Die letzte Botschaft ist so wichtig!

IMG_1279Zu meinem Blogartikel: Geliebt sterben, hat meine geschätzte Coach- und Blogkollegin Sabine Dinkel folgendes geschrieben, das ich hier prominent sichtbar machen möchte:

Liebe Petra, was für ein wichtiger und wertvoller Artikel! Ich danke dir dafür. Weder meine Mutter noch mein Vater haben irgendetwas für mich geregelt. Selbst meine Mutter, die ja mit ihrem Hirntumor noch zwei Jahre gelebt hat und wusste, dass sie daran sterben würde, hat mir keine letzte Botschaft hinterlassen. Das macht mich noch immer sehr traurig. Da bleibt eine Kränkung. Mein Vater ist ja ein Jahr später an einem Herzinfarkt gestorben. War klar, dass auch er mir keinerlei Hilfestellung hinterlassen hat, keine Wünsche, kein Testament und auch keine letzte Botschaft. Nur einen gigantischen Haufen Nachlass. Alle, die mich bei der Haushaltsauflösung begleitet haben, waren geschockt, ob der riesigen Aufgabe, die da zu bewältigen war (Stichwort: Sammlerhaushalt von Kriegskindern). Ich habe immer noch innere Anteile, die wütend und verbittert sind. “Nach mir die Sintflut” hat mein Vater immer gesagt. Tja, ich bin dann zwei Jahre mit wenig Sauerstoff durch die Wassermassen hindurch getaucht. Dieses Jahr ist das erste Jahr seitdem, in dem ich endlich wieder die Dinge tun kann, die mal nichts mit Tod und Sterben zu tun haben. Mal gucken, was ich anders machen kann und werde. Das mit den Abschiedsbriefen wäre ein guter Anfang. Liebe Grüße Sabine

Liebe Sabine, danke für deinen wertvollen Beitrag zu meinem Blogartikel. Ich freue mich, dass Du kommentiert hast und dass Du ihn wichtig findest. Du hast Dich getraut, uns mitzuteilen, dass weder Dein Vater noch Deine Mutter, die zwei Jahre Zeit hatte, eine letzte Botschaft hinterlassen hat. Dafür ein Haus voll mit gesammelten Dingen. Ich verstehe, wie sehr Dich das gekränkt hat. Ich finde das SEHR mutig von Dir. Auch mein Vater hätte Zeit gehabt etwas zu arrangieren, eine letzte Botschaft zu schreiben. Durch seinen plötzlichen Tod war vielleicht sogar er überrascht in seiner Todesstunde. Es wäre so gut gewesen, eine letzte Botschaft zu lesen. Es wäre so gut gewesen, wenn die Dinge geregelt gewesen wären. Ich ermutige Dich sehr, Abschiedsbriefe zu schreiben. Wenn ich mich richtig erinnere, habt Ihr Euer Testament klar. Wir beide jetzt auch. Vor allem für Paare ohne Kinder ein sehr wichtiger Schritt: auch daran zu denken, was passiert mit dem Vermögen wenn auch „der letzte von beiden“ stirbt oder beide gleichzeitig „vom Himmel fallen“. Ich wünsche Dir, dass die wütenden und verbitterten inneren Anteile in Dir immer mehr zum Frieden finden und Du dieses Jahr mit diesem herrlichen Sommer in vollen Zügen genießt.

Geliebt sterben

Stell Dir vor, Du wirst sterben. Vielleicht morgen. Vielleicht erst mit 85 oder 95. Wir wissen ja nicht, wann unser letztes Stündlein schlagen wird. Dennoch! Wie wichtig ist es Dir „geliebt“ zu sterben? Wunderst Du Dich vielleicht über diese Frage? Runzelst Du die Stirn? „Geliebt sterben?“ Nicht so einfach, was?

Eine Coachkollegin mit der ich über unseren Totenhemd-Blog sprach, meinte, ist nicht der Wunsch von uns allen „geliebt (und gerecht) zu sterben“? Und stehen wir nicht manchmal hilflos und sprachlos vor unseren Gedanken zum eigenen Lebensende?

Ist es ein hoher Anspruch oder ein „normaler“ Wunsch, geliebt zu sterben? Ich denke ja. Wir wollen geliebt sein. Wir wollen auch geliebt sterben. Wir wollen, dass man wohlwollend über uns spricht und denkt – über den Tod hinaus.

Geliebt sterben bedeutet: „Ich möchte, dass meine Angehörigen und Freunde spüren, dass sie mir wichtig sind. Aus meinem Hab und Gut schenke, vermache und vererbe ich „gerecht“. Es ist alles geregelt zu ihren Gunsten. Ich habe mich darum gekümmert, dass Streit vermieden wird und Klarheit herrscht. Ich liebe meine Nachkommen, deshalb werde ich Zeit und Kosten investieren, meine Dinge klar zu machen.

Ich glaube, es ist nicht jedermanns Wunsch „geliebt zu sterben“. Wie häufig höre ich: „Nach mir die Sintflut“. Oder: „Meine Kinder werden es schon richten“. Was sollen sie denn bitteschön richten? Sich um den Nachlass kümmern, das Haus oder die Wohnung (auf)räumen, das Erbe verteilen, Behördengänge erledigen, die Beerdigung organisieren?

Als Deine Mutter oder Dein Vater starb, Dein Opa, Deine Tante oder ein Freund, was hattest Du für Gefühle und Gedanken? War Dein Herz voll Liebe oder freundschaftlich gesonnen neben Deiner Trauer? Oder war da Groll oder Enttäuscht-sein, weil das Erbe aus Deiner Sicht nicht „gerecht“ verteilt war? Gab es überhaupt eine letzte Botschaft von dem Verstorbenen an Dich? Gab es ein Testament? Oder musstest Du erst einen Anwalt einschalten? Einen Erbschein beantragen, um Klarheit zu gewinnen?

Wenn Du geliebt gehen willst, dann gibt es einiges zu tun!

Das könnten Deine Widerstände sein:

– das brauche ich nicht.
– was das kostet!
– das kann ich auch ohne einen Anwalt/Notar
– wer hat einen Nutzen davon?
– ich habe keine Zeit dafür
– das kann ich auch noch später machen

Bring Deine Sachen in Ordnung! Weiterlesen