Die Angst vorm Sterben erkennen. Sehnsucht spüren … (5)

9783896676009Im zweiten Artikel meiner Serie zum Buch habe ich diese Fragen gestellt:

Wo ist Unwucht in deinem Leben? Wie macht die sich bemerkbar?
Nach was sehnst du dich?
Was vermisst du?
Für was brennst du?
Wie lichterloh brennt deine Sehnsucht?
Wie / wo spürst du das in deinem Körper?
Was liegt brach?

Andere Fragen, die ich sammelte, beleuchten eine andere Lebensfacette nämlich die Zufriedenheit oder Selbstbestimmtheit des Lebens.

  • Bin ich in der Regel zufrieden oder eher unzufrieden?
  • Habe ich das Gefühl ich lebe mein Leben selbstbestimmt oder fühle ich mich fremdbestimmt? 
  • Agiere ich oder reagiere ich?
  • Was bereue ich getan oder nicht getan zu haben?
  • Was muss ich (unbedingt) noch erledigen (bevor ich sterbe)? Und wann?
  • Was will ich endlich beginnen und nicht mehr aufschieben?
  • Was hält mich (gefangen)?
  • Was will ich endlich beenden? Und wann?

Aus meinen früheren Coachings und Workshops weiß ich, dass man sich manchmal sperrt gegen den Gedanken, etwas verändern zu können, wenn man sich im Hamsterrad wähnt. Das Hamsterrad dreht sich, man findet keine Stopptaste, man fühlt sich ausgeliefert. Ja, das ist so und das verstehe ich. Weiterlesen

Fisch zum Totenmahl nahe Athen

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Forelle blau: nach einer Vorlage von meiner Mam nachgemalt

Habt Ihr es gewusst?

Auf meine Frage was man nach einer Trauerfeier in einem Dorf nahe Athen den Trauergästen anbietet erklärte mir ein Bekannter, dessen Mutter gestorben ist:

Fischsuppe und Fisch und Wein.

Das stelle ich mir sehr lecker, leicht und gesellig vor.

Anzeichen, dass man Angst vorm Sterben haben könnte (4)

9783896676009…. oder dem ungelebten Leben auf der Spur sein.

Im vorherigen Artikel ging es um die Unwucht im Leben. Woran erkennt man, dass es nicht rund läuft?

Jetzt im vierten Artikel überlege ich weiter:

Was könnten Anzeichen sein, dass man Angst vorm Sterben /vorm Tod hat:

Man vermeidet das Thema Sterben und Tod gänzlich. Man will nicht über den eigenen Tod nachdenken oder mit seinen Liebsten über deren Tod sprechen. Man vermeidet Überlegungen dazu und vermeidet auch Plan B für den Sterbensfall, egal ob es das eigene Sterben oder das eines lieben Menschen ist.

Man denkt vielleicht „nach mir die Sintflut“.

Man ist vielleicht der Meinung, dass man noch unendlich viel Zeit hat bevor man sich dem Thema stellt. 

Man lebt vielleicht so als wäre man unsterblich: möchte ewig jung bleiben, wirkt ein bisschen „lebensmüde = riskant“, übernimmt keine Verantwortung, lebt ohne Ziele und Vorhaben. Weiterlesen

Zitronenkerne ins Herz gesät

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Womöglich hatte er (Jesus) den Toten Zitronenkerne ins Herz gesät und Jasmin. Womöglich rochen seine Hände danach. Nach dem, was kommt, wenn alles zu Ende ist.

Den ganzen Text von der wunderbaren Birgit Mattausch lest Ihr hier.

Es geht im Text um die Ausstellung „Peace is Power“ von Yoko Ono in Leipzig im Museum der bildenden Künste. Noch bis 7. Juli zu sehen.

Die Unwucht im Leben (3)

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Sonntagmorgens in Frankfurt

… oder das ungelebte Leben erkennen.

Nachdem Wildgans mich im Kommentarfeld auf das Wort UNWUCHT in meinem Artikel zurücklenkte und drauf stupste habe ich mich gefragt, ob es Sinn macht noch einmal tiefer zu denken.

Gehen wir davon aus, dass die Angst vorm Sterben uns auf „ungelebtes Leben“ zurückwirft, dann spüren wir eine Unwucht. Sie macht sich vielleicht bemerkbar durch Sehnsucht. So wie mir gar nicht klar war, dass ich mich nach Stille sehne. Sie fehlt mir, tief in mir und hat gar nix mit dem ruhigen Ort zu tun, in dem ich lebe. Durch einen Zufall wurde mir bewusst, dass die Stille in mir fehlt. Ist das nicht interessant, dass wir manchmal nicht bewusst wissen, was uns fehlt?

Deshalb möchte ich nochmal auf die Unwucht im Leben eingehen. Sie macht sich bemerkbar wie bei einem Autoreifen, der nicht richtig ausgewuchtet wurde. Er läuft unrund. So ist das vielleicht auch manchmal im eigenen Leben, dass es nicht rund läuft. Wenn wir den Reifen nicht noch einmal in der Werkstatt neu auswuchten lassen laufen wir Gefahr, dass uns der Reifen platzt und wir einen schweren Unfall haben.

Wie kann sich die Unwucht in mir bemerkbar machen? Durch ein Ziehen im Herzen, durch ein Sehnen im Bauch. Es läuft nicht rund im Leben oder im Beruf oder in der Beziehung. Wir sind körperlich oder seelisch umfit und haben vielleicht Schlafstörungen, Migräne oder fühlen uns sehr erschöpft. Wenn wir nicht aufpassen werden erste Symptome chronisch. Weiterlesen

Viel viel Stille im Leben

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… so schreibt uns „Wildgans“ in ihrem Kommentar an mich im letzten Artikel. Ich hatte mir Gedanken gemacht zum ungelebten Leben und meiner Sehnsucht nach Stille, von der ich gar nicht wusste dass sie da ist.

Bei meiner Frisörin in Ravensburg sah ich vorgestern dieses schöne Zitat, das genau zum letzten Artikel passt – durch einen Diamant-Magneten aufgestellt.

Auf einem anderen Kärtchen stand so in etwa erinnert: „Schalte dein Handy ab, genieße die Zeit … danach bist du wieder erreichbar“.

Im Netz habe ich den „Presence Shop“ gefunden. Karten die zum Totenhemd-Blog passen Weiterlesen

Die Angst vorm Sterben erkennen. Sehnsucht spüren… (2)

fullsizeoutput_49e… oder „ungelebtes Leben“ transformieren in gelebtes Leben.

Nach dem Lesen des Interviews in der DIE ZEIT (siehe vorherigen Artikel) frage ich mich: Was ist mit meiner Angst vorm Sterben? Lebe ich mein Leben vielleicht nicht? Gibt es da ein Stück (m)ein „ungelebtes Leben?“ Wenn ja, wo steckt das? Wie finde ich es? Wenn nein, dann ist doch alles gut?!

Ich habe die Fragen und Antworten im Interview mehrfach durchgelesen, habe sie sacken lassen und wieder gelesen, habe mehr Fragen als Antworten in mir. Wie gehe ich ran und drösel das Gelesene in Häppchen für den Blog auf? 

Ich habe mir überlegt, woran man die Angst vor dem Tod oder dem Sterben erkennen könnte. Diese Angst kennen wir alle. Und diese Angst ist normal. Wir können sie uns bewusst machen und gegebenenfalls Dinge in unserem Leben verändern. Das ist nicht einfach wie wir alle wissen. Der Autor meint: wir können die Angst nutzen und uns ihr stellen und was draus machen.

Wie klingt das?

Ich finde das sehr ermutigend und erfrischend! Dazu sind mir dann viele Fragen eingefallen. Unter anderem diese:

Gibt es eine Unwucht in meinem Leben? Wie macht die sich bemerkbar? Weiterlesen

Todesangst: Ich hatte ständig Angst, morgens nicht wieder aufzuwachen (1)

Guten Morgen,

zunächst möchte ich euch auf einen Artikel aufmerksam machen, der mir bei Facebook „über den Weg“ gelaufen ist. Geschrieben von Jakob Simmank in der DIE ZEIT, der den Autor und Psychiater Jan Kalbitzer interviewte.

9783896676009Dr. Jan Kalbitzer hat das Buch geschrieben: Das Geschenk der Sterblichkeit.

Einige wenige Sequenzen aus dem Interview, die für mich eindrücklich und interessant sind:

Psychotherapeut Irvin Yalom hat den Begriff des „ungelebten Lebens“ geprägt. Die Angst vor dem Tod kann eine Angst davor sein, an seinem Leben vorbeizuleben. Eine Angst davor, nicht mehr zu existieren, obwohl man sein eigenes Leben noch nicht gelebt hat.

Die Angst nutzen, um sich klarzumachen, wie man leben will: Vielleicht erkennt man, dass man sich an falschen Werten orientiert.

Ich fände es wunderbar, wenn diejenigen, die ohne einen offensichtlichen Grund Angst vor dem Sterben haben, diese auf eine ähnliche Art und Weise nutzen: nämlich sich klar werden, wie sie eigentlich leben wollen.

Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir uns der Angst stellen. Weil wir nur so der Flucht entkommen und ein vernünftiges Leben leben können. Wenn viele Menschen die Angst nicht weiter verdrängen würden, sondern sie annehmen und danach fragen, woher sie kommt, vielleicht wären wir dann eine reifere Gesellschaft.

Ich habe mir jede Risikobereitschaft verboten. Und das hat letztlich nur die Angst in mir gesteigert.

Aber lest erstmal das ganze Interview. Hier entlang.

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Buchtipp: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke. Joachim Meyerhoff

9783462048285.jpgDer Buchtitel überraschte mich in meinem Lieblings-Buchladen-Café. Joachim Meyerhoff du  vielleicht: er ein bekannter Schauspieler. Und seine Großmutter war es auch. Inge Birkmann.

Sein Buch gehört zu einer Reihe von insgesamt
6 Büchern, die Meyerhoff geschrieben hat. Nämlich „Alle Toten fliegen hoch, Teil 3“.

In diesem dritten Band beschreibt wie er an die Schauspielschule kommt, sein Desaster mit seiner Rolle als Schauspieler „funktionieren“ zu müssen und das Zusammenleben mit seinen Großeltern in München.

Meyerhoff hat das Sterben seiner Großeltern nah miterlebt. Deshalb stelle ich das Buch hier im Blog vor, weil es sehr eindrücklich von ihm beschrieben wird. Der Großvater wird immer weniger und die Großmutter folgt ihm einige Monate nach auf ihre Weise.

Dieses Buch ist wunderbar geschrieben. Ich habe so oft laut los gelacht weil es teilweise Weiterlesen

Ein Visionsboard erstellen

Bildschirmfoto 2019-05-05 um 20.40.26Vor ein paar Wochen hatte ich die große Freude, mit Studierenden der Medizin ´, Theologie und anderen Fächern über den Totenhemd-Blog zu sprechen. Die Diskussionen gingen offenbar über den Abend noch weit hinaus. Ziel erreicht!!!

Lara Hitzemann erzählte mir an jenem Abend vom Visionsboard und hat uns den folgenden Text dazu geschrieben, den ich hier gerne veröffentliche:

„Ein Visions Board erstellenBildschirmfoto 2019-05-05 um 20.39.34

Weshalb bringe ich ein Visionsboard mit dem Thema Tod in Verbindung? Ganz einfach, es ist eine visuelle Erinnerung an die Dinge im Leben die uns Freude und Motivation bereiten. Weiterlesen