37Grad: Der Geschmack von Leben. Die Köchin, das Hospiz und ein gutes Ende.

IMG_0838„Ich hatte ein schönes Leben. Genauso möchte ich sterben“, sagt Eduard Nöther in dieser sehenswerten und berührenden 37-Grad-Sendung. Für alle, die nicht bei Facebook sind, hier hatten wir nämlich schon über diese Sendung informiert.

 

Drei starke Frauen werden in dieser Doku vorgestellt, die im Schwarzwald im Hospiz Kafarnaum tätig sind. Sie wurden ein halbes Jahr begleitet. Genauso auch die Gäste. Diejenigen, die sich auf die letzten Tage und Wochen ihres Lebens vorbereiten. Zwei von ihnen hatten zugestimmt dass sie gefilmt werden. Auch als tote Menschen haben wir sie sehen können – einen kleinen Ausschnitt nur, dennoch waren diese Momente sehr bewegend. Auch ich musste schluchzen.

Wie geht man mit dem Tod und dem Schmerz um, Weiterlesen

Petra: Tot ist tot! Oder doch nicht? Nur ein kurzer Moment ….

img_0695.jpgWas kommt danach? Wie stelle ich mir mein Leben nach dem Tod vor?
Das sind die Fragen unserer spontanen Februar-Blogaktion.

Ich denke, wenn ich sterbe dann bin ich tot. Da ist nichts mehr. Wenn ich sterbe, dann stirbt mein Körper. Alles von und in ihm wird sterben und tot sein. Es wird kein Sehnen und keine Schmerzen mehr geben. Da ist nichts. Das denke ich so seitdem ich das Interview mit einem bekannten Chirurg und Neurologen gelesen habe. Ausgehend von unserem Körper so wie er angelegt ist, wird da Nichts mehr sein, behauptet er einleuchtend.

Tot ist tot!
Tot ist tot?

Ich habe aber ein Bild und eine Idee wie es sein könnte für eine kurze Weile nach dem Tod. Wenn die Trauerfeier für mich stattfinden wird, dann bin ich fest davon überzeugt, dass ich „irgendwie“ anwesend sein werde (sein will 😉 ). Ich werde als Hauch DA sein. Annegret habe ich gebeten, wenn sie die Totenfeier für mich halten wird (oder wenn sie als Trauergast anwesend sein wird diesen Wunsch dann entsprechend umsetzt), dass die anwesenden Trauergäste, die da sind mindestens zwei Minuten still sein sollen. Das kann in der Trauerkapelle sein oder auch draußen – dort wo meine Urne mit der Asche begraben wird.

Zwei Minuten für alle Anwesenden und für mich. Es wird Stille herrschen. Weiterlesen

Gesprächssplitter Death Café Richterswil

fullsizeoutput_17cSechs Gäste hatten wir zu Besuch während unseres 6. Death Café in Richterswil. Wir stellten uns gegenseitig vor und waren in Kürze mitten im Gespräch. Vor allem die bunte Deko hatte es unseren TeilnehmerInnen angetan. Es kam sogar jemand vorbei, die von draußen angelockt wurde.

Gesprächssplitter des Nachmittags:

Das hier ist meine Überlebensgruppe, meine Lebensverlängerung.

Plötzlich sterben? Oder doch lieber Zeit haben um sich zu verabschieden?

Leben um zu sterben? Das ist bei katholisch Gläubigen das Ziel, das will ich so nicht.

Das Sterben hat bis jetzt Jede und Jeder geschafft.

Sich erlauben, „das letzte Lebensjahr“ ein Pflegefall zu werden (weil man immer Angst davor hat, zu leiden bzw. gepflegt zu werden). Weiterlesen

Wir reden übers Sterben … heute mit Dr. Julian Heigel – Alternativer Bestatter

Julian HeigelStell Dich doch bitte kurz vor:  Ursprünglich habe ich die Fächer Musik und Theologie für das Lehramt studiert. Nach der Promotion im Fach Musikwissenschaft wollte ich etwas wirklich Sinnvolles tun und da ist mir der Beruf des alternativen Bestatters über den Weg gelaufen. Nach einiger Lehrzeit habe ich 2017 mein eigenes Unternehmen Thanatos Bestattung gegründet.

  1. Du beschäftigst dich mit (deiner) Endlichkeit (Beschreibe kurz). Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben?

Ich habe den eigenen Tod, aber auch den Tod meiner Mitmenschen immer als Möglichkeit vor Augen. Das klingt einerseits furchtbar, anderseits macht es das Leben kostbarer.

  1. Viele haben Hemmungen oder auch Angst, mit anderen über das Sterben zu reden. Wie ist das bei dir? Was hat sich verändert?

Wenn ich meinen Beruf Bestatter nenne, haben viele Menschen gleich Fragen dazu. Einige haben auch den Wunsch, von ihren eigenen Bestattungserfahrungen zu erzählen, für die ansonsten wenig Raum ist. Viele bedauern im Nachhinein, dass sie sich die Bestattungen ihrer Zugehörigen so aus der Hand haben nehmen lassen. Die Zeit am Totenbett beispielsweise ist eine kostbare, unwiederbringliche Zeit und die Begegnung mit dem toten Körper macht das abstrakte Geschehen fassbarer.

Auch wenn mein Urteil ein subjektives ist: Weiterlesen

Zwei Lesetipps

Zwei Bücher, die uns in den letzten zwei Wochen über „den Weg liefen“. Auf Facebook hab ich sie schon auf unserer Seite vorgestellt. Nun aber auch hier.

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Ich habe beide Bücher auf meine Leseliste gesetzt.

Das Buch von Susann Pasztor scheint sehr berührend zu sein, weil ehrlich und herzlich. Hier kann man sich über das Buch informieren.

Und dann ist da noch der Seelsorger Hans Bartosch, dessen Buch neu herausgekommen ist. Hier gibt es Informationen.

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Es geht nicht nur um die Seelsorge am Totenbett sondern um das, was Menschen noch zu erzählen haben. Vor allem über ihre Kriegserlebnisse.

Hier hört Ihr ein Gespräch mit Hans Bartosch bei MDR Kultur.

Wir reden übers Sterben … heute mit Theresa Donath

DonathTheresa ist Palliative Care Krankenschwester, Notfallseelsorgerin und Schreiberling.

Erzähl uns bitte von Dir …

Seit jüngster Kindheit schleicht das Thema Tod und die Angst vor diesem Mysterium wie eine schwarze Katze um meine Beine, versucht auf Abstand gehalten, so weit wie möglich. Durch meine direkte Konfrontation und Auseinandersetzung mit meinen Ängsten vor dem Sterben durch meine Arbeit auf einer Palliativstation und einem Ehrenamt als Notfallseelsorgerin wurde sie mit den Jahren und dem Erwachsen werden zutraulicher. Aber mir wurde auch bewusst wie stark die Macht eines Tabus ist, wie stark die Verdrängung rund um die Themen Vergänglichkeit und Trauer in dieser Gesellschaft nahezu praktiziert wird, und nichts liegt mir näher am Herzen, als mit meinen Texten über die Palliativmedizin, Notfallseelsorge und den privaten Verlusten dem entgegenzuwirken. Menschen die Angst zu nehmen indem man drüber redet, Fragen stellt, sich austauscht. Dafür schreibe ich, mit meiner schwarzen Katze auf der Schulter.

Du beschäftigst dich mit (deiner) Endlichkeit (Beschreibe kurz). Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben? Viele haben Hemmungen oder auch Angst, mit anderen über das Sterben zu reden. Wie ist das bei dir? Was hat sich verändert? Weiterlesen

Todes-Erfahrung von Rilke

Heute in einer Traueranzeige in der Zeitung gelesen:

Die ersten Sätze aus Rainer Maria Rilkes Todes-Erfahrung:

Wir wissen nichts von diesem Hingehen,

das nicht mit uns teilt.

Wir haben keinen Grund, Bewunderung und Liebe oder Hass

dem Tod zu zeigen, den ein Maskenmund tragischer Klage wunderlich entstellt.

Letzte-Hilfe-Kurse

Letzte-Hilfe-1-600x981Gestern habe ich in der Zeitung „reformiert“ gelesen: „Besonders ist, dass der in Deutschland oder Österreich bereits etablierte Kurs in der Schweiz ausschliesslich von der reformierten Kirche angeboten wird.“

„Entwickelt wurde der Letzte-Hilfe-Kurs vom deutschen Palliativmediziner Georg Bollig in  Zusammenarbeit mit Andreas Heller, dem Lehrstuhlinhaber für Palliative Care in Wien“.

Ich hab heut morgen gleich mal im Internet gesucht und diese Website gefunden. Falls Du Interesse an einer Weiterbildung hast oder an diesem Buch interessiert bist: hier wirst Du fündig.

Auf der Internetseite ist zu lesen: Der Abschied vom Leben ist der schwerste, den die Lebensreise für einen Menschen bereithält …

Dieser Satz war mir noch nie so deutlich und drückt genau meine Sorge aus: der Abschied vom Leben!!! Deshalb Weiterlesen