mitgelesen: abc.etüden: Rausch

2017_27-17_3_dreiWeil es so viel Freude bereitet poetisch über den Tod und das Sterben zu schreiben, poste ich hier Christianes kleinen abenteuerlichen Text: Rausch.

Schon beim Lesen kribbelt es mir vor Angst im Bauch und jeder der Extremsport betreibt muss sich über das eigene Sterben Gedanken machen. Heißt: sie oder er muss mit jeder Aktion den Tod in Kauf nehmen.

Erst kürzlich starb Ueli Steck ein in der Schweiz bekannter Extremkletterer und Bergsteiger in Nepal. Sein Credo: „scheitern heißt sterben“. Auch wenn Extremsportler höchste Vorkehrungen und Sicherheitsmaßnahmen treffen, das Restrisiko bleibt.

Wie Christiane so schön in ihrem Text schreibt, nach der Aktion gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man lebt und betrinkt sich oder ist tot.

 

abc etüden. schreibwoche.

2017_27-17_1_einsChristiane hat ja in ihrem Blog diese schöne Aktion: Schreibwochen = Schreibeinladungen = abc etüden. Jede Woche werden drei Worte gespendet – eher geschenkt oder vorgegeben. Ich schleiche heute schon den ganzen Tag um diese 3 Worte und nun muss ich doch noch 10 Sätze formulieren, damit ich Ruhe finde in den Abend. Jaja. So ist das manchmal mit mir.

Also. Hier kann man nachlesen, wie die abc etüde funktioniert.

Sie hat es soooo geliebt. Achterbahn fahren. An ihrem Hochzeitstag – die standesamtliche Trauung war vorüber, das Essen mit Freunden und Eltern auch, zog sie mit ihm los. Mit ihrem frisch verheirateten Gatten. Damals … in legeren Klamotten und mit verliebten Augen, Hand in Hand.

In einer Straßenschlucht in den Schweizer Alpen passierte es in den Flitterwochen. Das Auto überschlug sich. Sie war sofort tot. Nun sitzt er mit ihrer einzigartigen Urne in der Achterbahn. Die Hände umklammern das schöne Gefäß und er freut sich auf diese letzte Fahrt mir ihr und den wilden Fahrtwind, in den er hineinschreien und hineinlachen wird.

Über das Sterben sprechen: Death Café 2

IMG_5384Vorgestern in Richterswil. 19 Uhr.
Im Gemeindehaus Rosengarten.
Die Technik steht, die Tische und Stühle sind arrangiert.
Eine Wiederholungs“täterin“ ist wiederkommen. Diesmal mit Mann. Mit Andrea und mir sind wir sechs.
Es gibt Wein und Mineral, Knabberzeug, Käse.

Ja, wie sind wir drauf gekommen?
Auf das Death Café 2 in Richterswil?
Andrea ist Pfarrerin. Ich schreibe im Totenhemd-Blog. Höre vom Death Café und wir wollen mit anderen über das Sterben sprechen. Death Café 1 fand vor 14 Tagen statt.

Wir kommen miteinander ins Gespräch. Zunächst zeigen wir kleine Video-Interviews aus dem Projekt 30 Gedanken zum Tod, mit der Frage verbunden: Was ist der Tod?

Ein junger Mensch sagte vor seinem Tod: „Gott sei Dank, ich werde vor dem Altern und dem Gebrechlich-sein bewahrt“.

Was meine tote Frau wohl „dazu“ sagen wird?

Die Verstorbenen wurden früher abgeholt und mit dem Pferdewagen durchs Dorf gezogen bevor es zum Friedhof ging.

Jemandem meinen alten Körper zumuten?

Eine Pflegefachkraft sagte: „Ein alter Körper ist so schön weich. Alte Menschen freuen sich über die Pflege und Berührung (Kranke eher nicht)“. Weiterlesen

Einmal im Leben …

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Die Akropolis am frühen Morgen

… sollte man …

Oder wie es in meinem Athen-Führer heißt: „Einmal im Leben darf man auf der Akropolis gewesen sein“.

Ich wusste nicht wie sehr es mich berühren würde: es ist ein erhabener Moment auf diesem besonderen Hügel mit den über 2000 Jahre alten Tempeln zu verweilen, mit all den anderen Touristen aus aller Welt.

Es wird empfohlen gleich morgens da zu sein, damit man mehr Säulen als Menschen sieht. Dieser Empfehlung sind wir gefolgt.

Dieses Weltkulturerbe steht für Großmacht und Demokratie. Ich war in Athen zur Documenta14. Beides zum ersten Mal. Ich habe dazu ausführlich in meinem Blog geschrieben.

Reden wir übers Sterben

IMG_3496„Reden wir übers Sterben“ heißt der Titel im info3-Heft aus dem März 2015. Aus aktuellem Anlass hab ich mir mal wieder ein bisschen Literatur vorgeknöpft und bin an dieser Ausgabe hängengeblieben.

Übers Sterben reden meint hier: wir trauen unsinfo3-magazin-3-2105 mit dem Sterbenden über sein Sterben zu reden. Wir lassen ihm das Sterben und sagen nicht mit froher Miene: „Das wird schon wieder“. Zum Sterben in Würde gehört, darüber reden zu können. Denn sonst fühlt sich ein Mensch in seinen letzten Tagen nicht ernst genommen und sagt vielleicht: „Die verstehen mich nicht!“ und will dann vielleicht gar keine Angehörigen oder Freunde mehr sehen und lieber alleine sterben mit den Menschen, dem Pflegepersonal, das eingeweiht ist und versteht.

Die Autorin des Artikels, Barbara Chaloupek, rechechiert und stellt fest: „Tatsächlich ist es das, was sich viele Sterbende wünschen und was ihnen von den Angehörigen verwehrt wird: über das zu sprechen, was sie am meisten beschäftigt. „Der Mann will es nicht wahrhaben“.

Sehr schön finde ich die Sätze von Christof Schligensief, der 49-jährig an Lungenkrebs starb. In einem Fernsehinterview sagte er:

„Ich wär sautraurig, wenn ich gehen müsste. Also, das wäre das Allerallerletzte. Ich hab da a) keinen Bock drauf und b) ich find‘ das so sensationell hier!“

So wie es ihm erging, so wird es wohl allen gehen, die dem eigenen Tod gegenüberstehen. Man kämpft und ringt und rüstet sich für den letzten Marsch. Es ist eine Schwelle wie die Geburt, schreibt die Autorin. An dieser Schwelle warten vielleicht schon Menschen (die Toten), die wir gemocht haben.

„Es ist an der Zeit, die Sterbeperiode als Geschenk zu nehmen.“ Die Autorin ermutigt uns, dass wir uns nichts vorspielen müssen. „Vor allem ist das Sterben auch ein Moment der Wahrheit und Wahrhaftigkeit“ liest man auf der Website von www.palliativ-portal.de.

info3-Heft März 2015.

Über das Sterben sprechen: Death Café 1

deathcafe1Gestern in Richterswil um kurz vor 15 Uhr.
Caffetino Vino an der Dorfstraße.
Fünf Frauen sind gekommen. Mit Andrea und mir sind wir sieben.
Wir sitzen in einer großen Runde.

Ja, wie sind wir drauf gekommen?
Auf das Death Café 1 in Richterswil?
Andrea ist Pfarrerin. Ich schreibe im Totenhemd-Blog. Höre vom Death Café und wir wollen mit anderen über das Sterben sprechen.

Die Frauen erzählen eine nach der anderen:

Innerhalb von 10 Monaten sind meine Eltern und mein Mann gestorben. Das ist 7 Jahre her. Der Tod hat mich überrascht! Jetzt geht es mir wieder gut.

Früher hat man hier in Richterswil die Verstorbenen vor der Haustüre aufgebahrt. Es ist jemand von Haus zu Haus gegangen und hat erzählt, wer gestorben ist.

Glücklich sterben wäre schön.

Ich glaube, ich habe was verpasst: ich habe noch nie jemanden in den Tod begleitet.

Meine Eltern werden sterben. Wie spreche ich mit ihnen darüber?

Als das Gespräch abschweift und über schwierige Geburten geredet wird, frage ich: Weiterlesen

Ein Gedicht über die Junitage: Leichenzüge.

Meine sehr geschätzte Blog-Kollegin Christiane in Hamburg hat heute ein schönes Gedicht veröffentlicht: Schöne Junitage“ von Detlev von Liliencron„. Ein Vers geht so:

….

Straßentreiben, fern, verworren,
Reicher Mann und Bettelkind,
Myrtenkränze, Leichenzüge,
Tausendfältig Leben rinnt –
Flußüberwärts singt eine Nachtigall.

Auch mitten im Juni wird gestorben und man wird auf den Friedhöfen erleben, dass Särge zu den Gräbern gezogen werden … ein Trauerzug folgt dem Gefährt mit dem Sarg. „Leichenzüge“, das Wort kennen wir gar nicht mehr. Ich finde es ist ein Wort aus dem Mittelalter und assoziere schwarz gekleidetete Menschen, die Männer mit Zylinder, die einem schwarzen Gefährt mit Sarg folgen. Dieses letzte Geleit zum Grab ist doch immer wieder sehr schön und tröstlich. Man schweigt und an einem Junitag blitzt die Sonne und die Vögel zwitschern in den Bäumen.

Hier kann man Interessantes bei Wikipedia mit dem Stichwort „Trauerzug“ nachlesen. Es wird hier abschließend der Trauermarsch von Mahler, 1. Satz seiner 5. Symphonie, erwähnt, den Ihr hier hören könnt:

14. Juni Death Café Richterswil

Andrea Spörri, hiesige Pfarrerin in Richterswil hab ich angepiekst, mit mir ein Death Café zu organisieren. Ich wurde angeregt von Ina Hattebier aus Hamburg, die mit ihren Freunden und Kollegen schon zum dritten Mal ein Death Café auf die Beine gestellt hat.

Haben wir nicht ein schönes Foto-Layout gestaltet? Frau Ines aus Hamburg haben wir gefragt, ob wir eines ihrer hübschen Tellerchen als Motiv nehmen können.

Hier entlang zum Flyer mit den Details.

Hier geht es zu Frau Ines in Hamburg mit dem schönen Porzellan.

Hier entlang zu den Hamburger Death Cafés

Unser Eintrag bei deathcafe.com .