Auf der gemähten Friedhofwiese picknicken

Für alle, die uns nicht bei Facebook folgen: Auf dem stattlichen und wunderschönen Zürcher Friedhof Sihlfeld darf man auf Feld C seine Picknickdecke ausbreiten und einen Roten oder Weißen zischen, wenn man will. Im Bikini sollte man dort nicht liegen und auch keine laute Musik hören. Versteht sich von selbst oder?

Wenn ich das in diesem schönen Artikel so lese, habe ich große Lust mal wieder einen Friedhofspaziergang zu organisieren, nämlich genau dorthin, zu diesem besagten Plätzchen. Muss ich mal reifen lassen.

Hier entlang zum Artikel „Der Friedhof lebt“ in der NZZ

Schon Claudia Cardinal hat in ihrem Buch „Wir sehen uns“ Mut gemacht neben dem Grab der/s Liebsten ein Picknick zu gestalten und die Zeit dort zu verbringen. Ob man jemanden fragen muss in der Friedhofsverwaltung? Wenn ich mir vorstelle, ich würde mich am Grab meines Vaters niederlassen, genauso mit Decke und Picknick und einem Glässchen Wein, dann wird mir schon etwas mulmig, von wegen „was denken die anderen?“. Werden sie mich auffordern zu gehen? Oder werde ich sie einladen sich dazu zu setzen?

Was denkst Du?

Die Stadt der Witwen

Es ist zwar nur ein Trailer, der einen kleinen Einblick gibt in eine Stadt in Indien, in der viele Witwen leben. Die Tradition hält immer noch daran fest, dass Frauen die ihren Mann verloren haben, keinerlei Recht auf Würde und Leben haben. Sie leben in dieser Stadt in Pflegeheimen. Am besten werden sie gleich mit ihrem toten Gatten mitverbrannt und werden zur Heiligen.

Gott sei Dank gibt es Frauenrechtlerinnen, die diese Tradition aufbrechen. Ein Privatmann schenkt den Frauen Lebensfreude indem er mit ihnen Lachyoga trainiert oder einfache Yogaübungen praktiziert. Sie haben ein Recht auf Leben, auf Liebe und Wiederheirat. Seht selbst.

Barbara Allen: „um mich gestorben“

IMG_6662»Liebe Mutter mach ein Bett für mich,
Unter Weiden und Eschen geborgen;
John Graham ist heute gestorben um mich
Und ich sterbe um ihn morgen.«

(Theodor Fontane, Barbara Allen, aus: Gedichte, 1898, Quelle)

Die wunderbare Christiane hat diese schöne Ballade „ausgegraben“. Hier entlang um das gesamte Werk in ihrem Blog zu lesen oder auch zu hören.

 

 

Tipp: Nice places to die

Das Leben ist wie eine Kerze …. und nur Gott weiß wie lange das Licht deiner Kerze brennt. So heißt es in diesem Film während auf einem Friedhof die Zauberkerzen abbrennen.

Ein sehr interessanter Film. Sehr sehr sehenswert. Der Titel führt meiner Meinung nach ein wenig in die Irre, denn es geht nicht darum schöne Plätze zum Sterben zu finden. Nein.

Wir sehen u.a. arme Menschen in Manila und in Kairo, die es sich auf den Friedhöfen „bequem“ gemacht haben. Sie haben sonst keinen Ort zum Leben. Besser hier als in den Slums zu hausen. Sie wurden hier geboren und sind hier groß geworden. Sehr berührende Geschichten, nee, großartige Menschen sehen wir, die auf den Friedhöfen (über-)leben. Sie lieben, erziehen Kinder, feiern Feste. Die Toten sind unter ihren „Häusern“ begraben.

Wir lernen aber auch den Bestatter kennen, der durch ganz Argentinien fährt. Manchmal nimmt er seine Kinder mit, dann hocken sie auf dem Sarg und sprechen über den Tod. Wir erfahren, dass auf Sulawesi/Indonesien die Toten balsamiert werden und man mit ihnen im Haus lebt bis sie dann begraben werden. Das kann einige Jahre sein. Erst mit der Totenfeier und dem Begräbnis sind sie tot.

Allein der Trailer ist sehr sehenswert:

Hier liest du alle Informationen zum Film.

Und hier der Film in der ganzen Länge: Enjoy!

Der Sinn des Lebens ist leben. Unsere Zeit die geht vorbei …

One day, Baby we’ll be old …

Aus gegebenem Anlass … endlich mal hier vorgestellt … weil es so schön passt. Die wunderbare Julia Engelmann mit ihrem Poetry-Slam.

 

Und hier im NDR-Talk vorgestellt und gehört: Julia Engelmann vom Dezember 2016.

 

Fröhlich gelebt und selig gestorben

IMG_6613Fröhlich (Lustig) gelebt und selig gestorben

heißt dem Teufel die Rechnung verdorben

Genauso im Kleinwalsertal an einer Hauswand gelesen und gleich nochmal unten drunter im dortigen Dialekt übersetzt. Bei meiner Suche nach dem Autor dieses Textes komme ich bei Google auf eine Sammlung Texte von „Die Erbschaft aus Batavia: Volksroman, Band 3 von H. E. R. Belani“

Das ist ziemlich lustig meine Entdeckung, denn es geht genau darum: um den Tod und das Sterben und den letzten Willen auf den Seiten 220 und 221:

und mein Sterbebett stellt Ihr in den Saal und singt mir den König von Thule ….

… und dass alle lustigen Mädchen ….  eine Polka um meine Leiche tanzen, denn fröhlich gelebt und selig gestorben heißt dem Teufel die Rechnung verdorben.

🙂

Besonderer Friedhof im Kleinwalsertal

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Auf diesem Friedhof sind mir die schwarzen Schleier aufgefallen die über den Holzkreuzen hängen. Vielleicht sind es erst kürzlich Verstorbene? Die Schleier wirken zart und elegant gleichzeitig.

Auf der Suche nach der Bedeutung der Schleier habe ich diesen Link gefunden, der über das Brauchtum rund um den Tod im Wallis aufklärt. Da die Vorfahren  des Kleinwalsertal die Walliser sind, also Schweizer aus dem Wallis könnte dieser Brauchtum mit dem verschleierten Kreuz dort seinen Ursprung haben. Die Kreuze werden verschleiert während man den Verstorbenen zu Grabe trägt.

Nicht ganz zwei Buchtipps

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Die Autorin geht die Spielarten des Todes durch, offenbar eine sehr unterhaltsame und liebevolle Sache.

 

 

 

 

 

 

Annegret schrieb: „So Leute, mal ne ganz spezielle Beerdigung“. Ich lerne also, es geht nicht um ein Buch sondern um …… seht selbst.

 

 

Schöne Sommerzeit wünschen wir und viel Freude beim Lesen und Gucken.

Interessantes zu lesen und zu sehen

Für alle unsere Leser*innen, die nicht bei Facebook mitlesen hier einige interessante Artikel, die wir in der letzten Zeit dort veröffentlich hatten:

In diesem Artikel wird Dorothea Baur vorgestellt, die uns die Angst vorm Sterben nimmt. Denn: „Wie für die Geburt, so gibt es auch für das Sterben ein biologisches Programm“.

Dann hat auch eine kleine Begegnung, die ich erzählte, hohe Resonanz erfahren:

Gestern im Zug bzw. der S-Bahn. Zwei Jugendliche kommen mit einer riesig-großen Tasche durch die Tür. Flucht der eine (auf schweizerdeutsch versteht sich):
Mann, ist das schwer. Komme gar nicht hier durch.
Ich: was habt Ihr denn da drin?
Der junge Mann: eine Leiche!
Ich: oh, das schreib ich in meinen Totenhemd-Blog.
Er: okay ….

(Es war kein Zelt, wie ich weiter fragte sondern ein Boot).
Das fand ich mal ne spontane Antwort

Dann hat Annegret dieses interessant-lustige Interview mit Schrippen-Mutti entdeckt:

 

Viel Spaß beim Lesen und Gucken wünschen wir Euch.

Schöne Sommerzeit weiterhin … morgen haben wir zwei Buchtipps für Euch, auch von Annegret entdeckt, die in den Ferien viel Zeit hat zu lesen. Wunderbar!