Stillstehen

Noch nie habe ich den Karfreitag für so notwendig gehalten, wie in diesem Jahr. Nach all den sinnlosen Toden in dieser Woche, die gerade auch junge Menschen getroffen haben, beim Flugzeugabsturz der German Wings. Nach dem Massaker an Student_innen in Kenia.
In dieser Woche habe ich verstanden, dass der Karfreitag der einzige Tag im (Kirchen-)Jahr ist, an dem gesagt wird: sieh hin. Auf diese sinnlose brutale Gewalt. Sie geschieht. Jeden Tag aufs Neue. Dies ist, was Menschen anderen Menschen antun können und antun. Und einmal im Jahr, darf das stehen bleiben. Es wird nicht gleich wieder aufgelöst, in Hoffnung verwandelt. Denn hier gibt es heute nichts zu hoffen oder zu trösten. „Untröstlich“ zu sein darf sein.

Einmal im Jahr stillstehen und nicht gleich noch bei Facebook schauen oder einen Witz machen oder sich ein Gläschen gönnen. Ein brutaler Tag, des Stillstands, weil die Welt so ist.

Aber im Unterschied zu früher habe ich auch verstanden, dass man diesen Tag nicht alleine aushalten muss. Wir stehen gemeinsam still. Auch hier, wenn ihr das lest, oder in einer Kirche seid oder irgendwo unterwegs seid. Hier und dort sind Menschen, die mit-fühlen, das Entsetzen mit aushalten. Und darin liegt eine enorme Kraft. Sie hilft denen, die erstarrt sind vor Trauer. Heute stehen wir still und halten es aus – gemeinsam.

 

Bei einem Flugzeugabsturz sterben

Der gestrige Flugzeugabsturz ist sehr sehr schlimm! Eine Katastrophe für alle Beteiligten. Da ist es nicht einfach über das Sterben zu sprechen.

Ich trauere mit den Angehörigen. Meine Gedanken sind bei den Hinterbliebenen, die nun darüber trauern, dass ein geliebter Mensch aus dem Leben gerissen wurde. Ich bin wie alle anderen auch entsetzt und bestürzt über den gestrigen Unfall in den französischen Alpen.

Niemand will so sterben. Und doch passiert es immer wieder. Selten. Ein Flugzeug ist das sicherste Verkehrsmittel der Welt, wenn man überlegt, wie viele Flüge tagtäglich abgewickelt werden. In diesem Fall tröstet allerdings nicht.

Lasst und reden über die Sicherheit der Flugzeugcomputer, die Medienpräsenz, die Nachrichtenerstattung, Gott und die Welt – oder schweigen …