6.11. Susi Ackstaller: Friedhof La Recoleta in Buenos Aires

7C79DB1C-B357-4768-99CD-AEB4E4393375Susi und ich haben uns während des Schreibworkshops auf Zypern kennen- und schätzen gelernt. Eines Morgens sagte ich zu ihr, nach ihrem Vorlesen: Das passt zu unserer Blogaktion, willst Du nicht mitmachen? Et voilà. Susi besuchte Anfang des Jahres Südamerika und war unter anderen auf dem Friedhof La Recoleta in Buenos Aires.

Ich mache ein Lied
aus diesem Morgen
und bin gespannt
auf die Melodie für diesen Tag:
Dur? Moll?
Singe ich Sopran oder Alt?
Aus den Liedern meiner Tage
wird irgendwann die Melodie meines Lebens –
die irgendwann erstirbt.
Was dann bleibt,
ist nur ein Echo,
nur ein Hall.

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Deine Handschrift

Grab-Unterschrift co Annegret Zander

Zwischen Steinen, Putten und Blättern
Im Herbstblätterrascheln unter Ferienfliegerlärm
neben Gieskannen und stillgelegten Wasserstellen
unter Allerheiligengestecken und laminierten Abschiedsbriefen
mitten in der Herbstallee
trifft mich
deine Handschrift
nach über 80 Jahren kaum verwittert

was für ein Schwung

hast dich dem Leben eingeschrieben

Ein Beitrag zu unserer Blogaktion „Friedhofsspaziergang“

Kein Jahr wurd vergessen

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Zum Thema „Jahresringe zusammenbringen“ hat meine Schweizer Schreibfreundin Maria einen sehr schönen berührenden Text geschrieben, den ich hier veröffentlichen darf. Ich bin davon überzeugt, dass dir die Geschichte gefallen wird. Mir gefällt sie sehr. Es wird ein Ritual beschrieben, das ich sehr schön finde.

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Es ist der letzte Freitag im Monat: Erinnerungszeit. Seit dem ersten Todestag meiner Frau widme ich diesen Tag ihren Schätzen. Gehe durch ihre Sammelboxen, Ablegekästen, Kisten oder Schubladen.

Am liebsten sind mir die Scrapbooks. Ich nehme das oberste heraus, blättere und erinnere mich, blättere und lächle, blättere und sinniere. Alles hat sie gesammelt auf unsern Reisen, alles hat sie eingeklebt. Ich verharre bei einem Foto einer riesigen Baumstammscheibe. Daneben hat Anita geschrieben: Der Baum: Ringe erzählen seine Geschichte, umhüllen und schützen den zarten Anfang, kein Jahr wird vergessen. Lang hocke ich da, umringt von Karten und Quittungen, Tickets und Fotos, unserer Geschichte und ihren Erinnerungen. „Kein Jahr wird vergessen“.

Könnte ich unsere Reisen wiederholen? Die 43 Reisen, die wir miteinander gemacht haben, jedes Jahr eine. Könnte ich unsern eigenen Baum gestalten, anfangen mit unserer Hochzeitsreise als Zentrum, als Kern?

Ich drehe am Ehering, den ich immer noch trage.  Weiterlesen

Jahresringe und Spiegelungen

IMG_2132.JPGDer letzte Tag im Juli neigt sich dem Abend entgegen. Der 1. August steht vor der Tür. Zum 95. Mal wird sich dieser besondere Monatswechsel in seinem Leben ereignen. Der Nationalfeiertag steht vor der Tür. Wie jedes Jahr würde er im Lieblings-Bio-Bauernhof seine Freunde zum Brunch treffen. Er hatte einen Tisch für 15 Leute reserviert und um einen Tisch unter den Bäumen im Schatten gebeten. Wie er diese lauschige Stimmung liebte. Das Draußen-sein mit Jung und Alt.

Er freut sich jetzt schon auf die Alphornbläser und den Naturjodel seines Großenkels. 25 Jahre der Kerl. Wie schnell er groß geworden ist! Er ist so stolz auf ihn. Die Tradition bewahren und mit anderen jodeln. Das hatte er selbst von seinem Vater übernommen. Über die Generationen hinweg war es ihnen immer wichtig gewesen, die heimischen Rituale zu ehren und zu leben.

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Zitronenkerne ins Herz gesät

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Womöglich hatte er (Jesus) den Toten Zitronenkerne ins Herz gesät und Jasmin. Womöglich rochen seine Hände danach. Nach dem, was kommt, wenn alles zu Ende ist.

Den ganzen Text von der wunderbaren Birgit Mattausch lest Ihr hier.

Es geht im Text um die Ausstellung „Peace is Power“ von Yoko Ono in Leipzig im Museum der bildenden Künste. Noch bis 7. Juli zu sehen.

Buchtipp: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke. Joachim Meyerhoff

9783462048285.jpgDer Buchtitel überraschte mich in meinem Lieblings-Buchladen-Café. Joachim Meyerhoff du  vielleicht: er ein bekannter Schauspieler. Und seine Großmutter war es auch. Inge Birkmann.

Sein Buch gehört zu einer Reihe von insgesamt
6 Büchern, die Meyerhoff geschrieben hat. Nämlich „Alle Toten fliegen hoch, Teil 3“.

In diesem dritten Band beschreibt wie er an die Schauspielschule kommt, sein Desaster mit seiner Rolle als Schauspieler „funktionieren“ zu müssen und das Zusammenleben mit seinen Großeltern in München.

Meyerhoff hat das Sterben seiner Großeltern nah miterlebt. Deshalb stelle ich das Buch hier im Blog vor, weil es sehr eindrücklich von ihm beschrieben wird. Der Großvater wird immer weniger und die Großmutter folgt ihm einige Monate nach auf ihre Weise.

Dieses Buch ist wunderbar geschrieben. Ich habe so oft laut los gelacht weil es teilweise Weiterlesen

Buchtipp: Pedro Páramo

17594936-00-00Eine Schreiberin aus dem Kreativ-Schreibworkshop in Zürich hat mich gefragt, ob ich dieses Buch kenne.

Juan Rulfo veröffentlichte Pedro Páramo anscheinend so um 1960. Es wurde jedenfalls 1974 ausgezeichnet mit dem „Premio Alfaguara de Novela“.

Meine Bekannte hat es mir für den Totenhemd-Blog empfohlen und schreibt: „Es ist ein sehr spezielles Buch. Tod und Leben gehen ineinander über, reichen sich die Hand und sind nicht immer zu unterscheiden“.

Ich werde reinlesen … es hat mich neugierig gemacht.

Kennst du es?

Von Brigitte Bee ein Gedicht

Brigitte Bee hat uns geschrieben und dieses Gedicht zur Blogaktion geschickt. Eine Antwort auf die Frage: Was kommt danach?

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Ein herzliches Dankeschön an Brigitte.

Hier entlang zu allen Beiträgen zur Frage: Was kommt danach?