Heute über das Sterben gesprochen

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unser Logo fürs Death Café von frauines.de

Heute hab ich mit unserer Pfarrerin Andrea, mit der ich das Death Café in Richterswil auf den Weg gebracht habe, über unsere kommende Veranstaltung gesprochen. Das nächste Death Café soll am Donnerstag, dem 5. Juli nachmittags stattfinden. Ich habe Andrea erzählt wie es mich grad wieder sehr beschäftigt: der Tod, das Sterben und dabei fühle ich mich quicklebendig.

Die Sätze, die ich heute gelesen habe und mich berühren:

„Der Zeitpunkt, wann ein Leben endet, ist jedem vorberstimmt. Wir müssen nicht hadern.“ Stammt von Corina Dietsch, die in einem Artikel in der reformiert vorgestellt wird. Sie ist Tatortreinigerin. Ausgleich findet sie bei ihrem Pferd Geruna.

Pferde, Hunde und Hasen leben auf dem Hof „Schöne“ in Berlin Rixdorf. Hier kann man sich vom geliebten toten Menschen verabschieden. Der Bestatter Eric Wrede wurde im Sonntagsartikel genannt; ich schrieb dazu im letzten Post. Weiterlesen

„Der Tod steht uns gut“: vom Zeitungsartikel zum Telefonat mit Sarah Benz von Sarggeschichten

Das war ja eine Überraschung letzten Sonntag in der Rubrik „Leben“ in der Frankfurter Sonntagszeitung: Ich entdeckte den Artikel: Der Tod steht uns gut.

Der Untertitel des Artikels:
Das ganze Leben lang macht sich der eine mehr Gedanken darüber, was er anzieht, als der andere. Ein Thema ist es trotzdem für alle. Nur das letzte Hemd blieb bislang von dieser Frage oft ausgeschlossen. Warum eigentlich? – fragt die Journalistin Barbara Russ.

Zuerstmal ist die Überschrift ja ein bisschen verwirrend. Das Thema klärt sich erst, wenn wir vom letzten Hemd im Untertitel lesen. Ich suchte beim Lesen sofort, ob die Autorin unseren Blog erwähnt. Denn es liegt doch nahe unseren Totenhemd-Blog zu nennen, in dem wir uns sehr ausführlich über unser „letztes Hemd“ ausgemährt haben.

Sie fragt gleich zu Anfang: „Welche Kleidung würden Sie Ihrer Mutter für die letzte Ruhe aussuchen?“ Auch wenn man sich heute eher in Jogginghose oder Jeans verabschiedet, existiert das Leichen- bzw. Totenhemd noch. Dennoch kleidet man den Verstorbenen  tendenziell so wie man ihn im Alltag erlebte, es wird der Persönlichkeit entsprechende individuelle Kleidung getragen.

Beim weiteren Lesen freute ich mich Sarah Benz Namen zu entdecken. Sie wurde mit ihren Sarggeschichten vorgestellt und hat erlebt, dass Angehörige ein hässliches Totenhemd gekauft haben, Weiterlesen

Das Schlimmste was passieren kann?

IMG_3496Meine Mutter hatte einen schweren Schlaganfall. Von Tag zu Tag gelingen ihr kleine Erfolge in der Früh-Reha und sie gewinnt ein Stück Lebensqualität und Lebensfreude zurück. Das ist so schön!

Ich denke jetzt oft über die Endlichkeit unseres Lebens, meine Endlichkeit nach. Aber auch über das, was auf uns im Alter zukommt. Denn ich telefoniere mit den Freundinnen meiner Mutter, die ich seit Kindheit kenne. Sie sind alle um die 80 und älter und teilweise sehr gebrechlich geworden. Meine Weisheit ist nicht neu und dennoch: wir werden älter, wir werden Kraft verlieren, wir werden einigermaßen fit sein oder ggfs. krank werden. Ich spreche und unterhalte mich auch mit meinen neuen Schweizer Freunden, die so um die 70 sind. Die Energie schwindet langsam, die Lust zu reisen bleibt aber :-). Das freut mich zu hören.

Außerdem werde ich gerade mit unserem Krankenhaussystem und den teilweise sehr ausgelasteteten Schwestern und Pflegekräften konfrontiert, organisiere eine neue Bleibe für meine Mutter nach dem REHA-Aufenthalt. Was für Themen! Am liebsten würde ich manchmal den Kopf einziehen aber ich mache weiter.  Es gehört zu unseren Aufgaben, dass wir uns um unsere Eltern kümmern, wenn sie nicht mehr können. Ich komme manchmal an meine Grenzen Weiterlesen

Buchtipp: … die letzten Dinge des Lebens zu ordnen. Death Cleaning.

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Heute morgen habe ich in der Zeitung über dieses Buch gelesen. Da muss ich ja schmunzeln. Anscheinend sammeln wir immer mehr je älter wir werden? Stimmt das? Ich behaupte von mir, dass ich gut wegschmeißen kann. Ich werde mal optimal ausgemistet haben bevor ich sterbe, vorausgesetzt ich werde alt und kann mich entsprechend vorbereiten. Im Moment habe ich noch viel zu viel.

Wir Babyboomer sind mit den Wohnungen und Häusern unserer Eltern konfrontiert, die den Krieg erlebt haben. Sie haben teilweise gesammelt wie die Eichhörnchen. Wenn sie jetzt sterben, haben wir eine Menge zu tun mit Aufräumen und Ausmisten.

Frau Magnusson empfiehlt für jedes Stück die Überlegung: Aufheben? Weg damit? Verschenken? und noch ein viertes, das ich vergessen habe.

Die Zeitschrift Brigitte sagt „Death Cleaning“ dazu.

Im Netz habe ich diesen interessanten Artikel entdeckt mit einem Video das die Autorin zeigt.

Ich habe Frau Magnussons Buch noch nicht gelesen kommt aber auf meine Leseliste.

Ausgelesen ….

Unsere Reise nach Asien startete ganz frisch als ich Sabines Buchtipp sah und erstmal „parkte“ fürs Heimkommen. Jetzt hab ich mir durchgelesen um was es geht und finde das Buch passt sehr gut in unseren Totenhemd-Blog. Mal ein bisschen anders, nämlich Science Fiction. Nicht so unbedingt meine Lesewelt, was die Leserin uns aber hier beschreibt macht mich neugierig und ist gemäß Sabine sehr lesenswert.

Großes Lob übrigens an die Schreiberin: sie liest was das Zeug hält … da komm ich mit meinen 3 Seiten nachts vorm Einschlafen nicht weit ;-). Wenn Du in ihrem Blog weitere Buchtipps finden willst, schau mal nach. Vielleicht ist was für Dich dabei.

In „Scythe“ geht es eindeutig um den Tod und das Sterben und das in allen Variatonen.

Wer hat es schon gelesen? – außer Sabine, die übrigens die Fortsetzung auch schon gelesen und vorgestellt hat. Es gibt viel zu Lesen!!! 🙂

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„Scythe – Die Hüter des Todes“ von Neal Shusterman ist irgendwie in den letzten Wochen  an mir vorbei gerauscht – erst per Zufall entdeckte ich dieses Buch und der  Klappentext konnte mich sofort überzeugen.

51tj25xcskl-_sx324_bo1204203200_ Zum Inhalt lt. Verlagshomepage: Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen. Die Menschheit hat die perfekte Welt erschaffen – aber diese Welt hat einen Preis.   –   Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kalt lässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster.
Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung…

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Gesprächssplitter vom Death Café 4 in Richterswil

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Wie spricht man mit einem Sterbenden? Wie macht man das? Was redet man? Ich hab von Gott und der Welt erzählt. War das richtig?

Warum sind wir traurig, wenn jemand stirbt. Wir wissen doch, dass JEDER sterben muss. Der Tod gehört doch dazu. Warum also traurig sein? Vielleicht weil etwas offen geblieben ist ?

Gläubigen Menschen scheint es schwer zu fallen „einfach zu gehen“. Sie tun sich schwer und leiden oft wochenlang bevor sie dann endlich sterben … das ist für alle sehr belastend. Vielleicht ringen sie mit Gott? Sie haben vielleicht Angst? Vor was?

Ich bin noch nicht fertig mit dem, was ich tun will. Ich will jetzt noch nicht sterben! Erst wenn alles erledigt ist!

Ich könnte jetzt gehen. Ich hab alles erledigt. Ich fühle mich frei! Alles was jetzt kommt und ist, das ist eine Ergänzung. Das ist ein wunderbares Gefühl. Ich hab auch nur noch wenig in meiner Wohnung. Nur das was sein muss, damit lebe ich. Meine Kinder werden keine Mühe haben mit meinen Sachen, wenn ich mal tot bin. Weiterlesen

Heiner von Gastautor Rüdiger Rodewald

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Rüdiger Rodewald

Tag Heiner, sag ich. Ich bin gekommen um mich vorzustellen. Ab nächsten ersten bin ich euer neuer Chef. Tag Rudi, sagt er. Hat sich schon bis zu mir rumgesprochen. Er lacht. Ein leises Lachen, nie laut und expulsiv, immer leise, fast wie ein Lächeln in dem etwas Zögerndes mitschwingt. Eigentlich wärst du mal dran gewesen, oder?, sage ich. Es tut mir leid für dich dass ich das nun geworden bin. Hätte schlimmer kommen können, sagt er und lacht wieder dieses leise fast stolpernde Lachen. Mich befördern sie nicht mehr. Aber komm, ich stell dir mal die Leute vor.

Das Büro umfasst zwei Großräume. In jedem sitzen so acht bis zehn Personen. Es ist saukalt auf der einen Seite, auf der der Wind steht und fast tropisch warm im Büro mit der Südausrichtung.

Er führt mich herum und stellt mir alle vor. Zu jedem hat er ein paar Sätze gesagt was er oder sie macht und zu jedem hat er eine freundliche kleine Anekdote parat. Später sitzen wir zu zweit in dem Raum der dann mein Büro werden soll. Wie geht es dir damit, Heiner, frage ich, dass du das wieder nicht geworden bist? Das ist nicht mehr so wichtig, sagt er. Meine Frau ist krank. Biggi. Manchmal kriegt sie keine Luft mehr und ihr Herz schlägt unregelmäßig. Mensch Biggi, sagt er und es steigen ihm Tränen in die Augen. Wir wollten doch nach Bolivien im Sommer, unsere alten Freunde besuchen.

Und dann erzählt er. Wie er mit zweiundzwanzig Jahren in Bremen seine Lehre als Schifffahrtskaufmann zu Ende gemacht hatte und immer gedacht hat, draußen in der weiten Welt wartet das Abenteuer und ich sitz hier in diesem Büro. Dann stand das Abenteuer plötzlich eines Abends auf der Schwelle. Wir suchen Mitarbeiter für die Agentur in Bolivien, sagt sein Chef. Haben Sie Lust? Weiterlesen

Tod. Frühling. Leben.

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in Taiwan fotografiert

Wenn ihr wirklich das Wesen des Todes schauen wollt,
so öffnet euer Herz weit und lasst das Leben einziehen!
Denn Leben und Tod gehören zusammen, so wie Strom und Meer.
In den tiefsten Gründen eures Hoffens und Sehnens ruht stumm
euer Wissen vom Jenseits.
Und wie die Saat unter dem Schnee träumt, träumt euer Herz vom Frühling.
Traut den Träumen, denn in ihnen findet ihr das verborgene Tor zur Ewigkeit.

(Khalil Gibran) *

Abgeschrieben von einer Trauerkarte.

Ich wünsche Euch einen guten Start in den Frühling mit Neugier und Lust aufs Leben.

* Übersetzung © Bertram Kottmann

Ostersonntag. Gedanken gekritzelt.

IMG_9326Fassungslosigkeit.
Staunen.
Den Raum im Herzen weiten.
Ostern und die Auferstehung.
Schoko-Hasen und Tulpen.
Die unerwartete Nachricht von deinem Tod.
Gestorben bist du an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
In Taiwan habe ich Weiterlesen

Trauerfeiern ganz öffentlich #Taiwan

 

„Was sind das denn für große runde Tafeln, die am Wegesrand stehen?“, frage ich Simon, unseren Guide in Taiwan. Das sind Trauertafeln. In diesem Ort wird entweder getrauert oder es wird eine Trauerfeier zelebriert. Ich muss sagen, dass mich das sehr anrührt: Man fährt durch einen Ort und weiß: Hier ist jemand gestorben um den getrauert wird. Auf den Tafeln stehen gute Wünsche und Beileidsbekundungen.

Mitten auf dem Land an der Straße sahen wir das Zelt oben, in dem alles hergerichet war für eine Trauerfeier. Genauso unten mit den pinken Tischdecken an einem anderen Ort mitten in Taiwan. Es wird wie bei uns gegessen und getrunken und man bringt den Hinterbliebenen Geldgeschenke mit. Oben das Foto zeigt die eher „einfach schlichte“ Trauerfeier im Gegensatz zu dem Foto unten.