21.11. Julia Schulz: Warum immer so ernst auf Beerdigungen ?

Als meine Oma beerdigt wurde ist Folgendes passiert:

Nun muss man vorweg sagen, dass meine Oma eine heitere, laute, stets gut gelaunte und zu ihren Lebzeiten sehr üppige, also dicke/vollschlanke/wohl genährte Person war. Sie hatte sogar bei ihrer ersten Flucht Schmalz für die Kinder eingepackt, damit diese nicht verhungern sollten – jedoch bekamen sie dadurch übles Durchfall, was die Flucht erheblich erschwerte.

Jedenfalls jene Oma wurde eingeäschert.

Nun waren wir alle da und der Pfarrer hielt seine Rede – alle andächtig um die Urne herum versammelt. Er sprach viel über meine Oma, aber eben nicht über die Oma, so wie wir sie kannten (ein leider oft vorhandenes Phänomen bei Beerdigungen).

Als es gerade sehr still war, fragte der kleine Urenkel, also der Sohn meiner Cousine, ganz laut: „Sag mal, da in der kleinen Büchse ist doch nicht die Oma drin oder?“

Wir haben dann sehr lange und ausgiebig gelacht und waren nicht mehr in der Lage, einer ernsthaften Rede zu folgen. Wir waren fortan heiter, laut, lustig und gut gelaunt, fast so als habe meine Oma sich in uns ausgebreitet, statt in der kleinen Urne zu bleiben!

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Liebe Julia, danke dass Du uns von Deiner heiteren Oma und ihrer heiteren Beerdigung erzählt hast.

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Tanz im Krematorium


Tanz im Krematorium

Bei RBB Fernsehen erschien dieser sehr schöne und sehenswerte Dokumentarfilm : Tanz im Krematorium. Es ist eine Fernsehdokumentation über das PortaDora Netzwerk. PortaDora bedeutet die „offene Tür“.

In diesem Film erleben wir wie Abschied „anders“ gestaltet werden kann. Mich hat der Film sehr berührt und entspricht meinem Bedürfnis, Trauerfeiern anders zu gestalten: Wir sehen wie eine florale Urne entsteht oder ein ganz besonderer Grabstein entsteht. Die Idee im Krematorium einen langsamen Walzer tanzen zu lassen beflügelt mich sehr … diese Leichtigkeit … als wenn die Seele nun gut auf die Reise gehen kann.

Die Funeral Ladies in Berlin werden vorgestellt. Sehr spannende Ladies!

Im Leben kann man nichts festhalten, heißt es in diesem Film.

Zuerst im Ei und dann ein Baum?

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via Facebook/Capsula Mundi

Eine neue Bestattungsidee kommt aus Italien: Capsula Mundi, hinter diesem Projekt stehen die italienischen Designer Raoul Bretzel and Anna Citelli: die beiden Kreativen haben sich eine neue biologisch abbaubare Bestattungsform ausgedacht. In der Fötusstellung in einer eiförmigen Kapsel eingepackt wird man begraben und oben drüber wird ein Baum gepflanzt.

Ausführliche Lektüre heute in Focus-Online.