November – Blog-Challenge 2018: Memento mori – Werdet kreativ!

C69C501A-2FBC-44A1-B835-CB8CFB7FCD70Die ersten Spekulatius wurden gesichtet. Es ist also keinen Moment zu früh, um unsere November-Blog-Aktion zu starten. Diesmal fordern wir euch heraus, visuell und kreativ zu werden. Oh ja!

Memento mori – lebendig die Toten und an den Tod erinnern

Schon ziemlich zu Beginn unserer Totenhemd-Aktivitäten hat uns immer wieder beschäftigt, wie das „Über das Sterben und den Tod reden“ auch in Formen gegossen werden kann. In Bilder, Dinge und somit Anlässe, die zum Reden mit anderen einladen. Wir hatten zum Beispiel die Möglichkeit bei der Fotoaktion von Bestatter Pütz-Roth mitzumachen, für die Annegret sich eine Sterbedecke nähen ließ, die man auch als Tages- oder Picknickdecke verwenden kann. Besonders befeuert wurde der Wunsch nach kreativer Gestaltung durch die bunten Bilder, die uns Katja Glöckler aus Mexiko zusandte: Der „Dia de los Muertos“  macht das ganze Land bunt: Zuckerschädel in den Supermärkten, Klappergerippe in Kneipen und Kinderzimmern und vor allem die prächtigen Altäre, die die Weiterlesen

Kompost oder Sondermüll ?

6A6C7C0C-F568-488D-BA57-B2CE11BAEBF7Mit einem Freund war ich heut Mittagessen, der gerne auch darüber spricht, sich das Leben zu nehmen. Er kokettiert einerseits. Andererseits weiß ich um seine düstere Seele. Ich denke aber immer wieder und sagte ihm: „Du liebst doch das Leben“.

Das kommende Wochenende wird er bei einem Almabtrieb dabei sein … das finde ich höchst lebendig und naturnah.

Und während wir so sprachen über die Ausstellung im Friedhof Forum, über die ich in den letzten Artikeln geschrieben habe, fragte er zum Thema „Das was bleibt“:

Will ich als Toter Kompost oder Sondermüll sein?

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Der Trauerautomat auf dem Friedhof Sihlfeld

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Gestern hab ich beim Friedhof Forum den Trauerautomat entdeckt. Na, was hättest Du gezogen? Ich fand das Päckchen zum „Zeichnen gegen die Leere“ ganz schön. Es wird auch ein Papierschiffchen oder Pustefix angeboten. Weiterlesen

Todesanzeige: Ein Kreis.

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Solch eine Todesanzeige (hab ich grad umständlich in Word fabriziert) habe ich diese Tage in der Zeitung entdeckt. So ein Kreis fällt auf. Klar. Knapp. Einfach. Der Name sowie Geburtstag und Todesdatum drin. Basta. Nicht mehr und nicht weniger.

Daneben las ich in einer Anzeige diesen schönen Vers.

I’m trying to get people to see that we are our brother’s keeper.

Red, white, black, brown or yellow, rich or poor,

we all have the blues. (von B. B. King)

Wir reden heute mit Cäcilia übers Sterben

Bild

copyright: C. Spinner-Stockinger

Cäcilia Spinner-Stockinger habe ich gefragt … sie ist Lehrerin und hat einen Blog begonnen mit dem Echtzeittest, was wäre wenn sie noch 100 Tage zu leben hätte.

1. Du beschäftigst dich mit (deiner) Endlichkeit. Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben?

Schon immer beschäftigt mich die Frage nach dem Sinn des Lebens. Fatal wäre es – aus meiner Sicht – wenn ich „sinnlos“ leben würde. Würde man also sterben – ohne sinnvoll gelebt zu haben, wäre es, aus meiner Sicht, unsagbar traurig.

Am besten trifft für meine Gedankenvorstellung der Satz zu: Der Tod schaut dir jede Sekunde über die Schulter. Er stammt – so weit ich weiß – von Kierkegaard und ist für mich nicht schrecklich, sondern im Gegenteil sehr hilfreich! Sterben kann ich tatsächlich jede Sekunde – wer weiß schon, wann es einen trifft – aber dann möchte ich sagen können: Ich hab meine Zeit gut gelebt, mein Leben war erfüllt – bestenfalls voll-kommen. Leider packt mich auch immer wieder der Alltag, der dann Macht über mich gewinnt – und bestimmt, wie mein Leben zu laufen hat. Dem versuche ich immer wieder vorzubauen. Weiterlesen

Auf der gemähten Friedhofwiese picknicken

Für alle, die uns nicht bei Facebook folgen: Auf dem stattlichen und wunderschönen Zürcher Friedhof Sihlfeld darf man auf Feld C seine Picknickdecke ausbreiten und einen Roten oder Weißen zischen, wenn man will. Im Bikini sollte man dort nicht liegen und auch keine laute Musik hören. Versteht sich von selbst oder?

Wenn ich das in diesem schönen Artikel so lese, habe ich große Lust mal wieder einen Friedhofspaziergang zu organisieren, nämlich genau dorthin, zu diesem besagten Plätzchen. Muss ich mal reifen lassen.

Hier entlang zum Artikel „Der Friedhof lebt“ in der NZZ

Schon Claudia Cardinal hat in ihrem Buch „Wir sehen uns“ Mut gemacht neben dem Grab der/s Liebsten ein Picknick zu gestalten und die Zeit dort zu verbringen. Ob man jemanden fragen muss in der Friedhofsverwaltung? Wenn ich mir vorstelle, ich würde mich am Grab meines Vaters niederlassen, genauso mit Decke und Picknick und einem Glässchen Wein, dann wird mir schon etwas mulmig, von wegen „was denken die anderen?“. Werden sie mich auffordern zu gehen? Oder werde ich sie einladen sich dazu zu setzen?

Was denkst Du?

Tipp: Nice places to die

Das Leben ist wie eine Kerze …. und nur Gott weiß wie lange das Licht deiner Kerze brennt. So heißt es in diesem Film während auf einem Friedhof die Zauberkerzen abbrennen.

Ein sehr interessanter Film. Sehr sehr sehenswert. Der Titel führt meiner Meinung nach ein wenig in die Irre, denn es geht nicht darum schöne Plätze zum Sterben zu finden. Nein.

Wir sehen u.a. arme Menschen in Manila und in Kairo, die es sich auf den Friedhöfen „bequem“ gemacht haben. Sie haben sonst keinen Ort zum Leben. Besser hier als in den Slums zu hausen. Sie wurden hier geboren und sind hier groß geworden. Sehr berührende Geschichten, nee, großartige Menschen sehen wir, die auf den Friedhöfen (über-)leben. Sie lieben, erziehen Kinder, feiern Feste. Die Toten sind unter ihren „Häusern“ begraben.

Wir lernen aber auch den Bestatter kennen, der durch ganz Argentinien fährt. Manchmal nimmt er seine Kinder mit, dann hocken sie auf dem Sarg und sprechen über den Tod. Wir erfahren, dass auf Sulawesi/Indonesien die Toten balsamiert werden und man mit ihnen im Haus lebt bis sie dann begraben werden. Das kann einige Jahre sein. Erst mit der Totenfeier und dem Begräbnis sind sie tot.

Allein der Trailer ist sehr sehenswert:

Hier liest du alle Informationen zum Film.

Und hier der Film in der ganzen Länge: Enjoy!

Der Sinn des Lebens ist leben. Unsere Zeit die geht vorbei …

One day, Baby we’ll be old …

Aus gegebenem Anlass … endlich mal hier vorgestellt … weil es so schön passt. Die wunderbare Julia Engelmann mit ihrem Poetry-Slam.

 

Und hier im NDR-Talk vorgestellt und gehört: Julia Engelmann vom Dezember 2016.

 

Interessantes zu lesen und zu sehen

Für alle unsere Leser*innen, die nicht bei Facebook mitlesen hier einige interessante Artikel, die wir in der letzten Zeit dort veröffentlich hatten:

In diesem Artikel wird Dorothea Baur vorgestellt, die uns die Angst vorm Sterben nimmt. Denn: „Wie für die Geburt, so gibt es auch für das Sterben ein biologisches Programm“.

Dann hat auch eine kleine Begegnung, die ich erzählte, hohe Resonanz erfahren:

Gestern im Zug bzw. der S-Bahn. Zwei Jugendliche kommen mit einer riesig-großen Tasche durch die Tür. Flucht der eine (auf schweizerdeutsch versteht sich):
Mann, ist das schwer. Komme gar nicht hier durch.
Ich: was habt Ihr denn da drin?
Der junge Mann: eine Leiche!
Ich: oh, das schreib ich in meinen Totenhemd-Blog.
Er: okay ….

(Es war kein Zelt, wie ich weiter fragte sondern ein Boot).
Das fand ich mal ne spontane Antwort

Dann hat Annegret dieses interessant-lustige Interview mit Schrippen-Mutti entdeckt:

 

Viel Spaß beim Lesen und Gucken wünschen wir Euch.

Schöne Sommerzeit weiterhin … morgen haben wir zwei Buchtipps für Euch, auch von Annegret entdeckt, die in den Ferien viel Zeit hat zu lesen. Wunderbar!

Wenn der Tod aus der Kiste springt

Gestern erlebte ich eine lustige unfreiwillige Geisterbahnfahrt. Auf dem Weg von Chur nach Arosa fährt die gemütliche Rhätische Bahn hoch in die Berge. Die Fahrt dauert eine Stunde und führt durch etliche Tunnel. Interessanterweise bildete gestern am Zugende ein offener Sitzwaggon das Schlusslicht. Einige rannten zu diesem Abteil und ich dachte mir, bevor ich mich in den klimatisierten Zug setze probiere ich das doch mal aus. Ich fürchtete ein wenig, dass es zu kalt werden könnte. Der Schaffner diesbezüglich gefragt, meinte, im Tunnel könnte es frisch werden.

IMG_6552Lustig. Da sass ich also in diesem offenen Wagen. Holzbänke, deren Lehne man entweder in die eine oder andere Richtung verändern konnte, je nach Fahrtrichtung. Das Dach über mir war aus Glas. Zu früheren Zeiten, erklärte mir ein älterer Einheimischer vor mir, tropfte das Wasser vom Tunnelfelsen auf die Köpfe der Reisenden. Ich war froh um dieses Dach über mir.

Wir zuckelten los, gemütlich durch Chur und schon bald tauchten wir ein in den ersten Tunnel. Logisch, dass es stockfinster war. In den Zugabteilen vor uns brennt das Standlicht und man realisiert dort nur nebenbei, dass man im Tunnel steckt. Ich aber saß in stockfinsterer und kühler Nacht. Die Zugräder quietschten und ächzten den Berg hoch.

Ein kleines mulmiges Gefühl stellte sich ein. Wenn man so gar nichts sehen kann. Nur vorne das Licht im vorderen Waggon gab ein wenig Orientierung. Gott sei Dank sind die Tunnel immer nur kurz. Schon in der nächsten Berggabelung fährt der Zug wieder in die Helligkeit hinein um dann bei nächster Gelegenheit wieder in die Dunkelheit einzutauchen. Ein herrliches Vergnügen.

Irgendwann musste ich dann an eine Geisterbahnfahrt denken. Früher auf dem Jahrmarkt gehörte die Geisterbahnfahrt immer dazu. Ich erinnerte mich an alle möglichen schrecklichen Geräusche und Schreie. Ich schreckte auf, weil irgendwelche Geister plötzlich auftauchten oder der Tod persönlich aus einer Kiste sprang. Ich musste ja ein bisschen über meine Gedanken schmunzeln. „Wenn der Tod aus der Kiste springt“. Diese blöde Mulmigkeit, die sich da im Kopf breit macht. Geisterbahnfahren ist doch doof oder? Aber mit der Rhätischen hoch nach Arosa fahren im hintersten offenen Abteil und die Dunkelheit im Tunnel erleben das ist cool.

Gott sei Dank, tauchte die Bahn immer wieder ins gleißende Sonnenlicht. Es sprang auch kein Tod aus der Kiste ;-). Aber der Gedanke hat mir gefallen 😉 und dass ich darüber heute schreiben werde auch.

Wann bist du das letzte Mal Geisterbahn gefahren? Oder in einem offenen Zugabteil?