Todes-Erfahrung von Rilke

Heute in einer Traueranzeige in der Zeitung gelesen:

Die ersten Sätze aus Rainer Maria Rilkes Todes-Erfahrung:

Wir wissen nichts von diesem Hingehen,

das nicht mit uns teilt.

Wir haben keinen Grund, Bewunderung und Liebe oder Hass

dem Tod zu zeigen, den ein Maskenmund tragischer Klage wunderlich entstellt.

Letzte-Hilfe-Kurse

Letzte-Hilfe-1-600x981Gestern habe ich in der Zeitung „reformiert“ gelesen: „Besonders ist, dass der in Deutschland oder Österreich bereits etablierte Kurs in der Schweiz ausschliesslich von der reformierten Kirche angeboten wird.“

„Entwickelt wurde der Letzte-Hilfe-Kurs vom deutschen Palliativmediziner Georg Bollig in  Zusammenarbeit mit Andreas Heller, dem Lehrstuhlinhaber für Palliative Care in Wien“.

Ich hab heut morgen gleich mal im Internet gesucht und diese Website gefunden. Falls Du Interesse an einer Weiterbildung hast oder an diesem Buch interessiert bist: hier wirst Du fündig.

Auf der Internetseite ist zu lesen: Der Abschied vom Leben ist der schwerste, den die Lebensreise für einen Menschen bereithält …

Dieser Satz war mir noch nie so deutlich und drückt genau meine Sorge aus: der Abschied vom Leben!!! Deshalb Weiterlesen

Das Schlimmste was passieren kann?

IMG_3496Meine Mutter hatte einen schweren Schlaganfall. Von Tag zu Tag gelingen ihr kleine Erfolge in der Früh-Reha und sie gewinnt ein Stück Lebensqualität und Lebensfreude zurück. Das ist so schön!

Ich denke jetzt oft über die Endlichkeit unseres Lebens, meine Endlichkeit nach. Aber auch über das, was auf uns im Alter zukommt. Denn ich telefoniere mit den Freundinnen meiner Mutter, die ich seit Kindheit kenne. Sie sind alle um die 80 und älter und teilweise sehr gebrechlich geworden. Meine Weisheit ist nicht neu und dennoch: wir werden älter, wir werden Kraft verlieren, wir werden einigermaßen fit sein oder ggfs. krank werden. Ich spreche und unterhalte mich auch mit meinen neuen Schweizer Freunden, die so um die 70 sind. Die Energie schwindet langsam, die Lust zu reisen bleibt aber :-). Das freut mich zu hören.

Außerdem werde ich gerade mit unserem Krankenhaussystem und den teilweise sehr ausgelasteteten Schwestern und Pflegekräften konfrontiert, organisiere eine neue Bleibe für meine Mutter nach dem REHA-Aufenthalt. Was für Themen! Am liebsten würde ich manchmal den Kopf einziehen aber ich mache weiter.  Es gehört zu unseren Aufgaben, dass wir uns um unsere Eltern kümmern, wenn sie nicht mehr können. Ich komme manchmal an meine Grenzen Weiterlesen

Gesprächssplitter vom Death Café 4 in Richterswil

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Wie spricht man mit einem Sterbenden? Wie macht man das? Was redet man? Ich hab von Gott und der Welt erzählt. War das richtig?

Warum sind wir traurig, wenn jemand stirbt. Wir wissen doch, dass JEDER sterben muss. Der Tod gehört doch dazu. Warum also traurig sein? Vielleicht weil etwas offen geblieben ist ?

Gläubigen Menschen scheint es schwer zu fallen „einfach zu gehen“. Sie tun sich schwer und leiden oft wochenlang bevor sie dann endlich sterben … das ist für alle sehr belastend. Vielleicht ringen sie mit Gott? Sie haben vielleicht Angst? Vor was?

Ich bin noch nicht fertig mit dem, was ich tun will. Ich will jetzt noch nicht sterben! Erst wenn alles erledigt ist!

Ich könnte jetzt gehen. Ich hab alles erledigt. Ich fühle mich frei! Alles was jetzt kommt und ist, das ist eine Ergänzung. Das ist ein wunderbares Gefühl. Ich hab auch nur noch wenig in meiner Wohnung. Nur das was sein muss, damit lebe ich. Meine Kinder werden keine Mühe haben mit meinen Sachen, wenn ich mal tot bin. Weiterlesen

Wenn wir beide gleichzeitig sterben sollten …

IMG_7788… wegen eines Unfalls beispielsweise … was dann?

Wie bin ich zu dieser Überlegung gekommen? Als wir unser Testament mit einer Fachanwältin besprochen haben, musste auch diese Überlegung mit einbezogen werden. Hat mit dem Punkt zu tun: Was passiert mit dem Hab und Gut, dem Erbe, wenn der Zuletztlebende stirbt.

Sind diejenigen, die im Testament genannt sind informiert?
Haben Sie einen Schlüssel für die Wohnung/das Haus, die Passwörter, eine Liste mit allen wichtigen Informationen?
Wissen sie, wo das Testament hinterlegt ist?

Werden sie sich die Haare raufen, einen Haushalt aufzulösen? Was werden sie tun?

Werden sie Rot sehen, wenn sie unsere Konten und Accounts im Netz finden und löschen sollen?

***

… und überhaupt … mir wird selbst ganz schwindelig.

Kann passieren …

…. ich bete zu unserem Schutzengel ;-).

Wenn Du zuerst stirbst …

Werde ich stundenlang mit Dir allein sein wollen …

…. Dich aufbahren lassen, damit sich alle von Dir verabschieden können.

Und dann erst mich fragen: Um was muss ich mich zuerst kümmern? Wen anrufen?

Werde ich meine Liste finden, in der ich mir die wichtigsten Dinge notiert habe, die ich dann machen will: zum Beispiel eine „Locke“ Deines Haares abschneiden?

Was wird sein ohne Dich?

Wo bleibe ich ohne Dich? Wo wohne ich? Bleibe ich wo ich bin?

Wir haben keine Kinder, sind meine Freund*innen in der Nähe?

Wo werde ich dich beerdigen? Weiterlesen

Nicht ganz zwei Buchtipps

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Die Autorin geht die Spielarten des Todes durch, offenbar eine sehr unterhaltsame und liebevolle Sache.

 

 

 

 

 

 

Annegret schrieb: „So Leute, mal ne ganz spezielle Beerdigung“. Ich lerne also, es geht nicht um ein Buch sondern um …… seht selbst.

 

 

Schöne Sommerzeit wünschen wir und viel Freude beim Lesen und Gucken.

Interessantes zu lesen und zu sehen

Für alle unsere Leser*innen, die nicht bei Facebook mitlesen hier einige interessante Artikel, die wir in der letzten Zeit dort veröffentlich hatten:

In diesem Artikel wird Dorothea Baur vorgestellt, die uns die Angst vorm Sterben nimmt. Denn: „Wie für die Geburt, so gibt es auch für das Sterben ein biologisches Programm“.

Dann hat auch eine kleine Begegnung, die ich erzählte, hohe Resonanz erfahren:

Gestern im Zug bzw. der S-Bahn. Zwei Jugendliche kommen mit einer riesig-großen Tasche durch die Tür. Flucht der eine (auf schweizerdeutsch versteht sich):
Mann, ist das schwer. Komme gar nicht hier durch.
Ich: was habt Ihr denn da drin?
Der junge Mann: eine Leiche!
Ich: oh, das schreib ich in meinen Totenhemd-Blog.
Er: okay ….

(Es war kein Zelt, wie ich weiter fragte sondern ein Boot).
Das fand ich mal ne spontane Antwort

Dann hat Annegret dieses interessant-lustige Interview mit Schrippen-Mutti entdeckt:

 

Viel Spaß beim Lesen und Gucken wünschen wir Euch.

Schöne Sommerzeit weiterhin … morgen haben wir zwei Buchtipps für Euch, auch von Annegret entdeckt, die in den Ferien viel Zeit hat zu lesen. Wunderbar!

mitgelesen: abc.etüden: Rausch

2017_27-17_3_dreiWeil es so viel Freude bereitet poetisch über den Tod und das Sterben zu schreiben, poste ich hier Christianes kleinen abenteuerlichen Text: Rausch.

Schon beim Lesen kribbelt es mir vor Angst im Bauch und jeder der Extremsport betreibt muss sich über das eigene Sterben Gedanken machen. Heißt: sie oder er muss mit jeder Aktion den Tod in Kauf nehmen.

Erst kürzlich starb Ueli Steck ein in der Schweiz bekannter Extremkletterer und Bergsteiger in Nepal. Sein Credo: „scheitern heißt sterben“. Auch wenn Extremsportler höchste Vorkehrungen und Sicherheitsmaßnahmen treffen, das Restrisiko bleibt.

Wie Christiane so schön in ihrem Text schreibt, nach der Aktion gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man lebt und betrinkt sich oder ist tot.

 

Reden wir übers Sterben

IMG_3496„Reden wir übers Sterben“ heißt der Titel im info3-Heft aus dem März 2015. Aus aktuellem Anlass hab ich mir mal wieder ein bisschen Literatur vorgeknöpft und bin an dieser Ausgabe hängengeblieben.

Übers Sterben reden meint hier: wir trauen unsinfo3-magazin-3-2105 mit dem Sterbenden über sein Sterben zu reden. Wir lassen ihm das Sterben und sagen nicht mit froher Miene: „Das wird schon wieder“. Zum Sterben in Würde gehört, darüber reden zu können. Denn sonst fühlt sich ein Mensch in seinen letzten Tagen nicht ernst genommen und sagt vielleicht: „Die verstehen mich nicht!“ und will dann vielleicht gar keine Angehörigen oder Freunde mehr sehen und lieber alleine sterben mit den Menschen, dem Pflegepersonal, das eingeweiht ist und versteht.

Die Autorin des Artikels, Barbara Chaloupek, rechechiert und stellt fest: „Tatsächlich ist es das, was sich viele Sterbende wünschen und was ihnen von den Angehörigen verwehrt wird: über das zu sprechen, was sie am meisten beschäftigt. „Der Mann will es nicht wahrhaben“.

Sehr schön finde ich die Sätze von Christof Schligensief, der 49-jährig an Lungenkrebs starb. In einem Fernsehinterview sagte er:

„Ich wär sautraurig, wenn ich gehen müsste. Also, das wäre das Allerallerletzte. Ich hab da a) keinen Bock drauf und b) ich find‘ das so sensationell hier!“

So wie es ihm erging, so wird es wohl allen gehen, die dem eigenen Tod gegenüberstehen. Man kämpft und ringt und rüstet sich für den letzten Marsch. Es ist eine Schwelle wie die Geburt, schreibt die Autorin. An dieser Schwelle warten vielleicht schon Menschen (die Toten), die wir gemocht haben.

„Es ist an der Zeit, die Sterbeperiode als Geschenk zu nehmen.“ Die Autorin ermutigt uns, dass wir uns nichts vorspielen müssen. „Vor allem ist das Sterben auch ein Moment der Wahrheit und Wahrhaftigkeit“ liest man auf der Website von www.palliativ-portal.de.

info3-Heft März 2015.