Verbundenheit – Mein Hausaltar

Mein erster Dia de los Muertos – Altar. Ich weiß, es ist die Basic-Ausstattung. Wir haben hier im Blog schon ganz andere Altäre gesehen. Überbordend, knallbunt. Aber es ist meiner. Ein kleines Kästchen von Superskull hat mir endlich den Rahmen gegeben, den ich brauchte. (Es hätte sicher auch eine alte Schublade sein können, die hatte ich aber nicht.) Ich habe Fotos hineingeklebt, gelbe Papierblumen dazugelegt. Meinen Hausaltar für den November umdekoriert. Früher war er im November immer dunkel und karg. Nun hat er so viel Wärme, dass es eine Freude ist. Ich muss immerzu vorbeigehen und schauen.

Vor wenigen Wochen starb ein lieber Kollege und Freund. Die Erinnerung an ihn hat hier nun einen Platz. Ich fand ein Foto meiner Omi, die ihren vier rotwangigen Enkelkindern vorliest. Ihre Wärme und Liebe strahlt in meinen Alltag. Mein Schwiegervater, schon lange verstorben – er wird fast täglich zitiert – streift nun versonnen über unseren Hausaltar. Das verbindet uns noch ein bisschen mehr in unserer neuen Familie.

Meinen Hausaltar jahreszeitlich und lebensgeschichtlich immer wieder umzudekorieren, ist schon sehr sehr lange ein Ritual. Es gibt meinen Gefühlen einen Raum, meiner Seele Bilder, meinen Gebeten einen Ort. Wie oft habe ich dieses Jahr meine Fürbittkerze für Menschen in Sorge und Traurigkeit angezündet. Ich konnte dadurch meine Sorge für Andere von einer „Sorge um“ in eine „Sorge für“ umwandeln und sie auch abgeben. Es hat mich mit Freund*innen und Fremden verbunden.

Nun erinnert mich dieser Platz und diese Kerze an Kräfte, die in meiner Familiengeschichte stecken, ans Geschichten erzählen und Bratensoße, Lakritzkatzen und Weisheiten wie „Für den, der Warten kann, kommt letzten Endes alles.“

In unserer 9. November-Blogaktion: Abschied nehmen: Meine und unsere tradierten und spontanen Rituale laden wir euch dazu ein, von euren Ritualen zu erzählen.

Tanzt mit uns von Katja Glöckler

IMG-20170330-WA0003

Guten Morgen, wir wünschen euch einen schönen Dia de los Muertos. Wie jedes Jahr hat Katja Glöckler, die in Mexiko mit ihrer Familie lebte, unsere Blogaktion eröffnet. Eine wunderbare Perspektive hat sie eingenommen!

Lasst uns auf den Friedhof gehen heut und mit den Toten tanzen. Sie warten auf uns!

Hier geht es zu Katjas Blogbeitrag. Lasst euch überraschen.

5.11. Karolin: Kleines Ritual …

Karolin hat mich auf ihren Blogartikel hingewiesen, den sie am 31. Oktober gepostet hat.

Madame ist schon seit den ersten Tagen unseres Totenhemd-Blogs bei uns aktiv und fleißige Leserin. Ich finde ihr Artikel passt wunderbar in unsere Challenge. Er beginnt so:

Es ist soweit, die dunklen Zeiten beginnen. Wie ich finde, eine magische Zeit. Dieser Tage wird gefeiert. Halloween, Dia de los Muertos, Allerseelen, Allerheiligen und wie sie alle heißen diese Tage. In unseren modernen Zeiten vermischen sich Traditionen und jeder sucht sich raus was passt.

Deshalb hier entlang zum Lesen.

Von Karolin à la Madame Flamusse lesen wir wieder am 23. November wieder.

Eine Totensonntags-Feier der Fülle

Copyright- Dorothee BoeckerLest und holt ihn euch immer wieder hervor, diesen zärtlichen Text über den Tod und die Toten! Dorothée war inspiriert von den Löffellisten und meinem Traum von „Diá de los Muertos in protestantischen Kirchen“ und hat einen ganz wunderbaren Gottesdienst in Berlin gezaubert, gestern zum Totensonntag. Die Tradition in der REFO-Gemeinde sind Stationen-Gottesdiensten, in denen die Besucher*innen ihren eigenen Weg gehen. Zum Totensonntag lud sie dazu ein, Erinnerungsstücke, Bilder und Schmuck für einen Altar zu Ehren der Verstorbenen mitzubringen. Außerdem Lieblingsessen der Verstorbenen für einen Schmaus am Ende des Gottesdienstes. Sie holte den Himmel auf die Erde und die Besucher*innen konnten gute Erinnerungen darauf schreiben. Lest hier ihre Predigt samt Bildern „Wenn Zeit und Ewigkeit sich küssen.“

Ich wünsche mir, dass noch ganz viele solcher Feiern für und mit unseren Toten entstehen und wir das Leben feiern!

1.11. Katja Glöckler: Día de los Muertos, die Dritte

dia_de_los_muertosSo skuril es anfangs ist, wenn man die Totenköpfe und Skelette überall sieht – im Supermarkt, in Restaurants, in Häusern, beim Bäcker zum essen, als Bastelvorlagen für Kinder – so “normal” wird das nach drei Jahren. Ja, inzwischen erlebe ich das mexikanische Fest schon zum dritten Mal. Und für mich hat es sich mit der Zeit verändert.

In Katjas Blog hier weiter lesen. Viel Freude!

 

31.10. Morgen beginnt unsere Blog-Aktion

von Katja fotografiert www.page-you.com

von Katja in Mexiko fotografiert http://www.page-you.com

Morgen wird in Mexiko der Toten gedacht. Auf eine Art und Weise die meiner Persönlichkeit sehr nah kommt: Froh und optimistisch, süß und mit anderen zusammen. Schön finde ich auch, dass man sich bereits tagelang, wenn nicht sogar wochenlang, auf den heutigen Tag vorbereitet hat. Den „Dia de los Muertos“.

In den mexikanischen Familien wurde in den letzten Wochen gebacken und gebastelt, gekocht und süße Zuckerschädel angemalt. In Mexiko sind die Schaufenster seit Wochen dekoriert: Man sieht Totenschädel aus Papier, Zuckerschädel, Weiterlesen

Diá des los muertos – Liebevolle Erinnerung, die ermächtigt

Vor vielen vielen Jahren geriet ich am 2. November in einen Umzug in der „Mission“ in San Francisco. Der „Diá de los muertos“ wurde mit einer – nennen wir es Prozession – begangen. Die Gemeinschaft in San Francisco erinnerte an die Jugendlichen, die in der Mission ermordet worden waren, an viele andere Verstorbene, an Ahninnen und Ahnen. Die hispanische, native-american, heidnische und andere spirituelle Bewegungen – und ganz einfach die Menschen, die dort leben, schminkten ihre Gesichter weiß, kleideten sich bunt oder legten traditionelle Gewänder an. Altäre wurden in einem Park errichtet. Samba-Gruppen gaben den Rhythmus an. Es war mysthisch, faszinierend, rührte bei mir an die Sehnsucht, dem was uns so elementar angeht, eine Gestalt zu geben. Es war so stark, die Toten so öffentlich, bild- und lautstark erinnert zu sehen. Es hat die Menschen zusammen geschlossen, dies gemeinsam zu tun. Ich glaube, viele ziehen aus dieser jahrlichen multikulturellen Veranstaltung die Kraft, weiter für Veränderungen in ihren Quartieren einzutreten.

Über unseren Blog habe ich die Spur des Dia de los muertos wiedergefunden.

In Mexiko werden in Vorbereitung des Totengedächtnisses Altäre mit den Bildern der Verstorbenen, Kerzen, Essen und Trinken – genannt „offrendas“ Weiterlesen

Dia de los muertos – eine bunte Einverleibung der Realität des Todes

Um den 31.10.-2.11. wird der „Diá de los muertos“ in hispanischen Communities gefeiert. Ich habe ihn vor vielen Jahren im hispanischen Mission-Viertel in San Francisco kennengelernt. Einen schönen ersten Eindruck zum Fest gibt dieses Musikvideo.