37Grad: Der Geschmack von Leben. Die Köchin, das Hospiz und ein gutes Ende.

IMG_0838„Ich hatte ein schönes Leben. Genauso möchte ich sterben“, sagt Eduard Nöther in dieser sehenswerten und berührenden 37-Grad-Sendung. Für alle, die nicht bei Facebook sind, hier hatten wir nämlich schon über diese Sendung informiert.

 

Drei starke Frauen werden in dieser Doku vorgestellt, die im Schwarzwald im Hospiz Kafarnaum tätig sind. Sie wurden ein halbes Jahr begleitet. Genauso auch die Gäste. Diejenigen, die sich auf die letzten Tage und Wochen ihres Lebens vorbereiten. Zwei von ihnen hatten zugestimmt dass sie gefilmt werden. Auch als tote Menschen haben wir sie sehen können – einen kleinen Ausschnitt nur, dennoch waren diese Momente sehr bewegend. Auch ich musste schluchzen.

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Vor dem Tod noch einmal den Geschmack von Bier im Mund haben

Sterben ist normal und gehört zum Leben dazu. Mit diesem Satz versucht Schwester Angela das Gespräch mit Sterbenskranken und deren Angehörigen zu führen. „Am Ende des Lebens sei den meisten wichtig, dass gewürdigt wird, was sie geleistet haben“.

Meine geschätzte Blog-Kollegin Gitte Härter hat mir diesen interessanten Artikel der Süddeutschen Zeitung zugespielt. Hospize in Bayern. Schutz für die letzten Tage.

Uns wird vor allem das Hospiz im Kloster Polling vorgestellt. Mir gefällt gut, was ich lese. Es macht mich froh und tröstet mich, dass letzte Tage friedlich und relativ schmerzfrei sein können. Die meisten Menschen, die in ein Hospiz kommen, sind schwer und unheilbar erkrankt: der Arzt bestätigt, dass es keine Heilung mehr gibt. „Im Schnitt sterben die Gäste innerhalb von drei Wochen; die Hälfte sogar innerhalb der ersten beiden Wochen.“

Im Kloster Polling sind die Menschen nicht Patient sondern „Gast“. Das Wort Patient wird vermieden. Sie dürfen lange schlafen, frühstücken wann sie es möchten, Bettwäsche nach ihrem Geschmack auswählen.

Sehr viele ehrenamtliche Mitarbeiter arbeiten in den Hospizen. Die Versorgung der Gäste wird teils von der Krankenkasse teils von Spenden finanziert. In dem Artikel wird ausführlich die Palliativmedizin erklärt. Wer nicht im Hospiz versorgt wird, kann sich von einem Palliativteam zuhause betreuen lassen.

Der allerletzte Satz erzählt von einem Sterbenskranken, der noch einmal den Geschmack von Bier in seinem Mund haben möchte. Er kann nicht mehr selbst trinken. Traurig, getröstet und zutiefst berührt habe ich die Lektüre des Artikel beendet. Es sind diese kleinen Aufmerksamkeiten, die den Menschen die Würde geben und ein letztes Leuchten in den Augen.

Vielleicht braucht’s jetzt einen Schluck Bier, den man in vollen Zügen genießt? Sterben ist zwar normal und gehört zum Leben dazu und doch geht’s einem an die Nieren. Mir schon.