Gräber mit Bergsicht und Totenbeinli aus Seewis

In Seewis war ich heute. Seewis liegt in Graubünden auf über 900 Höhenmetern und ist eine Stunde mit dem Auto entfernt von Richterswil. Es ist ein kleiner Ort und mittendrin liegt eine REHA-Klinik, wo ich einen Freund besuchte. Auf meinem Spaziergang nach dem Essen kam ich am Friedhof vorbei und dachte: Schön hier zu liegen, mit Blick in die verschneiten Berge.

TotenbeinliAls ich dann noch eine Nusstorte beim Spar kaufte, die vom dortigen Bäcker gebacken wird, lachten mich die Seewiser Totenbeinli an. Wenn Ihr die Zutaten genau anschaut, liegt Ihr ganz richtig: ein typisches Weihnachtsgebäck, das aber gern über das ganze Jahr gegessen wird. Die Totenbeinli sollen früher zum Leichenschmaus gereicht worden sein. Quelle und Foto von hier.

Friedhofspaziergang in Teguise, Lanzarote

Galerie

Diese Galerie enthält 5 Fotos.

Gestern in Teguise auf Lanzarote dachte ich: wo werden hier eigentlich die Toten begraben? Während all unserer Ausflüge habe ich keinen Friedhof gesehen. Ich fragte im Café nach dem „cimetario“. Der Gastwirt erklärte mir auf Spanisch wo es lang geht. … Weiterlesen

23.11. Birgit Janetzky: Der Scheiterhaufen

Grabmalgestaltung

Grabmalgestaltung

Als mein Vater starb, war ich mir mit meinen Geschwistern einig, dass wir aus unterschiedlichen Gründen eher selten das Grab auf dem Friedhof besuchen werden. Keiner wollte regelmäßig dort auflaufen, um gesehen zu werden, um Blümchen zu pflanzen oder diese mit Wasser zu versorgen. Gleichzeitig wollten wir diesen Erinnerungsort sehr persönlich gestalten und nicht einfach den Boden mit einer pflegeleichten Steinplatte versiegeln. Wir fanden einen Bildhauer – Siegbert Altmiks von »grenzstein-art« – dessen Konzept uns überzeugte. Das Grabmal besteht aus zwei Komponenten.

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Wir freuen uns, dass Birgit bei uns mitschreibt. Hier lest Ihr den vollständigen Blogbeitrag.

15.11. Elvira Löber: Weihnachten auf dem Friedhof

p1060626-3Es ist Weihnachten. Fast Mitternacht. Wir stehen auf dem Friedhof.
Jedes Jahr sind wir hier an den Gräbern unserer Verstorbenen und
feiern mit ihnen. Für diesen Artikel habe ich mein Trauer-Tagebuch
geöffnet und bin zurückgegangen in eine Zeit von Trauer, Schmerz
und Dunkelheit, die damit endet, dass man doch mit den Toten tanzen kann.

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Wir sind gespannt und freuen uns darauf, mit Elvira bzw. mit ihren Toten zu tanzen. Hier entlang zu ihrem Artikel.

Unsere November-Blogaktion: Ich hab mit den Toten getanzt

im Kloster Kappel fotografiert

im Kloster Kappel fotografiert

Wir laden 15 Bloggerinnen und Blogger herzlich ein zur zweiten November-Blogaktion im Totenhemd-Blog.

„Ich hab mit den Toten getanzt.“

Wenn du könntest wie du wolltest: Wie würdest du dann an deine Toten denken? Dich auf welche Weise erinnern?
Stell dir vor, alle, die du dabei haben möchtest, machen mit, ohne Wenn und Aber. Und alles ist möglich:

  • Picknick am Grab
  • Tanzfest auf dem Friedhof
  • Zeitkapseln vergraben …

Was wirst du gemacht haben?

Wir und unsere LeserInnen sind sehr gespannt. Weiterlesen

9.11. Andrea Behnke: Sind Tote gerne auf dem Friedhof?

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OLYMPUS DIGITAL CAMERA: Ostseeblume von Andrea

Ich bin in einem Grab, auf dem Stiefmütterchen wachsen. Vielleicht ist auch Heidekraut dabei. In einem roten Glas flackert eine Kerze. Oben steht ein Stein aus Marmor, in Messing steht mein Name geschrieben. Spätestens, als jemand mit spitzen Fingern das Unkraut zupft und die Erika gießt, muss ich unbedingt da raus.

Denn ich bin nicht gerne auf dem Friedhof – auch nicht, wenn ich tot bin. Ich bin noch nie gerne auf dem Friedhof gewesen. Ich weiß, dass viele Menschen diesen Ort brauchen. Es ist für sie ein Platz, an dem sie ihren Lieben ganz nah sein können. Doch ich verbinde mit dem Friedhof … nichts.

Schon als Kind fand ich diese Friedhofsbesuche seltsam. Die Gräber, die alle gleich aussehen. Die Grabsteine, die so tot wirken. Ebenso wie die Grabumrandungen. Nirgendwo darf etwas wachsen, sprießen. Es ist ein lebloser Ort, kalt wie der Marmor, den die Steinmetze vor den Friedhofstoren bearbeitet haben. Es ist nicht ruhig, es ist totenstill.

Und da liegen also die Verstorbenen. Ich mittendrin, wenn es dann soweit ist. Alle nebeneinander. Ein Viereck neben dem anderen, wie mit dem Zirkel gezeichnet. Egal, wie wild jemand im Leben war, tot zählt einzig der rechte Winkel. Bunte Leben werden grau und versteinert, mit einer kleinen Erika garniert, die ich im Leben noch nicht einmal in eine Balkonecke gepflanzt hätte.

In anderen Ländern sind Friedhöfe farbig. Die Gräber zeigen, woran dem Toten gelegen hat. Da sehe ich die Toten, wie sie sich freuen, dass es über ihnen ein bisschen so ausschaut, als wären sie noch immer da.

Doch auf diesem Friedhof, in dieser Stadt, liege ich nun und fühle mich überhaupt nicht zu Hause.

Kürzlich, da bin ich im Urlaub mit dem Fahrrad an der Ostsee Weiterlesen

Verlassen und abgelaufen

imageAm Ein- bzw. Ausgang eines kleinen Friedhofs im französischen St. Marcel fand ich dieses kleine Stilleben: Ausrangierte Hinweisschilder an einem Holzstück befestigt im rostroten Laub.

Einfach so in die Ecke geworfen, wo die Trauernden ein- und ausgehen.  Ein Mahnmal?

 Auf ihnen steht geschrieben, dass man sich beim Rathaus melden soll, weil sich das Grab in einem „verlassenen / verwahrlosten“ Zustand befindet. Die Überlassung des Grabes wird „zurückgenommen“.

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Ich stelle mir vor, was es bedeutet, wenn ein Grab verlassen ist. Es gibt vielleicht keine Angehörigen mehr, die nach dem Rechten sehen. Oder es gibt sie und sie pflegen es auch nicht und  entscheiden unbewusst, das Grab kann nun aufgelöst werden.

Während meines Rundgangs über den Friedhof war ich erstaunt, wie viele Gräber mit diesem Schild versehen waren. Sie werden nach und nach auf den „Stilleben-Haufen“ am Friedhofeingang dazu geworfen.

So viele Tote, die nun vergessen sind.

Ein Friedhof mitten in Frankreich

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Das ist ja wirklich interessant. Was stellen die Hinterbliebenen ihren Toten denn da auf das Grab? Verzierte Marmorkacheln, mal etwas größer mal klein, oder ein Kreuz. Auf ihnen steht: „Für unseren Onkel“. „Für meinen Opa“. imageSieht aus als stünden viele Bilderrahmen auf dem Grab. Es sind nur keine Fotos darin.

Ein letzter Gruß – in Stein gemeißelt.

Sonntagmorgens auf einem Hongkonger Friedhof

IMGP4294IMGP4305 IMGP4299 IMGP4292 IMGP4289Im November 2007 fand eine Führung über dem protestantischen Friedhof statt, der 1845 in Happy Valley eingerichtet wurde. Happy Valley liegt mitten in der Stadt neben dem Stadtteil Wan Chai.

Unser Guide erzählte, dass die Pest während des ersten Weltkriegs viele Hongkonger dahinraffte. 

Viele bekannte Persönlichkeiten liegen hier, nach denen viele Straßen benannt sind.

Im April 2016 werde ich einen „Cemetery w/talk with Women“  machen und eine Frau, die in Hongkong lebt, auf einem Friedhof ihrer Wahl interviewen.

Ich freue mich schon auf meine nächste Reise. Durch das Klicken durch die Fotos ist die Sehnsucht nach Hongkong gerade groß.