Schwarze Tasten

Im Rahmen der schönen abc.etüden hat Elke einen Blogartikel geschaffen, der in unseren Totenhemd-Blog passt. Die Aufgabe ist, 3 Worte, die gespendet werden, in einen Text zu bringen. Ich war diesmal die Wortspenderin mit „Stilblüte, banal und jodeln“. Ganz unten findet Ihr den Link zur Blog-Gastgeberin Christiane.

Herr Murrmann hatte schon lange aufgehört, die Trauerreden zu zählen, die er gehalten und die Nachrufe zu sammeln, die er geschrieben hatte. So manche Stilblüte fand er in den Entwürfen, die ihm verzweifelte, geschockte, erleichterte, traumatisierte, gleichgültige oder erbgierige Hinterbliebene zum Redigieren überließen. Der Tod, das wusste Herr Murrmann als professioneller Trauerredner und -texter besser als viele andere, war nichts Besonderes, er war banal, gewöhnlich, alltäglich, jeder Mensch starb irgendwann und fast jeder Mensch sah irgendwann den liebsten Menschen sterben, den Menschen, der nie hätte sterben sollen, den er wider alle Vernunft tiefinnerlich für unsterblich gehalten hatte, und der doch verging, wie wir alle vergehen. 2017_46-17_zwei

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Hier entlang zu Christianes Schreibeinladung für die abc.etüden in KW 46/17

mitgelesen: abc.etüden: Rausch

2017_27-17_3_dreiWeil es so viel Freude bereitet poetisch über den Tod und das Sterben zu schreiben, poste ich hier Christianes kleinen abenteuerlichen Text: Rausch.

Schon beim Lesen kribbelt es mir vor Angst im Bauch und jeder der Extremsport betreibt muss sich über das eigene Sterben Gedanken machen. Heißt: sie oder er muss mit jeder Aktion den Tod in Kauf nehmen.

Erst kürzlich starb Ueli Steck ein in der Schweiz bekannter Extremkletterer und Bergsteiger in Nepal. Sein Credo: „scheitern heißt sterben“. Auch wenn Extremsportler höchste Vorkehrungen und Sicherheitsmaßnahmen treffen, das Restrisiko bleibt.

Wie Christiane so schön in ihrem Text schreibt, nach der Aktion gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man lebt und betrinkt sich oder ist tot.

 

abc etüden. schreibwoche.

2017_27-17_1_einsChristiane hat ja in ihrem Blog diese schöne Aktion: Schreibwochen = Schreibeinladungen = abc etüden. Jede Woche werden drei Worte gespendet – eher geschenkt oder vorgegeben. Ich schleiche heute schon den ganzen Tag um diese 3 Worte und nun muss ich doch noch 10 Sätze formulieren, damit ich Ruhe finde in den Abend. Jaja. So ist das manchmal mit mir.

Also. Hier kann man nachlesen, wie die abc etüde funktioniert.

Sie hat es soooo geliebt. Achterbahn fahren. An ihrem Hochzeitstag – die standesamtliche Trauung war vorüber, das Essen mit Freunden und Eltern auch, zog sie mit ihm los. Mit ihrem frisch verheirateten Gatten. Damals … in legeren Klamotten und mit verliebten Augen, Hand in Hand.

In einer Straßenschlucht in den Schweizer Alpen passierte es in den Flitterwochen. Das Auto überschlug sich. Sie war sofort tot. Nun sitzt er mit ihrer einzigartigen Urne in der Achterbahn. Die Hände umklammern das schöne Gefäß und er freut sich auf diese letzte Fahrt mir ihr und den wilden Fahrtwind, in den er hineinschreien und hineinlachen wird.