30.3. Dr. Gisela Matthiae: Traumbesuche „dort“

Von einem Traumbesuch möchte ich berichten.

Ich werde eingeladen zu einer Besichtigung im Reich der Toten. Eine freundliche Frau empfängt mich und wir betreten weiten, grünen Raum, den ich als sphärisch bezeichnen möchte und der mir paradiesisch vorkommt. Keine ebenen Flächen, aber es geht sich ganz gut dort. Ich sehe einen Bekannten und umarme ihn. Es fühlt sich nicht so an, als hätte ich „Luft“ umarmt. Ich sehe weitere Menschen, alle tragen Kleider, sie wirken sehr leicht. Wer dort ist, kann umhergehen, andere treffen oder sich in eine Holzschublade legen und schlafen. Schränke mit solchen Schubladen stehen überall herum. Wir gehen spazieren, leichtfüßig. Tiere sehe ich auch, viele Vögel. Vor ihnen soll ich mich in Acht nehmen, meint meine Begleiterin, die seien auf Menschen nicht gut zu sprechen.

Beim Aufwachen fühle ich mich geehrt, dass ich „dort“ sein durfte.

Ich könnte das als Vision von eben jenen Gefilden verstehen und mir vorstellen, dass es dann mal genau so oder ähnlich sein wird. Ich lese es lieber als Bild und freue mich über das heitere Gefühl, das es vermittelt. Tote in Schubladen oder umherspazierend, Begegnungen sind möglich, sogar körperliche, eher feindlich gesonnene Tiere, eine Frau, die mir eine Führung gibt.

Eine Frau, die durchs Paradies führt!? Da war doch was? Beatrice und Dante!

Sie führt ihn durch alle neun Himmel, Weiterlesen

28.3. Dr. Friederike Erichsen-Wendt: eine poetische Predigt

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Fotoquelle: 24103_web_R_K_B_by_aksel_pixelio.de

Zitternd furchtlos. Zu Ostern 2016 gepredigt. Aus dem Hohenlied der Liebe (3, 1-5).

Des Nachts auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt. Ich suchte; aber ich fand ihn nicht.

Ich will aufstehen und in der Stadt umhergehen auf den Gassen und Straßen und suchen, den meine Seele liebt. Ich suchte; aber ich fand ihn nicht.

Es fanden mich die Wächter, die in der Stadt umhergehen: »Habt ihr nicht gesehen, den meine Seele liebt?«

Als ich ein wenig an ihnen vorüber war, da fand ich, den meine Seele liebt. Ich hielt ihn und ließ ihn nicht los, bis ich ihn brachte in meiner Mutter Haus, in die Kammer derer, die mich geboren hat. –

Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hinden auf dem Felde, dass ihr die Liebe nicht aufweckt und nicht stört, bis es ihr selbst gefällt.

Eine Frau geht zum Grab.
Frühmorgens.
Wenn noch niemandes Hand
Den Tau von der Klinke des Friedhofstores vertrieben hat.
Wenn Schritte noch Spuren hinterlassen.
Eine Frau geht zum Grab.
Maria heißt sie in der Bibel.

Maria heißt sie bei uns. Oder Anna oder Elise oder Henriette.
Sie will ihm nahe sein und ist doch draußen.
Da unten, da drinnen und doch: woanders, vielleicht droben, aber gewiss bei Gott.
Da bist Du.
Oder: Wo bist Du? Weiterlesen

Ostersonntag. Annegret: Ich glaube an… ein Leben nach dem Tod?

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In unserem Blog eröffne ich heute eine Reihe, in der Petra und ich und 10 mutige Menschen darüber schreiben, wie sie es sich nach dem Tod vorstellen. Darüber redet man ja sonst eher nicht. Drum freuen wir uns, dass so viele mitmachen!

Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?
Wir wurden letztes Jahr in einem Interview gefragt, ob wir an ein Leben nach dem Tod glauben. „Nein!“, schrieb ich – und war erschüttert. Ich wollte das gar nicht so gerne öffentlich haben. Schließlich bin ich Pfarrerin. Aber nun habe ich noch mal nach-gedacht. Und antworte immer noch „Nein“. Denn was genau soll da eigentlich weitergehen? More of the earthly same, nur himmlischer?   Leute, ich habe gar keine Ambitionen, dass das hier ewig weitergehen müsste. Auch wenn es mir wirklich gut gefällt! Ich will auch nicht wiederkehren und in einem anderen Körper von vorne anfangen! Ich bin froh, dass wir – zumindest im christlichen Kulturkreis- endlich sein dürfen. Ich will nicht ewig leben.

Nun gibt es tausend Möglichkeiten, wie es nach dem Tod weitergehen könnte. Zum Beispiel gar nicht. Ich finde das gar nicht so schlimm. Ich würde es ja nicht merken.

Wenn du tot bist, bist du tot
Gut biblisch- christlich ist, auch wenn euch das jetzt überraschen wird und ich so was am Grab auch nie sagen würde: Wenn du tot bist, bist du tot. Und erst wenn der jüngste Tag kommt und Jesus wiederkehrt, werden die Toten auferstehen. Sagt Paulus. Diejenigen, die dann noch leben, werden direkt in den anderen Zustand der Auferstehung übergehen. Und dann erst kommt das ewige Leben, oder, wie Paulus das formuliert: „wir werden bei dem Herrn sein allezeit.“ Wie das nun aussieht, lässt er offen. (Nachzulesen im 1. Brief an die Menschen in Thessalonich, Kapitel 4, Verse 13 – 18)

Tröstet mich das? Nein. Weiterlesen

Sonjas Auferstehungsgeschichte aus Brüssel: Orgelmusik, eine „umarmende“ Decke …

DSC09011Dieser Artikel ist zu einem Vermächtnis.  geworden. Sonja verstarb am 8. August 2016 im Alter von 46 Jahren. Viele haben ihre Worte seither gelesen. Es schmerzt und verbindet zugleich. Mit ihr. Miteinander. Sie schrieb kurz nach dem Bombenattentat in Brüssel: Orgelmusikgefühl, eine „umarmende“ schützende Decke
und den Liebsten in der Seele ganz nah und in wichtigen Momenten ihnen etwas unterstützend „zuflüsternd“

Auferstehung? Wie stelle ich mir die Zeit nach dem Tod vor?

Dieser Frage stelle auch ich mich. Noch bis vor den Brüsseler Attentaten am 22.3. – vorgestern – wollte ich darauf folgendes Antworten:

Wenn ich in mich reinfühle und überlege, wann ich mich zuletzt „dem Himmel ganz nah fühlte“ oder sagte, das ist „himmlisch“, im Sinne von beruhigend und positiv bewegend, dann kommen mir folgende Szenen in den Sinn:

Bei einer Autofahrt in miesestem Regenwetter legte ich als Kontrapunkt eine neue CD ein mit pompöser Orgelmusik aus dem Kölner Dom. Schon nach kurzer Zeit schossen mir die Berührungstränen in die Augen und mein Kopf und Mann fragte: “Was ist denn jetzt mit dir plötzlich los?“ Rational war das schwer erklärbar, aber innerlich spürte ich durch diese kraftvolle und erhebende Musik ein solch befreiendes und stärkendes Gefühl. Es war, als würde ich von den himmlischen Tönen mit in den „Himmel „getragen werden“ und von dort in diesem Gefühl irgendwo mit befreiter und warmer Seele, ganz eins mit sich selbst, bei meinen Liebsten sein.

So geht es mir bei vielen Musikstücken. Ich könnte darin ganz friedlich mich „auflösen“ bzw. spüre jede Zelle des Körpers ganz vital.

Dazu noch folgendes Erlebnis. Letzten Sommer besuchte unsere Familie die „Wangener Kuturnacht“ und ich schleppte alle nach BigBand, Jazz… , erst widerwillig, um 23.00 Uhr in ein Posaunenkonzert in der Pfarrkirche. Als jedoch das Posaunenquartett begann in super Akustik und mit tollen Stücken, kuschelte sich mein jugendlicher Sohn an mich und meinte, Weiterlesen

Blogaktion: Auferstehung? Was kommt nach dem Tod?

IMG_1982Bei Facebook haben wir bald
100 Fans, das freut uns sehr und hat uns zu dieser Blogaktion inspiriert. Wir laden herzlich ein zu unserer „Auferstehungs-Blogaktion“ von

Ostersonntag bis Donnerstag,
7. April.

Was kommt nach dem Tod? Fahren wir auf in den Himmel und sitzen am Tische Gottes? Wird uns Petrus an der Himmelstür Einlass gewähren? Oder schwebt unsere Seele zum nächsten Leben? Werden wir wiedergeboren? Als Mensch? Als Maikäfer? Als Nashorn? Wo werden wir sein?

Was denkst Du? Was passiert nach dem Tod Deiner Meinung nach mit Dir? Ist da ein NIX? Ist da das Paradies?

Schreib mit. Schreib uns Deine Gedanken, deine Geschichte, Deine Antworten, deine Vermutungen, beschreibe die Bilder, die Dir einfallen.

TRAU DICH, darüber zu sprechen und zu schreiben. Von Ostersonntag bis 7. April.

Wo? Hier im Totenhemd-Blog.
Wie? Schicke uns Deine Mail an „totenhemd at gmail com“ mit Deinem Beitrag (Word-Dokument) und am besten mit einem Foto (.jpg oder .png), das zu Deinem Text passt.

Ich, Petra, werde ab 7. April auf Reisen sein. Während der Osterfeiertage habe ich viel Zeit. Schick mir bitte Deinen Text bis Ostermontag allerspätestens bis 2. April.

Dein Artikel erscheint bei uns im Totenhemd-Blog an Deinem Wunschdatum. Wir verlinken zu Deinem Blog, wo Du den Text anteaserst. Deine LeserInnen lesen dann bei uns weiter. Du verlinkst also am gleichen Tag zum Totenhemd-Blog von Deinem Blog.

Wann? Wähle unten ein Datum, an dem Dein Beitrag erscheinen soll. Wähle bitte aus der Aufstellung ein freies Datum und nenne uns Dein Thema / den Titel Deines Blogbeitrags. Wir tragen Dich dann hier mit Deinem Thema in der Aufstellung ein.

Wir freuen uns jetzt schon auf Deine „Auferstehungsgeschichte“.

Wer schreibt wann?

Ostersonntag 27. März: Annegret fängt an. Ich glaube an …
Ostermontag, 28. März: Dr. Friederike Erichsen-Wendt schenkt uns eine poetische Predigt
Dienstag, 29. März: Michaela Scharas Arbeitstitel: Warum die Sache mit der Amöbe …
Mittwoch, 30. März: Gisela Matthiae über ihre Traumbesuche „dort“
Donnerstag, 31. März: Brigitte Becker: Augapfelmassage
Freitag, 1. April: die Madame Flamusse mit einem Potpurri
Samstag, 2. April: Gabriele Panning: Im Licht
Sonntag, 3. April: Sabina Kowalewski schreibt uns ein Gedicht
Montag, 4. April: Roswitha Markgraf: Wenn wir uns dann ALLE wiedersehen
Dienstag, 5. April: Katja Hobler: Aufbruch in neue Welten
Mittwoch, 6. April: Reiner Hansen mit einem Foto aus Hamburg
Donnerstag, 7. April: Petra: Die Seele im Garten? Die Seele auf dem Berg!

Alle, die mitmachen und mitschreiben, sind großartig. Alle anderen auch 🙂. Dieses Mal verschenken wir an eine/n Schreiber/in ein „T-Shirt = Totenhemd vom Sugarscull-Onlineshop in Berlin. Als Trostpreis gibt es für eine/n SchreiberIn (das Los zählt) ein Voodoo-Puppenset.