Petra

auf dem Friedhof Sihlfeld

auf dem Friedhof Sihlfeld Zürich

Sterben hat seine Zeit. Weinen hat seine Zeit.
Tanzen hat seine Zeit. Lachen hat seine Zeit. 

– nach Prediger –

Dieser Spruch aus dem Alten Testament begleitet mich, seitdem ich Annegret kenne.

Inspiriert zum Totenhemd-Blog hat mich Claudia Cardinal mit ihrem Buch „Wir sehen uns“. Die Vorstellung mein Totenhemd hängt in meinem Kleiderschrank, finde ich faszinierend. Es erinnert mich jeden Tag daran, dass mein Leben endlich ist. Das lässt mich lebendig durch die Welt ziehen.

Seit März 2012 lebe ich mit meinem Mann am Zürichsee. Die Alten werden hier sehr alt. 90, 95 und oft auch über 100. Mit Andrea, Pfarrerin in Richterswil, gestalte ich pro Vierteljahr ein Death Café.

Im Mai 2016 habe ich die einjährige Grundlagenstufe in Sterbe- und Trauerbegleitung bei Jemanja, Schule für Sterbe- und Trauerbegleitung absolviert. Mir ist meine eigene Endlichkeit bewusst geworden! Lies hier das Resümee meiner wertvollen Weiterbildungszeit. Mein Fazit aus diesem „Lehrjahr“: Wenn nicht jetzt, wann dann?

– zuletzt aktualisiert Januar 2019 –

12 Gedanken zu „Petra

  1. Ich habe einen Text über die Angst vor dem Tod und meine Überwindung, den ich gerne beitragen möchte. ein Problem; die Rechte. Darf ich dann an deren Orten noch meinen Text veröffentlichen?

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  2. Hallo Petra und Annegret,
    ich freue mich auch, dass ihr euch des Themas Sterben und Tod annehmt. In unserer Gesellschaft herrscht ein völlig ungesunder Umgang damit. Das habe ich so richtig gemerkt als meine Mutter starb, mit 62, plötzlich, aber mit natürlicher Ursache. Die Leute haben reagiert, als wenn ein Mord geschehen wäre. Es war kaum jemand in der Lage noch mit mir über sie zu reden, Freunde und Bekannte wichen dem Thema aus, als ob der Tod ansteckend wäre. Man versuchte mich stattdessen abzulenken, was ich noch schlimmer fand. Man will so etwas ja verarbeiten und nicht sogar bei der Beerdigung schon wieder sich mit anderen Themen befassen. Ich hab das als höchstunsensibel und hart empfunden, dass die meisten Leute den Tod und die verstorbene Person tabuisierten, eben genauso, als ob man den Tod dann auch zu sich einladen würde. Ich hab in dieser Zeit viele richtig viele merkwürdige Reaktionen erfahren, die zeigen, dass die Leute heute überhaupt keinen natürlichen Umgang mehr mit dem Sterben haben, außer vielleicht, wenn jemand schon lange krank war.
    In anderen Kulturen ist das ganz anders und man redet noch viel über Verstorbene und feiert sie an Gedenktagen. Unse Allerheiligen ist dagegen auch nur eine Farce. Ich denke, ganz ehrlich, die Leute schauen zu viele Krimis und verbinden den Tod nur noch mit Mord und Totschlag, also etwas ganz Entsetzlichem. Hinzu kommt der Jugendwahn, Leistungsdenken und der Fokus auf Vitalität. Tod, Sterben, Krankheit hat für viele unbewusst etwas mit Niederlage und Scheitern zu tun.
    Also danke, dass ihr das Thema so aufgreift und etwas Natürliches daraus macht.
    Viele Grüße,
    J. Florence

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    • Liebe J. Florence, herzlichen Dank für Deine Gedanken hier an dieser Stelle. Ich verstehe, dass Du die Reaktionen zum Tod Deiner Mutter entsetzlich findest. Da spüre ich die Ohnmacht und die Unwissenheit deines Umfeldes deutlich.
      Wichtig ist, dass Du heute gute Erinnerungen hast und Trost findest, wenn du an deine tote Mutter denkst.
      Entschuldige, dass ich so spät reagiere … einige Kommentare sind im Gefecht der November-Blogaktion vernachlässigt worden.

      Wir hoffen, dass Du weiter dran bleibst und bei uns mitliest und wieder schreibst.
      Herzlicher Gruß und schöne Weihnachtstage (trotz der Trauer, die vielleicht noch da ist).
      Petra

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  3. Ich hab noch was für Euch:

    Nach dem Tod
    Ein kurzer Dialog aus dem Zen: „Meister, was geschieht mit dem erleuchteten Menschen nach seinem Tod?“ „Das weiß ich nicht.“ antwortet der Meister. „Seid ihr denn kein erleuchteter Mensch?“ „Doch. Aber ich bin noch nicht tot.“

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