Mein Vater wäre heut 90 geworden

Herzlichen Glückwunsch, mein lieber Pa … da wollen wir dir mal Schillers Glocke aufsagen.

Jetzo mit der Kraft des Stranges
Wiegt die Glock’ mir aus der Gruft,
Daß sie in das Reich des Klanges
Steige, in die Himmelsluft!
Ziehet, ziehet, hebt!
Sie bewegt sich, schwebt.
Freude dieser Stadt bedeute,
Friede sey ihr erst Geläute.

Warum und wieso Schillers Glocke? Hier habe ich drüber nachgedacht.

Was passiert nach dem Tod mit meinen Daten?

IMG_5849Bei Facebook hatten wir es schon online. Vor einigen Tagen las ich diesen interessanten Artikel bei heute.de, den ich so wichtig finde, dass er hier noch einmal prominent eingestellt werden muss, für alle, die nicht bei Facebook unterwegs sind.

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis sind dies 50 Prozent, die sich nicht in den Sozialen Netzwerken tummeln. Dennoch: Du hast wahrscheinlich das eine oder andere Konto im Internet: ein Bankkonto oder die Plattform fürs Erstellen eines Fotobuchs oder fürs Online-Shopping bei amazon.

Was passiert nach dem Tod mit Deinen Daten? Diesen Artikel empfehle ich sehr zu lesen: ich werde in mein Testament schreiben wer meine Online-Konten nach meinem Tod verwalten/erben soll. Das ist nämlich nicht so simpel wie wir denken, von wegen: „das wird dann schon meine Frau/mein Mann erledigen“.

No way! so funkioniert es leider nicht.

Es ist ein sehr wichtiger und guter Artikel!! Druckt euch den aus und legt los.

Schritt für Schritt.

Silkes Blogtag: Alle reden über Trauer 2017

alle-reden-u%cc%88ber-trauer-2017Silke Szymura hat eingeladen zu einem ganz besonderen Blogtag. Heute am Montag reden alle über Trauer. Hier ist die Einladung zu ihrer Aktion.

Da wir gerade in Poesie-Stimmung sind schreibe ich für ihre Aktion ein Elfchen.

 

 

traurig
bin ich
Seele, mein Schatz
schenkst mir Liebe und
wartest

 

 

13.11. Silke Szymura: Mit den Toten tanzen …

tanz-mit-den-totenMit den Toten tanzen – Lasst uns gemeinsam feiern und erinnern

Mit den Toten tanzen, was für ein schöner Gedanke. Allein in diesem einen Satz steckt so vieles drin. Wir müssen nicht traurig sein, wenn wir an unsere Verstorbenen denken, wir dürfen uns freuen, ja, wir dürfen sogar tanzen, singen und feiern. Genau diese Freude erlebe ich in diesem vierten Jahr nach dem Tod meines Lebenspartners immer häufiger. Wenn ich an Julian denke, dann hüpft mein Herz oft vor lauter Glück.

In meinem Beitrag habe ich mir einige Gedanken dazu gemacht, was es heißt sich zu erinnern und wie schön und wichtig es wäre, dabei mehr zu feiern. Lasst uns gemeinsam ein bisschen lauter trauern.”

Hier entlang zu Silkes vollständigen Text. Wir freuen uns, dass sie bei uns ist und von sich erzählt.

Buchtipp: Einer von uns von Asne Seierstad

51MoaEF-GPL._SX335_BO1,204,203,200_Im „Das Magazin“ habe ich neugierig die Reportage über die Schriftstellerin und Journalistin Asne Seierstad gelesen. In diesem Artikel wurde ihr Buch vorgestellt. „Einer von uns“ – Anders Behring Breivik tötete am 22. Juli 2011 77 Menschen in Oslo bzw. auf der Insel Utoya.

Es ist das grausamste Buch, das ich je gelesen habe. Mit Interesse und Herzklopfen gleichermaßen. Es hat mich fasziniert und geschockt. Fasziniert bin ich von der Autorin Asne Seierstad. Akribisch und detailtreu hat sie recherchiert und die gesammelten Fakten dann in einen Tatsachenroman gegossen.

Der Massenmörder wird in diesem Buch genau vorgestellt, man hält es kaum aus wie paranoid er ist: Monatelang stellt er die verschiedensten Stoffe her, um die Bombe herzustellen (eine Anleitung dafür kann man im Internet finden!). Sie wird später vor dem Osloer Regierungsgebäude 9 Menschen in den Tod reißen und viele viele Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzen.

Die Autorin beschreibt minutiös das Massaker auf der Insel als wäre sie dabei gewesen. Sie stützt sich dabei auf Zeugenaussagen der Überlebenden und auf das Manifest des Attentäters. Sie beschreibt Weiterlesen

Christines Gastartikel: Wie wir unserer Trauer Ausdruck verleihen und die Erinnerung wach halten können

„Die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude.“

Dietrich Bonhoeffer bringt wunderbar auf den Punkt, welche vielfältigen Facetten in unserer Trauer stecken. Sie kann qualvoll sein, denn es schmerzt, sich in dem Wissen zu erinnern, dass nichts mehr so sein wird wie vorher. Und sie kann, wenn wir dankbar zurückschauen, eine stille Freude über all‘ das Schöne auslösen, was wir gemeinsam mit dem verstorbenen Menschen erlebt haben und an das wir uns erinnern dürfen.

Vielleicht haben Sie sich auch schon einmal nach einem Trauerfall gefragt, in welcher Form Sie Ihrer Trauer und Ihrer Erinnerung Ausdruck verleihen möchten. Seit ich mich näher mit dem Thema befasse, nehme ich glücklicherweise einen immer offeneren Umgang mit Trauer wahr. Menschen werden kreativer, um ihre Erinnerung in eine Form zu gießen und ihr einen Platz zu geben. Um den Schmerz umzulenken in einen gestaltenden Prozess und ein Symbol der Erinnerung zu schaffen. Währenddessen können die Gedanken auf Reisen gehen, zurück zum gemeinsam Erlebten und so kann Schritt für Schritt Dankbarkeit wachsen.

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Fotocollage von Christine

Dieser Prozess wirkt heilsam, das durfte ich persönlich erfahren. Aus Hemden meines im letzten Jahr verstorbenen Vaters habe ich anlässlich seines 1. Todestages Kissen für alle Kinder und Enkelkinder genäht. Es war zunächst ein seltsames Gefühl, seine Hemden auseinanderzuschneiden, in denen ich ihn am Klavier sitzen sah oder „ausgehfein“ im schicken Anzug. Ich spürte eine Welle der Traurigkeit durch mich hindurchziehen. Ja, autsch! Aber dann: daraus etwas Neues entstehen zu lassen, das weiter bestehen wird und damit die Erinnerung an einen ganz besonderen Menschen wach hält, das war ein ganz besonders schönes Gefühl. Und noch besser: die leuchtenden Augen der Beschenkten!

Im Netz habe ich noch Weiterlesen

„Erdbeerkuchen. Erdbeerkuchen“ … was ein Trost!

knipseline / pixelio.de

knipseline / pixelio.de

„Erdbeerkuchen“ … so riefen es ihr die Freunde zu. Die Freunde standen vor der Haustür. Sie lag unter der Decke verkrochen im Bett. Sie wollte niemanden sehen und hören. Das erste Trauerjahr war fast vorüber.

„Erdbeerkuchen. Erdbeerkuchen“. Hörte sie es fröhlich in ihren Ohren und sie machte auf und empfand das erste Mal ein bisschen Hoffnung. Hoffnung, dass das Leben ihres Mannes doch Sinn machte. Zu früh ist er gestorben. An Krebs.

Die große Liebe ihres Lebens. Nach dem Tod ihres Mannes haben die Trauer und der Schmerz sie überwältigt.

Im aktuellen Juni-Heft der „Brigitte woman“ kann man diesen sehr berührenden Artikel der Journalistin Sylvia Heinlein lesen, ab Seite 114.

Man kann sich wirklich die Haare raufen über Menschen, die keine Worte haben für einen trauernden Menschen. Der Autorin ist dies öfters passiert. Natürlich kann man diese Menschen nicht verurteilen. Sie haben Angst, sie laufen weg, sie wollen nichts hören.

Wie wichtig es ist, die richtigen Worte und Sätze auszusprechen. Ich verstehe gut, dass sie eine beste Freundin nicht mehr sehen mag, die nicht zur Beerdigung kam. Sie konnte nicht kommen und der besten Freundin NICHT beistehen, als der Liebste zu Grabe getragen wurde.

Ich wünsche mir, dass ich einmal die richtigen Worte finden werde, wenn es darauf ankommt. Lieber halte ich meinen Mund oder nehme den trauernden Menschen in den Arm. Ich verstehe die Autorin so gut, wenn sie zu den tröstenden Worten einer Freundin schreibt: „Lange hat mich nichts mehr so sehr getröstet“. Diese Freundin sagte zu ihr:

„Hör gut zu. Du hast ab jetzt fünf Jahre. Fünf Jahre, in denen du mir immer wieder das Gleiche erzählen und jedes mal weinen darfst. Verstehst Du? Ich höre dir von heute an fünf Jahre lang zu und weine mit dir“.

„Erdbeerkuchen. Erdbeerkuchen“. Es ist so simpel und so schwer, einem trauernden Menschen beizustehen. Egal wie lange dieser weinen muss.

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Das Friedhof Forum Zürich lädt nächste Woche ein zu einem Vortrag der Sterbebegleiterin und Fährfrau Sabine Brönnimann: Wir tragen den Knigge zu Grabe. Wir hören ein  Plädoyer für mutige Begegnungen mit Trauernden. Da gehe ich hin!

100 Songs: Stark wie zwei – Udo Lindenberg

Kann sein, dass ihr mit mir noch ein bisschen länger Richtung Udo blicken dürft. Habe vor ein paar Tagen sein neues Album gekauft und hör mich da langsam durch. 70 jährig geht er ran an das Leben, den Tod, den Sinn.
Eben im TV ein Sendung über Lindenberg gesehen.  (Hier schon mal die Kurzfassung, ich hoffe, die lange wird auch eingestellt.) Dabei dieses Lied von 2008 entdeckt.
Die Kommentare zeigen, dass es ein starkes Lied für Trauernde ist.

 

Denkanstoß 19 von Pütz-Roth: „Der Mond ist aufgegangen“

Der aktuelle Newsletter des Bestattungshauses Pütz-Roth schenkte uns die folgende Geschichte. Danke, dass wir sie hier im Blog veröffentlichen dürfen! Wir schätzen Euch sehr! Von dem liebevollen,kreativen Umgang mit dem Sterben in Eurem Haus haben wir schon viel gelernt! (Und liebe BlogleserInnen, ihr erinnert euch: wir durften bei der Fotoaktion  von Pütz-Roth „Im letzten Hemd“ mitmachen.) Sie schreiben:

Trauerfeier, Leichenschmaus, Grablegung, jede Kultur kennt Rituale, die zum Abschied von einem verstorbenen Menschen auf jeden Fall dazugehören sollten. Leider werden diese Bräuche immer seltener gepflegt. Rituale können helfen, mit dem Tod eines geliebten Menschen zu leben. Begriffe wie „damit fertig werden“ oder „darüber hinweg kommen“ werden nach Ansicht vieler Experten Trauer nicht gerecht. Den Schmerz und das Leid zu verdrängen oder möglichst schnell hinter sich zu lassen, ist der falsche Weg.

In unserem heutigen Denkanstoß erzählen wir, wie eine Familie eigene Rituale fand, um von einer verstorbenen Mutter Abschied zu nehmen.

Der Tod kam über Nacht, aber er kam nicht überraschend. Bettina Friese, von ihrer Familie nur Oma Betty gerufen, hatte vor wenigen Tagen ihren 90. Geburtstag gefeiert. „Die Neunzig mach´ ich voll“ war einer der Sätze, den man öfter von der ehemaligen Redakteurin einer namhaften Tageszeitung hörte. Bettina Friese war stolz darauf, in einer Zeit, in der es noch nicht selbstverständlich war, dass Frauen Chefpositionen einnahmen, Karriere gemacht zu haben.

Betty Friese hatte Familie und einen guten Job. Natürlich gab es auch Tage, an denen sie sich nicht um ihre beiden Töchter Leonie und Nora kümmern konnte, aber es gab da dieses eine Ritual, dass sie sich nicht nehmen ließ, Weiterlesen

Über das Auferstehen… wir reden!

Unsere Blogaktion ist zu Ende. Zehn Frauen und ein Mann haben über das Auferstehen nachgesonnen: Träume erzählt, sich die Augäpfel massieren lassen, das Seelen-Haus gewechselt, sich in eine Amöbe versetzt und ein bisschen Rache geübt, zart hinüber geblinzelt, einen Anker ausgeworfen, Lichtzeichen gesehen und auf der Schwelle Kraft getankt fürs hier und jetzt.  Euch allen herzlichen Dank für eure Bilderkraft, euer meandern und hoffen, für´s mutige Teilen. Ihr habt damit andere zum drüber Nachdenken angestiftet, sogar zum eigenen Schreiben. Das ist ein Reichtum, den wir uns so nicht ausdenken konnten. Wir kommen damit in unserem Blog wieder einen großen Schritt weiter in unserem Anliegen, zum Reden-übers-Sterben anzustiften.!

Petra kraxelt vielleicht gerade ganz in Echt auf ihrem Herzensberg in HongKong herum. So habe ich nun Lose gebastelt und gezogen: es gab ja was zu gewinnen diesmal. Denn, wie Gisela Matthiae gerne sagt: „Wir nehmen das Leben (und das Sterben) ernst, aber nicht zu ernst.“ Und so hat nun Gabriele Panning ein T-Shirt von Superskull gewonnen! Und Katja Hobler den Trostpreis: das Mini – Voodoo-Set. Und wir, juchhu, bestellen uns jetzt auch endlich T Shirts mit Sugarskulls drauf.

Allen nochmals herzlichen Dank! Und euch, liebe Leserinnen und Leser, danke für´s Mitgehen! Wir hoffen, Ihr redet mit euren Leuten drüber 😉