45 Bilder – und die Stories dahinter

Am 19. August habe ich hier im Totenhemdblog eine kleine Bildmediation veröffentlicht. Es ging, wie sollte es anders sein, um das Thema Tod und Vergänglichkeit.
Passend zum Weltfototag 2021.
Es war eine sehr subjektive, sehr willkürliche Auswahl an Fotos, die ich für mein eigenes Blog für unterschiedlichste Beiträge angefertigt hatte, Bilder, von denen ich denke, dass sie aber auch in diesem Kontext hier gut passen. Aber längst nicht jeder meiner Beiträge beschäftigte sich mit dem Tod oder der Vergänglichkeit. Dennoch denke ich, dass diese Bilder bestens passen.

Ein kleiner Teil der Fotos waren zugleich eine Vorschau auf Beiträge, die ich hier veröffentlicht habe oder noch im kommenden halben Jahr veröffentlichen werde. Dazu gehören vor allem kleine Friedhöfe von Orten, die es längst nicht mehr gibt.
Falls Sie schon jetzt wissen wollen, was die einzelnen Bilder zeigen – hier eine „Auflösung“, zum Teil mit Verlinkung auf ihre Ursprung. Weiterlesen

Wie gehen, wenn man gehen muss

der Reim zu versinken wäre ertrinken gewesen.
Aus: Günter Grass „Ein weites Feld“

„Das Thema ist ernst, ungewöhnlich ernst für mein Blog. Und es könnte schnell fehlgedeutet werden.“
So leitete ich im am 24. November 2019, dem Totensonntag, einen Blogtext ein. „Aber die Frage, wie man sterben möchte, wenn man sterben muss (was wir alle müssen), ist sicher jeder Leserin und jedem Leser bekannt. Und auch der Wunsch, sich das aussuchen zu können, was sich in den allermeisten Fällen aber so nicht realisieren lässt.“

Wie gehen, wenn man gehen muss - einfach losschwimmen?Auslöser für den damaligen Beitrag und im selbigen auch erwähnt war eine vorangegangene, digitale Diskussion mit der Berliner Bloggerin Stephanie Jaeckel, die ihrerseits über die ungarische Philosophin Agnes Heller einen Beitrag veröffentlicht hatte. Stephanie Jaeckel schrieb im Sommer 2019 einen Beitrag über den Tod der 90jährigen ungarischen Philosophin Agnes Heller, die Augenzeugenberichten einfach hinaus in den Plattensee geschwommen und nicht mehr zurückgekehrt ist. So zumindest berichtete im Juli 2019 die Neue Zürcher Zeitung. Weiterlesen

Wenn sie zuerst stirbt …

Melanie hab ich vor wenigen Wochen auf Zypern kennengelernt und sie zu ihrem eigenen Blog motiviert. Der ist jetzt im Werden. Für Melanie poste ich ihren Text.

die Fotos hat Melanie geknipst als „sie“ zuerst stirbt

Wenn ich zuerst sterbe…schreibt mir gerne Eure Gedanken zu diesem Satz.“ Ich habe Petra auf Zypern kennengelernt und sie hat mir von ihrer November-Bog-Aktion erzählt – ich erzählte ihr von einer ungewöhnlichen Entscheidung:

„Wenn ich tot bin, ist da nichts“

…als ich ihre Worte einem Freund erzählte sagte er: „Die wird sich wundern.“

„Ich weiß nicht worüber…schließlich hat kein Lebender diese Erfahrung je gemacht“ war ihre Antwort auf seine Reaktion. „Überrascht werden ist auch schön“ war seine. 

Sie hat Parkinson. Ihre Muskeln entziehen sich Stück für Stück ihrer Kontrolle. Sie will ihrem Körper nicht ausgeliefert sein. An einem Freitag wird sie sterben. Nein, genau genommen wird sie gehen, selbstbestimmt. Ich habe drei Tage zuvor Geburtstag und denke so: Geburtstage kann man planen, aber den eigenen Todestag normalerweise nicht.

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Unsere November-Blogaktion: Terminübersicht und unsere Autor*innen

Montag, 1. November: Katja Glöckler und der Künstler Luis Ramirez
3.11. Petra „Zurück an Aphrodites Hof“
5.11. Bianca Schimmel die Silbensammlerin
7.11. Karolin „Weg vom Fenster“
9.11. Hiltrud im Blog „ilseluise … Clownerie und Theologie“
11.11. Lutz möchte nicht im Kaktus landen
13.11. Im Blog „essenzdergöttin“ von Padma Ellen Hochrein
15.11. Britta in ihrem Blog „Trauer ist Liebe“
17.11. Anjas Blog … ein Stück untröstlich
19.11. Sarah und „die neunte“
21.11. Brigitts Blog Brigwords
23.11. Martin von „Dein Tod und ich“: Gespräch mit Jacob
25.11. Silke „in lauter Trauer“ Was wäre wenn, …
27.11. Petra „wenn ich zuerst sterbe“ und dankeschön

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Unsere November-Blogaktion 2021

Wir laden ein zur diesjährigen November-Blogaktion: Erzählt uns eure Geschichten!

Was wäre, wenn ich zuerst stürbe? (geknipst in Richterswil „street art)

In einem Interview erzählt Peter Handke im „Das Magazin“ auf sein Alter angesprochen diesen Witz: „Wenn du zuerst stirbst, besuche ich dich auf dem Friedhof“. Es folgten dann noch zwei weitere Scherze.

Eine lustige Kurzgeschichte schreiben oder einen Witz erzählen, in dem es ums Sterben oder den Tod geht. Warum nicht? Der bekannte und umstrittene Schriftsteller tut es auch ;-). Ich frage Dich: Wo stehst du gerade mit dem Leben und dem Sterben? Versteckt sich der Tod oder bist du nah dran? Mit wem sprichst Du im Alltag über das Sterben? Und was wäre, wenn Du zuerst stirbst? Wer besucht dich auf dem Friedhof?

Ich habe begonnen darüber nachzudenken: Was wäre, wenn ich zuerst stürbe? Ja was? Kann ich dazu überhaupt eine Geschichte schreiben oder wird es eher eine Aufzählung? Oder knipse ich einfach nur ein Foto. Ich bin davon überzeugt, dass du eine gute Idee haben wirst und ich bin sehr gespannt. Vielleicht ist es einfach nur ein Wort?!

Schreibe, male, zeichne, dichte oder fotografiere. Mit Humor und dem Schalk im Nacken. Mach‘ ein fröhliches Interview. Ich vergebe im kommenden November 14 Termine im Blog. Und zwar datiere ich die Tage in einer Liste hier im Blog. Wähle bitte einen Termin, wenn du mit bloggen möchtest. Sobald der Link zu deinem Artikel bei mir eintrifft, verlinke ich diesen an dem Datum, an dem dieser in deinem Blog erscheinen wird. So kann man an „deinem Tag“ klicken und deinen Blogpost lesen.

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Nachrichten vom Mafiakiller

Nein, ich weiß nicht, wer sich hinter diesem Pseudonym Mafiakiller verbirgt bzw. verborgen hat. Ich habe nur eine ungefähre Ahnung – männlich, etwa mein Alter, aus dem Kreis Neuss stammend. Ein paar Andeutungen ließen darauf schließen, auch ein paar Bilder, die er ins Netz gestellt hat.
Am 08. September 2014 meldete er sich auf Twitter mit den Zeilen zu Wort: „Der Rettungswagen ist wegen mir da“. Danach twitterte er rund vier Wochen lang erst aus dem Krankenhaus und dann aus der Reha über den erlittenen Schlaganfall. Schonungslos, zynisch und sehr direkt schilderte er, was er erlebte: Die Bewegungseinschränkung, die vollkommene Taubheit der linken Körperhälfte. Er ließ seine damals rund 3.000 Follower teilhaben an seinem Leben und seinen Gedanken.

 


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ARTE TV-Serie: Wenn die Stille einkehrt

Darf ich über eine TV-Serie schreiben, die mich emotional zutiefst mitgenommen hat? Lutz hab ich gefragt und er meinte: „Hau raus!“

Brutal gemordet. Überlebt und gestorben. In Liebe erinnert …
NIX FÜR ZARTE SEELEN!!!!!
Ab hier kannst du weiterlesen oder es bitte lassen.

Also. Ich bin ja keine Serien-Guckerin. Wir haben kein Netflix. Ich hab kein Apple-TV oder Premium-Abo bei Ihr wisst schon. Ich gucke gerne gute Filme, sonntags Tatort und täglich Nachrichten. Eine Serie, die muss mich sofort antriggern, dass ich dran bleibe. Und die ARTE-Serie: „Wenn die Stille einkehrt“ hat das bei mir ausgelöst. Es wird gewarnt vor Bildern und Szenen, die nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Meistens beziehe ich mich da mit ein. Ich kann mir vieles, was gezeigt wird nicht anschauen.

„Wenn die Stille einkehrt“ also. Eine Produktion aus Dänemark erzählt aus dem Leben von acht Menschen vor und nach einem Attentat. Ich bin eingetaucht in diesen Film wie in einen Roman. Habe acht verschiedene Leben in den Filmabschnitten kennengelernt … es gab einen Terroranschlag. Es wurde psychologisch sehr spannend erzählt und dargestellt.
5 Serien lang etwa in dem Zeitmodus: 6 Tage vorher, 3 Tage vorher, einen halben Tag vor dem Attentat … immer mit kurzen Flashes zum Attentat … und dann die Zeit, die nach dem Morden und Überleben folgt.

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Hochbetagte Frauen sind gestorben

Wenn die Zeit
einen Moment
stehen bleibt

dann … wird es ganz leise.

Sie waren fast hundert Jahre alt.
90plus.
Hochbetagt.
Die eine Mutter.
Die andere Schwiegermutter.
Tante oder Schwester.
Die eine im Sterben liegend einige Tage.
Die andere eingeschlafen.
Einfach so.

Langes erfülltes Leben ist ausgehaucht.
Lebenskreise schlossen sich.

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In Memoriam: Sabine Dinkel und der Totenhemd-Blog

Sabine Dinkel ist letztes Jahr im Juli gestorben. Wir haben alle gewusst, dass sie sich auf ihre letzte Reise vorbereitet. Ich saß kurz drauf im September auf einer Bank auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich und hielt Zwiesprache mit ihr.

Liebe Sabine, erinnerst Du dich? 2014 unterhielten wir uns über den Tod unserer Eltern. Weißt Du noch? Mein Vater ist plötzlich gestorben im September. Da war ich grad beim Jodeln im Toggenburg. Du erzähltest mir, dass deine Eltern kurz hintereinander gestorben sind. Wir waren beide sehr traurig. Du erzähltest mir von Claudia Cardinal und der Ausbildung zur „Sterbeamme“. Außerdem hast Du das Buch erwähnt: Wir sehen uns, geschrieben von Claudia Cardinal. In diesem Buch empfiehlt uns die Heilpraktikerin und Sterbeamme ein Totenhemd im Schrank aufzuhängen, damit wir an unsere Endlichkeit erinnert werden.

So entstand im Gespräch mit Annegret unser Totenhemd-Blog.

Liebe Sabine, ich bin dir unendlich dankbar für dieses Gespräch. Ich habe dich dann eng in den sozialen Medien begleitet und den Verlauf deiner Krankheit und Dein Sterben mitverfolgt. Dein Mann und Du Ihr habt Großartiges geleistet: Ihr habt das Leben ausgekostet und du hast mich und deine LeserInnen inspiriert mit deinem Mut und Dran-bleiben und Weiter-machen. Durch dich ist klar geworden: Jede und Jeder lebt bis zur letzten Minute. Jede Minute ist kostbar. So hast du in den letzten Monaten deines Lebens zurückgezogen in Norddeutschland dein letztes Buch geschrieben. Gute Tage trotz Krebs!

Liebe Sabine, Du hast uns unendlich viel geschenkt.

Danke dafür ❤️.

Hier veröffentlichte Texte über/von Sabine:

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