eine Angst davor, nicht mehr zu existieren, obwohl man sein eigenes Leben noch nicht gelebt hat.

Die Angst nutzen, um sich klarzumachen, wie man leben will: Vielleicht erkennt man, dass man sich an falschen Werten orientiert.

Ich fände es wunderbar, wenn diejenigen, die ohne einen offensichtlichen Grund Angst vor dem Sterben haben, diese auf eine ähnliche Art und Weise nutzen: nämlich sich klar werden, wie sie eigentlich leben wollen.

Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir uns der Angst stellen. Weil wir nur so der Flucht entkommen und ein vernünftiges Leben leben können. Wenn viele Menschen die Angst nicht weiter verdrängen würden, sondern sie annehmen und danach fragen, woher sie kommt, vielleicht wären wir dann eine reifere Gesellschaft.

Ich habe mir jede Risikobereitschaft verboten. Und das hat letztlich nur die Angst in mir gesteigert.

Aber lest erstmal das ganze Interview. Hier entlang.

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Wir reden übers Sterben mit der Autorin Inka Nisinbaum. Auch über das DANACH.

Featured Image -- 6850Inkas Buch habe ich vor wenigen Tagen hier vorgestellt: Emails vom Tod.

Sie hatte uns im letzten Herbst gemailt. Deshalb habe ich sie gefragt, wie es ihr und ihrem Kind geht (weil ich auf ihrer Website ein Video entdeckte, in dem sie erzählt, dass der Tod sie schon von klein auf begleitet) und ob sie nicht einige Fragen beantworten mag. Ja mochte sie.

Inka ist eigentlich Psychologin, doch viel lieber sitzt sie am Computer und schreibt, am liebsten über den Tod. Der Tod hatte schon immer Anteil an Inkas Leben. Inka wurde mit der chronischen Erbkrankheit Mukoviszidose und einer eingeschränkten Lebenserwartung geboren. Schon als Kind wusste sie, dass sie sehr wahrscheinlich nicht so alt werden wird wie ihre Eltern, doch erst im Alter von 22 Jahren wurde diese Prognose zu einer Bedrohung. Im Dezember 2002, im Alter von 23 Jahren, bekam Inka Lunge und Leber transplantiert. In den 15 Monaten Wartezeit auf ihre Transplantation hat sie sich viel mit dem Tod beschäftigt, sich auf ihn vorbereitet, ihn verflucht und zum Teil auch liebgewonnen. „Wenn es zu schlimm wird, dann sterbe ich einfach“ war damals ihre Devise, doch dazu kam es zum Glück nicht. Heute lebt sie mit neuen Organen ein gesundes Leben, doch die eingeschränkte Lebenserwartung ist geblieben, genauso wie die Liebe zum Thema Tod.

In unserem Fragebogen kommt an fünfter Stelle die Frage zum DANACH, deshalb passt das Interview wunderbar in unsere Februar-Blogaktion.

5. Inka, was glaubst Du, kommt nach dem Tod?
Ich glaube, dass die Reise nach dem Tod weitergeht. Wir alle mehrere Leben leben, in jedem Leben verschiedene Lektionen lernen, unsere Seele sich immer weiter und weiter entwickelt und dann…dann weiß ich auch nicht. Was danach kommt, wenn wir alles gelernt haben, was wir lernen wollten, ich werde mich überraschen lassen. Zumindest in diesem Leben reicht meine Vorstellungskraft dafür nicht aus.

(Und nun die anderen Fragen und Antworten) Weiterlesen

Blogaktion im Februar: Was kommt nach dem Tod?

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Dorothea und ich gestern beim Ideen sammeln

Im vorherigen Blogpost konntet Ihr Dorothea im Interview schon kennenlernen. Wir saßen gestern zusammen. In der neuen Ausgabe der „Impuls Gemeinde„, die im Juni herauskommen wird geht es um unsere Endlichkeit, den Tod und das Sterben. Dem vorausgegangen ist ein Impulstag im letzten November zum Thema: Da kommt noch was.

Dorothea fragt uns, „an was glaubt Ihr, was da kommt nach dem Tod“? Ich habe Dorothea vorgeschlagen, dass wir nicht nur unseren Senf dazugeben sondern unsere geschätzten und kreativen Leser*innen miteinbeziehen und fragen. Wir hatten da auch schon mal eine kleine Blogaktion zu Ostern 2016** mit sehr interessanten Texten und kreativen Beiträgen.

Mich macht der Gedanke ganz froh, eine neue Blogaktion zu „diesem Mysterium“ Weiterlesen

Im Gespräch mit Dorothea Hillingshäuser

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Dorothea besucht mich in Frankfurt im Hotel

Mit Dorothea Hillingshäuser, Pfarrerin, zuständig für Spiritualität in der südlicheren hessischen evangelischen Landeskirche (EKHN), unterwegs mit „Spirituellem Körperlernen“ anderen leiblichen Formen des christlichen Glaubens saß ich zusammen in Frankfurt. Dazu mehr im nächsten Blogpost. Wir machen eine spontane Blogaktion im Februar zum Thema „Auferstehung: Was kommt da noch?“.

Hier nun also Dorotheas Antworten:

  1. Du beschäftigst dich mit (deiner) Endlichkeit (Beschreibe kurz). Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben?

Als Jugendliche habe ich „Uns allen blüht der Tod“, ein Musical von Peter Janssens, mitgesungen. Seitdem ist mir meine Endlichkeit und wie schön, kostbar und verletzlich das Leben ist, bewusst. Manches betrachte ich vom „Hauch der Ewigkeit“ aus Weiterlesen

Ein Interview mit der Autorin Angela Fournes

Den Tod muss man leben von Angela Fournes

Gerade höre und schaue ich diesen 10-minütigen Beitrag erschienen bei RBB Fernsehen online. Wir sehen und hören die Autorin Angela Fournes deren Buch ich hier im Blog schon einmal vorstellte „Den Tod muss man leben“ und ganz viel von ihren Erfahrungen als Bestatterin und nebenbei auch vom Death Café, das weltweit organisiert wird. Sie nimmt uns aber auch mit zu einer mexikanischen Totenfeier, dem Dia de los muertos.

Wir hören einen sehr interessanten und wichtigen Satz von ihr, warum wir heute dem Tod eher verhalten gegenüber stehen. Warum wir die Toten einfach und schnell „entsorgen“. Es hat was mit „unseren“ Kriegserfahrungen und den vielen Toten und Gefallenen zu tun. Als Kriegsenkelin werde ich hierzu noch separat schreiben.

Toll die Autorin live zu sehen!

Hier klicken und sehen und hören.

Ein Buch und Antworten von Sven Stillich

978-3-498-09396-9Während unserer Blog-Challenge kam ein neues Buch auf den Markt. Der Autor Sven Stillich informierte uns darüber. Wir haben ihn gleich mal zu unseren Fragen über das Sterben und den Tod eingeladen. Hier sind seine Antworten:

1. Du beschäftigst dich mit (deiner) Endlichkeit. Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben?

Dass ich das, was ist, stets als vergänglich wahrnehme. Dass ich weiß oder ahne: Auf dieser Straße hier sind vor 100 Jahren schon Menschen gelaufen. Diese Sorgen, die ich jetzt habe, werde ich nicht ewig haben. Alles geht vorbei, alles hat seine Zeit. Auch ich. Deswegen versuche ich, so oft es geht, die Augen aufzuhaben und mich in alldem zu erkennen und die anderen Menschen im Lauf der Zeit zu sehen und die Welt um mich herum im Blick zu behalten, wie sie sich wandelt. Auch deswegen habe ich vor Jahren angefangen zu fotografieren. Zur Dokumentation. Weil ja morgen alles weg sein könnte. Und auch deswegen mag ich es, Gegenstände mit Geschichte um mich herum zu haben. Das Schränkchen meiner Oma. Die Lampen meiner Eltern. Die begleiten Weiterlesen

Wie wertvoll ist uns, was ihr/ihm wertvoll war?

AA283C88-0AA0-463D-A0B0-60E450D66AE7.jpegDie gestrige Vernissage im Friedhof Forum Zürich (ich schrieb hierzu im Artikel: Die letzten Dinge) zeigt Dinge aus Nachlässen von Zürcher Bürgern. Weiter unten im Artikel kannst Du eine Geschichte aus der annabelle online lesen; sehr lesenswert!

Was sich in meine Erinnerung bohrte war ein Fingerhut in Form eines Vogelkopfes, vor allem der Schnabel war eindrücklich – der kleine Vogelkopf-Fingerhut in schillerndem blau-grün angemalt.

Ich sah altes Geschirr mit goldenem Rand, ein zartes Taufkleid …

Man kann 7 Interviews anhören … deshalb werde ich noch einmal hingehen um sie mir anzuhören.

Der junge und sehr bekannte Schlagzeuger Julian Sartorius gab alten ausgedienten Haushaltssachen wieder einen Sinn und Wert, indem er darauf musizierte: er hämmerte und klopfte, streichelte und trommelte, mal zart, mal laut, mal schnell und mal langsam. Das war sehr eindrücklich, wie Sachen die man nicht mehr braucht und ausrangiert  einen neuen Sinn bekommen. Wunderbar.

Hier kann man bei Sartorius einen Hör-Eindruck bekommen.

Während eines halbstündigen Gesprächs erzählten uns drei Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer über ihre Erfahrungen mit Nachlässen. Der eine ganz frisch durch den Tod seines Vaters damit konfrontiert, bei der anderen lag die Wohnungsauflösung schon über 15 Jahre her, eine Dame, die ein Pflegehaus geleitet hat und eine Künstlerin.

Gesprächssplitter: Weiterlesen