6.11. Leere füllen? Leere aushalten!

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Ihr erinnert euch an meinen Post vom 29. Oktober … die Karte „Leere füllen“ habe ich euch vorgestellt. Ich habe Worte und Zeilen gefunden um die Leere zu füllen. Habe mich gefragt um welche Leere es denn geht. Die Leere, die entsteht wenn ein Mensch gestorben ist und eine Lücke hinterlässt? Die Leere in mir? Ich habe nach einer Metapher oder einem Bild gesucht:

Platzhalter, Lücke, Loch oder
eine Schale, Vase, ein Glas oder
Zeit, Pause, Lücke … all diese Dinge können leer oder gefüllt sein.

Was auch immer mir einfiel, ich konnte es füllen. Eine Schale mit Wasser und Rosenblättern. Zeit und Pausen werden gefüllt mit allem möglichen Tun … ein Platzhalter hat eine wichtige Funktion.

Mir begegnete unterwegs im Netz eine Antwort auf „Leere füllen“: Warum immer die Leere füllen? Sie einmal aushalten, ist die große Kunst. Die Leere lassen.

Man ist wie in einem Vakuum, wenn man die innere Leere spürt. Weiterlesen

November – Blog-Challenge 2018: Memento mori – Werdet kreativ!

C69C501A-2FBC-44A1-B835-CB8CFB7FCD70Die ersten Spekulatius wurden gesichtet. Es ist also keinen Moment zu früh, um unsere November-Blog-Aktion zu starten. Diesmal fordern wir euch heraus, visuell und kreativ zu werden. Oh ja!

Memento mori – lebendig die Toten und an den Tod erinnern

Schon ziemlich zu Beginn unserer Totenhemd-Aktivitäten hat uns immer wieder beschäftigt, wie das „Über das Sterben und den Tod reden“ auch in Formen gegossen werden kann. In Bilder, Dinge und somit Anlässe, die zum Reden mit anderen einladen. Wir hatten zum Beispiel die Möglichkeit bei der Fotoaktion von Bestatter Pütz-Roth mitzumachen, für die Annegret sich eine Sterbedecke nähen ließ, die man auch als Tages- oder Picknickdecke verwenden kann. Besonders befeuert wurde der Wunsch nach kreativer Gestaltung durch die bunten Bilder, die uns Katja Glöckler aus Mexiko zusandte: Der „Dia de los Muertos“  macht das ganze Land bunt: Zuckerschädel in den Supermärkten, Klappergerippe in Kneipen und Kinderzimmern und vor allem die prächtigen Altäre, die die Weiterlesen

Kompost oder Sondermüll ?

6A6C7C0C-F568-488D-BA57-B2CE11BAEBF7Mit einem Freund war ich heut Mittagessen, der gerne auch darüber spricht, sich das Leben zu nehmen. Er kokettiert einerseits. Andererseits weiß ich um seine düstere Seele. Ich denke aber immer wieder und sagte ihm: „Du liebst doch das Leben“.

Das kommende Wochenende wird er bei einem Almabtrieb dabei sein … das finde ich höchst lebendig und naturnah.

Und während wir so sprachen über die Ausstellung im Friedhof Forum, über die ich in den letzten Artikeln geschrieben habe, fragte er zum Thema „Das was bleibt“:

Will ich als Toter Kompost oder Sondermüll sein?

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Der Trauerautomat auf dem Friedhof Sihlfeld

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Gestern hab ich beim Friedhof Forum den Trauerautomat entdeckt. Na, was hättest Du gezogen? Ich fand das Päckchen zum „Zeichnen gegen die Leere“ ganz schön. Es wird auch ein Papierschiffchen oder Pustefix angeboten. Weiterlesen

Todesanzeige: Ein Kreis.

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Solch eine Todesanzeige (hab ich grad umständlich in Word fabriziert) habe ich diese Tage in der Zeitung entdeckt. So ein Kreis fällt auf. Klar. Knapp. Einfach. Der Name sowie Geburtstag und Todesdatum drin. Basta. Nicht mehr und nicht weniger.

Daneben las ich in einer Anzeige diesen schönen Vers.

I’m trying to get people to see that we are our brother’s keeper.

Red, white, black, brown or yellow, rich or poor,

we all have the blues. (von B. B. King)

Wir reden heute mit Cäcilia übers Sterben

Bild

copyright: C. Spinner-Stockinger

Cäcilia Spinner-Stockinger habe ich gefragt … sie ist Lehrerin und hat einen Blog begonnen mit dem Echtzeittest, was wäre wenn sie noch 100 Tage zu leben hätte.

1. Du beschäftigst dich mit (deiner) Endlichkeit. Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben?

Schon immer beschäftigt mich die Frage nach dem Sinn des Lebens. Fatal wäre es – aus meiner Sicht – wenn ich „sinnlos“ leben würde. Würde man also sterben – ohne sinnvoll gelebt zu haben, wäre es, aus meiner Sicht, unsagbar traurig.

Am besten trifft für meine Gedankenvorstellung der Satz zu: Der Tod schaut dir jede Sekunde über die Schulter. Er stammt – so weit ich weiß – von Kierkegaard und ist für mich nicht schrecklich, sondern im Gegenteil sehr hilfreich! Sterben kann ich tatsächlich jede Sekunde – wer weiß schon, wann es einen trifft – aber dann möchte ich sagen können: Ich hab meine Zeit gut gelebt, mein Leben war erfüllt – bestenfalls voll-kommen. Leider packt mich auch immer wieder der Alltag, der dann Macht über mich gewinnt – und bestimmt, wie mein Leben zu laufen hat. Dem versuche ich immer wieder vorzubauen. Weiterlesen

Auf der gemähten Friedhofwiese picknicken

Für alle, die uns nicht bei Facebook folgen: Auf dem stattlichen und wunderschönen Zürcher Friedhof Sihlfeld darf man auf Feld C seine Picknickdecke ausbreiten und einen Roten oder Weißen zischen, wenn man will. Im Bikini sollte man dort nicht liegen und auch keine laute Musik hören. Versteht sich von selbst oder?

Wenn ich das in diesem schönen Artikel so lese, habe ich große Lust mal wieder einen Friedhofspaziergang zu organisieren, nämlich genau dorthin, zu diesem besagten Plätzchen. Muss ich mal reifen lassen.

Hier entlang zum Artikel „Der Friedhof lebt“ in der NZZ

Schon Claudia Cardinal hat in ihrem Buch „Wir sehen uns“ Mut gemacht neben dem Grab der/s Liebsten ein Picknick zu gestalten und die Zeit dort zu verbringen. Ob man jemanden fragen muss in der Friedhofsverwaltung? Wenn ich mir vorstelle, ich würde mich am Grab meines Vaters niederlassen, genauso mit Decke und Picknick und einem Glässchen Wein, dann wird mir schon etwas mulmig, von wegen „was denken die anderen?“. Werden sie mich auffordern zu gehen? Oder werde ich sie einladen sich dazu zu setzen?

Was denkst Du?

Tipp: Nice places to die

Das Leben ist wie eine Kerze …. und nur Gott weiß wie lange das Licht deiner Kerze brennt. So heißt es in diesem Film während auf einem Friedhof die Zauberkerzen abbrennen.

Ein sehr interessanter Film. Sehr sehr sehenswert. Der Titel führt meiner Meinung nach ein wenig in die Irre, denn es geht nicht darum schöne Plätze zum Sterben zu finden. Nein.

Wir sehen u.a. arme Menschen in Manila und in Kairo, die es sich auf den Friedhöfen „bequem“ gemacht haben. Sie haben sonst keinen Ort zum Leben. Besser hier als in den Slums zu hausen. Sie wurden hier geboren und sind hier groß geworden. Sehr berührende Geschichten, nee, großartige Menschen sehen wir, die auf den Friedhöfen (über-)leben. Sie lieben, erziehen Kinder, feiern Feste. Die Toten sind unter ihren „Häusern“ begraben.

Wir lernen aber auch den Bestatter kennen, der durch ganz Argentinien fährt. Manchmal nimmt er seine Kinder mit, dann hocken sie auf dem Sarg und sprechen über den Tod. Wir erfahren, dass auf Sulawesi/Indonesien die Toten balsamiert werden und man mit ihnen im Haus lebt bis sie dann begraben werden. Das kann einige Jahre sein. Erst mit der Totenfeier und dem Begräbnis sind sie tot.

Allein der Trailer ist sehr sehenswert:

Hier liest du alle Informationen zum Film.

Und hier der Film in der ganzen Länge: Enjoy!

Der Sinn des Lebens ist leben. Unsere Zeit die geht vorbei …

One day, Baby we’ll be old …

Aus gegebenem Anlass … endlich mal hier vorgestellt … weil es so schön passt. Die wunderbare Julia Engelmann mit ihrem Poetry-Slam.

 

Und hier im NDR-Talk vorgestellt und gehört: Julia Engelmann vom Dezember 2016.

 

Interessantes zu lesen und zu sehen

Für alle unsere Leser*innen, die nicht bei Facebook mitlesen hier einige interessante Artikel, die wir in der letzten Zeit dort veröffentlich hatten:

In diesem Artikel wird Dorothea Baur vorgestellt, die uns die Angst vorm Sterben nimmt. Denn: „Wie für die Geburt, so gibt es auch für das Sterben ein biologisches Programm“.

Dann hat auch eine kleine Begegnung, die ich erzählte, hohe Resonanz erfahren:

Gestern im Zug bzw. der S-Bahn. Zwei Jugendliche kommen mit einer riesig-großen Tasche durch die Tür. Flucht der eine (auf schweizerdeutsch versteht sich):
Mann, ist das schwer. Komme gar nicht hier durch.
Ich: was habt Ihr denn da drin?
Der junge Mann: eine Leiche!
Ich: oh, das schreib ich in meinen Totenhemd-Blog.
Er: okay ….

(Es war kein Zelt, wie ich weiter fragte sondern ein Boot).
Das fand ich mal ne spontane Antwort

Dann hat Annegret dieses interessant-lustige Interview mit Schrippen-Mutti entdeckt:

 

Viel Spaß beim Lesen und Gucken wünschen wir Euch.

Schöne Sommerzeit weiterhin … morgen haben wir zwei Buchtipps für Euch, auch von Annegret entdeckt, die in den Ferien viel Zeit hat zu lesen. Wunderbar!