Das Beste kommt noch

The Best is yet to come – ist einer der letzten Songs, den Frank Sinatra vor seinem Tod in der Öffentlichkeit gesungen hat. Der Spruch steht auch auf seinem Grabstein, lese ich in der Sonntagszeitung in einem Artikel von Martin Benninghoff.

Mich freut der Spruch, den der Star für seinen Grabstein ausgewählt hat. „Das Beste kommt noch“: In seinem Song geht es zwar um das Werben und Locken der Liebsten. „Warte bis du erst meine bist“.

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Wenn ich zuerst sterbe …

in Zypern am Strand geknipst

„Wenn ich zuerst sterbe, dann ist da nichts. Dann bin ich tot“, sagte eine Frau zu einem Bekannten.

Er antwortete:

„Du wirst dich wundern“.

Morgen startet unsere November-Blogaktion. Es geht los mit Katja. Wir freuen uns auf alle, die mitschreiben werden.

Abschied nehmen versus sich erinnern: Susannes Mutter starb plötzlich

Susannes Mutter ist vor einigen Wochen plötzlich gestorben. Ihr Tod kündigte sich keine Sekunde vorher an. Plötzlich war sie tot. Susanne und ihre Töchter waren geschockt und konnten es erstmal gar nicht fassen.

Ich fragte Susanne vorgestern ob ich über ihre Erfahrung schreiben darf. Heute erzählte sie mir alles und ich bedanke mich sehr bei ihr für ihr Vertrauen. Sie ist froh, dass ich sie gefragt habe, denn sie meint, es müsse sich in unserer Beerdigungs- und Trauerkultur etwas verändern. Weg vom Üblichen hin zu etwas Neuem, Authentischem. Abschied nehmen ja, aber nicht so todtraurig. Natürlich ist der Körper tot, wird verbrannt oder begraben. Aber die Erinnerung an den geliebten Menschen, das „sich erinnern“ das ist was zählt und was trägt. Das ist, was für Susanne im Mittelpunkt steht. 

Zunächst musste sie sich um die Wohnung kümmern, auf- und ausräumen und die Beerdigung organisieren. Susanne erzählt mir, dass ihr die Fotoalben ihrer Mutter aber auch Briefe der Liebhaber ihr einen neuen Blickwinkel auf ihre Mutter schenkten. Sie musste über so manches lachen neben ihrer Trauer. Susannes Mama war ein umtriebiger Mensch, die gerne andere mitriss und begeisterte. Sie war neugierig auf das Leben und hat es ausgekostet. 

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Wir trauern um einen Freund

60F3F3DF-3E57-44B8-8723-3115F3F9DD61_1_201_aWir trauern um einen Freund, der in Hongkong tödlich verunglückte während einer Fahrradtour oben auf dem Peak. Ich habe J. und seine Familie, langjährige Freunde meines Mannes, vor zwei Jahren in HK kennengelernt nach unserer Fahrradreise in Taiwan.

J. lebte und arbeitete in HK. Seine Frau und Kids in einer deutschen Großstadt.

In Coronazeiten ist das alles grad sehr entsetzlich und zum Haare raufen. Trauern kann unsere Freundin nicht. Und sie kommt grad auch nicht in die Megacity. Kann nichts tun als warten und hoffen, dass irgendwie alles gut geregelt wird. Weiterlesen

Eine Todesanzeige berührte mich

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Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.
(Joseph von Eichendorff)

Ja, ich bin auf dem Heimweg

Vorname …..Nachname

Mein letzter Dank … an alle, …. die grossen Anteil daran hatten, dass dieser Weg glücklich verlief.

Es isch schön gsi

(90 Jahre wurde die Verstorbene)

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Kein Jahr wurd vergessen

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Zum Thema „Jahresringe zusammenbringen“ hat meine Schweizer Schreibfreundin Maria einen sehr schönen berührenden Text geschrieben, den ich hier veröffentlichen darf. Ich bin davon überzeugt, dass dir die Geschichte gefallen wird. Mir gefällt sie sehr. Es wird ein Ritual beschrieben, das ich sehr schön finde.

*****

Es ist der letzte Freitag im Monat: Erinnerungszeit. Seit dem ersten Todestag meiner Frau widme ich diesen Tag ihren Schätzen. Gehe durch ihre Sammelboxen, Ablegekästen, Kisten oder Schubladen.

Am liebsten sind mir die Scrapbooks. Ich nehme das oberste heraus, blättere und erinnere mich, blättere und lächle, blättere und sinniere. Alles hat sie gesammelt auf unsern Reisen, alles hat sie eingeklebt. Ich verharre bei einem Foto einer riesigen Baumstammscheibe. Daneben hat Anita geschrieben: Der Baum: Ringe erzählen seine Geschichte, umhüllen und schützen den zarten Anfang, kein Jahr wird vergessen. Lang hocke ich da, umringt von Karten und Quittungen, Tickets und Fotos, unserer Geschichte und ihren Erinnerungen. „Kein Jahr wird vergessen“.

Könnte ich unsere Reisen wiederholen? Die 43 Reisen, die wir miteinander gemacht haben, jedes Jahr eine. Könnte ich unsern eigenen Baum gestalten, anfangen mit unserer Hochzeitsreise als Zentrum, als Kern?

Ich drehe am Ehering, den ich immer noch trage.  Weiterlesen

Nick Cave hat „Dem Tod ein Lied abgetrotzt“

In der aktuellen Zeitung „reformiert Nr. 6“ wurde im Kulturteil über Nick Cave geschrieben. Wir lesen über den Tod seines Sohnes, die Liebe, die Trauer und seinen Glauben an Gott. „Er wisse nicht, ob der Sohn noch irgendwo sei. Denn die Trauer lasse „Phantome“ entstehen. „Ich bin dafür, mit diesen Geistern zu reden, denn sie stehen für Möglichkeiten.“ Trauer beschreibt der Musiker als Kehrseite der Liebe. „Sie erinnert uns furchtbar an die Tiefe unserer Liebe“. Trauer und Liebe seien auf ewig verflochten. „Lieben wir, dann trauern wir. Das ist der Deal.“

Die Lieder auf dem Album „Skeleton Tree“ von 2016 wurde kein Traueralbum, vielmehr entstanden die Lieder trotz Trauer, „sie wurden dem Tod abgetrotzt“.

Hier der Songtext von Jesus Alone.

Ich war neugierig wann Nick Caves Sohn (Arthur) gestorben ist und habe ein Video gefunden, das in SRF Kultur im September 2016 ausgestrahlt wurde. Hier wird über das Album „Skeleton Tree“ berichtet, das während der Trauerzeit entstanden ist also nach Arthurs Tod. Wir hören noch zwei andere Songs aus dem Album.

https://www.youtube-nocookie.com/embed/USI2CCSB6zM

Es gibt auch einen Film – ein Making of zum Album – der in den Kinos lief: One more time with feeling.

Ich bin sehr berührt über Nick Caves Trauer und seine tiefen Gefühle und Gedanken zum Tod seines Sohnes, der 15-jährig in England ums Leben kam: er stürzte von den Klippen, weil er LSD konsumierte.

Nick Cave schreibt in seinem Blog „The Red Hand Files“: eine Fundgrube persönlicher Antworten und mehr. Ich hab mal reingeklickt und diesen wunderschönen Text von ihm entdeckt auf die Frage:

I would love to know how you feel about your writing now …. 

Nicole: Das `Etwas´ nach dem Tod

IMG_0841Nicole ist bei unserer spontanen Blogaktion dabei.

„Was passiert denn nun eigentlich, wenn wir sterben? Wie ist es, tot zu sein? Mein Bauchgefühl hat dazu einiges zu sagen …“

Hier entlang zu ihrem Beitrag in ihrem Blog.

Deutschlandfunk: Neue Sterberituale – der Trend zum spirituellen Testament

Ein Freund von Annegret hat Radio DLF gehört und uns den Link geschickt. Sehr lesens- oder hörenswert! Und es passt in unsere Blogaktion zur Frage: Was kommt danach? Wir lesen gleich zu Anfang diese Sätze:

„Diese Vorstellung, mit dem Tod ist alles Schluss, und es passiert dann nichts mehr – die ist einfach falsch. Es passiert nach dem Tod noch eine ganze Menge. Und das auch zugänglich zu machen, glaube ich, ist ein wichtiger Teil von dem, was ich als meine Arbeit sehe. Dass wir das auch sinnlich wahrnehmen können, dass dieser Mensch einfach sozusagen in einem Art Zwischenzustand – von ‚einerseits ist er das noch, andererseits ist er das nicht mehr‘ – dass auch wahrnehmbar wird, dass es Tod und Tote überhaupt gibt.“

Hier zum vollständigen Text.

 

37Grad: Der Geschmack von Leben. Die Köchin, das Hospiz und ein gutes Ende.

IMG_0838„Ich hatte ein schönes Leben. Genauso möchte ich sterben“, sagt Eduard Nöther in dieser sehenswerten und berührenden 37-Grad-Sendung. Für alle, die nicht bei Facebook sind, hier hatten wir nämlich schon über diese Sendung informiert.

 

Drei starke Frauen werden in dieser Doku vorgestellt, die im Schwarzwald im Hospiz Kafarnaum tätig sind. Sie wurden ein halbes Jahr begleitet. Genauso auch die Gäste. Diejenigen, die sich auf die letzten Tage und Wochen ihres Lebens vorbereiten. Zwei von ihnen hatten zugestimmt dass sie gefilmt werden. Auch als tote Menschen haben wir sie sehen können – einen kleinen Ausschnitt nur, dennoch waren diese Momente sehr bewegend. Auch ich musste schluchzen.

Wie geht man mit dem Tod und dem Schmerz um, Weiterlesen