Abschied aus der Ferne – 3 kleine Filme mit tröstlichen Ideen

Sarah Benz von Sarggeschichten ist in der ZDF Mediathek im Frühstückskaffee „Volle Kanne“ zu sehen: Trauer in Zeiten der Coronakrise. Sarah erklärt warum Abschiednehmen vor Ort so wichtig ist. Wie man Nähe herstellen kann. Und was passiert mit den Menschen, die an COVID-19 sterben? Sie erzählt uns was möglich ist. In dieser ZDF Ausstrahlung sehen wir Ausschnitte aus ihrem Film:

„Abschied aus der Ferne“ auf YouTube.

 

Jan von memento Bestattungen erzählt auf tröstliche Weise wie man Abschied aus der Ferne gestalten kann so dass es die Hinterbliebenen Weiterlesen

Danke an diesem Ostermontag an alle Mitautor*innen

ECD9BD6B-788E-40EA-B2E9-0F03375DC827Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgeschrieben haben während unserer März-Blogaktion. Heute am Ostermontag passt das gut. Die Fastenzeit ist vorbei. Das Nachdenken über den Tod hat ein Ende … und die Frage wurde vielfach beantwortet, wo denn der Tod uns ins Bild/in unser Leben läuft.

Wir bedanken uns bei Anna-Lena, Lutz, Martina, Hiltrud, Bettina, Silke, Nicole und Anja. Danke fürs Mitschreiben. Ich glaube, Annegret strickt noch ein Exzerpt. Mal sehen wie sie Zeit hat. Weiterlesen

Neujahr

7A8EE63B-3062-41FC-9E11-41A2E3360883_1_201_a.jpeg

Während eines Spaziergangs gestern Mittag fotografiert

NEUJAHR

– der erste Morgen –

Bricht der erste Morgen des neuen Jahres an, so erscheint der Himmel nicht anders als am Tage zuvor, aber doch ist einem seltsam frisch zumute, als habe sich vieles verändert.

(Yoshida Kenko)

Alle Jahre wieder seit 2015 veröffentliche ich dieses schöne Gedicht am Neujahrsmorgen (okay dieses Jahr wegen Erkältung einen Tag später), weil ich es wunderschön finde. Wie ein unbeschriebenes Buch liegt das neue Jahr vor uns.

Lasst es euch gut gehen.

Alles Liebe und Gute für 2020.

von Christiane: Hanne

27884B57-4268-411B-A717-B3F517AD4EA2_1_201_a.jpeg

geknipst von Petra © in Bad Kreuznach

Christiane macht spontan mit. Am 10. Oktober wurde Hanne, ihre Cousine mit knapp 85 Jahren beerdigt. Zum Gedicht schreibt sie: „Es sind wörtlich ihre Formulierungen, die dem Text zugrunde liegen. Ich habe sie bei einem längeren Telefonat schon vor Jahren mitgeschrieben, weil ich sie äußerst bemerkenswert fand. Und dann, am Tag ihrer Urnenbeisetzung auf dem Friedhof in Bad Rothenfelde , da war es genau so wie sie es liebte: ein Herbsttag unter milder Sonne und fallende Blätter ringsum …. „Einer muss letzter sein, warum nicht ich …“ Mich bewegt dieser Text immer noch. Vielleicht bewegt er auch andere?“ Vielen Dank, Christiane!

****

Hanne                                                                                        

Mögen die anderen
ihr Herz im Frühling finden.

Mögen sie schlürfen vom Sommer,
als gäb es nur ihn.

Meine Zeit ist der Herbst.
Und der Winter.

Vergehen.
Und Tod.

Weiterlesen

6.11. Susi Ackstaller: Friedhof La Recoleta in Buenos Aires

7C79DB1C-B357-4768-99CD-AEB4E4393375Susi und ich haben uns während des Schreibworkshops auf Zypern kennen- und schätzen gelernt. Eines Morgens sagte ich zu ihr, nach ihrem Vorlesen: Das passt zu unserer Blogaktion, willst Du nicht mitmachen? Et voilà. Susi besuchte Anfang des Jahres Südamerika und war unter anderen auf dem Friedhof La Recoleta in Buenos Aires.

Ich mache ein Lied
aus diesem Morgen
und bin gespannt
auf die Melodie für diesen Tag:
Dur? Moll?
Singe ich Sopran oder Alt?
Aus den Liedern meiner Tage
wird irgendwann die Melodie meines Lebens –
die irgendwann erstirbt.
Was dann bleibt,
ist nur ein Echo,
nur ein Hall.

Weiterlesen

Deine Handschrift

Grab-Unterschrift co Annegret Zander

Zwischen Steinen, Putten und Blättern
Im Herbstblätterrascheln unter Ferienfliegerlärm
neben Gieskannen und stillgelegten Wasserstellen
unter Allerheiligengestecken und laminierten Abschiedsbriefen
mitten in der Herbstallee
trifft mich
deine Handschrift
nach über 80 Jahren kaum verwittert

was für ein Schwung

hast dich dem Leben eingeschrieben

Ein Beitrag zu unserer Blogaktion „Friedhofsspaziergang“

Kein Jahr wurd vergessen

692355_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de

692355_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de.jpg

Zum Thema „Jahresringe zusammenbringen“ hat meine Schweizer Schreibfreundin Maria einen sehr schönen berührenden Text geschrieben, den ich hier veröffentlichen darf. Ich bin davon überzeugt, dass dir die Geschichte gefallen wird. Mir gefällt sie sehr. Es wird ein Ritual beschrieben, das ich sehr schön finde.

*****

Es ist der letzte Freitag im Monat: Erinnerungszeit. Seit dem ersten Todestag meiner Frau widme ich diesen Tag ihren Schätzen. Gehe durch ihre Sammelboxen, Ablegekästen, Kisten oder Schubladen.

Am liebsten sind mir die Scrapbooks. Ich nehme das oberste heraus, blättere und erinnere mich, blättere und lächle, blättere und sinniere. Alles hat sie gesammelt auf unsern Reisen, alles hat sie eingeklebt. Ich verharre bei einem Foto einer riesigen Baumstammscheibe. Daneben hat Anita geschrieben: Der Baum: Ringe erzählen seine Geschichte, umhüllen und schützen den zarten Anfang, kein Jahr wird vergessen. Lang hocke ich da, umringt von Karten und Quittungen, Tickets und Fotos, unserer Geschichte und ihren Erinnerungen. „Kein Jahr wird vergessen“.

Könnte ich unsere Reisen wiederholen? Die 43 Reisen, die wir miteinander gemacht haben, jedes Jahr eine. Könnte ich unsern eigenen Baum gestalten, anfangen mit unserer Hochzeitsreise als Zentrum, als Kern?

Ich drehe am Ehering, den ich immer noch trage.  Weiterlesen

Jahresringe und Spiegelungen

IMG_2132.JPGDer letzte Tag im Juli neigt sich dem Abend entgegen. Der 1. August steht vor der Tür. Zum 95. Mal wird sich dieser besondere Monatswechsel in seinem Leben ereignen. Der Nationalfeiertag steht vor der Tür. Wie jedes Jahr würde er im Lieblings-Bio-Bauernhof seine Freunde zum Brunch treffen. Er hatte einen Tisch für 15 Leute reserviert und um einen Tisch unter den Bäumen im Schatten gebeten. Wie er diese lauschige Stimmung liebte. Das Draußen-sein mit Jung und Alt.

Er freut sich jetzt schon auf die Alphornbläser und den Naturjodel seines Großenkels. 25 Jahre der Kerl. Wie schnell er groß geworden ist! Er ist so stolz auf ihn. Die Tradition bewahren und mit anderen jodeln. Das hatte er selbst von seinem Vater übernommen. Über die Generationen hinweg war es ihnen immer wichtig gewesen, die heimischen Rituale zu ehren und zu leben.

Weiterlesen

Zitronenkerne ins Herz gesät

img_7808.jpg
Womöglich hatte er (Jesus) den Toten Zitronenkerne ins Herz gesät und Jasmin. Womöglich rochen seine Hände danach. Nach dem, was kommt, wenn alles zu Ende ist.

Den ganzen Text von der wunderbaren Birgit Mattausch lest Ihr hier.

Es geht im Text um die Ausstellung „Peace is Power“ von Yoko Ono in Leipzig im Museum der bildenden Künste. Noch bis 7. Juli zu sehen.

Buchtipp: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke. Joachim Meyerhoff

9783462048285.jpgDer Buchtitel überraschte mich in meinem Lieblings-Buchladen-Café. Joachim Meyerhoff du  vielleicht: er ein bekannter Schauspieler. Und seine Großmutter war es auch. Inge Birkmann.

Sein Buch gehört zu einer Reihe von insgesamt
6 Büchern, die Meyerhoff geschrieben hat. Nämlich „Alle Toten fliegen hoch, Teil 3“.

In diesem dritten Band beschreibt wie er an die Schauspielschule kommt, sein Desaster mit seiner Rolle als Schauspieler „funktionieren“ zu müssen und das Zusammenleben mit seinen Großeltern in München.

Meyerhoff hat das Sterben seiner Großeltern nah miterlebt. Deshalb stelle ich das Buch hier im Blog vor, weil es sehr eindrücklich von ihm beschrieben wird. Der Großvater wird immer weniger und die Großmutter folgt ihm einige Monate nach auf ihre Weise.

Dieses Buch ist wunderbar geschrieben. Ich habe so oft laut los gelacht weil es teilweise Weiterlesen