7.11. Bianca: Die Ukulelespielerin

Giraffe Ringelnatz[6501]

Ringelnatz. Kunst und Komik. Günter Grass-Haus, Lübeck

Zuerst nahm ich nur ein paar Töne wahr. Kurze, abgehackte Laute, die mich an eine singende Säge erinnerten. Es war sehr stürmisch an diesem Tag. Ich musste mich immer wieder gegen die Böen und Windsalven stemmen, die an den Gräsern und Flechten zerrten, Palmwedel fast synchron zu den an- und abflutenden Wellen hin und her schwingen ließen und die ersten frühreifen Oliven von den Zweigen rissen. Und zwischen drin Klangfetzen, die sich hartnäckig gegen die Brandung durchsetzten. Mindestens Windstärke 6 oder 7 dachte ich. Ich wollte am Nachmittag gerne noch ein letztes Mal eintauchen, mich schaukeln lassen, mich schwerelos fühlen und versuchen, einen Blick auf kleine blauschimmernde Fische zu erhaschen, aber

hier weiterlesen bei der Silbensammlerin.

 

Nach unserer Wanderung auf dem Adonis Trail in Zypern vor zwei Wochen las uns Bianca ihre Geschichte vor. Wir hatten die Kunstkarte von Ringelnatz dabei zur Inspiration unserer Schreibaufgabe. Ich fragte Bianca, ob sie ihre Geschichte in unserer Blog-Challenge veröffentlichen mag. Ich fand sie so schön, weil mit so leichter und unbeirrbarer Phantasie aufgeschrieben ohne zu wissen, dass sie hier passen würde.

6.11. Leere füllen? Leere aushalten!

386A11D5-DBE8-4116-A55A-6336ED4F605D

Ihr erinnert euch an meinen Post vom 29. Oktober … die Karte „Leere füllen“ habe ich euch vorgestellt. Ich habe Worte und Zeilen gefunden um die Leere zu füllen. Habe mich gefragt um welche Leere es denn geht. Die Leere, die entsteht wenn ein Mensch gestorben ist und eine Lücke hinterlässt? Die Leere in mir? Ich habe nach einer Metapher oder einem Bild gesucht:

Platzhalter, Lücke, Loch oder
eine Schale, Vase, ein Glas oder
Zeit, Pause, Lücke … all diese Dinge können leer oder gefüllt sein.

Was auch immer mir einfiel, ich konnte es füllen. Eine Schale mit Wasser und Rosenblättern. Zeit und Pausen werden gefüllt mit allem möglichen Tun … ein Platzhalter hat eine wichtige Funktion.

Mir begegnete unterwegs im Netz eine Antwort auf „Leere füllen“: Warum immer die Leere füllen? Sie einmal aushalten, ist die große Kunst. Die Leere lassen.

Man ist wie in einem Vakuum, wenn man die innere Leere spürt. Weiterlesen

4.11. Rüdiger … ein poetischer Nachruf

3DED26AF-2940-413F-953A-B01A0612A11E.jpeg

von Petra geknipst in Zypern

‚Litchi, die 2te‘ oder ‚Blue Hour for 20 minutes only‘ oder auch ’13.813ter Nachruf auf L.‘

——————————————————————————————————————— 

Muss ich dir noch mal vergeben
muss ich noch einmal ‚sorry‘ sagen
muss ich noch einmal meinen Kopf verneigen
weil ich fehlte und dir zeigen
das auch ich vergeben kann
nach all der Zeit
mein Mut, die Angst und meine Heiterkeit
sie werden bleiben
sie werden bleiben

So sag ich dir, auch wenn du fehlst
du niemals mehr etwas erzählst
ich nehme es an
und kann es doch nicht lassen
hier und jetzt und dann und wann
an dich zu denken, dich anfassen

wohin die Schritte mich auch lenken
ich weiss es nicht genau
und weht der Wind mal sanft mal rau
er kommt doch stets von vorn Weiterlesen

3.11. bei Anna-Lena im Lesestübchen entdeckt

9783462048704Meine Blog- und Schreibfreundin Anna-Lena hat das Buch von Susann Pasztor gelesen: Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster. Ich hatte es hier vor einiger Zeit als Lesetipp vorgeschlagen.

Anna-Lena hat es gelesen und rezensiert und es macht ganz große Freude bei ihr über das Buch zu lesen. Viel Freude mit dieser Buchbesprechung. Ich bin mir sicher, Du willst das Buch auf der Stelle lesen oder hören.

Ich finde es passt gut in unsere Blog-Challenge, deshalb habe ich es hier heute verlinkt.

Hier zur Buchbesprechung.

„Der liebe Gott hat uns vergessen“

indexVorgestern habe ich aus diesem kleinen Büchlein eine kurze Geschichte im Freundes- und Familienkreis vorgelesen. Ich öffnete spontan eine Seite und fand „zufällig“ diese kleine amüsante Begebenheit:

Zwei Frauen unterhalten sich. Die eine neunzig, die andere sechsundneunzig. Die 90-jährige sagte: „Der liebe Gott hat uns vergessen“. Darauf die 96-jährige „Psssst“ und legte einen Finger auf den Mund. – nach Nicolas Chamfort.

😉

Unsere diesjährige November-Blog-Aktion … am 28.10. geht*s los

Hallo liebe Leserinnen und Leser. Noch ist es wunderschön spätsommerlich und der goldene Oktober nah und die grauen Novembertage ganz weit weg.

Aber. Die ersten Gedanken zur Blogaktion werfen ihre Schatten voraus und die Trommeln wirbeln schon.

Unsere 4. November-Blogaktion geht in nur 6 Wochen an den Start. Wir sind selbst schon ganz aufgeregt und neugierig wie jedes Jahr auf Eure Ideen und Beiträge. Annegret schreibt noch wie und was genau. Auf jeden Fall verrate ich schon mal so viel:

Diesmal fordern wir euch heraus, visuell und kreativ zu werden. Oh ja!

Memento mori –

die Toten erinnern, an den Tod erinnern.

Von Sonntag 28. Oktober – den Auftakt macht Annegret,
Katja (jetzt nicht mehr in Mexiko) mag evtl. wieder den 1.11.,

bis Sonntag, 25. November, den Schluss übernehme ich.

Wie jedes Jahr seid Ihr eingeladen mitzumachen, mitzuschreiben, zu malen, zu fotografieren und so weiter … schaut in Euren Kalender und seid gewappnet. Unser Einladungstext folgt mit der Kalenderübersicht in den nächsten Tagen, damit Ihr Euch ein Datum auswählen könnt.

Heiner von Gastautor Rüdiger Rodewald

FullSizeRender

Rüdiger Rodewald

Tag Heiner, sag ich. Ich bin gekommen um mich vorzustellen. Ab nächsten ersten bin ich euer neuer Chef. Tag Rudi, sagt er. Hat sich schon bis zu mir rumgesprochen. Er lacht. Ein leises Lachen, nie laut und expulsiv, immer leise, fast wie ein Lächeln in dem etwas Zögerndes mitschwingt. Eigentlich wärst du mal dran gewesen, oder?, sage ich. Es tut mir leid für dich dass ich das nun geworden bin. Hätte schlimmer kommen können, sagt er und lacht wieder dieses leise fast stolpernde Lachen. Mich befördern sie nicht mehr. Aber komm, ich stell dir mal die Leute vor.

Das Büro umfasst zwei Großräume. In jedem sitzen so acht bis zehn Personen. Es ist saukalt auf der einen Seite, auf der der Wind steht und fast tropisch warm im Büro mit der Südausrichtung.

Er führt mich herum und stellt mir alle vor. Zu jedem hat er ein paar Sätze gesagt was er oder sie macht und zu jedem hat er eine freundliche kleine Anekdote parat. Später sitzen wir zu zweit in dem Raum der dann mein Büro werden soll. Wie geht es dir damit, Heiner, frage ich, dass du das wieder nicht geworden bist? Das ist nicht mehr so wichtig, sagt er. Meine Frau ist krank. Biggi. Manchmal kriegt sie keine Luft mehr und ihr Herz schlägt unregelmäßig. Mensch Biggi, sagt er und es steigen ihm Tränen in die Augen. Wir wollten doch nach Bolivien im Sommer, unsere alten Freunde besuchen.

Und dann erzählt er. Wie er mit zweiundzwanzig Jahren in Bremen seine Lehre als Schifffahrtskaufmann zu Ende gemacht hatte und immer gedacht hat, draußen in der weiten Welt wartet das Abenteuer und ich sitz hier in diesem Büro. Dann stand das Abenteuer plötzlich eines Abends auf der Schwelle. Wir suchen Mitarbeiter für die Agentur in Bolivien, sagt sein Chef. Haben Sie Lust? Weiterlesen

Tod. Frühling. Leben.

A285C2A8-B968-4DBB-B545-8BC8B5B734D0

in Taiwan fotografiert

Wenn ihr wirklich das Wesen des Todes schauen wollt,
so öffnet euer Herz weit und lasst das Leben einziehen!
Denn Leben und Tod gehören zusammen, so wie Strom und Meer.
In den tiefsten Gründen eures Hoffens und Sehnens ruht stumm
euer Wissen vom Jenseits.
Und wie die Saat unter dem Schnee träumt, träumt euer Herz vom Frühling.
Traut den Träumen, denn in ihnen findet ihr das verborgene Tor zur Ewigkeit.

(Khalil Gibran) *

Abgeschrieben von einer Trauerkarte.

Ich wünsche Euch einen guten Start in den Frühling mit Neugier und Lust aufs Leben.

* Übersetzung © Bertram Kottmann

Ostersonntag. Gedanken gekritzelt.

IMG_9326Fassungslosigkeit.
Staunen.
Den Raum im Herzen weiten.
Ostern und die Auferstehung.
Schoko-Hasen und Tulpen.
Die unerwartete Nachricht von deinem Tod.
Gestorben bist du an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
In Taiwan habe ich Weiterlesen

Ein Couplet: ein Falter und ihm hinterher sein

Ein Couplet ist gemäß Wikipedia „ein mehrstrophiges witzig-zweideutiges, politisches oder satirisches Lied/Strophengedicht mit markantem Refrain“. Solch ein Couplet war am 3. Januar im Anderen Adventskalender zu lesen.

Hier für Euch die letzte Strophe:

Und dann wird dein Haar grau
und dann fühlste dich alt
und dann siehste sie plötzlich, diese Gestalt
und du fragst dich: „Wo kommt die Gestalt her?
Mensch, die ist doch kein Falter!“ (in den Strophen davor ging es um einen Falter)
Und dann folgst du ihr doch
mit verstummendem Mund
und …

von Robert Gernhardt

Zum Couplet werde ich im Wesentlichwerden-Blog mehr schreiben bzw. mich darin versuchen 😉 die nächsten Tage. Wünsche Euch einen schönen Abend.